Das Motto in Deutschland war «Gen Z regelt». Ich verstehe diesen Generationsansatz nicht. Soll ich als Angehöriger einer älteren Generation jetzt sagen: «Dann macht mal»? Soll ich Ratschläge geben oder bin ich der Gegner? Warum sollen sich ältere Menschen nicht für Klimaschutz einsetzen, wenn sie Kinder und Enkel haben? Und warum sollen sich Junge nicht für das Rentensystem interessieren? Diese Haltung, dass sich jede Generation nur um ihre eigenen Belange kümmert, habe ich nie verstanden.
Er spricht mir so aus der Seele. Als kurz vor der vierzig stehende Frage ich mich genau diese Dinge.
Als ältere Person sollte man aber auch m in der Lage sein über sowas hinwegzusehen. Anstatt hier so eher distanzierende Fragen zu stellen, hätte er auch einfach klarstellen können, dass die Themen der Jugend wichtig für alle anderen Generationen sind.
Da hat er auch recht. Ich bin älter als Habeck und es war immer eine Minderheit, die sich z.B. für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingesetzt hat. Und die hAben wirklich was bewegt, bis es z.B. endlich eine klare Mehrheit für den Ausstieg aus der Atomenergie gab, oder Gleichberechtigung für LGBT Menschen. Die Mehrheit der Älteren hat uns viele heutige Probleme eingebrockt, das stimmt. Aber es ist auch bei den Jüngeren heute nur eine Minderheit, die versuchen, es besser machen und für eine bessere Zukunft streiten. Alle haben Respekt verdient.
Ich würde mal eine Alternative Interpretation vorschlagen:
“Gen Z regelt” ist das Sentiment, dass hinter allen “Lösungen” die die Politik gerade für die multiple Krisen anbietet.
Es ist Krieg? Genz soll in der Wehrdienst
Die Rente geht vor die Hunde? GenZ soll zusätzlich zur Finanzierung der jetzigen Rentner AUCH NOCH privat Vorsorgen UND einen Aktienfonds aufbauen um zukünftigen Generationen nicht das gleiche Problem zu hinterlassen. GenZ soll sich um die letzte, die nächste, und die eigene Generation kümmern
Es fehlen Fachkräfte? GenZ soll (und hat!) den höchsten Beschäftigungsgrad bisher erreichen
Die Pflege geht vor die Hunde? Pflegezuschüsse werden zusammengekürzt, Vergütung und Rentenansprüche für Pflege Zuhause wird zusammengestrichen, Pflegegrade werden schwerer gemacht anerkannt zu bekommen
Ich könnte noch weiter machen aber der Punkt ist hoffentlich klar geworden. “GenZ regelt” ist das was die Politik immer wieder fordert ohne es so auszusprechen weil sie dafür nicht mal die Anerkennung hergeben will die GenZ verdient hätte.
Und jetzt ein bisschen Meta: Dass sich alle anderen erstmal ausgeschlossen fühlen, geradezu als Gegner, nur weil irgendwo GenZ draufsteht ist doch komisch.
Wenn irgendwo für Palestina, Kuba, Rojava, Sudan, etc etc demonstriert wird, dann fühlt sich Robert bestimmt nicht als Gegner angesprochen.
Wenn irgendwo für die Rechte von Kindern demonstriert wird sind auch alle eingeladen.
Wenn die Kulturszene gegen Kürzungen auf die Straße geht sind auch alle eingeladen die kein Theater spielen.
Aber wenn die GenZ auf die Straße geht und sagt: Ihr ladet uns zu viel auf ohne irgendwas zurückzugeben, dann ist das auf einmal Spaltung und problematisch?
Generationen gegeneinander auszuspielen ist trotzdem klassisches ,teile und herrsche". Arm gegen Reich ist der einzige relevante Kampf der immer drängender angegangen werden muss… alles andere sind Nebelkerzen die davon ablenken sollen was hier wirklich schief läuft.
