Die Klimakrise ist real - doch die grüne Transformation stößt auf wachsenden Widerstand. Soziologe Philipp Staab erklärt im Interview, warum viele Menschen Klimaschutzmaßnahmen nicht als Fortschritt, sondern als Bedrohung empfinden, weshalb selbst Profiteure der Energiewende kaum Enthusiasmus zeigen - und wie die AfD den kollektiven Frust geschickt für sich nutzt. Sein Befund: Die Gesellschaft steckt in einer tiefen Identitätskrise, in der Angst die Hoffnung verdrängt hat.



Was da vollständig ausgeklammert wird, ist die Frage der Kosten. Denn durch die zunehmende Umverteilung von unten nach oben können sich immer mehr Leute die tolle grüne Modernisierung gar nicht leisten. Da geht es nicht nur um Bevormundung, sondern darum, dass die Bevormundung arm macht. Dass ausgerechnet eine Partei wie die AfD, die noch mehr auf Arme scheißt, als der ganze Rest, davon profitiert, ist natürlich absurd.
Dass ein Soziologieprofesser das Problem der Kosten nicht sieht, wundert mich nicht, der kann sich sowohl das neue Elektroauto, als auch die Wärmepumpe leisten. Und kriegt dann sogar noch Zuschuss dafür.
Die Wärmepumpe ist eine Investition, da sie günstiger im Betrieb ist als eine fossile Heizung. Wenn du wirklich arm bist, kannst du dir auch kein Auto leisten und das Deutschlandticket, sowie bessere Rad und Fusswege sind wirklich gut für dich.
Übrigens fallen die Preise für beides unter anderem dadurch, dass die Grünen einen klaren Markt dafür geschaffen haben.
Im Gegenteil können es sich Ärmere nicht leisten, dass die Politik Milliarden in dreckige Energieträger wie Erdgas investiert und bewusst die Wende zu erneuerbaren Energien ausbremst.
Darüber hinaus essen Ärmere auch, genauso wie der Rest der Bevölkerung, in der Regel deutlich mehr Fleisch und Milchprodukte als von seriösen Ernährungsexperten empfohlen wird, was mMn dagegen spricht, dass diese Nahrungsmittel, die stark subventioniert werden, jetzt schon zu teuer sind.
Den Armen die Freiheit bei der Ernährung einzuschränken ist nah einer „sollen sie doch Kuchen essen“ Einstellung.
Das hätte mehr Gewicht, wenn ich nicht selbst arm wäre.
Jeder sollte Kuchen essen, zumindest in größeren Teilen als bisher. Darum geht es ja. Wer sich jetzt noch hinstellt und fordert, dass wir eine Klimawende hinlegen müssen ohne Einschränkungen, dem kann ich auch nicht mehr helfen.
Uns es ist keine Frage des Geldbeutels, was für eine Illusion. Die billigsten Kalorien, die problemlos mit einer auagewogenen Ernährung vereinbar sind, sind fast ausschließlich pflanzlich, z.B. Reis, Kartoffeln.
Das ist der fundamentale Knackpunkt. Klimaschutz… wer es sich leisten kann.
Die Öl-Lobby hat sehr erfolgreich das Klimaproblem auf Einzelpersonen verschoben (CO2-Fußabdruck). Natürlich führt das insgesamt zu einer Überforderung. Wie soll man das stoppen?
Hinzu kommt …viele die Sau viel Geld haben, scheißen drauf - die können sich aber auch einen Schutz leisten, wenn’s richtig beschissen wird. Das hat auch eine gewisse Signalwirkung.
Am Ende hängt es wieder mal am Kapitalismus und der Verteilung von unten nach oben.
Die Öl-Lobby hat sehr erfolgreich das Klimaproblem auf Einzelpersonen verschoben
Genau dies. Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte richtig in unsere kollektiven Gemüter eingebrannt. Während Ölfirmen auch noch PR-Gummipunkte bekommen weil sie “Grüne Technologien unterstützen”.
Das treibt mit regelrecht Schaum vor den Mund. Es gibt kaum etwas heuchlerisches. Genau der gleiche Unfug wie E-Fuels.
Nach dem Motto “das Geld ist nicht weg, es ist jetzt nur woanders” hätte ich da so ein paar Ideen zur Finanzierung…
Diesen Ideen widersprechen aber sämtliche Parteien, die in den letzten Jahrzehnten mitregiert haben.
Beim ersten Teil gehe ich mit. Der zweite ist dann leider Polemik.