• nicerdicer@feddit.org
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    43 minutes ago

    Wenn Läden nun auch sonntags geöffnet sein sollen, dann wird wohl kaum mehr konsumiert werden, denn die Leute haben ja plötzlich nicht mehr Geld zur Verfügung. Lediglich das Zeitfenster, in denen eingekauft werden muss, vergrößert sich. Auch bezweifle ich, dass sonntags geöffnete Läden die Innenstädte vor dem Sterben bewahren.

    Die Regelung, dass Läden, insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel, jetzt schon unter der Woche bis 20 oder gar 22 Uhr geöffnet haben, finde ich ausreichend. So wird Berufstätigen, die keine Angehörigen haben, die man tagsüber mit dem Einkauf betrauen kann, ermöglicht, noch in Ruhe abends einzukaufen. Meinetwegen kann der Sonntag als Ruhetag weiterhin bestehen bleiben.

    Viel mehr glaube ich, dass dadurch, dass Läden auch am Sonntag geöffnet haben können, der Sonntag ebenfalls zu einem Werktag wird. Das hat dann zur Folge, dass man Arbeitnehmern sämtlicher Branchen dann in Zukunft keine Sonntagszuschläge mehr zahlen muss. Es ist also eine Aufweichung der Arbeitnehmerrechte, verpackt als Zugeständnis an die modernen Zeiten für den Bürger.

  • brainwashed@feddit.org
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    3 hours ago

    Jesus hat sich dafür nicht ans Kreuz genagelt, der wollte, dass wir uns von Leuten, die unser Glaubensgemeinschaft nicht angehören und scheinselbstständig beschäftigt sind, an Sonntagen per App beliefern lassen. Schließlich sollen die Techbros dabei auch etwas verdienen. /s

  • 𝘋𝘪𝘳𝘬@lemmy.ml
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    3 hours ago

    Sonntags muss für mich nicht sein, aber länger wäre geil. Nachts um 3 von der Schicht nach Hause und auf dem Weg noch schnell zum Supermarkt? Würde ich machen.

  • Thomas@discuss.tchncs.de
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    7 hours ago

    Ich möchte meine Meinung in den Ring werfen, als jemand der in einem Land lebt wo Geschäfte jeden Tag aufgaben können. Lebensmittelgeschäfte haben üblicherweise jeden Tag gleich lang offen, z.B. von 8 bis 22 Uhr. Andere Geschäfte haben sonntags kürzer offen, z.B. nur um die Mittagszeit oder überhaupt nicht. Vorteile liegen auf der Hand: als Berufstätiger hat man einen extra Tag um Einkäufe zu erledigen, statt sich abends oder Samstags durch die Massen zu quälen. Das war während Corona sehr vorteilhaft. Wer in einer kleinen Wohnung ohne begehbaren Kühlschrank oder Vorratskammer lebt und dann das Einkaufen am Samstag verpasst, steht am Sonntag ohne Essen da. Wir haben einen signifikanten Anteil nichtchristlicher Migranten, die keine kulturellen Probleme haben am Sonntag zu arbeiten. Ich würde sogar schätzen, dass diese Gruppe überrepräsentiert ist unter den Arbeitnehmern des Einzelhandels. Auch wer auf das Geld angewiesen ist kann Samstag und Sonntag sich was dazuverdienen. Viele Berufe haben jetzt schon Arbeitszeiten am Wochende. Warum nicht auch für die Lebensmittelgrundversorgung? Momentan kann ich sonntags teuer im Restaurant essen gehen, aber mir nicht selber die Zutaten kaufen? Wem Arbeitnehmerrechte am Herzen liegen, sollte eher auf fairen Lohn für alle, Wochenarbeitszeit, Elternzeit etc schauen.

    • knatschus@discuss.tchncs.de
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      4 hours ago

      Es ist ein Tag, dafür braucht es keinen begehbaren Kühlschrank und eine Vorratskammer, eine Minibar und Schublade reicht vollkommen.

      Auch muslimische Familien sind sicher froh über einen Tag in der Woche an dem zu gut wie jeder frei hat und sich alle treffen können, auch wenn ihnen der Freitag wahrscheinlich lieber wäre.

      6 Tage Arbeit die Woche sollten reichen um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern ein 7. würde wenn überhaupt die Taschen der Bosse voller machen.

  • quatschkopf43@feddit.org
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    9 hours ago

    Ich bin dagegen, den Sonntag als Ruhetag abzuschaffen. Klar, für viele ist er das auch jetzt schon nicht (Gastro, Tourismus, Verkehr, Pflege etc.), aber deshalb muss er ja nicht noch weiter gelockert werden. Aus meiner Sicht ist es gut, mal einen Tag zu haben, an dem man auch einfach nichts erledigen kann. Man muss zwangsläufig andere Dinge tun als konsumieren, wenn man mal den gastronomischen Konsum ausklammert. Das rettet auch nicht die Innenstädte. Die sollten eigentlich weg von bloßen Konsumorten entwickelt werden. Mehr Räume für Begegnung oder einfach nur zum Verweilen wären deutlicu vielversprechender.

