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“Insofern lässt sich generell feststellen, dass sich die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland über die drei Jahre weiter verfestigt hat”, heißt es in der Studie. Diesmal legten die Wissenschaftler aber besonderes Augenmerk auf den sogenannten Gendergap, also Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Rückstand von Jungen bei der Schulbildung ziehe sich durch alle sozialen Schichten, erklärte Ifo-Forscherin Vera Freundl. Er verstärke sich im Verlauf der Schulzeit und betrage im Alter von 16 bis 18 Jahren sogar 9,6 Prozentpunkte.
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Die Jungenförderung hat man in den letzten Jahrzehnten halt komplett aus den Augen verloren. Jungen pubertieren anders und ecken mit ihrem Verhalten viel häufiger an.
Man ist versucht, aus feministischen Gründen zu sagen “ist doch gut, dass die Frauen/Mädchen mal einen Vorteil haben”, aber viele dieser Jungen, die sich in der Schule schwer tun, sind/werden ja gesellschaftlich abgehängt (spätestens, wenn sie auf eine der wirklich grottigen Hauptschulen kommen) und das mündet oft in eher antifeministischen Einstellungen.
Würde mich jetzt interessieren wie es heute auf den weiterführendend Gymnasien ist. Damals aufm Informationstechnischen Gymansium hatten wir 5 Mädels aus ca 100 neuen Schülern im Jahrgang. Und nach dem ersten Jahr haben wir 2 verloren :(
Da fallen mir direkt zwei Punkte ein, die die Statistik möglicherweise ziemlich stark beeinflussen:
Wann ist “damals”? Reden wir von vor 5, 10 oder 50 Jahren?
“Informationstechnisches Gymnasium” ist direkt ein negativer Primer für Frauen und Mädchen. Das steckt leider so in den Köpfen noch häufig drinnen. Ich hatte einen Prof., der sich wirklich darum bemüht hat, Frauen für die Leitung von Tutorien etc. zu gewinnen, damit nicht nur wir (männliche) Nerds das machen, aber die Antwort schwankte stehts zwischen “Hab keine Zeit” und “So gut bin ich nicht”.



