Was nützt eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren bei Social Media? Kaum etwas, belegen Studien aus Australien. Experten aus Schleswig-Holstein raten daher zu einem Stufenmodell ab 13. Von Ministerpräsident Günther kommt scharfe Kritik.
Die logische Konsequenz ist doch, dass man die süchtig machenden Techniken und Elemente dieser Plattformen generell und konsequent verbietet.
Denn erstens ist die Motivation der Nutzung nicht der Suchteffekt.
Zweitens sind die Plattformen ganz gezielt so gestaltet, weil es die Nutzung verstärkt und z.B. Werbeumsätze fördert , eben “addictive by design”.
Drittens schaden diese Eigenschaften ganz deutlich auch Erwschsenen - und das liegt nicht an mangelnder Intelligenz oder fehlenden Kompetenzen.
Viertens ist eine Beschränkung der Plattformen anstatt der Nutzer einerseits datenschutzfreundlich, und greift auch nicht in die Grundrechte von Individuen ein. Die Nutzer haben ja auch nichts verbrochen, womit man das rechtfertigen könnte. Menschen haben Grundrechte, nicht Konzerne - und es ist genau der Job des Staates, die Grundrechte zu schützen!
Fünftens ist es einfach nur saudumm, in einer weltweiten Welle von autoritären und neofaschistischen Tendenzen, die in Deutschland zu einer buchstäblichen Naziregierung führen kann, neue technische Instrumente zu installieren, die wie geschaffen sind zur Kontrollle und Überwachung. Es stellt sich die Frage, was z.B. die CDU da eigentlich will.
Nachgelegt: Wir haben ja auch nicht Kinder von Fahrten in Fernzügen ausgeschlossen, weil’s da Leute gab die rauchen - wir haben das Rauchen im Zug abgeschafft.
Die logische Konsequenz ist doch, dass man die süchtig machenden Techniken und Elemente dieser Plattformen generell und konsequent verbietet.
Das fände ich persönlich zwar gut, wüsste aber nicht, auf welcher rechtlichen Grundlage man sowas verbieten will, wenn andere Stoffe und Aktivitäten weiterhin legal sind: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Cannabis, Koffein, Zucker etc. können ja auch ganz erhebliche negative Auswirkungen haben auf Erwachsene und dennoch überlässt man es dem Individuum, den eigenen Konsum zu hinterfragen und zu steuern.
Greift ein Verbot der abhängig machenden Elemente nicht in die Handlungsfreiheit Einzelner ein. (Und umgekehrt gibt es auch kein Recht darauf, toxische bleihaltige Farben oder Asbestteile zu kaufen, nur weil du persönlich ein bisschen Krebs ganz geil findest - hier geht der Schutz des Kollektivs vor).
Sehen sich viele Leute wegen der Netzwerkeffekte auch genötigt, diese Plattformen zu benutzen, die es von sich aus nicht tun würden. Ist halt wie Rauchen in der U-Bahn: Andere können es sich nicht aussuchen, ob sie U-Bahn fahren, also bleibt sie rauchfrei.
Ich widerspreche dir nicht wirklich bei den deinen Argumenten. Wie gesagt - ich hab absolut nichts dagegen, wenn man das Suchtpotential von Social Media verringern würde. Ich glaube trotzdem nicht, dass es dazu kommt.
Ja, bei den von mir gebrachten Analogien (Glücksspiel, Alkohol, Zucker usw.) gibt es Regulierungen aber dort wurde nirgendwo der Suchteffekt selbst eingeschränkt, sondern allenfalls der Zugang (Minderjährige, staatliche Lizenzen) oder es wurden (aus meiner Sicht eher halbherzig) Präventionsmaßnahmen (Schockbilder, Aufklärung, Nutriscore) eingeführt.
Ein Verbot von Endlosscrolling oder eine verpflichtende Beschränkung der Bildschirmzeit würde mich persönlich extrem überraschen. Zumal es auch extrem schwierig wäre die verbotenen Algorithmen präzise zu spezifizieren. Würde dann vermutlich von den Plattformen minimal angepasst und dann durch etwas ähnliches mit gleichem Suchtpotential ersetzt.
Dieses Hamsterrad sehen wir ja auch bei den Legal Highs. Da wird eine Substanz dann eben chemisch minimal verändert, um dem Verbot zu entgehen. Und ich würde sagen, dass die Industrie und politische Macht hinter den Social Media Plattformen wesentlich größer ist als bei den Drogenlaboren dieser Welt.