  • D_a_X@feddit.orgOP
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    30
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    12 hours ago

    Ich hatte mal vor ca. 30 Jahren ein Gespräch mit jemanden, dessen Eltern einen kleinen Einzelhandelsladen betrieben haben. Damals ging es noch darum, ob in BY die Samstagsöffnungszeit auf 20 Uhr erweitert werden sollen:

    • 3% der Kunden würden zu jeder Tages- und Nachtzeit einkaufen
    • Wenn die Ladenöffnungszeiten erweitert werden, nutzt das nur den großen Discountern, weil sie mit relativ wenig Personal große Umsätze generieren können. Das kann ein kleiner Einzelhändler nicht. → Der Einzelhändler verliert noch mehr Kunden an den Discounter. Das bedeutet das Ende des Ladens, weil die Gewinnmargen im Lebensmittelbereich sowieso sehr schmal sind.
    • Wrufieotnak@feddit.org
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      12 hours ago

      In der Regionalzeitung schreibt so ein Möchtegernjournalist auch immer gerne davon, dass sich da doch die Verkäuferinnen freuen würden, wenn dann richtig Umsatz am Sonntag gemacht werden würde.

      Klar, mehr Geld für die Chefs, wer freut sich da nicht drüber den Sonntag dafür opfern zu dürfen.

      Und ja er spricht explizit von Verkäuferinnen und ist sonst, milde ausgedrückt, definitiv kein Verfechter des generischen Feminin.

    • You@feddit.org
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      10 hours ago

      Es gab mal einen Tante-Emma-Laden in meinem Familienkreis. Der hat sich zum Schluss jahrelang dadurch gehalten, dass die Leute nach Feierabend und am Wochenende geklingelt haben, um dort die paar Sachen einzukaufen, die sie entweder bei ihrer Einkaufsfahrt vergessen hatten oder die ihnen zu einem ungünstigen Zeitpunkt ausgegangen sind. Und die das auch gerne im Laden erzählt haben. Als die letzte “Tante Emma” keine Lust mehr hatte, da waren ganz viele Leute traurig… aber ehrlich? Dann hätten sie nicht nur am Sonntag vorm Kaffeetrinken klingeln sollen, um zwei Becher Schlagsahne zu kaufen. Dafür kann man sich das nicht antun.

  • macniel@feddit.org
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    13 hours ago

    Eine echte Flexibilisierung wäre dringend notwendig. Wer Läden zwangsweise geschlossen halten will, darf sich nicht über sterbende Innenstädte beschweren", sagte er (Kubicki) der “Bild”-Zeitung.

    Ah natürlich weil Leute ja am Sonntag dann nicht arbeiten müssen und dann eher in die Geschäfte gehen, welche von Arbeitern besetzt sind… Moment mal.

    • 5ibelius9insterberg@feddit.org
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      12
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      9 hours ago

      Mhmmm… vielleicht sterben die Innenstädte aber auch, weil die nicht vernünftig für Fahrrad und Fußverkehr angebunden sind. Oder weil es da zu wenig dritte Orte gibt und man sich da nicht aufhalten möchte…

        • 5ibelius9insterberg@feddit.org
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          7 hours ago

          Ich zitiere mal den Wikipediaeintrag über Victor Gruen, dem Architekten der ersten modernen Einkaufszentren:

          • Mit seinem Konzept des überdachten, autofreien Zentrums wollte er angesichts der historischen Erfahrung zunehmender Zersiedelung und Zerstörung des (öffentlichen) Straßenraumes gemischte städtische Strukturen in fußläufiger Distanz für die Nutzung durch Fußgänger zurückgewinnen und durch zusätzlichen Wetterschutz optimieren. In den USA, wo es die gewachsene historische Altstadt, die zum Verbleiben einlädt und eine Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt ermöglicht, bis auf wenige Ausnahmen nicht gibt, ging es ihm darum durch den Bau von multifunktionellen Zentren, die neben Einkaufsmöglichkeiten auch öffentliche und soziale Einrichtungen enthalten, solche „Stadtzentren“ erst zu schaffen. Gruen war ein erklärter Gegner des unifunktionellen Zentrums, also des reinen Einkaufszentrums.
          • Darüber hinaus forderte er aber ebenso eine grundsätzliche Neuausrichtung der Siedlungsplanung, um die Notwendigkeit mechanischer Hilfsmittel auf ein Minimum zu reduzieren.
          • Erforderliche Wege wären mit schnellen, energiesparenden und billigen kollektiven Verkehrsmitteln zurückzulegen.
          • Die städtische Umwelt müsse zum Verbleib einladen und eine hohe Qualität bieten.
          • Und letztendlich sollten gar sämtliche technische Leistungen vom menschlichen Lebensbereich durch architektonische Raffinessen so wirksam getrennt werden, dass sie schlicht nicht mehr wahrgenommen werden können.
          • drre@feddit.org
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            2 hours ago

            bäh, jetzt hab ich heute doch noch was dazugelernt.

