Wegen ihres Engagements für Palästina wurde ihr Rauswurf aus der Linkspartei beantragt. Ein Gespräch mit Hannah Bruns • Foto: privat

  • Micromot@piefed.social
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    17 days ago

    Spannend welche Reaktionen hier auf Lemmy manchmal erscheinen, wenn ein Post gegen Israel Mastodon erreicht.

    Nach drei Jahren sollte man doch in der Lage sein den Genozid an den Palästinensern auch so zu nennen, unabhängig davon, welche Lösung nun vorgeschlagen wird.

    • Linke Socke@feddit.orgOPM
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      17 days ago

      Die Posts hier erreichen wohl immer Mastodon. Hab ich aus Interesse mal geprüft. Alles aus dieser Community wird in Mastodon in den Tag #dielinke geschmissen. Auf Mastodon kann man Hashtags folgen. Wer diesen folgt hat also alle posts von hier immer im Feed. Ist eher so dass die Mastodonianer wenig hier interagieren. Sehen tun sie es aber immer.

        • Linke Socke@feddit.orgOPM
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          17 days ago

          Ja mir ist auch bereits aufgefallen dass alle Posts wo ich nur mit dem Kopf schütteln kann immer von Mastodon kommen.

          Kann mir aber auch Erklären wie das passiert ist vermutlich. Twitter war ja ewig das Paradies von Linksliberalen. Sie dominierten da ja massiv. Als Twitter von Elon Musk übernommen wurde war der ansturm zu Mastodon wesentlich großer aus solchen Mainstream bubbles als es auf Lemmy je der Fall war. Von Reddit sind überwiegend Nerds geflüchtet. Was ja alles sein kann Politisch. Aber komplett reine Libs hatten keinen sonderlichen grund zu uns zu kommen. Vermutlich daher das Ungleichgewicht dass es auf Mastodon wesentlich mehr gibt. Falls das sinn ergibt.

          • Micromot@piefed.social
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            17 days ago

            Klingt plausibel.

            Persönlich finde ich diesen Hashtag-Spam bei Mastodon posts dazu sehr verwirrend. Verstehe den Sinn bei solchen Kommentaren auch irgendwie nicht, weil die ja nicht für hohe Sichtbarkeit geschrieben werden (hoffentlich)

            • Linke Socke@feddit.orgOPM
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              17 days ago

              Ja. Macht für meine Wahrnehmung auch immer alles so unseriös.

              Vorallen bei diesem Thema wirkt das so unpassend komisch. Wenn ich dann so ein Satz lese mit HASHTAGAntisemitsmus

              Kann das in dem Format irgendwie nicht ernst nehmen.

  • TanteRegenbogen@feddit.org
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    17 days ago

    Ich kenne diese Hannah Bruns gar nicht. Wenn es einfache Palästinasolidarität wäre, sehe ich kein Grund für eine Ausschluss. Aber falls sie sich jemals antisemitisch geäußert hatte oder eindeutig terroristische Gruppen wie Hamas oder PLFP schöngeredet hatte, dann wäre ein Ausschluss gerechtfertigt.

    Aber gegen den Völkermord zu demonstrieren sollte eigentlich was gutes sein.

    • killingspark@feddit.org
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      18 days ago

      weil sie für die Vernichtung des Staates #Israel eintritt. Und das ist #Antisemitismus.

      In dem Artikel wird das “kritische” Zitat genannt: “Meine Perspektive ist ein Staat mit gleichen Rechten für alle Menschen zwischen Jordanfluss und Mittelmeer.”

      Das passt vielleicht nicht dem aktuellen Israel zusammen, das aktuelle Israel passt aber weder mit einer Zweistaatenlösung noch mit einer Einstaatenlösung zusammen. Für beides müsste Israel sich grundlegend verändern.

      Wenn das schon als “Vernichtung Israels” zählt, dann ist auch die Forderung nach der konsequenten Umsetzung der zwei Staaten Lösung verbunden mit der “Vernichtung Israels” und damit laut dir antisemitisch.

      Edit: Nur um es ausbuchstabiert zu haben… Ich halte letzteres für Blödsinn und damit im Umkehrschluss auch deinen Vorwurf für Blödsinn.

    • TanteRegenbogen@feddit.org
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      17 days ago

      Nein, Staat ≠ Volk. Über den Status des Staates Israel gehen die Meinungen auseinander, jedoch gegen Israel zu sein mit Antisemitismus gleichzusetzen ist falsch. Es nennt sich Antizionismus. Es wird erst zu Antisemitismus wenn es sich explizit gegen Jüd*innen richtet. In Israel wohnen auch Millionen muslimische und drusische Menschen.

