IMO | Warum keine großen Rankgerüste zum Hitzeschutz in Städten?
Oftmals hört man wenn es um die Begrünung der Städte als Gegenmaßnahme zur Klimaerwärmung geht das dort zu wenig Platz ist und das Bäume zu lange zum Wachsen benötigen. Deshalb frage ich mich warum man nicht mit großen Spalierkonstruktionen arbeitet. welche auch die Straßen überspannen und daran wilden Wein wachsen lässt. Wilder Wein verdunstet ähnlich wie Bäume ziemlich viel Wasser, was zu einer ähnlichen Abkühlung wie bei Bäumen führt und bildet zugleich eine dichte Blätterschicht, die verhindert das die Sonne durchdringt und gilt als sehr wiederstandsfähig. Natürlich ist es notwendig die Pflanzen zumindest teilweise mit Wasser zu versorgen, aber das muss kein Trinkwasser sein.
Was meint Ihr?
#IMO #Klimawandel #Klimaresilienz #Städte #Spaliere #Spalierkonstruktionen #WilderWein #Abkühlung #Sonnenschutz #Frage @dach


Fassaden lieben diesen Trick. Gewächse wie Wilder Wein verursachen massive Schäden an Fassaden. Der kriecht überall rein und sprengt die Verbindungen auf.
Dann hat man noch den Aspekt dass die Pflanzen mehr organisches Material auf die Straßen werfen. Was zu höheren Reinigungskosten führt.
Die Sache mit dem Wasser. Prinzipiell ja, Regenwasser geht da auch klar. Aber woher kommt’s? Die Tanklaster die aktuell die Bäume am Leben halten die wären dann mehr als ausgelastet.
Für eine deutsche Stadt denke ich schwierig. Dafür gibt’s bei uns zu viel Reglementierung und wenig Leute kämen auf die Idee den Bereich vorm Haus regelmäßig und unentgeltlich sauber zu halten wenn es doch die Stadtverwaltung tun sollte. Und wie viel Geld die dafür über haben?
Zum Kühleffekt: ja existiert. Ob man dann 30°C und 50% Luftfeuchtigkeit gegen 28°C und 85% Luftfeuchtigkeit eintauscht wäre jetzt die Frage. Man muss hier ja bedenken: man beschattet nicht partiell einen Hinterhof und die Feuchtigkeit verteilt sich über die Luft sondern man hat mit so großen Maßnahmen auch eine große Fläche eingebunden.
Wilder Wein (oder Efeu) ist ein Selbstklimmer, der mit Haftscheiben haftet. Auf fugenlosen Fassaden ist das unproblematisch. Selbst das denkmalgeschützte Fernsprechamt in Hamburg ist eine Klinkerfassade, die zu großen Teilen mit Wein bewachsen ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsprechamt_Schlüterstraße
Wilder Wein wurzelt sehr tief und ist dementsprechend trockenresistent.
Mit entsprechender Verseilung funktionieren auch Schlingklimmer wie Blauregen.
Die Stadt Hamburg zum Beispiel berät zu dem Thema und zeigt unterschiedliche Möglichkeiten auf: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/hamburgs-gruen/gruendach-und-gruene-fassaden/gruene-fassaden/wie-plane-ich-eine-fassadenbegruenung-281610 Dort hält sich die Reglementierung in Grenzen. Organisches Material ist so oder so im Herbst in rauen Mengen vorhanden.
@HansGruber
Da weißt Du anscheinend mehr als die die sich beruflich damit beschäftigen.
facebook.com/watch/?v=82735872…
Der Herr spricht von der reinen Fassade. Was ja auch stimmt. Solange die Fassade intakt ist und die Pflanze keine Löcher wie Fenster, Fassadenrisse oder die Traufe nicht erreicht ist alles in Ordnung.
Wächst der Wein mal bis ins Dach hebt der dir die Dachplatten an. Hat die Fassade einen Riss, wachsen dort die Wurzeln rein und sprengen den Putz ab. Ich hab in den letzten Jahren ausreichend alte Gebäude gesehen bei denen man den Wein/Efeu wachsen hat lassen.
Bezüglich des Videos dazu: wenn jemand sagt es sei “a bisserl a Mythos” und anschließend nur von den Saugnäpfen spricht die an der Fassade kleben, das Wurzelwerk jedoch völlig ignoriert, der hat für mich wenig den Thema beigetragen.
Bedenkt man dass wir von einer Stadt sprechen haben wir alles mögliche an Fassaden. Vom Sandsteinklinker, gefliest, Zementputz, Holz etc. Dazu gibt’s noch nicht dichte Fensterlaibungen, Fensterrahmen mit Entwässerungsschlitz, Rolladenkästen, Dunstabzüge, hinterlüftete Fassaden, die machen mit Efeu richtig Spaß, da muss der sich nicht mal anstrengen um alles zu bewohnen. Heißt man muss den regelmäßig frei halten. Das ist richtig schön Arbeit.
Das ist jetzt vielleicht etwas flappsig aber ich würde selbst einem Baumarkt hier mehr Beweislast zusprechen als einem Facebook Video mit 4 Kommentaren die ich nicht lesen kann. Hier https://toom.de/selbermachen/garten-freizeit/gartenpflege/gartentipps/efeu-entfernen/
@HansGruber Jo das Problem existiert bei Gebäuden. Deshalb sollten Rankhilfen einen gewissen Abstand zum Mauerwerk haben, was dann bzw. Zu einen noch besseren Mikroklima um die Gebäude führt als wenn man das direkt an die Wände macht. Man wird was die Wasserversorgung betrifft kurz bis mittelfristig nicht darum herum kommen Leitungen zu legen, den ja auf Dauer ist das mit Tanklastern so oder so nicht machbar. Der Kühleffekt ist sehr stark spürbar und dazu gibt es inzwischen auch einiges an Studien. Die Luftfeuchtigkeit war dabei bisher meines Wissens nicht das Problem.
Ergänzend ist gerade in Städten ein “kletterbares” Haus auch eins, wo einfacher schnell eingebrochen werden kann.
Wirklich schade, dass das ein Faktor ist.
@Asinus @HansGruber Dann muss man es entsprechend absichern. Und ja wirklich bescheiden das wir in einer Welt leben in der es ein Faktor ist.