Bei all den Problemen die du genannt hast ist die Raffgier einiger weniger beispielsweise auch maßgeblich warum es keine anderen Lösungsvorschläge als ,Gen Z regelt" gibt.
Ja bro, es geht den GenZ protesten aber nicht um “Generationen gegeneinander ausspielen”. Es geht genau darum, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Lasten die so anfallen weil die Reichen nichts abgeben wollen hauptsächlich auf die GenZ abgeladen werden.
Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist, sondern, dass man die Lasten lindern muss.
Vor allem waren in letzter Zeit Jugendproteste der Hauptantriebe für Veränderungen in einigen Ländern. Also beispielsweise Wahlergebnisse in Serbien, Bildungsreförmchen in Frankreich oder Regierungssturz in Nepal.
Die sind aber nicht Samstags auf der Straße rumgelatscht und haben dabei drei Baustellenabsperrungen umgeworfen und angezündet, sondern haben das Parlament gestürmt und Politiker verprügelt und in Flüsse geworfen.
Das mag zwar durchaus richtig sein. Aber wenn du dir anschaust wie schnell Leute in dieser Gesellschaft getriggert sind, sind solche (selbst wenn nur dem Namen nach) generationenspezifischen Proteste ein idealer Ansatzpunkt für die Spalter aus Union und rechts davon um Stimmung gegen ,die da" zu machen.
Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist,
Finde ich schwierig. Ein ähnliches Argument hört man auch wenn man selbsternannten ,Patrioten" redet. Eine in- und eine out-Group aufzumachen reizt viele zu Stammesdenken und dann ist es am Ende doch wieder wir gegen die anstatt wir zusammen gegen das Kapital.
ein idealer Ansatzpunkt für die Spalter aus Union und rechts davon um Stimmung gegen ,die da" zu machen.
Wenn ich mir alles verkneife was die CDU verwenden kann um Stimmung gegen mich zu machen, dann kann ich auch einfach aufhören irgendwas zu tun. Die finden immer was.
Finde ich schwierig. Ein ähnliches Argument hört man auch wenn man selbsternannten ,Patrioten" redet. Eine in- und eine out-Group aufzumachen reizt viele zu Stammesdenken und dann ist es am Ende doch wieder wir gegen die anstatt wir zusammen gegen das Kapital.
Die in- und out-Group der “Patrioten” ist halt willkürlich anhand von irgendwelchen geographischen Grenzen (oder wenns ganz krass wird an “Ethnien”). Man kann sich bei den Generationen natürlich auch immer streiten welche Jahrgänge jetzt zu welcher gehören, aber faktisch sitzen die in ungefähr dem selben Alter halt auch in einem sehr ähnlichen Boot, das sie auch nicht verlassen können.
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung. Das sehe ich hier eben nicht, es wird einfach nur benannt, dass die Lasten auf eine bestimmte Generation abgeladen werden. Das ist faktisch so. Und dann darf man das Kind schon auch beim Namen nennen.
Ganz grundsätzlich finde ich dein Argument aber auch quatsch. Wenn das Pflegepersonal auf die Straße geht würdest du das ja vermutlich nicht sagen oder? “Die spalten die Gesellschaft in Pflegepersonal und Nicht-Pflegepersonal” ist einfach ein offensichtlicher bullshit take.
Wenn ich mir alles verkneife was die CDU verwenden kann um Stimmung gegen mich zu machen, dann kann ich auch einfach aufhören irgendwas zu tun. Die finden immer was.
Wir leben in einer Demokratie. Um was etwas zu verändern braucht es breite Unterstützung (im Idealfall einer Mehrheit). Man kann natürlich drauf scheißen und und dann hinterher jammern, dass das eigene Anliegen keine Mehrheit und kein Gehör findet… sehr selbstgerecht, aber halt nicht zielführend.