      Und klar es gibt recht viele antizionistische Menschen die antisemitisch sind (siehe z.B. die Leute auf lemmy.ml, hexbear oder lemmygrad die wortwörtlich ethnische Säuberungen gegen jüdische Israelis fordern), aber man sollte Israelkritik nicht mit Antisemitismus gleichsetzen.

      • an_believable@fediver.de
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        17 days ago

        @TanteRegenbogen Antizionismus ist nur in sehr seltenen Fällen keine Chiffre für Antisemitismus. Das geht historisch auf die Zeit noch vor die Staatsgründung Israels zurück und fand vorläufigen Höhepunkte im Stalinismus sowie in den sowjetisch-bathparteinahen Kampagnen in den 1970ern. Und jetzt wird das alles wieder hochgespült.

        Antizionismus ist eine legitime Position in der innerjüdischen Debatte, alle anderen sollten tunlichst die Klappe halten und sich endlich mal mit Antisemitismus auseinandersetzen, auch mit den eigenen verinnerlichten Narrativen.

        Lesetipps:
        https://api-depositonce.tu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/690d3134-6fe1-4ea6-9ae4-44dc03e1f190/content
        https://www.academia.edu/144801433/Israelbezogener/_Antisemitismus
        https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/israel-2023/520481/israelbezogener-antisemitismus/

        • baleanar@discuss.tchncs.de
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          17 days ago

          Antizionismus and Antisemitismus sind nicht sinngleiche Wörter. Wir sind jetzt 70 Jahre nach der Gründung Israels. Diese Gleichsetzung zu begründen mit Umständen die alter sind als die Mehrheit der Benutzer hier ist falsch. Die Zeiten ändern sich.

          Ich bin Antizionist und habe gar nichts gegen Juden. Meine erweiterte Familie ist jüdisch. Ich habe etwas gegen Zionismus und dem zionistischen Staat.

          • an_believable@fediver.de
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            16 days ago

            @baleanar Das hat auch keine_r behauptet 🤷🏻‍♀️
            Vielleicht hast du meinen Kommentar nicht verstanden?

            Dein 70 Jahre Take ist allerdings erbärmlich, mit der Begründung könnten wir auch AfD-like die NS-Zeit hinter uns lassen o auf Beschäftigung mit Kolonialismus verzichten, ist ja schon so lange her, da war ich doch noch gar nicht geboren… Merkste selber, dass das kein sinnvolles Argument ist, oder?

            Im Gegenteil, Vorurteile, NS-Gesetze etc. wirken fort, sind in gesellschaftlichen Übereinkünften normalisiert u Kolonialismus hat bis heute teils schreckliche Auswirkungen! Mit Antisemitismus, der seit Jhd.ten existiert u eben grade ab Mitte 19. Jhd. sowie später in der Sowjetzeit eigene Ausprägungen entwickelt hat, ist es nicht anders.

            Ich empfehle sehr die Lesetipps!

            Bin btw Anarch@ und Antinationalist_in, finde Staaten u Nationalismen generell scheiße, muss mir aber für meine Kritik nicht ausgerechnet die jüdische Nationalbewegung und den weltweit einzigen jüdischen Staat rauspicken 😘

            • flops@feddit.org
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              12 days ago

              Bin btw Anarch@ und Antinationalist_in, finde Staaten u Nationalismen generell scheiße

              OK, wie einigen uns auf die Keinstaatenlösung?

              Kein /s, weil im Ernst: Als Antinationalist*Innen sollten wir gegen alle Staaten kämpfen und vor allem gegen jene, die unterdrückerisch handeln und nach Ausbreitung streben. Natürlich sollten wir nicht mit dem einzigen jüdischen Staat anfangen und vor allem dürfen wir den nicht als einziges kritisieren. Aber wir dürfen ihn auch nicht von der Kritik - auch harter Kritik und Hinterfragung seiner Existenz - ausschließen. Für mich als Antinationalisten und mich dem Anarchismus sehr verbunden fühledem Wesen ist es klar, dass ich Israel genau so kritisieren darf und muss wie andere Staaten, die vergleichbares tun.

              Daran ist nichts antisemitisch oder antijüdisch. Und deshalb werde ich auch niemandem, der*die sich gegen Zionismus stellt, Antisemitismus vorwerfen. Nur wer ausschließlich Israel kritisiert und andere Staaten nicht, der muss sich die Frage natürlich auch gefallen lassen, ob da nicht eine antisemitische Haltung eine Rolle spielt.