            Danke für den Link.

    • Akelei@discuss.tchncs.de
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      10 hours ago

      Was für ein dummes Argument von Kubicki. Als würden Innenstädte deswegen sterben. Das glaubt er doch nicht mal selber, oder?

      • stumpelrilzchen@feddit.org
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        8 hours ago

        Nein. Das ist nur das Feigenblatt, das die Großkonzerninteressen hinter dem Vorschlag notdürftig verschleiern soll. “Seht ihr? Ihr wollt doch auch am Sonntag noch für euren AG buckeln.”

        • SpongyAneurysm@feddit.org
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          5 hours ago

          Die Regierung Merz fährt überhaupt ein Programm, das einer Generalmobilmachung von Großkonzerninteressen gegen die Arbeiterschaft gleicht.

          Sozialstaat wird zusammengekürzt, Arbeitsschutzrechte ausgehöhlt und Konzerneigentum für sakrosankt erklärt.

          Jeder mit ein bisschen Klassenbewusstsein sollte das erkennen.

          • Obin@feddit.org
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            2 hours ago

            Du hast nur das Konzept nicht verstanden:

            1. Arbeitnehmerrechte auflösen
            2. Deregulation des Arbeitsmarktes und der Industrie
            3. Die Wirtschaft[1] ist angekurbelt™

            Ist ja aber auch klar, dass der Pöbel hier ohne BWL oder Jurastudium das nicht begreift.🙄


            1. Definition von Wirtschaft: Renditen der Großinvestoren und des Finanzsektors und Gehälter der Geschäftsleitungen ↩︎

    • drre@feddit.org
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      17
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      13 hours ago

      Ich habe die Logik der erweiterten Öffnungszeiten nie verstanden. wenn man im Monat x Euro ausgeben kann, und sich dieselbe Menge Geld auf mehr Arbeitsstunden im Einzelhandel verteilt dann muss doch der Umsatz pro Verkäuferstunde im Schnitt sinken.

      die einzige Erklärung die ich sehe ist für Frage der Umverteilung. wenn ein Geschäft erweiterte Öffnungszeiten hat und die Konkurrenz nicht, dann kann das Geschäft dem anderen Kunden abjagen. ob das volkswirtschaftlich sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln.

      Ich find schon die Ausnahmen an den Tankstellen und Bahnhöfen äußerst fragwürdig.

      • Don_alForno@feddit.org
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        9
        ·
        8 hours ago

        Ich habe die Logik der erweiterten Öffnungszeiten nie verstanden. wenn man im Monat x Euro ausgeben kann, und sich dieselbe Menge Geld auf mehr Arbeitsstunden im Einzelhandel verteilt dann muss doch der Umsatz pro Verkäuferstunde im Schnitt sinken.

        Ja ja, für dich und mich ist die Schranke das verfügbare Einkommen. Aber für Politiker ohne Realitätsbezug ist die Schranke eben die Zeit, um ihren Zaster irgendwo ausgeben zu können. Und weil die sich nicht vorstellen können, dass es Menschen mit anderen Lebensumständen als ihren eigenen gibt, diskutieren wir alle Jahre wieder über diese Scheiße. Alles nur weil Wolfgang Kubicki sich am Sonntag eine neue Seidenkrawatte kaufen gehen einen Geringverdiener eine neue Seidenkrawatte für sich kaufen schicken können möchte.

  • Weingeist@feddit.org
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    10
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    11 hours ago

    Ist ja logisch.

    Wenn man einen Tag mehr zum einkaufen hat, hat man automatisch auch mehr Geld zum ausgeben.

  • Christian@feddit.org
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    8
    ·
    12 hours ago

    Ich bin bei diesem Thema auch sehr zwiegespalten:

    Auf der einen Seite kann ich es vollkommen verstehen, dass man (z.B. wenn man Familie hat) keinen Bock hat auch Sonntags arbeiten zu gehen. Meine Frau hat selbst Jahre lang im Einzelhandel auch sonntags gearbeitet (Bäckerei). Ohne Familie ging das noch halbwegs.

    Auf der anderen Seite sehe ich es bei uns, dass wir nur am Wochenende dazu kommen, in die nächste Stadt zu fahren, um mal einzukaufen. Man will ja bestimmte Sachen nicht online kaufen. Derzeit beschränkt sich das automatisch auf Samstage was mit der Koordinierung von anderen Terminen an Samstagen schwierig wird. Dazu kommt, dass in der nächstgelegenen Stadt die meistens Geschäfte samstags um 13:00 schließen, spätestens um 16:00. Dann fährt man lieber gleich in die Großstadt…