• feldwespe@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    11
    arrow-down
    3
    ·
    8 hours ago

    Dass Straßenverkehr halt gefährlich ist und immer so bleiben wird, muss man nicht so sehen.
    Man könnte auch einen ganz anderen Straßenverkehr haben. Trennen, was sich nicht verträgt. Auch wir könnten uns - so wie die Niederländer - einen anderen Umgang damit erkämpfen.
    Es ist auch nicht so, als sei das Problem nicht auf dem Schirm der Industrie und Politik. Der Einbau von Abbiegeassistenten wird in Deutschland gefördert und seit Juli 2024 ist die Ausstattung mit Abbiegeassistenzsystemen für neu zugelassene Fahrzeuge Pflicht.
    Vermutlich war hier ein Fahrzeug ohne Assistent im Einsatz?

    Ich wiederhole mich gerne: Mehr Utrecht wagen!

    • zaphod@sopuli.xyz
      link
      fedilink
      arrow-up
      2
      ·
      7 hours ago

      Wie sieht das in anderen Ländern mit Abbiegeassistenten aus? Es sind ja nicht nur in Deutschland zugelassene LKW in Deutschland unterwegs.

      • feldwespe@feddit.org
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        2
        ·
        6 hours ago

        Das gilt in der gesamten EU!

        Bundesamt für Logistik und Mobilität:

        Grundlage für das Förderprogramm Abbiegeassistenzsysteme (AAS) ist die am 5.1.2020 in Kraft getretene EU-Verordnung Nr. 2019/2144 über die allgemeine Sicherheit und den Schutz der Fahrzeuginsassen und von ungeschützten Verkehrsteilnehmenden.

        Diese EU-Verordnung schreibt verpflichtend vor, dass ab Juli 2022 neue Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 neu zugelassene Fahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen ausgestattet sein müssen. Ein wesentliches Ziel dieser Verordnung ist, die Anzahl der Getöteten und Verletzten durch die verpflichtende Einführung von Fahrzeugsicherheitssystemen weiter zu senken. Ein Abbiegeassistent unterstützt gezielt den Lkw-Fahrer beim Abbiegevorgang, wenn eine Rad fahrende Person übersehen werden könnte.

  • rbn@sopuli.xyz
    link
    fedilink
    arrow-up
    15
    ·
    edit-2
    10 hours ago

    Verstehe nicht, was für Hass und Sarkasmus hier gegenüber LKWs und dem LKW-Fahrer geäußert wird, als wäre der illegales Rennen gefahren. Ohne dass die Schuld überhaupt geklärt ist.

    Einen LKW zu lenken ist sicher keine leichte (und auch nicht unbedingt die schönste) Aufgabe im urbanen Raum und - so tragisch das auch ist - wird es sich vermutlich auch mit immer mehr Sicherheitssystemen nie ganz vermeiden lassen, dass Unfälle passieren. Und angesichts der Größe und des Gewichts so eines Fahrzeugs sind es eben leider im Fall der Fälle sehr schnell schwere Unfälle. Trotz dieser Gefahren erfüllen LKW aber eben die sehr wichtige Funktion, Waren im großen Stil von A nach B zu bringen.

    Ja, vielleicht könnte man im Fernlastverkehr teilweise auch mehr Güterzügen statt LKW einsetzen, aber gerade im urbanen Raum, wo typischerweise auch Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind, ist das doch eher unrealistisch. Und wenn wir den Supermarkt um die Ecke nur noch mit Kleintransportern statt LKW beliefern, haben wir dann viele kleine Fahrzeuge statt eines großen und damit auch nicht unbedingt weniger Unfallgefahr.

    Zumindest für mich persönlich wären Einsatzfahrzeuge für Rettungskräfte, Busse (Transport Menschen) und LKW (Transport Waren) so ziemlich die letzten Fahrzeuge, die von den Straßen verschwinden sollten.

    • trollercoaster@sh.itjust.works
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      7
      ·
      edit-2
      57 minutes ago

      Einen LKW zu lenken ist sicher keine leichte (und auch nicht unbedingt die schönste) Aufgabe im urbanen Raum

      Hab das ne Zeit lang gemacht und muss sagen, dass Deine Beschreibung durchaus zutrifft. Am Schlimmsten ist Lieferverkehr in Fußgängerzonen.

      Und wenn wir den Supermarkt um die Ecke nur noch mit Kleintransportern statt LKW beliefern, haben wir dann viele kleine Fahrzeuge statt eines großen und damit auch nicht unbedingt weniger Unfallgefahr.