              • an_believable@fediver.de
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                12 days ago

                @flops Genau das! Oder Nullstaatenlösung 😉 (Props an @breakingthespell).

                Einziger Unterschied: ich sehe “Antizionismus” nicht einfach nur als Synonym für “Kritik an Israel”, sondern begreife ihn in seiner historischen u ideologischen Dimension, was über bloße Regierungs- oder auch Staatskritik hinausgeht.
                Zudem blendet “Antizionismus” unter Goyim in der Regel die Vielfalt innerjüdischer Debatten u der zionistischen Bewegung aus + verkürzt die Bedeutung auf revisionistische u religiöse zionistische Strömungen (das sind die einzigen mir bekannten, die expansorische Bestrebungen haben).

                Und genau daraus wird dann ein Schuh: “Nur wer ausschließlich Israel kritisiert und andere Staaten nicht, der muss sich die Frage natürlich auch gefallen lassen, ob da nicht eine antisemitische Haltung eine Rolle spielt.”
                Dem stimme ich voll zu, mutmaße aber, dass selbsternannte goijische “Antizionist_innen” genau das tun - und sich manchmal sogar darüber definieren (spät. dann wird’s richtig schräg).

    • Majoran@feddit.org
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      18 days ago

      Mittlerweile finde ich das ein wiederkehrendes Muster, welches ich immer wieder, auch auf Lemmy, sehe. Jemand echauffiert sich, wegen Israelkritik mundtot gemacht zu werden, weist dann daraufhin, dass nicht jede Israelkritik Antisemitismus sei und dann schaut man genauer in ihre Israelkritik und es ist buchstäblich genozidiales Vokabular. Bei allem Weltschmerz, den die Regierung unter Netanjahu erzeugt, ist mir dieser ganze Diskurs wirklich unheimlich suspekt.

      • killingspark@feddit.org
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        18 days ago

        Ich hab jetzt ein bisschen gegoggelt und nichts “genozidales” gefunden. Hast du da mal ein paar Quellen?

        Interessant find ich aber, dass du Israel nur “Weltschmerz” zuschreibst wärend du bei Hannah anscheinend kein Problem hast das Wort Genozid zu verwenden.

        • Majoran@feddit.org
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          17 days ago

          Politische Akteure nutzen selten die direktesten Begriffe - über einige Formulierungen kann man sich aber Gedanken machen. Bruns wurde konkret nach dem 7. Oktober gefragt und antwortet, dass sie keinerlei Grund sehe, sich davon zu distanzieren. In dem Kontext verstehe ich dann auch nie, wie man sich ernsthaft mit den Hamas solidarisieren kann. In deren Grundsatzdokument, der Hamas-Charta, steht ja schwarz auf weiß, dass die Vernichtung aller Ungläubigen das Ziel ist, plus Verweise auf die Protokolle von Zion. Und das schon seit bevor Bruns geboren ist und auch bis heute.

          Interessant fand ich auch ihre Formulierungen “globale Intifada” und “Intifada bis zum Sieg” (allein schon die Grammatik von letzterem…). Auch da zählt für mich nicht ein Verweis auf ein Wörterbucheintrag, der mir eine direkte Übersetzung gibt. Intifada ist eine Referenz auf ein Ereignis, das mit hunderten Selbstmordanschlägen in Verbindung steht. Das ist vielleicht für deutsche Schreibtischtäter nur ein Begriff, in der Lebensrealität dieser Region aber ein psychologisches Trauma.

          Kann sein, dass meine “Weltschmerz”-Bezeichnung auch eine Relativierung ist, mir fiel grad nichts besseres ein, um meine Emotion auszudrücken. Ich habe auch keine große Motivation, die israelischen Praktiken in dem Krieg zu verteidigen. Wer aber glaubt, dass der Frieden mit den Ideen solcher “Solidaritätsbekenner” eintritt, scheint mir ausgesprochen naiv und gar manipulierbar.

          Ich hatte vorhin auch nur ein wenig geoogelt: Dieser Blogpost scheint meine persönliche Meinung, mit Quellen, recht gut zu treffen.

          • Micromot@piefed.social
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            17 days ago

            Nenn das Vorgehen von Israel doch einfach korrekt Genozid. Krieg ist das nicht und auch schon lange nicht mehr.

            Das koloniale Vorgehen Israels und das gezielte Töten von Kindern ist kein Krieg, es ist Völkermord.

          • killingspark@feddit.org
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            17 days ago

            Ich finde die Darstellung der Person in dem Blogpost verkürzt.

