Die suche funktioniert nicht zuverlässig. Hatte in der original suche meine oma gefunden. Jetzt findet er kein Ergebnis
Hatte das mit dem Tool der Zeit schon gemacht. Hab einen Zweig der Familie mütterlicherseits gefunden von dem ich noch nie gehört habe. Tja, wie sich rausstellte waren das glühende Nazis, weshalb man den Kontakt abbrach und nie wieder aufnahm. Ging aber alles nur weil ein Onkel ein höheres Tier in der NSDAP war und meine Urgroßeltern geschützt hat.
Opa gefunden. Er hat später gesagt, er habe es für die Familie getan. Hat auch tatsächlich was gebracht, irgendwann sagte meine Oma beim Bäcker, sie glaubt nicht mehr an den Sieg. Sie wurde denunziert und verhaftet, er konnte sie noch ua mit dem Parteiausweis von der Wache abholen.
Ja, war auch die Storyline von meinem Urgroßvater. Der wurde nach der Machtergreifung verhaftet, weil er SPDler war. Dann ist er wohl 1937 eingetreten, um den Verdacht von sich zu lenken.
Finde ich trotzdem doof. Gab auch viele Leute, die das trotzdem nicht gemacht haben. Aber - tja - erst das Fressen, dann die Moral. Glaube, als einziger SPDler im Kaff im bayerischen Wald ist das auch was anderes, als wenn man irgendwo Gleichgesinnte um sich hat. Der hatte schon lange vor der Machtübernahme ein Fadenkreuz auf dem Rücken. Da ist man ja heute noch ein Freak, wenn man mit der SPD was am Hut hat.
Da bin ich irgendwie stolz auf meinen Opa: Der hat nie einen Hehl daraus gemacht, stand zu der Entscheidung beizutreten (war auch recht früh Mitglied). Da er zu jung war um im ersten Weltkrieg mitzukämpfen hatte er immer das Gefühl “nicht seinen Teil getan zu haben” und sah das als seine Chance. Was die NS Verbrechen anging hatte er eine… sagen wir mal “pragmatische”… Einstellung: “Riesen Sauerei… aber alle Großmächte haben Dreck am Stecken”. Ich denke bei ihm hat die SA Zugehörigkeit auch ein wenig dazu beigetragen, dass meine Familie gut durch den Krieg und - nach seinen Erzählungen - auch durch die Wirren der Nachkriegszeit gekommen ist.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe aber du bist stolz darauf, dass er sich nicht dafür schämte?
Jup, genau dieses.
Warum ich das so sehe: Ich behaupte einfach mal, die offen zur Schau getragene Scham und Reue über den eigenen Part in der NS Zeit wird bei der überwiegenden Mehrheit der beteiligten Menschen rein performativ sein - sie verhalten sich halt so, bereuen es in der SA / SS / Wehrmacht etc. gewesen zu sein und “hätten heute natürlich ganz anders” gehandelt. Ich finde es da deutlich sympathischer wenn jemand ehrlich sagt: “Ich hatte Vorteile dadurch, ich fand die Idee damals gut und ich stehe dazu dass ich damals so gehandelt habe”.
Hm.
Wenn jemand “nur” für persönliche Vorteile in die NSDAP eingetreten ist, aber nach dem Krieg nicht perfomativ Reue zeigt…ist das irgendwie inkonsistent. Die performative Reue war ja ggf. auch für persönliche Vorteile in der jungen Bundesrepublik gut.
Das wäre eher ein Indiz für Überzeugung. Das “habe ich nur für persönliche Vorteile getan” ist ja dann schon die Schutzbehauptung.
Immerhin konnten sie alle sagen “wir wussten ka nicht, wo das alles hinführt”. Die Entschuldigung haben unsere Faschos von heute dann immerhin nicht mehr.
Das wäre eher ein Indiz für Überzeugung. Das “habe ich nur für persönliche Vorteile getan” ist ja dann schon die Schutzbehauptung.
Das war ja auch nur ein Beispiel für eine hypothetische Aussage.
Oppa war von der damaligen “Bewegung” überzeugt und ist auch sehr früh in die SA eingetreten. Er hat nie offen Reue gezeigt und auch nie welche geheuchelt. Kurz: Er stand dazu welche Position er hatte.
Hm.
Dann ist der Take
“Ich bin stolz auf Opa, denn er war sein Leben lang überzeugter Nazi”?
Weird.
Und dieses “andere Großmächte haben auch Dreck am Stecken”. Wenn das heute ein unbeteiligter Historiker feststellt, und das einordnet, ist ja eine Sache. Wenn jemand das tut, um seine eigene Beteiligung an der Mordmaschine unbedeutend erscheinen zu lassen - mindestens mal ein schlechter Charakter, wahrscheinlich Schlimmeres. Hat auch was von “jaja, das mit den Juden, schlimmschlimm - aber die Autobahnen 😍”.
Dann verstehe ich den Stolz nicht. Dein Opa war ein Verbrecher.
Ich glaube auch, dass für viele die Scharmbekundung performativ ist. Sie bleiben immer im Mainstream, das Fähnchen im Wind. Dennoch wäre für mich lobenswerter, wenn Opa tatsächlich eingesteht, dass er Teil der Partei war, die für den Holocaust zu verantworten ist, seine eigene Beteiligung anerkennt und sich dafür schämt. Das apologetische “Jede/r Staat / Großmacht / Whatever hat Dreck am Stecken” zeigt für mich wenig Einsicht.
