IMO | Warum keine großen Rankgerüste zum Hitzeschutz in Städten?
Oftmals hört man wenn es um die Begrünung der Städte als Gegenmaßnahme zur Klimaerwärmung geht das dort zu wenig Platz ist und das Bäume zu lange zum Wachsen benötigen. Deshalb frage ich mich warum man nicht mit großen Spalierkonstruktionen arbeitet. welche auch die Straßen überspannen und daran wilden Wein wachsen lässt. Wilder Wein verdunstet ähnlich wie Bäume ziemlich viel Wasser, was zu einer ähnlichen Abkühlung wie bei Bäumen führt und bildet zugleich eine dichte Blätterschicht, die verhindert das die Sonne durchdringt und gilt als sehr wiederstandsfähig. Natürlich ist es notwendig die Pflanzen zumindest teilweise mit Wasser zu versorgen, aber das muss kein Trinkwasser sein.
Was meint Ihr?
#IMO #Klimawandel #Klimaresilienz #Städte #Spaliere #Spalierkonstruktionen #WilderWein #Abkühlung #Sonnenschutz #Frage @dach
das klingt erst einmal sehr gut finde ich. fragen sind noch offen wegen brandschutz (was wenn das brennt? ist ja alles holzkonstruktion), sichtbehinderung für den straßenverkehr (teilbeschattung könnte irritierend wirken?) etc. aber ich glaube dass man das einfach mal versuchen sollte.
@gandalf_der_13te Ja das gängige sind Holzkonstruktionen, muss aber nicht. Man kann auch andere Materialien verwenden.
Das große Problem aus meiner Sicht: Du willst den Sonnenschutz im Sommer, aber eben nicht im Winter. Im Sommer willst du deine Straße ja kühl, aber im Winter dann nicht duster. Und unsere Straßen sind ja nicht einfach nur Asphalt, sondern da drunter ist haufenweise Zeugs und daher ist es in vielen Ecken auch sehr kritisch, wenn man plötzlich irgendwas neben deiner Glasfaserleistung pflanzt.
@muelltonne Das Risiko das es zur Kolission von Versorgungsleitungen kommt existiert immer. Allein schon deshalb weil man die Leitungen schon seit sehr langer Zeit kreuz und quer legt. Aber da muss ich sagen das mir persönlich eine Stadt in der erträgliche Temperaturen herrschen wichtiger als hin und wieder eine Kollision mit Versorgungsleitungen wäre.
Dies, und auch Sonnensegel, die die Straßen überspannen

Image: Street toldos in Calle Sierpes, Sevilla, Spain, 1918. Image in the public domain.
@Novocirab Da habe ich kürzlich auch mal was über ein Unternehmen gelesen das spezielle Sonnensegel entwickelt hat auf denen Moos wächst, die aber dann entsprechend mit Wasser versorgt werden müssen, dafür aber eine wesentlich bessere Abkühlung als normale Sonnensegel ermöglichen.
Sonnensegel, die sich zusätzlich erwärmen halten die aufgeheizte Luft unten. Ob das weise wäre?
Ähh… Und sonnenschirme funktionieren nicht weil es unter denen noch wärmer ist als in der prallen Sonne? Man nutzt verschattungs möglichkeiten damit es sich gar nicht erst so sehr aufheizen kann.
Fassaden lieben diesen Trick. Gewächse wie Wilder Wein verursachen massive Schäden an Fassaden. Der kriecht überall rein und sprengt die Verbindungen auf.
Dann hat man noch den Aspekt dass die Pflanzen mehr organisches Material auf die Straßen werfen. Was zu höheren Reinigungskosten führt.
Die Sache mit dem Wasser. Prinzipiell ja, Regenwasser geht da auch klar. Aber woher kommt’s? Die Tanklaster die aktuell die Bäume am Leben halten die wären dann mehr als ausgelastet.
