• VoxAliorum@lemmy.ml
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    2 days ago

    Ich bin 28 und mache gerade noch meinen Doktor. Auswandern ist für mich definitiv eine Option.

    Unser Gesundheitssystem ist Müll (meine chinesischen und indischen Arbeitskollegen fliegen in ihre Heimat, weil sie so schneller einen Termin bekommen), Steuergelder werden massiv verschwendet (siehe Schwarzbuch) und “alle Macht geht vom Volke aus” ist nur ein hohler Traum. Deutschland hat einfach so * Politiker wie Reiche oder Spahn und macht nichts dagegen/kann nichts dagegen machen.

    Das Aufstiegsversprechen wird weder an der Schule noch in der Arbeitswelt gestützt. Ich möchte in einem Land leben, wo man durch gute Arbeit reich wird und nicht durch ein reiches Elternhaus. Wo die Kirche nicht Milliarden hortet und Millionen aus den Steuerkassen zieht.

    Das sehe ich in Deutschland nicht. Final entschieden bin ich aber auch noch nicht; ist halt eine große Umstellung und das Gras sieht auch nur grüner aus, solange man auf der anderen Wiese steht.

      • VoxAliorum@lemmy.ml
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        1 day ago

        Ich weiß, dass die Organisation selbst schwierig ist, weshalb ich auch kein Mitglied bin. Das Schwarzbuch übernimmt mWn. aber größtenteils die Daten für das Schwarzbuch aus den Rechnungshofberichten. Man sollte aber natürlich vorsichtig sein und ich bin es da vielleicht noch nicht genug.

    • LH0ezVT@sh.itjust.works
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      2 days ago

      Grundsätzlich stimme ich dir voll zu.

      Mit Gesundheitssystem hab ich aber gerade von indischen und chinesischen Freunden andere Dinge gehört. Indien scheint da eher das US-Modell zu fahren, wo Gesundheit deine Privatsache ist und entsprechend teuer, zumindest für alles, was über die Sprechstunde beim Hausarzt hinaus geht. Dafür sind die Medikamente günstig, weil direkt an der Quelle. China ist ein noch-Schwellenland mit noch schlechteren demographischen Aussichten, da hab ich auch nicht viel Gutes gehört. Versteht mich nicht falsch, in unserem Gesundheitssystem geht eine Menge schief, aber die beiden klingen für mich nicht nach positiven Beispielen.

      Nur so aus Interesse, da ich (minus den PhD) in einer ähnlichen Situation zu sein scheine: wo würdest du denn hin wollen?

      • VoxAliorum@lemmy.ml
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        1 day ago

        Absolut fair. Das mit China und Indien war auch eher anekdotisch, weil meine Arbeitskollegen das halt machen. Bzgl. Indien wurde mir auch gesagt, dass dann Geld gezahlt wird. Er meinte aber grob “Mit dem Geld, was man in Deutschland einzahlt, kann ich mir in Indien jedes Jahr eine OP am offenen Herzen gönnen”. Ich habe das aber nicht überprüft. Ich würde auch in diese Richtung nicht unbedingt tauschen wollen.

        Unser System krankt ja auch einfach an vielen kleinen Detailproblemen. I) Bspw. kenne ich jemanden, der in einem Arzt unterstützenden Beruf arbeitet und bis zur Digitalisierung haben die Krankenkassen regelmäßig behauptet, dass Dokumente abhanden gekommen sind, sodass sie die Zahlung nochmal um nen Monat drücken durften. Oder Entwicklungskosten von Softwarelösungen für die Krankenkassen wurden auf seinen Berufsstand umgelegt. II) Ärzte haben einige Positionen, die unmöglich bezahlt werden. III) Ärzte haben ein Verordnungsvolumen je Fall, was manche Verordnungen einfach schwieriger für sie macht https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/richtgroessen-und-wirtschaftlichkeitspruefung IV) Die berühmten Wartezeiten - Würde jetzt aber nicht nach Indien oder China auswandern, um dem zu entgehen.

        wo würdest du denn hin wollen?

        Das ist echt schwierig. Ich müsste mich viel mehr damit auseinandersetzen aber aktuell steht Finnland recht weit oben. Ich habe dort gesehen, was Steuergeld bringen kann, wenn es für Bibliotheken und Infrastruktur ausgegeben wird. Das hat mich ziemlich beeindruckt. Aber wie gesagt: Ich hab noch keine ausreichende Übersicht, um eine klare Antwort geben zu können.

        • GardenGeek@europe.pub
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          1 day ago

          Bin in einem ähnlichen Lebensabschnitt wie du.

