Es ist ein alarmierendes Novum für München. Um die Versorgung mit Trinkwasser angesichts anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen sicherzustellen, verbietet die Stadt mit sofortiger Wirkung die Wassernutzung für bestimmte Zwecke. Untersagt ist demnach generell das Befüllen von privaten Pools und sonstigen Badebecken sowie der Betrieb von Springbrunnen.



Ganz im Ernst? So ein kleiner Aufstellpool fasst um die 3,5m^3 Wasser. Das mag jetzt nach viel klingen, aber sowas verbrät ein Tunnelpasteur z.B. innerhalb von 3 Stunden. Und das nur durch Verdunstung und Verschleppung. Wenn so eine Maschine aktiv mit Stadtwasser kühlt, sprechen wir schon eher von 30-50 m^3 innerhalb einer halben Stunde. Was ich damit sagen möchte: die Industrie lacht über so nen kleinen Pool.
Aber man muss ja an die arme Wirtschaft denken.
Edit: ich lass das jetzt so, keine Ahnung wie man sowas richtig formatiert, lol
Private Haushalte verbrauchen lt destatis 2016 ca. 11% des Wassers.
Mit einem Tagesverbrauch von 360Mio Liter pro Tag, wären priv Haushalte für ca. 39,6Mio Liter verantwortlich.
Ich habe keine Erfahrung mit einem Tunnelpasteur. Die erste Angabe die ich gefunden habe waren ein Verbrauch von 0,156Mio Liter pro Tag (6500Liter/Stunde). Wieviele dieser Anlagen vermuten wir im Stadtgebiet München?
München hat lt Homepage ~865907 Haushalte. Bei nur einem Liter Ersparnis pro Tag entspräche das 2% der priv. Haushalte und 0,24% des Gesamtverbrauchs und entspricht dem Verbrauch von etwa 5,5 Tunnelpasteur-Anlagen.
Ein Pool mit 3500Liter oder das Gießen eines Rasens sind ihne wirkliche wirtschaftlichen oder private Einschränkungen verzichtbar.
Wieso gibt es bei einem eigenen Verhalten immer den Effekt: “Aber der andere macht es noch viel schlimmer, verbraucht mehr, usw.”? Klassischer NIMBY-Effekt.
Vermutlich, weil sich in diesem Fall nur wenige Leute angesprochen fühlen, wenn solche Fallbeispiele (Pool, oder auch privates Autowaschen) genannt werden. Ich würde mal schätzen, dass die meisten keinen Pool haben, dafür aber einen WC-Spülkasten, bei dem man zwei Spülmengen auslösen kann und diese auch sachgemäß anwenden. Hier ist also der Verbrauch (für den einzelnen Spülvorgang) schon optimiert. Früher, als es noch die alten großen Spülkästen gab, wurde als Tipp immer geraten, in diesen Kasten einen Ziegelstein zu legen, der eine gewisse Menge Wasser verdrängt und somit weniger Wasser zum Spülen genutzt werden konnte, was schlussendlich Wesser eingespart hat.
Auch das Beispiel des Autowaschens, das im Zusammenhang mit dem Wassersparen immer wieder genannt wird, finde ich etwas aus der Zeit gefallen. Ich selbst kenne es noch, weil es bis Mitte der 90er Jahre noch Gang und Gäbe war, dass jeder sein Auto zu Hause in der heimischen Einfahrt gewaschen hat. An meinem damaligen Wohnort wurde es dann verboten, allerdings eher aus dem Grund, dass keine Öl- und Benzinreste in die Kanalisation gelangen. So ziemlich jeder, den ich kenne, wäscht sein Auto seit jeher in der Waschanlage oder auf diesen Plätzen, wo man mit einem Hochdruckreiniger und mit Münzeinwurf selbst Hand anlegen kann. Diese sind mit Ölabscheidern ausgestattet. Sicherlich gibt es auch noch Leute, die auf ihrem Resthof in Hinterpusemuckel, wo keiner zur Kontrolle kommt, ihr Auto zu Hause waschen, aber ich schätze mal, dass dies nur wenige Prozent ausmachen.
Nicht falsch verstehen: jeder sollte so wenige Resorcen (dazu gehört auch Wasser) verbrauchen, wie es nur geht, aber der industrielle Verbrauch ist doch signifikant höher als bei einer normalen Privatperson. Könnte man solche Anlagen nicht versuchen, zunindest mit Brauchwasser, anstelle von Trinkwasser, zu kühlen (habe jetzt hier an Datencenter gedacht)? Auch, wenn es teurer in der Umsetzung wäre?