Der Grund warum die jüngeren Generationen in die Lage gebracht werden können in der sie sind ist die Demographie unserer Bevölkerung. Junge Menschen stellen eine Minderheit dar und daraus folgt das mindestens ein paar von den ,alten" überzeugt werden müssen damit sich was ändern kann. Wenn man in der Situation mit einer scheiß-drauf-was-die-Rattenfänger-machen-Attitüde an die Sache ran geht wird es unwahrscheinlicher das was man etwas erreicht da die Mehrheit immer älter (und schlimmstenfalls noch konservativer wird).
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung.
Darauf läuft es hinaus, zugeben tun die meisten das nicht. Daher finde ich den Vergleich hier passend.
“Die spalten die Gesellschaft in Pflegepersonal und Nicht-Pflegepersonal” ist einfach ein offensichtlicher bullshit take.
Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht kommt halt meistens Bullshit raus. Liegt dann aber eher an demjenigen der den Vergleich aufmacht als an der jeweiligen Obstsorte.
Er spricht mir so aus der Seele. Als kurz vor der vierzig stehende Frage ich mich genau diese Dinge.
Als ältere Person sollte man aber auch m in der Lage sein über sowas hinwegzusehen. Anstatt hier so eher distanzierende Fragen zu stellen, hätte er auch einfach klarstellen können, dass die Themen der Jugend wichtig für alle anderen Generationen sind.
Da hat er auch recht. Ich bin älter als Habeck und es war immer eine Minderheit, die sich z.B. für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingesetzt hat. Und die hAben wirklich was bewegt, bis es z.B. endlich eine klare Mehrheit für den Ausstieg aus der Atomenergie gab, oder Gleichberechtigung für LGBT Menschen. Die Mehrheit der Älteren hat uns viele heutige Probleme eingebrockt, das stimmt. Aber es ist auch bei den Jüngeren heute nur eine Minderheit, die versuchen, es besser machen und für eine bessere Zukunft streiten. Alle haben Respekt verdient.
Ich würde mal eine Alternative Interpretation vorschlagen:
“Gen Z regelt” ist das Sentiment, dass hinter allen “Lösungen” die die Politik gerade für die multiple Krisen anbietet.
Ich könnte noch weiter machen aber der Punkt ist hoffentlich klar geworden. “GenZ regelt” ist das was die Politik immer wieder fordert ohne es so auszusprechen weil sie dafür nicht mal die Anerkennung hergeben will die GenZ verdient hätte.
Und jetzt ein bisschen Meta: Dass sich alle anderen erstmal ausgeschlossen fühlen, geradezu als Gegner, nur weil irgendwo GenZ draufsteht ist doch komisch.
Wenn irgendwo für Palestina, Kuba, Rojava, Sudan, etc etc demonstriert wird, dann fühlt sich Robert bestimmt nicht als Gegner angesprochen.
Wenn irgendwo für die Rechte von Kindern demonstriert wird sind auch alle eingeladen.
Wenn die Kulturszene gegen Kürzungen auf die Straße geht sind auch alle eingeladen die kein Theater spielen.
Aber wenn die GenZ auf die Straße geht und sagt: Ihr ladet uns zu viel auf ohne irgendwas zurückzugeben, dann ist das auf einmal Spaltung und problematisch?
Generationen gegeneinander auszuspielen ist trotzdem klassisches ,teile und herrsche". Arm gegen Reich ist der einzige relevante Kampf der immer drängender angegangen werden muss… alles andere sind Nebelkerzen die davon ablenken sollen was hier wirklich schief läuft. Bei all den Problemen die du genannt hast ist die Raffgier einiger weniger beispielsweise auch maßgeblich warum es keine anderen Lösungsvorschläge als ,Gen Z regelt" gibt.
Ja bro, es geht den GenZ protesten aber nicht um “Generationen gegeneinander ausspielen”. Es geht genau darum, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Lasten die so anfallen weil die Reichen nichts abgeben wollen hauptsächlich auf die GenZ abgeladen werden.
Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist, sondern, dass man die Lasten lindern muss.