          An sich verstehe ich die Gedanken sehr gut. Mein Problem ist nur tatäschlich, dass es sich immer relativ leicht darüber reden lässt das man auswandert… aber wenns konkret wird komme zumindest ich auf den Nenner, dass es nirgendwo viel besser ist als hier. Wie du sagst kommen am ehesten noch die skandinavischen Länder in Betracht, aber auch die rücken aktuell nach rechts und sind (zumindest weiß ich das anekdotisch aus Schweden) ebenfalls ziemlich xenophob. Ich persönlich weiß nicht ob ich mein Leben in einer Expat-Bubble verbringen möchte mit der perspektive durch den kapitalgetriebenen Rechtsruck irgendwann rausgeworfen zu werden. Aktuell denke ich mir ich versuche im hiesigen System meine Nische zu finden, gut funktionierende lokale Netzwerke aufzubauen und versuche über Selbstständigkeit/Selbstversorgung möglichst wenig an die reichsten paar prozent abdrücken zu müssen. Ist vielleicht Utopie aber wie gesagt, Auswandern scheint mir leichter gesagt als getan weils grade überall scheiße wird weil das Großkapital mal wieder versucht den Sack zu zu machen.

          • VoxAliorum@lemmy.ml
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            1 day ago

            Ich sehe hier einfach zu wenig Möglichkeiten wirklich etwas zu ändern, was sich einfach scheiße anfühlt. Du hast aber recht, dass andere Länder auch Vorbehalte gegen Migranten haben und man’s dadurch noch schwerer haben kann.

            Selbstversorgung und Selbstständigkeit lösen das Problem für mich nicht; man ist immer noch Teil des Systems.

  • trollercoaster@sh.itjust.works
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    Deutsch
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    2 days ago

    Man müsse den jungen Menschen das Gefühl geben, dass man ihr Unbehagen zur Kenntnis nehme.

    Für die Politik bedeute das, dass Reformen eine sinnstiftende Erzählung brauchten

    Es geht dem sauberen Herrn Ökonom also nur darum, die Leute mit leerem Geschwätz zu verarschen, dass sie glauben, man interessierte sich für ihre Probleme.

    Damit soll dann mal wieder Alt und Jung gegeneinander ausgespielt werden, um “Reformen”, also noch mehr Sozialabbau durchzudrücken:

    Die Gesellschaft sei aber in der Lage, durch ein Tal der Tränen zu gehen, wenn eine bessere Zukunft versprochen werde. Es könnte die Älteren dazu überzeugen, zurückzustecken, wenn sie sähen, dass bei den jungen Menschen etwas ins Kippen gerate.

    • it_depends_man@lemmy.world
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      1 day ago

      Interpretier das lieber als “Leitfaden”.

      Z.b. bei Projekten wie dem Wiederaufbau kannst du sehr leicht Deals machen wie, “mach jetzt mit dann kriegst du in 2 Jahren ne Wohnung”. Aber genau dieses Wohlstandsverprechen macht Merz und der Rest eben nicht, weil sie nicht können, weil sie die Wohnungen billiger machen müssten, was den Eigentümern nicht gefällt und weil sie die Jobs im Land besser bezahlen müssten, das gefällt den Arbeitgebern nicht. Und damit ist es dann Käse und sie machen gar nichts.

  • SapphireSphinx@feddit.orgOP
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    3 days ago

    Kolev sprach in diesem Zusammenang vom „Preis-Leistungs-Verhältnis des Staates“. Es sei in Ordnung, wenn ein Staat den Leuten viel abverlange, falls es entsprechende Leistungen gebe. In Deutschland verlange man aber einen hohen Preis, während die Leistungen schlechter würden. Dieses Verhältnis mache alle Menschen nervös – aber die jungen Menschen seien mobiler.

    Wenn man Selbstverständlichkeiten in Hauptstadt-Berlin erklären muss und scheinbar trotzdem niemand in Verantwortung was kapiert…

    • Ooops@feddit.org
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      2 days ago

      scheinbar trotzdem niemand in Verantwortung was kapiert

      Die kapieren das schon, aber sie arbeiten halt nicht für uns, sondern für Großunternehmen. Und denen ist bekanntermaßen heutzutage auch alles egal, was über die nächsten Quartalszahlen hinaus geht.

      • LH0ezVT@sh.itjust.works
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        2 days ago

        Frankreich ist so wie wir, aber mit viel mehr Staatsschulden, eine FN, die schon in den Startlöchern steht für den Postfaschismus, und massiven Problemen in der Verwaltung.

        Polen ist halt deutlich unter deutschem Lohnniveau, besonders was Kaufkraft angeht.

        Rest würde ich unterschreiben. Vielleicht noch Holland auf die Liste setzen, die haben den Wilders immerhin schon mal geschafft abzuwähleb.

