Es ist ein alarmierendes Novum für München. Um die Versorgung mit Trinkwasser angesichts anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen sicherzustellen, verbietet die Stadt mit sofortiger Wirkung die Wassernutzung für bestimmte Zwecke. Untersagt ist demnach generell das Befüllen von privaten Pools und sonstigen Badebecken sowie der Betrieb von Springbrunnen.
Ich finde es immer etwas befremdlich, wenn Leute, die sehr weich landen, wenn sie fallen, anderen Leuten sagen, dass man jetzt Wasser sparen soll. Ich glaube, der private Wasserverbrauch hält sich in Grenzen. Klar, Pools damit zu füllen während der Trockenheit ist schon problematisch, aber andererseits schnorcheln Großkonzerne diese kostbare Resource ab, ohne, dass sie in dem Maße zur Kasse gebeten werden, wie es beim Normalbürger der Fall wäre.
Diese Meldungen werden wir in den kommenden Jahren noch häufiger zu lesen bekommen. Jeden Sommer wird es in Zukunft Einschränkungen bei der Entnahme von Wasser geben (selbstverständlich nur beim einfachen Bürger, nicht in Fabriken usw.). So etwas befördert dann auch im schlechtesten Falle das Denunziationsverhalten innerhalb der Bevölkerung. Wahrscheinlich wird man dann in Zukunft vom Nachbarn angekackt, wenn man auf dem Balkom die Blumen bewässert.
Ganz im Ernst? So ein kleiner Aufstellpool fasst um die 3,5m^3 Wasser. Das mag jetzt nach viel klingen, aber sowas verbrät ein Tunnelpasteur z.B. innerhalb von 3 Stunden. Und das nur durch Verdunstung und Verschleppung. Wenn so eine Maschine aktiv mit Stadtwasser kühlt, sprechen wir schon eher von 30-50 m^3 innerhalb einer halben Stunde. Was ich damit sagen möchte: die Industrie lacht über so nen kleinen Pool.
Aber man muss ja an die arme Wirtschaft denken.
Edit: ich lass das jetzt so, keine Ahnung wie man sowas richtig formatiert, lol
Private Haushalte verbrauchen lt destatis 2016 ca. 11% des Wassers.
Mit einem Tagesverbrauch von 360Mio Liter pro Tag, wären priv Haushalte für ca. 39,6Mio Liter verantwortlich.
Ich habe keine Erfahrung mit einem Tunnelpasteur. Die erste Angabe die ich gefunden habe waren ein Verbrauch von 0,156Mio Liter pro Tag (6500Liter/Stunde). Wieviele dieser Anlagen vermuten wir im Stadtgebiet München?
München hat lt Homepage ~865907 Haushalte. Bei nur einem Liter Ersparnis pro Tag entspräche das 2% der priv. Haushalte und 0,24% des Gesamtverbrauchs und entspricht dem Verbrauch von etwa 5,5 Tunnelpasteur-Anlagen.
Ein Pool mit 3500Liter oder das Gießen eines Rasens sind ihne wirkliche wirtschaftlichen oder private Einschränkungen verzichtbar.
Wieso gibt es bei einem eigenen Verhalten immer den Effekt: “Aber der andere macht es noch viel schlimmer, verbraucht mehr, usw.”? Klassischer NIMBY-Effekt.
Wieso gibt es bei einem eigenen Verhalten immer den Effekt: “Aber der andere macht es noch viel schlimmer, verbraucht mehr, usw.”?
Vermutlich, weil sich in diesem Fall nur wenige Leute angesprochen fühlen, wenn solche Fallbeispiele (Pool, oder auch privates Autowaschen) genannt werden. Ich würde mal schätzen, dass die meisten keinen Pool haben, dafür aber einen WC-Spülkasten, bei dem man zwei Spülmengen auslösen kann und diese auch sachgemäß anwenden. Hier ist also der Verbrauch (für den einzelnen Spülvorgang) schon optimiert. Früher, als es noch die alten großen Spülkästen gab, wurde als Tipp immer geraten, in diesen Kasten einen Ziegelstein zu legen, der eine gewisse Menge Wasser verdrängt und somit weniger Wasser zum Spülen genutzt werden konnte, was schlussendlich Wesser eingespart hat.
Auch das Beispiel des Autowaschens, das im Zusammenhang mit dem Wassersparen immer wieder genannt wird, finde ich etwas aus der Zeit gefallen. Ich selbst kenne es noch, weil es bis Mitte der 90er Jahre noch Gang und Gäbe war, dass jeder sein Auto zu Hause in der heimischen Einfahrt gewaschen hat. An meinem damaligen Wohnort wurde es dann verboten, allerdings eher aus dem Grund, dass keine Öl- und Benzinreste in die Kanalisation gelangen. So ziemlich jeder, den ich kenne, wäscht sein Auto seit jeher in der Waschanlage oder auf diesen Plätzen, wo man mit einem Hochdruckreiniger und mit Münzeinwurf selbst Hand anlegen kann. Diese sind mit Ölabscheidern ausgestattet. Sicherlich gibt es auch noch Leute, die auf ihrem Resthof in Hinterpusemuckel, wo keiner zur Kontrolle kommt, ihr Auto zu Hause waschen, aber ich schätze mal, dass dies nur wenige Prozent ausmachen.