      Dazu kommt noch, dass man Kleintransporter mit wesentlich weniger Ausbildung und ohne regelmäßige Kontrolle der Fahreignung fahren darf. (bis 3,5t reicht Klasse B, und, um die zu behalten, muss man nicht alle 5 Jahre zum Arzt, da kann man blind werden und behält trotzdem den Führerschein)

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    25
    ·
    12 hours ago

    Ich habe vor zehn Jahren leider genau so einen Vorfall mit Todesfolge selbst direkt mit einer mir nahestehenden Person erlebt und ich will deshalb aufmerksam darauf machen, dass nicht automatisch der LKW-Fahrer komplett schuld sein muss, sondern es auch oft an falsch ausgebauter Infrastruktur liegen kann. Ich sag das auch deshalb, weil ich mitbekommen habe, wie es dem Fahrer damals ging, auch Jahre später noch.

    • trollercoaster@sh.itjust.works
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      13
      ·
      edit-2
      11 hours ago

      Ja, Rechtsabbiegen mit LKW ist saugefährlich, weil man da eigentlich mit den Augen überall gleichzeitig sein muss und das physisch einfach nicht geht, denn man hat nur 2 Augen, die sind vorne im Kopf, man muss also den Kopf ständig drehen, um aus allen Fenstern und in alle Spiegel zu gucken. Das geht nur in schneller Folge hintereinander, aber nicht gleichzeitig. Je nachdem, wie übersichtlich die rückwärtige Straße ist, sieht man gerade Radfahrer, die schnell unterwegs sind, dann auch im Spiegel evtl. sehr spät kommen (z.B. in Kurven mit geparkten Fahrzeugen am Straßenrand, aber auch ungünstig platzierte Schilder können da die Sicht versperren) Gerade in den rechten Spiegel schaut man eigentlich beim Rechtsabbiegen viel, denn den braucht man, um zu kontrollieren, ob das Hinterrad auch da ist, wo man es haben will (LKW sind in der Regel zu lang, um dafür ein vernünftiges “Arschgefühl” zu entwickeln, wie das bei PKW noch geht)

      Wenn beim Abbiegen jemand unter den LKW gerät und mitgezogen wird, kann es sein, dass man nach der eigentlichen Kollision im Spiegel davon gar nichts mehr sieht, wenn die Person unter dem LKW mitgezogen wird. Denn gerade, um die Sicherheit von Zweiradfahrern zu erhöhen, sind moderne LKW mit einem seitlichen Unterfahrschutz ausgestattet, der allerdings auch die Sicht auf den Boden unter dem Fahrzeug größtenteils versperrt. Wenn man da erst mal drunter ist, sieht einem der Fahrer praktisch nicht mehr. Physisch merken wird man von einem Fahrrad oder einer Person, die ungesehen unter das Hinterrad gerät, nicht viel, da ist einfach zu viel Größen- und Gewichtsunterschied im Spiel, außerdem sind Kabine und Sitz zu gut gefedert (Sitze mit Druckluftfederung, EU-Arbeisschutzvorschriften sei Dank), das schluckt einiges an Unebenheiten. Die Radfahrerin hier hatte Glück, dass der Fahrer sie gehört hat, was auch nicht selbstverständlich ist, denn auch die Schallisolierung ist in LKW recht gut, immerhin ist auch Lärmschutz Arbeitsschutz.

      • RalfWausE@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        4
        ·
        10 hours ago

        Frage von jemanden der so genau null Ahnung von LKWs hat: Würden dann nicht strategisch rund um den LKW platzierte Kameras Sinn ergeben? Ich meine, es ist doch bestimmt deutlich einfacher den Überblick über das Gefährt und die Umgebung zu behalten wenn man nicht ständig von Spiegel zu Spiegel schauen muss sondern nur noch einen Monitor vor sich hat der die komplette Umgebung abbildet… theoretisch könnte man das ganze dann noch mittels Bilderkennung auf potentiell gefährdete Personen / Kollisionsgefahr mit der Umgebung etc. aufbrezeln.

        • bleistift2@sopuli.xyz
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          3
          ·
          edit-2
          4 hours ago

          Würden dann nicht strategisch rund um den LKW platzierte Kameras Sinn ergeben?

          Guckstu hier:

          Da ist gar kein Spiegel mehr verbaut. trollercoaster hat aber einen guten Punkt:

          viel Technik heißt immer viel Störanfälligkeit. Dass ein Spiegel überhaupt nicht mehr geht, muss schon viel kaputtgehen, bei einer Kamera reicht ein lockerer Stecker.