        • Goldholz @lemmy.blahaj.zone
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          2 days ago

          Frankreich ist eben nicht wie wir. Deren Gesellschaft ist anders als wir, zusammenhaltend und keine Eigenbrödler, viel Solidarischer und wenn ihnen was nicht gefällt, anstatt sich nur zu beschweren wird das angepackt, protestiert und aktiv dagegen organisiert. Nicht als Randerscheinung der Gesellschaft, sondern aus der Mitte heraus

          • LH0ezVT@sh.itjust.works
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            2 days ago

            Dafür hat Frankreich eine deutlich härtere Trennung zwischen Klassen, Religionen und Ethnien. Dazu eine Protestkultur, die zwar engagierter und handfester ist, dafür aber auch von Polizei- und Staatsseite mit deutlich mehr Gewalt und Repression zu kämpfen hat. Und bei den leeren Kassen reicht auch keine bloße Solidarität.

      • MattR@feddit.org
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        2 days ago

        Witzig, wie willst du denn da ein Haus bzw. Wohnung finden? Wir suchen seit 2 Jahren nach einer bezahlbaren Bruchbude in Skandinavien. NZ haben wir aufgegeben, das sollte man unbedingt mittels Studium machen. Mit Jobvisa ist nichts zu machen, denn das setzt ein festes Jobangebot vorraus, was die Arbeitgeber aber nur zusichern, wenn man bereits ein Arbeitsvisum hat. Klassischer Deadlock.

        • h4lf8yte@lemmy.ml
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          2 days ago

          Internationale Firma mit zusätzlichem Standort in NZ finden und dann da hin wechseln ist vielleicht eine Option. Dann ist der Job schon vorhanden.

      • GenosseFlosse@feddit.org
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        2 days ago

        Arbeitsmarkt in NZ ist halt arsch wenn man eine spezielle Ausbildung hat. In Australien gibt es gefühlt 20x soviel Jobs, die auch noch besser zahlen.

      • DrunkenPirate@feddit.org
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        2 days ago

        Macht auch zu. Und da bist auch ein fckg Ausländer. Ausserhalb der Großstädte schwer unbeliebt.

        Kennt man als Deutscher nicht so. Frsg mal Deutsche in der Schweiz, wie es so ist mit Akzeptanz.

        • Muad'Dib@feddit.org
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          1 day ago

          Wie lange lebst du bzw hast du in der Schweiz gelebt? Und wo? Was hast du gemacht um dich zu integrieren?

          • DrunkenPirate@feddit.org
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            1 day ago

            Ich nicht. Kenne aber zwei Schweitzer und eine Deutsche dort. Ich kann dir da nicht helfen, da fragst du besser andere.

            • Muad'Dib@feddit.org
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              1 day ago

              Also zuerst mal heisst es Schweizer und nicht Schweitzer. Und wenn du selbst keine Erfahrung mit einem Leben in der Schweiz hast, ist es vielleicht auch ratsam mit solch pauschalen Aussagen vorsichtig zu sein. Ich lebe seit 16 Jahren in der Schweiz, bereits an verschiedenen Orten, und habe zum einen das Auswandern bisher nicht bereut noch kann ich zum anderen deine Aussage so bestätigen oder stehen lassen. Es ist sicher nicht ganz einfach hier als Ausländer, vor allem am Anfang. Aber wenn man sich Mühe gibt, sich integriert und Geduld hat gibt es auch keine Probleme Verbindungen zu knüpfen und akzeptiert zu werden. So ganz im Allgemeinen gesagt. Individuell geht es manchmal vielleicht einfacher oder es wird mühsamer. Und was man als Deutscher unbedingt machen sollte ist sich sprachlich anzupassen. Das wird im Allgemeinen sehr geschätzt. Das hilft auch wenn man dann mal zügelt und an einen neuen Ort kommt, sich auch dort wieder zu integrieren. Wenn man hier gar nicht zurecht kommt, auch nach Jahren nicht, das ist es vielleicht das falsche Land.

              • DrunkenPirate@feddit.org
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                12 hours ago

                Da hast du grundsätzlich recht.

                Dir ist es gelungen und das freut mich. Du kannst allerdings auch den Rechtsruck in der Schweiz (Obergrenze, Minarette) nicht verleugnen oder klein reden.

                Ich glaube auch dem ein oder anderen würde es in Ostdeutschland gelingen anzukommen und sich mit Mundart Freunde machen. Würde ich deswegen Ostdeutschland als Weltoffen und Einwanderungsfreundlich bezeichnen? Nein. Und ebenso kann man das, wenn auch pauschalisiert, von der Schweiz sagen.

                Es bringt einem auch nichts, ständig relativierend auf Einzelfälle und bloß nicht verallgemeinernd zu verweisen und damit das große Bild zu vernebeln. Damit redet man sich recht einfach die Welt schön.

        • 🦄🦄🦄@feddit.org
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          2 days ago

          Kommt mega drauf an, wo du bist. In den Rand-Kantonen wie bspw. im Thurgau sind Deutsche definitiv nicht unbeliebt.