            Man kann so Sätze wie “Ich stehe uneingeschränkt hinter dem Recht der Palästinenser:innen auf bewaffneten Widerstand gegen Besatzung und Völkermord. Selbstverständlich lehne ich Gewalt gegen Zivilist:innen dabei ab.” als Lippenbekenntnis abtun. Er gehört aber mit zum Bild.

            Ich will auch gar nicht so tun als hätte Hannah nur kluge Sachen gesagt. Natürlich hätte sie sich von dem Massaker am 7.10. Distanzieren sollen.

            Der Aufruf zur Intifada ist selbst in diesem kritischen Blogpost als Hörensagen gekennzeichnet.

            außerdem soll sie zur „globalen Intifada“ und zur „Intifada bis zum Sieg“ aufgerufen haben.

            Das als Tatsache zu verkaufen und ihr unkritisch zuzuschreiben finde ich mindestens unsauber.

            Eine Solidarisierung mit der Hamas habe ich ebenfalls nirgends gesehen, und auch deine Quelle behauptet das nicht. Gewalt gegen Zivilisten abzulehnen klingt nicht wie eine Solidarisierung mit einer Terrorgruppe.

            Kann sein, dass meine “Weltschmerz”-Bezeichnung auch eine Relativierung ist, mir fiel grad nichts besseres ein, um meine Emotion auszudrücken. Ich habe auch keine große Motivation, die israelischen Praktiken in dem Krieg zu verteidigen.

            Wie wäre es mit “Genozid” gewesen? Deine Hemmschwelle für den Begriff scheint ja recht niedrig zu sein.

            • Majoran@feddit.org
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              17 days ago

              Die zitierte Aussage ist aber »ich distanziere mich von gar nichts« mit dem direkten Verweis auf das Massaker; und dieses ist Hamas-“Politik”, deswegen habe ich auch die Verbindung gezogen. Die Intifada-Aussage findet man auch in der Quelle, ist allerdings auch ein Welt-Bezahlartikel. Ich habe diese Rekontextualisierungs-Versuche solcher Terrorbegriffe aber auch schon woanders in der Szene gehört und ist wohl auch ihrer Gruppe, der LAG Palästinasolidarität, eine bekannte Taktik. Ich glaube einfach nicht, dass sie mit solchen Aktionen und Sprachgebrauch netto ihrer eigenen Sache dienen. Letztendlich werden sie mehr Menschen, die sich in dem Thema unsicher sind, verschrecken statt für die Solidarität zu gewinnen.

              • killingspark@feddit.org
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                17 days ago

                Die zitierte Aussage ist aber »ich distanziere mich von gar nichts« mit dem direkten Verweis auf das Massaker; und dieses ist Hamas-“Politik”, deswegen habe ich auch die Verbindung gezogen.

                Nene du hast nicht nur eine Verbindung gezogen du hast aus einem “Ich distanziere mich nicht” eine Solidarität erfunden. Die nicht-distanzierung ist auch zu kritisieren. Das ist aber trotzdem was anderes.

                Abgesehen davon nimmst du ihre spätere Distanzierung von Gewalt gegen Zivilisten einfach komplett aus der Rechnung. Waum auch immmer…

                Die Intifada-Aussage findet man auch in der Quelle, ist allerdings auch ein Welt-Bezahlartikel.

                Warum spricht der Blogpost dann nur von einem “Soll gesagt haben” und nicht wie sonst in dem Post von “hat gesagt”? Ich werd mich aus hoffentlich offensichtlichen Gründen nicht dazu herablassen Springer Geld zu geben um den Artikel zu lesen.

                Ich habe diese Rekontextualisierungs-Versuche solcher Terrorbegriffe aber auch schon woanders in der Szene gehört und ist wohl auch ihrer Gruppe, der LAG Palästinasolidarität, eine bekannte Taktik. Ich glaube einfach nicht, dass sie mit solchen Aktionen und Sprachgebrauch netto ihrer eigenen Sache dienen. Letztendlich werden sie mehr Menschen, die sich in dem Thema unsicher sind, verschrecken statt für die Solidarität zu gewinnen.

                Das mag sein, das hat dann aber wirklich garnichts mehr mit dem Vorwurf von “genozidalen” Aussagen zu tun, sondern nur noch damit ob du die Strategie gut oder schlecht findest. Darüber will ich wirklich nicht diskutieren weil ich mit der Gruppe so gar nichts am Hut habe.