          • trollercoaster@sh.itjust.works
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            1
            ·
            edit-2
            58 minutes ago

            Die Kameras mit dem abgebildeten Display erfüllen genau die Funktion der in LKW verbauten Spiegel (auf beiden Seiten je ein normaler und ein Weitwinkelspiegel) und haben auch das gleiche Sichtfeld.

            Die Spiegel finde ich allerdings dinnvoller, denn so, wie das Display an der A-Säule montiert ist, erzeugt es da einen größeren toten Winkel, als die A-Säule selbst. Die Spiegel sind außerhalb der Kabine in einer Höhe montiert, wo es praktisch ausgeschlossen ist, dass sie die Sicht auf die Straße behindern.

        • trollercoaster@sh.itjust.works
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          5
          ·
          edit-2
          9 hours ago

          Es gibt wohl solche Systeme, hab aber noch keins live gesehen. Wie bei allen Warnsystemen, vermute ich, dass die eine gewisse Fehlerquote haben. Übermäßige Warnungen lenken ab. Unnötige Eingriffe in die Bremsen und Steuerung sind mitunter sogar gefährlich. Warnsysteme, die ständig ohne echten Grund warnen, werden irgendwann ignoriert oder ganz außer Kraft gesetzt. Das hat zum Beispiel dazu geführt, das Bremsassistenten gerne außer Kraft gesetzt werden, denn gerade die etwas schlechteren Systeme sind berüchtigt dafür, Vollbremsungen auszulösen, wenn man überholt wird und der Überholende zu kurz danach wieder die Spur wechselt. (Deswegen bitte beim Überholen von LKW großzügig Abstand lassen, bevor man wieder zurück auf die rechte Spur wechselt, eine unvermittelte Vollbremsung von einem 40-Tonner ist alles Andere als schön. Der braucht zwar ne knappe Minute von 0 auf 80, aber steht in 5 Sekunden, wenn solche Energien umgesetzt werden, will man nicht in der Nähe sein)

          Straßenverkehr ist halt ein Stück weit gefährlich und wird das auch immer bleiben. Verkehrstote auf Null reduzieren, ist eine unrealistisch dumme populistische Forderung. Alle möglichen Fahrzeuge mit Sensorik vollstopfen, um einen statistisch kaum noch messbaren Rückgang von Unfällen zu erzielen, halte ich für übertrieben. Für sinnvoller halte ich, da, wo es möglich ist, die Übersichtlichkeit baulich zu verbessern und Unfälle durch entsprechende Verkehrsführung zu vermeiden. Außerdem braucht es auch mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Zum Glück muss ich nicht mehr regelmäßig mit einem LKW in die Stadt, denn das ist der Horror. Wenn man zu viel Abstand zum Straßenrand hält, um zu vermeiden, dass einem unvermittelt Fußgänger zwischen geparkten Autos raus in die Karre laufen, oder man jemandem, der ohne zu gucken die Autotür aufreißt, die Tür abfährt, sehen ein paar lebensmüde Zweiradfahrer (sowohl Fahhrad, als auch Motorrad) das gerne als Einladung zum rechts Überholen. Gerade viele Fußgänger und Radfahrer sind dazu auch noch unterwegs, ohne auf ihre Umgebung und die Gefahren dort zu achten. Blick stur geradeaus, Kopfhörer auf oder Stöpsel im Ohr, am Besten noch ständig aufs Handy gucken. Es gibt sogar Leute, die meinen, bei LKW mit Anhänger, die an einer Ampel halten, zwischen Anhänger und Zugmaschine durchklettern zu müssen, um über die Straße zu gehen, oder Zweiradfahrer, die den Zwischenraum zwischen Anhänger und Zugmaschine für eine gute Stelle halten, um auch an der Ampel zu halten. Besonders schlimm fällt die geradezu lebensmüde Unaufmerksamkeit vieler Leute auf, wenn man in Fußgängerzonen Lieferverkehr fährt. Inzwischen hat sich leider scheinbar eine Auffassung breitgemacht, dass man, wenn man nur glaubt, im Recht zu sein, nicht mehr auf die eigene Sicherheit achten muss. Menschen machen aber halt Fehler, Technik ist unvollkommen und die Naturgesetze scheren sich einen Scheißdreck um die Straßenverkehrsordnung. Physik ist unerbittlich. Wenn große Massen in Bewegung sind, entstehen dann entsprechend große Schäden, unabhängig von der Rechtslage.