Vor allem waren in letzter Zeit Jugendproteste der Hauptantriebe für Veränderungen in einigen Ländern. Also beispielsweise Wahlergebnisse in Serbien, Bildungsreförmchen in Frankreich oder Regierungssturz in Nepal.
Die sind aber nicht Samstags auf der Straße rumgelatscht und haben dabei drei Baustellenabsperrungen umgeworfen und angezündet, sondern haben das Parlament gestürmt und Politiker verprügelt und in Flüsse geworfen.
Naja, die Presse tut ja schon so als hätten die Protestierenden das getan.
Die Presse erzählt eh den ganzen Tag lang Scheißdreck, darum sollte man sich nicht scheren.
Also bei genau sowas wären doch die Frankfurter*innen sicherlich aich dabei. Leider distanzieren sich alle von ihnen.
Ich finde aber das Potential gibts an vielen Orten hier auch ein (voreingenommener) Bericht aus Leipzig: https://de.indymedia.org/node/868791
Das mag zwar durchaus richtig sein. Aber wenn du dir anschaust wie schnell Leute in dieser Gesellschaft getriggert sind, sind solche (selbst wenn nur dem Namen nach) generationenspezifischen Proteste ein idealer Ansatzpunkt für die Spalter aus Union und rechts davon um Stimmung gegen ,die da" zu machen.
Finde ich schwierig. Ein ähnliches Argument hört man auch wenn man selbsternannten ,Patrioten" redet. Eine in- und eine out-Group aufzumachen reizt viele zu Stammesdenken und dann ist es am Ende doch wieder wir gegen die anstatt wir zusammen gegen das Kapital.
Wenn ich mir alles verkneife was die CDU verwenden kann um Stimmung gegen mich zu machen, dann kann ich auch einfach aufhören irgendwas zu tun. Die finden immer was.
Die in- und out-Group der “Patrioten” ist halt willkürlich anhand von irgendwelchen geographischen Grenzen (oder wenns ganz krass wird an “Ethnien”). Man kann sich bei den Generationen natürlich auch immer streiten welche Jahrgänge jetzt zu welcher gehören, aber faktisch sitzen die in ungefähr dem selben Alter halt auch in einem sehr ähnlichen Boot, das sie auch nicht verlassen können.
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung. Das sehe ich hier eben nicht, es wird einfach nur benannt, dass die Lasten auf eine bestimmte Generation abgeladen werden. Das ist faktisch so. Und dann darf man das Kind schon auch beim Namen nennen.
Ganz grundsätzlich finde ich dein Argument aber auch quatsch. Wenn das Pflegepersonal auf die Straße geht würdest du das ja vermutlich nicht sagen oder? “Die spalten die Gesellschaft in Pflegepersonal und Nicht-Pflegepersonal” ist einfach ein offensichtlicher bullshit take.
Wir leben in einer Demokratie. Um was etwas zu verändern braucht es breite Unterstützung (im Idealfall einer Mehrheit). Man kann natürlich drauf scheißen und und dann hinterher jammern, dass das eigene Anliegen keine Mehrheit und kein Gehör findet… sehr selbstgerecht, aber halt nicht zielführend. Der Grund warum die jüngeren Generationen in die Lage gebracht werden können in der sie sind ist die Demographie unserer Bevölkerung. Junge Menschen stellen eine Minderheit dar und daraus folgt das mindestens ein paar von den ,alten" überzeugt werden müssen damit sich was ändern kann. Wenn man in der Situation mit einer scheiß-drauf-was-die-Rattenfänger-machen-Attitüde an die Sache ran geht wird es unwahrscheinlicher das was man etwas erreicht da die Mehrheit immer älter (und schlimmstenfalls noch konservativer wird).
Darauf läuft es hinaus, zugeben tun die meisten das nicht. Daher finde ich den Vergleich hier passend.
Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht kommt halt meistens Bullshit raus. Liegt dann aber eher an demjenigen der den Vergleich aufmacht als an der jeweiligen Obstsorte.
Noch dazu ist das Motto verfickt