          • @Majoran @killingspark Vielleicht der Hinweis, das mindestens 2 Intifadas gezählt werden, eine erste ab 1989 die eher von Boykott, Streik und Steinwüfen geprägt ist (aber trotzdem 160 Tote Jüd*innen durch palästinensische Angriffe, 1160 Tote Palästinenser*innen durch isralische Armee/Siedler und hunderte Palästinenser durch Palästinenser getötet.) Der führte tatsächlich zu politischen Entwicklungen und einem Friedensabkommen, inklussive Einrichtung der Autonomiebehörde und Plan für die Zweistaatenlösung. Die zweite Intifada war eher von Anschlägen und Attentaten geprägt und führte zu mehr Toten Israelis und Palästinenser*innen.
            Auch weitere Auseinandersetzungen nach der Zweiten werden z.t. als Intifada bezeichnet. Den Begriff zu benutzen, ohne auf die erste zu verweisen heißt dann vor allem den bewaffneten, gewaltsamen Widerstand gutzuheißen.

            • Micromot@piefed.social
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              15 days ago

              Intifada heißt erstmal nur Aufstand auf Arabisch. Das kann alles von friedlichem Aufstand bis zum brutalen Widerstand gegen einen Unterdrücker. Der Begriff an sich ist nichtmal gewaltsam

              • philo_zombie@mastodon.bv.linksjugend-solid.de
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                15 days ago

                @Micromot Wenn du arabisch gelernt hast oder im Alltag sprichst, dann ist es sicherlich was anderes. Ich find die Arabisch-Verbote auf Berliner Demos Anfang letztes Jahr dürfen nicht wieder kommen.
                Aber gerade für Leute die im Alltag nicht arabisch sprechen ist das im Kontext einer Palästinademo eine ganz bestimmte Bezugnahme eben auf diese Intifadas mit ihren Gewalttaten.
                Z.B. würde ich das beim Wort Revolution anders sehen, weil der letzte revolutionäre Herrschaftswechsel in Deutschland 1989 friedlich abgelaufen ist (und wir kaum lebende Zeitzeugen der Revolution von 1918 haben).

                • Micromot@piefed.social
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                  15 days ago

                  Das hängt weiterhin stark vom Kontext ab. Auch in Hinsicht auf Palästina kann der Begrifd Intifada zum Aufstand des palästinensischen Volks aufrufen.

                  Wenn aber von “der” Intifada geredet wird, ist es logischer an die vergangenen Intifadas zu denken.

                  Bei der globalen Intifada ist meistens der Aufstand aller Unterdrückten Völker gegen ihre Unterdrücker gemeint.

                • philo_zombie@mastodon.bv.linksjugend-solid.de
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                  14 days ago

                  " Es gab nun einmal im Neuköllner Verband immer wieder antisemitische Vorfälle. Etwa der Spruch »Yallah, yallah Intifada«. Sicherlich kann der Begriff Intifada als Referenz auf die erste Intifada gesehen werden. Als Aufstand gegen die illegale Besatzung. Aber das Wort »Intifada« lässt sich heute nicht mehr von der zweiten Intifada trennen, in der die Hamas massive Terrorangriffe gegen israelische Zivilist*innen verübte. Gerade Israelis, die diesen Terror erlebt haben, lesen den Aufruf »Yallah, yallah Intifada« als Aufruf zu Gewalt gegen Jüd*innen. "
                  https://www.nd-aktuell.de/artikel/1203074.rot-gruen-rot-linke-berlin-einigungspapier-scheint-die-diskussion-zu-drehen.html

    • Johanno@feddit.org
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      17 days ago

      Ich bin solidarisch mit den Menschen. Die Menschen, die sowohl in Palästina leben als auch in Israel.

      Dieser Krieg ist ein jahrzehntelanges Grauen, dass kein Ende finden will.

      Doch weder unterstütze ich die Hamas, noch die aktuelle Israelische Regierung.

      Dieser Krieg ist ein stellvertreter Krieg für Westen und dem nahen Osten.

      • Micromot@piefed.social
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        17 days ago

        Israel versucht schon seit 1946 mit kolonialem Verhalten die West Bank und den Gazastreifen einzunehmen.

        Dies tun sie mit ihren Siedlungen bis Heute.

        Der israelische Premierminister, welcher sich in Oslo für Frieden ausgesprochen hat wurde danach von israelischen Rechtsradikalen ermordet. Der Ort an dem dies passierte wurde 2019 von einer Oppositionspartei in Israel als Ort für einen Werbespot gegen Friedenspolitik genutzt.

        Egal wer Israel regieren würde, es änder nichts an der Grundlage auf welcher der Staat gegründet wurde.

        Nicht die aktuelle Regierung Israels ist das Problem, sondern die Siedlungsabsichten und Kolonialziele des Staats Israel.