          Kameras statt Spiegel gibt es auch inzwischen. Die dazugehörigen Displays sind dann ungefähr da montiert, wo auch die Spiegel wären, nur halt innerhalb der Kabine. Weiß nicht, was ich davon halten soll, viel Technik heißt immer viel Störanfälligkeit. Dass ein Spiegel überhaupt nicht mehr geht, muss schon viel kaputtgehen, bei einer Kamera reicht ein lockerer Stecker. Auf jeden Fall erhöht die Menge an komplexer Sensorik die Anschaffungs- und Betriebskosten und verringert die Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Technik. Das halte ich für eine unglaubliche Resourcenverschwendung.

          • bleistift2@sopuli.xyz
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            2
            ·
            4 hours ago

            Für sinnvoller halte ich, da, wo es möglich ist, die Übersichtlichkeit baulich zu verbessern und Unfälle durch entsprechende Verkehrsführung zu vermeiden.

            In dem Zusammenhang zitiere ich aus dem Kopf die Best Practices für das Aufstellen von Stoppschildern in Großbritannien:

            Wenn du eine Straße neu baust und ein Stoppschild brauchst, ist deine Straße Kacke. Geh zurück ans Zeichenbrett und plane so, dass du ohne Stoppschild auskommst.

            Fand ich ganz erhellend.

        • feldwespe@feddit.org
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          2
          ·
          8 hours ago

          Natürlich ist es sinnvoll und es gibt so was schon länger.
          Es gibt in Deutschland sogar ein Förderprogramm für die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen mit Abbiegeassistenzsystemen…
          Wie hoch der Anteil der Nachrüstung ist, ist mir nicht bekannt.
          Im Bus habe ich schon gesehen, dass da ein solches System läuft und Fahrer routiniert hinsehen.
          Seit 2024 ist das bei Neukauf vorgeschrieben und langfristig werden wir hoffentlich weniger von Abbiegeunfällen lesen.

  • D_a_X@feddit.orgOP
    link
    fedilink
    arrow-up
    24
    arrow-down
    5
    ·
    13 hours ago

    Die böse Frau hat sich bei dem unschuldigen Lkw-Fahrer eine Beförderungsleistung erschlichen. /s

    • Diplomjodler@lemmy.world
      link
      fedilink
      arrow-up
      10
      arrow-down
      6
      ·
      13 hours ago

      Stellt euch vor wie traumatisiert der arme LKW Fahrer jetzt ist, nachdem er mit dieser rücksichtslosen Fahrradraserin kollidiert ist.

      • korn@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        10
        arrow-down
        5
        ·
        12 hours ago

        Zumal er nichts tun konnte, der LKW hat sie einfach mitgeschleift!

  • Zwuzelmaus@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    arrow-down
    2
    ·
    12 hours ago

    Radfahrerin wollte an einer Kreuzung auf dem Radweg die Bundesstraße 15a überqueren. Der Lkw-Fahrer bog zur gleichen Zeit rechts ab

    Extrem kompetente Beschreibung der Situation…

    Wer kam von wo? Wer hatte Vorfahrt?

    Wie konnte der LKW sie erwischen, wenn sie nur “wollte” (demnach nichts tat)?

    • D_a_X@feddit.orgOP
      link
      fedilink
      arrow-up
      5
      ·
      11 hours ago

      Wie konnte der LKW sie erwischen, wenn sie nur “wollte” (demnach nichts tat)?

      Sie war dabei, die Kreuzung zu überqueren, aber der LKW kam ihr dazwischen.

    • RalfWausE@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      13
      ·
      11 hours ago

      Naja, in dem Fall war es halt schon der LKW der das schleifen übernommen hat. Das geistige Bild das Lkw-Fahrer schleift Frau und Fahrrad hundert Meter mit erzeugt ist schon ein etwas anderes.

      • gigachad@piefed.social
        link
        fedilink
        English
        arrow-up
        1
        arrow-down
        4
        ·
        10 hours ago

        Das liegt daran, dass das sprachlich ungewohnt ist. Bei “LKW-Fahrer überfährt Frau” würdest du ja auch nicht sagen, es wäre hier ja eigentlich der LKW gewesen.

        Der LKW ist hier nur das “Vehikel” (pun intended) das zum überfahren genutzt wird. Aber es eben auch nur das Vehikel, dass zum mitschleifen genutzt wird. Sprachlich seltsam, aber meiner Meinung nach sollten wir uns dann eben daran gewöhnen.