Dein Argument mit Blei und Asbest müsstest du bitte nochmal erläutern. Da verstehe ich den Bezug zu Sucht ehrlich gesagt nicht.
Die von dir genannten Sachen waren aber schon lange vor Bekanntwerden der jeweiligen Schädlichkeit legal. Ich rede hier von mehreren Jahrhunderten.
Doomscrolling z.B. ist im Vergleich jetzt alles andere als alt, ich kann mich sogar noch genau daran erinnern wie ich Google Feedback gesendet habe, dass ich das bei den Suchergebnissen scheiße finde, als die es dort neu eingeführt hatten. Weil es immer passieren kann dass beim Klick aufs Mausrad um einen neuen Tab zu öffnen dieser als “rollen” registriert wird und man dann das Suchergebnis das man wollte nicht mehr wiederfindet. Ein Problem was ich so nie hatte als man halt nur seine 10-20 Suchergebnisse pro Seite hatte.
Mit Gesetzen schafft man die Grundlage. Es wäre moralisch zweifelhaft aber als Gesellschaft können wir alles verbieten, solange es im Bundestag die nötigen Mehrheiten hat. Es darf nur nicht gegen das Grundgesetz verstossen.
Nikotin ist eine psychoaktive Substanz und die Abhängigkeit von solchen ist nicht vergleichbar mit substanzungebundenen Abhängigkeiten. Ein besserer Vergleich wäre Glücksspielsucht, Kaufsucht oder bestimmte Typen von Essstörungen.
Naja, früher habe ich mich oft selbst beim “Doomscrolling” erwischt. Youtube Shorts endlos gescrollt. Du schaust was witziges an und es folgen ähnliche Videos und auf einmal ist ne Stunde dahin… ist absolut krass wie das funktioniert manchmal.
Die logische Konsequenz ist doch, dass man die süchtig machenden Techniken und Elemente dieser Plattformen generell und konsequent verbietet.
Denn erstens ist die Motivation der Nutzung nicht der Suchteffekt.
Zweitens sind die Plattformen ganz gezielt so gestaltet, weil es die Nutzung verstärkt und z.B. Werbeumsätze fördert , eben “addictive by design”.
Drittens schaden diese Eigenschaften ganz deutlich auch Erwschsenen - und das liegt nicht an mangelnder Intelligenz oder fehlenden Kompetenzen.
Viertens ist eine Beschränkung der Plattformen anstatt der Nutzer einerseits datenschutzfreundlich, und greift auch nicht in die Grundrechte von Individuen ein. Die Nutzer haben ja auch nichts verbrochen, womit man das rechtfertigen könnte. Menschen haben Grundrechte, nicht Konzerne - und es ist genau der Job des Staates, die Grundrechte zu schützen!
Fünftens ist es einfach nur saudumm, in einer weltweiten Welle von autoritären und neofaschistischen Tendenzen, die in Deutschland zu einer buchstäblichen Naziregierung führen kann, neue technische Instrumente zu installieren, die wie geschaffen sind zur Kontrollle und Überwachung. Es stellt sich die Frage, was z.B. die CDU da eigentlich will.
Die ehrliche Antwort auf diese Frage könnte Teile der Bevölkerung verunsichern.
Es tut gut, endlich mal eine vernünftige Position zu dem Thema zu lesen. Danke
Nachgelegt: Wir haben ja auch nicht Kinder von Fahrten in Fernzügen ausgeschlossen, weil’s da Leute gab die rauchen - wir haben das Rauchen im Zug abgeschafft.
Das fände ich persönlich zwar gut, wüsste aber nicht, auf welcher rechtlichen Grundlage man sowas verbieten will, wenn andere Stoffe und Aktivitäten weiterhin legal sind: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Cannabis, Koffein, Zucker etc. können ja auch ganz erhebliche negative Auswirkungen haben auf Erwachsene und dennoch überlässt man es dem Individuum, den eigenen Konsum zu hinterfragen und zu steuern.
Gibt’s auch da Regulierungen
Greift ein Verbot der abhängig machenden Elemente nicht in die Handlungsfreiheit Einzelner ein. (Und umgekehrt gibt es auch kein Recht darauf, toxische bleihaltige Farben oder Asbestteile zu kaufen, nur weil du persönlich ein bisschen Krebs ganz geil findest - hier geht der Schutz des Kollektivs vor).