Nicht falsch verstehen: jeder sollte so wenige Resorcen (dazu gehört auch Wasser) verbrauchen, wie es nur geht, aber der industrielle Verbrauch ist doch signifikant höher als bei einer normalen Privatperson. Könnte man solche Anlagen nicht versuchen, zunindest mit Brauchwasser, anstelle von Trinkwasser, zu kühlen (habe jetzt hier an Datencenter gedacht)? Auch, wenn es teurer in der Umsetzung wäre?
Zugleich kam raus, dass die Münchner Brauereien fröhlich über ihre Tiefbrunnen die Notfallversorgung leeren und das Wasser etwa zum Spülen hernehmen. Und übrigens kaum was zahlen für die Entnahme.
Die Logik ist klar, Wassermangel, piep egal, Biermangel, himmeherrgott - sakramt - mileckstamarsch!!
Sollen sie doch Bier trinken
München ist so verschwenderisch, hab mal gelesen die spülen die Klos mit Trinkwasser.
Der Rest von Deutschland: 👀
Ich kenne keine Stadt in Deutschland, die für die Klospülung eine eigene Brauchwasserleitung verlegt hat.
Ich hab mich mal über den Kübel in der Dusche bei einer Freundin gewundert. Der war um das Duschwasser abzufangen und fürs Klo zu benutzen. War in Bielefeld, von dem her glaubt ihr mir eh nicht.
Ich leider auch nicht.
Wooooooooooosh
Die einzigen die das anders machen sind soweit ich weiß enthusiastische Einfamilienhausbesitzer …
Hier, ich!
👍
Gibt leider nur drei Alternativen:
- Du reißt absolut alle Straßen auf und baust ein Brauchwassersystem auf.
- Verpflichtest Gebäudeeigentümer zur Nachrüstung einer Grauwasserverwertung (Klospülung mit Abwasser aus Dusche und Waschmaschine)
- Wasserwerke produzieren grundsätzlich nur Brauchwasser (keine Aufbereitung) und Wasser zum Trinken wird in Flaschen gekauft.
Zisterne für Regenwasser, allerdings natürlich Grundstückabhängig
Vorhanden, die ist seit Wochen komplett leer.
- geht nicht, da es ein getrennter Wasserzulauf sein muss. Dazu müsste man Wände und Böden aufreißen und neue Leitungen legen.
“Geht nicht” würde ich nicht sagen, es kostet nur Geld. Und in Mietshäusern laufen Fallrohr und Trinkwasserrohre in einem Schacht, in welchen evtl. noch zwei Rohre reinpassen. Dann können Pumpe und Tank im Keller stehen. Zur Not würde ich Pumpe und Tank einfach direkt im Bad platzieren, wenn Platz ist.
Da ich als Regierung darauf verzichte jemals wiedergewählt zu werden, nehme ich Nr. 2 /s
Nach Habecks Heizhammer kommt jetzt Habecks Wasserschraubendreher oder so.
Keine Ahnung, bin nicht die Bildzeitung.
Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber hier in Wien tun wir das m.W. auch.
Ich erwarte, dass spätesten nächstes Jahr der Wassermangel Augsburg erreicht. Lech (hauptsächlich) und Wertach versorgen Augsburg und die Flüsse leben vom Schmelzwasser aus den Gletschern und dem Schnee aus dem Winter. Wenn die Gletscher geschmolzen sind, wird es eng.
Edit: An einer höheren Staustufe vom Lech wird ein Bach (Lochbach?) abgezweigt, der im Stadtwald versickert. Das Wasser wird dann als Grundwasser wieder gesammelt und als Trinkwasser verwendet.
Zuletzt lag der Wasserverbrauch nach Angaben der Stadt wieder bei mehr als 360 Millionen Litern pro Tag. Zum Vergleich: Normalerweise sind es durchschnittlich rund 300 Millionen
Bei ca. 1,5 Mio. Einwohner sind das 240 bzw. 200 Liter pro Einwohner / Tag
Edit: ich habe das Zitat aus einem anderen Artikel. Dieser hier ist noch extremer in seiner Aussage.
Und wie viel Wasser braucht man, um ein Auto zu bauen? Ist der Konsum der Industrie in der obigen Zahl drin?
Das ist schon krass… 2022 waren es im Schnitt Bundesweit grob 120 Liter… Das sind halt 40% über Durchschnitt!
Ein Artikel über den Wasserverbrauch in Hamburg von vor ca. zwei Wochen schreibt von 128 Litern im Bundesschnitt und 111 Litern in Hamburg. Während der Hitzewelle in Hamburg waren es 188 Liter pro Kopf und Tag.
Edit: Hast du das tatsächliche Versorgungsgebiet berücksichtigt? In Hamburg leben da z.B. 2,2 Mio. und nicht nur die ca. 1,8 Mio. Hamburger, könnten für München also auch gut 2 Mio. sein.
Wie machen die das überhaupt? In der Stadt kann es doch nicht so viele Agrarbetriebe oder wasserintensive Industrie geben, oder? Gehen alle Münchner alle 1-2 Tage baden? Sind die städtischen Leitung überall leck?
überall leck
Tatsächlich ja. Das Wassernetz im Raum München ist uralt und hat überdurchschnittlich hohe Wasserverluste. Beispiel Germering: 20%, 2022 sogar 27%. Deutscher Durchschnitt ist so 6-7%.
Für München hab ich keine offiziellen Zahlen gefunden, aber es sollen wohl so 10-20% sein.
Alles um bloß keine Klimafreundliche Politik zu fahren.
And so it begins…