Für eine deutsche Stadt denke ich schwierig. Dafür gibt’s bei uns zu viel Reglementierung und wenig Leute kämen auf die Idee den Bereich vorm Haus regelmäßig und unentgeltlich sauber zu halten wenn es doch die Stadtverwaltung tun sollte. Und wie viel Geld die dafür über haben?
Zum Kühleffekt: ja existiert. Ob man dann 30°C und 50% Luftfeuchtigkeit gegen 28°C und 85% Luftfeuchtigkeit eintauscht wäre jetzt die Frage. Man muss hier ja bedenken: man beschattet nicht partiell einen Hinterhof und die Feuchtigkeit verteilt sich über die Luft sondern man hat mit so großen Maßnahmen auch eine große Fläche eingebunden.
Gewächse wie Wilder Wein verursachen massive Schäden an Fassaden. Der kriecht überall rein und sprengt die Verbindungen auf.
Wilder Wein (oder Efeu) ist ein Selbstklimmer, der mit Haftscheiben haftet. Auf fugenlosen Fassaden ist das unproblematisch. Selbst das denkmalgeschützte Fernsprechamt in Hamburg ist eine Klinkerfassade, die zu großen Teilen mit Wein bewachsen ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsprechamt_Schlüterstraße
Die Sache mit dem Wasser. Prinzipiell ja, Regenwasser geht da auch klar. Aber woher kommt’s?
Wilder Wein wurzelt sehr tief und ist dementsprechend trockenresistent.
Mit entsprechender Verseilung funktionieren auch Schlingklimmer wie Blauregen.
Die Stadt Hamburg zum Beispiel berät zu dem Thema und zeigt unterschiedliche Möglichkeiten auf: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/hamburgs-gruen/gruendach-und-gruene-fassaden/gruene-fassaden/wie-plane-ich-eine-fassadenbegruenung-281610 Dort hält sich die Reglementierung in Grenzen. Organisches Material ist so oder so im Herbst in rauen Mengen vorhanden.
Fassaden lieben diesen Trick. Gewächse wie Wilder Wein verursachen massive Schäden an Fassaden. Der kriecht überall rein und sprengt die Verbindungen auf.
Da weißt Du anscheinend mehr als die die sich beruflich damit beschäftigen.
@HansGruber Jo das Problem existiert bei Gebäuden. Deshalb sollten Rankhilfen einen gewissen Abstand zum Mauerwerk haben, was dann bzw. Zu einen noch besseren Mikroklima um die Gebäude führt als wenn man das direkt an die Wände macht. Man wird was die Wasserversorgung betrifft kurz bis mittelfristig nicht darum herum kommen Leitungen zu legen, den ja auf Dauer ist das mit Tanklastern so oder so nicht machbar. Der Kühleffekt ist sehr stark spürbar und dazu gibt es inzwischen auch einiges an Studien. Die Luftfeuchtigkeit war dabei bisher meines Wissens nicht das Problem.
Ergänzend ist gerade in Städten ein “kletterbares” Haus auch eins, wo einfacher schnell eingebrochen werden kann.
Wirklich schade, dass das ein Faktor ist.
@Asinus @HansGruber Dann muss man es entsprechend absichern. Und ja wirklich bescheiden das wir in einer Welt leben in der es ein Faktor ist.
Gibt es im Kleinen, mit Moos, oder Ranken.
z.B. in Goslar
Muss nur angeschafft werden.Angeschaft und gepflegt!
Brauchen Mooswände nicht z. B. inkludierte Bewässerungsanlagen um nach einem heißen Sommertag nicht vor die Hunde zu gehen? (Ernsthaft frag, da ich die Antwort darauf nicht kenne.)
Ja, brauchen sie. Das macht sie zur aufwändigsten Lösung, weil die Bewässerung (meist mit Regenzisterne) im Neubau eingeplant werden muss. Rankpflanzen sind weniger aufwändig. Mein Link oben im anderen Kommentar gibt eine Aufschlüsselung.
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