Sehen sich viele Leute wegen der Netzwerkeffekte auch genötigt, diese Plattformen zu benutzen, die es von sich aus nicht tun würden. Ist halt wie Rauchen in der U-Bahn: Andere können es sich nicht aussuchen, ob sie U-Bahn fahren, also bleibt sie rauchfrei.
Ich widerspreche dir nicht wirklich bei den deinen Argumenten. Wie gesagt - ich hab absolut nichts dagegen, wenn man das Suchtpotential von Social Media verringern würde. Ich glaube trotzdem nicht, dass es dazu kommt.
Ja, bei den von mir gebrachten Analogien (Glücksspiel, Alkohol, Zucker usw.) gibt es Regulierungen aber dort wurde nirgendwo der Suchteffekt selbst eingeschränkt, sondern allenfalls der Zugang (Minderjährige, staatliche Lizenzen) oder es wurden (aus meiner Sicht eher halbherzig) Präventionsmaßnahmen (Schockbilder, Aufklärung, Nutriscore) eingeführt.
Ein Verbot von Endlosscrolling oder eine verpflichtende Beschränkung der Bildschirmzeit würde mich persönlich extrem überraschen. Zumal es auch extrem schwierig wäre die verbotenen Algorithmen präzise zu spezifizieren. Würde dann vermutlich von den Plattformen minimal angepasst und dann durch etwas ähnliches mit gleichem Suchtpotential ersetzt.
Dieses Hamsterrad sehen wir ja auch bei den Legal Highs. Da wird eine Substanz dann eben chemisch minimal verändert, um dem Verbot zu entgehen. Und ich würde sagen, dass die Industrie und politische Macht hinter den Social Media Plattformen wesentlich größer ist als bei den Drogenlaboren dieser Welt.
Dein Argument mit Blei und Asbest müsstest du bitte nochmal erläutern. Da verstehe ich den Bezug zu Sucht ehrlich gesagt nicht.
Die von dir genannten Sachen waren aber schon lange vor Bekanntwerden der jeweiligen Schädlichkeit legal. Ich rede hier von mehreren Jahrhunderten.
Doomscrolling z.B. ist im Vergleich jetzt alles andere als alt, ich kann mich sogar noch genau daran erinnern wie ich Google Feedback gesendet habe, dass ich das bei den Suchergebnissen scheiße finde, als die es dort neu eingeführt hatten. Weil es immer passieren kann dass beim Klick aufs Mausrad um einen neuen Tab zu öffnen dieser als “rollen” registriert wird und man dann das Suchergebnis das man wollte nicht mehr wiederfindet. Ein Problem was ich so nie hatte als man halt nur seine 10-20 Suchergebnisse pro Seite hatte.
Edit: Tippfehler
Mit Gesetzen schafft man die Grundlage. Es wäre moralisch zweifelhaft aber als Gesellschaft können wir alles verbieten, solange es im Bundestag die nötigen Mehrheiten hat. Es darf nur nicht gegen das Grundgesetz verstossen.
Exakt dies.
Kennt hier jemand Leute, die mit Plattformen ähnliche Probleme wie mit zB Nikotin hatten?
Nikotin ist eine psychoaktive Substanz und die Abhängigkeit von solchen ist nicht vergleichbar mit substanzungebundenen Abhängigkeiten. Ein besserer Vergleich wäre Glücksspielsucht, Kaufsucht oder bestimmte Typen von Essstörungen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Substanzungebundene_Abhängigkeit
Naja, früher habe ich mich oft selbst beim “Doomscrolling” erwischt. Youtube Shorts endlos gescrollt. Du schaust was witziges an und es folgen ähnliche Videos und auf einmal ist ne Stunde dahin… ist absolut krass wie das funktioniert manchmal.
Bei Tiktok auf jeden Fall.
Persönlich oder Bekannte? Wie fühlt sich das an im Vergleich zu Fediverse Social Media oder Videospielen?
Danke für’s Feedback.
Aus eigener Erfahrung, kommt dem “Nur noch ein weiteres Spiel/Darauf kann man nicht Enden” von manchen Spielen sehr nahe
Bekannte, aber ich merke es auch bei mir selbst wenn ich mich mal auf Youtube Shorts verirre.
Vergleiche dazu finde ich schwierig 🤷