Wegen ihres Engagements für Palästina wurde ihr Rauswurf aus der Linkspartei beantragt. Ein Gespräch mit Hannah Bruns • Foto: privat

  • an_believable@fediver.de
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    17 days ago

    @TanteRegenbogen Antizionismus ist nur in sehr seltenen Fällen keine Chiffre für Antisemitismus. Das geht historisch auf die Zeit noch vor die Staatsgründung Israels zurück und fand vorläufigen Höhepunkte im Stalinismus sowie in den sowjetisch-bathparteinahen Kampagnen in den 1970ern. Und jetzt wird das alles wieder hochgespült.

    Antizionismus ist eine legitime Position in der innerjüdischen Debatte, alle anderen sollten tunlichst die Klappe halten und sich endlich mal mit Antisemitismus auseinandersetzen, auch mit den eigenen verinnerlichten Narrativen.

    Lesetipps:
    https://api-depositonce.tu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/690d3134-6fe1-4ea6-9ae4-44dc03e1f190/content
    https://www.academia.edu/144801433/Israelbezogener/_Antisemitismus
    https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/israel-2023/520481/israelbezogener-antisemitismus/

    • baleanar@discuss.tchncs.de
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      Deutsch
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      17 days ago

      Antizionismus and Antisemitismus sind nicht sinngleiche Wörter. Wir sind jetzt 70 Jahre nach der Gründung Israels. Diese Gleichsetzung zu begründen mit Umständen die alter sind als die Mehrheit der Benutzer hier ist falsch. Die Zeiten ändern sich.

      Ich bin Antizionist und habe gar nichts gegen Juden. Meine erweiterte Familie ist jüdisch. Ich habe etwas gegen Zionismus und dem zionistischen Staat.

      • an_believable@fediver.de
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        16 days ago

        @baleanar Das hat auch keine_r behauptet 🤷🏻‍♀️
        Vielleicht hast du meinen Kommentar nicht verstanden?

        Dein 70 Jahre Take ist allerdings erbärmlich, mit der Begründung könnten wir auch AfD-like die NS-Zeit hinter uns lassen o auf Beschäftigung mit Kolonialismus verzichten, ist ja schon so lange her, da war ich doch noch gar nicht geboren… Merkste selber, dass das kein sinnvolles Argument ist, oder?

        Im Gegenteil, Vorurteile, NS-Gesetze etc. wirken fort, sind in gesellschaftlichen Übereinkünften normalisiert u Kolonialismus hat bis heute teils schreckliche Auswirkungen! Mit Antisemitismus, der seit Jhd.ten existiert u eben grade ab Mitte 19. Jhd. sowie später in der Sowjetzeit eigene Ausprägungen entwickelt hat, ist es nicht anders.

        Ich empfehle sehr die Lesetipps!

        Bin btw Anarch@ und Antinationalist_in, finde Staaten u Nationalismen generell scheiße, muss mir aber für meine Kritik nicht ausgerechnet die jüdische Nationalbewegung und den weltweit einzigen jüdischen Staat rauspicken 😘

        • flops@feddit.org
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          12 days ago

          Bin btw Anarch@ und Antinationalist_in, finde Staaten u Nationalismen generell scheiße

          OK, wie einigen uns auf die Keinstaatenlösung?

          Kein /s, weil im Ernst: Als Antinationalist*Innen sollten wir gegen alle Staaten kämpfen und vor allem gegen jene, die unterdrückerisch handeln und nach Ausbreitung streben. Natürlich sollten wir nicht mit dem einzigen jüdischen Staat anfangen und vor allem dürfen wir den nicht als einziges kritisieren. Aber wir dürfen ihn auch nicht von der Kritik - auch harter Kritik und Hinterfragung seiner Existenz - ausschließen. Für mich als Antinationalisten und mich dem Anarchismus sehr verbunden fühledem Wesen ist es klar, dass ich Israel genau so kritisieren darf und muss wie andere Staaten, die vergleichbares tun.

          Daran ist nichts antisemitisch oder antijüdisch. Und deshalb werde ich auch niemandem, der*die sich gegen Zionismus stellt, Antisemitismus vorwerfen. Nur wer ausschließlich Israel kritisiert und andere Staaten nicht, der muss sich die Frage natürlich auch gefallen lassen, ob da nicht eine antisemitische Haltung eine Rolle spielt.

          • an_believable@fediver.de
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            12 days ago

            @flops Genau das! Oder Nullstaatenlösung 😉 (Props an @breakingthespell).

            Einziger Unterschied: ich sehe “Antizionismus” nicht einfach nur als Synonym für “Kritik an Israel”, sondern begreife ihn in seiner historischen u ideologischen Dimension, was über bloße Regierungs- oder auch Staatskritik hinausgeht.
            Zudem blendet “Antizionismus” unter Goyim in der Regel die Vielfalt innerjüdischer Debatten u der zionistischen Bewegung aus + verkürzt die Bedeutung auf revisionistische u religiöse zionistische Strömungen (das sind die einzigen mir bekannten, die expansorische Bestrebungen haben).

            Und genau daraus wird dann ein Schuh: “Nur wer ausschließlich Israel kritisiert und andere Staaten nicht, der muss sich die Frage natürlich auch gefallen lassen, ob da nicht eine antisemitische Haltung eine Rolle spielt.”
            Dem stimme ich voll zu, mutmaße aber, dass selbsternannte goijische “Antizionist_innen” genau das tun - und sich manchmal sogar darüber definieren (spät. dann wird’s richtig schräg).