Abgesehen davon, drückt der Schuh aber noch an anderer Stelle: Opas Position ist deckungsgleich mit der eines Nazis. Die entschuldigen sich gewiss auch nicht für die Verbrechen. Da du darüber kein Wort verlierst, ist für mich unverständlich, wo da der Stolz erwachsen soll.
Yay, hab meinen Uropa gefunden! :/ Naja, die geringste Überraschung seit es Überraschungen gibt - nach Allem, was ich von ihm weiß. Hatte nicht viele Bücher im Regal, aber “Mein Kampf” noch lange nach dem Krieg. Neulich hatte Oma mal eben so gedroppt, dass er in der SA (oder SS?) war. Und (aus reiner Naivetät), ob das etwas schlimmes sei… Ja ne war bestimmt wie die Pfadfinder oder so
Die Datenbank gibt nur Auskunft, ob jemand grundsätzlich Mitglied war, oder? Oder gibt es da teilweise auch Vermerke o.ä.? Selbst bei Heinrich Himmler steht nichts weitergehendes drin anscheinend.
Nein, die Datenbank (jedenfalls die der Zeit-Analyse) enthält schlicht die NSDAP-Zentralkartei, die in die Hände der USA fiel. Davon sind große Teile zu Kriegsende vernichtet worden. Ein anderer Teil ist die Gaukartei der NSDAP, die relativ vollständig ist.
Interessant sind hier vorallem Eintrittsdatum und Mitgliedsnummer. Menschen die 37 eingetreten sind, sind erstmal nicht unbedingt glühende Nazis gewesen
Menschen die 37 eingetreten sind, sind erstmal nicht unbedingt glühende Nazis gewesen
Später auch nicht unbedingt.
Wir haben vor einiger Zeit Dokumente von meinem Opa aus 1943/44 gefunden, in dem ihm nahegelegt wurde, in die Partei einzutreten, da das die Chancen für die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten verbessert, die keine Deutsche war. Sowas musste damals vom Ortsvorsteher genehmigt werden.
Er ist dann nicht beigetreten, aber ich könnte es durchaus nachvollziehen, wenn er er beigetreten wäre.
Sie haben dann erst nach dem Krieg heiraten können. Er wurde noch kurz vor Kriegsende einberufen und irgendwo Richtung Berlin an der Front eingesetzt. Keine Ahnung ob das auch eine Reaktion auf die Absage zur Mitgliedschaft war oder ob das so oder so passiert wäre. Wenigstens hat er es überlebt.
Yay, keine Treffer! Ist aber sehr unwahrscheinlich, ich glaube, mein Opa war zumindest gemäß Hörensagen ein ganz schlimmer Nazi, der war da garantiert noch 1990 Mitglied.
spannend, ich hätte gedacht, dass ich da mindestens die älteren Geschwister von einem Opa finde, weil quasi alles aus der Zeit verschwiegen wurde, aber da sind Null treffer.
hat mal jemand n Antrag ans Bundesarchiv gestellt? jetzt bin ich neugierig, irgend ne Papierspur muss es ja geben.
Es lohnt sich ein wenig mir den Suchoptionen herumzuspielen, das Geburtsorte und -Daten abweichen können. Die im US-Archiv und Bundesarchiv eingelagerten Zentrale und Gaukarteien sind solche, die die US-Armee Ende des Kriegs sicher stellen konnten. Viele Akten wurden auch vernichten, auch diese hier wollte man vernichten.
Ich habe letztes Jahr mit der Ahnenforschung angefangen und in dem Kontext auch eine Anfrage an das Bundesarchiv gestellt. Das war recht einfach, hat aber ein paar Monate gedauert, jetzt geht es vielleicht schneller. Ich habe dabei 2 Akten erhalten, die ich jetzt auch im US-Archiv so wieder gefunden habe. Es ist nicht ausgeschlossen, dass du mit einem Rechercheauftrag etwas neues findest, aber auch nicht unbedingt wahrscheinlich.
Die bearbeitende Mitarbeiterin war sehr nett und hat mir noch ein paar Tips für die weitere Recherche gegeben, so konnte ich beim Landesarchiv noch eine weitere Akte meines Großvaters über die Registrierung ehemaliger Nazis nach dem Krieg bei der Polizei bekommen. Das Kreisarchiv hat dann nichts mehr gehabt.
schon allein der nachname liefert kein Ergebnis, ich finde allerdings Einträge zu anderen Leuten aus der Gegend. jetzt kann es natürlich sein, dass aus dem Teil der Familie einfach niemand nsdap-mitglied war oder das teil der zerstörten akten war.
Ich glaube ich nutz das lange Wochenende mal für den Antrag.
Die Buchstaben G-M sind mWn besonders lückenhaft. Versuch mal andere Schreibweisen, Namen können sich auch mal ändern. Oder aber die gesuchte Person hieß ganz anders
Ja das hat viele Lücken. Ich hab auch mal etwas gestöbert nach Leuten wo ich das recht sicher weiß und die meisten waren nicht dabei.









