• rbn@sopuli.xyz
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    ·
    2 days ago

    Die logische Konsequenz ist doch, dass man die süchtig machenden Techniken und Elemente dieser Plattformen generell und konsequent verbietet.

    Das fände ich persönlich zwar gut, wüsste aber nicht, auf welcher rechtlichen Grundlage man sowas verbieten will, wenn andere Stoffe und Aktivitäten weiterhin legal sind: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Cannabis, Koffein, Zucker etc. können ja auch ganz erhebliche negative Auswirkungen haben auf Erwachsene und dennoch überlässt man es dem Individuum, den eigenen Konsum zu hinterfragen und zu steuern.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      5
      ·
      edit-2
      1 day ago
      1. Gibt’s auch da Regulierungen

      2. Greift ein Verbot der abhängig machenden Elemente nicht in die Handlungsfreiheit Einzelner ein. (Und umgekehrt gibt es auch kein Recht darauf, toxische bleihaltige Farben oder Asbestteile zu kaufen, nur weil du persönlich ein bisschen Krebs ganz geil findest - hier geht der Schutz des Kollektivs vor).

      3. Sehen sich viele Leute wegen der Netzwerkeffekte auch genötigt, diese Plattformen zu benutzen, die es von sich aus nicht tun würden. Ist halt wie Rauchen in der U-Bahn: Andere können es sich nicht aussuchen, ob sie U-Bahn fahren, also bleibt sie rauchfrei.

      • rbn@sopuli.xyz
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        ·
        edit-2
        17 hours ago

        Ich widerspreche dir nicht wirklich bei den deinen Argumenten. Wie gesagt - ich hab absolut nichts dagegen, wenn man das Suchtpotential von Social Media verringern würde. Ich glaube trotzdem nicht, dass es dazu kommt.

        Ja, bei den von mir gebrachten Analogien (Glücksspiel, Alkohol, Zucker usw.) gibt es Regulierungen aber dort wurde nirgendwo der Suchteffekt selbst eingeschränkt, sondern allenfalls der Zugang (Minderjährige, staatliche Lizenzen) oder es wurden (aus meiner Sicht eher halbherzig) Präventionsmaßnahmen (Schockbilder, Aufklärung, Nutriscore) eingeführt.

        Ein Verbot von Endlosscrolling oder eine verpflichtende Beschränkung der Bildschirmzeit würde mich persönlich extrem überraschen. Zumal es auch extrem schwierig wäre die verbotenen Algorithmen präzise zu spezifizieren. Würde dann vermutlich von den Plattformen minimal angepasst und dann durch etwas ähnliches mit gleichem Suchtpotential ersetzt.

        Dieses Hamsterrad sehen wir ja auch bei den Legal Highs. Da wird eine Substanz dann eben chemisch minimal verändert, um dem Verbot zu entgehen. Und ich würde sagen, dass die Industrie und politische Macht hinter den Social Media Plattformen wesentlich größer ist als bei den Drogenlaboren dieser Welt.

        Dein Argument mit Blei und Asbest müsstest du bitte nochmal erläutern. Da verstehe ich den Bezug zu Sucht ehrlich gesagt nicht.

    • Tartufo@lemmy.world
      link
      fedilink
      arrow-up
      7
      ·
      edit-2
      2 days ago

      Die von dir genannten Sachen waren aber schon lange vor Bekanntwerden der jeweiligen Schädlichkeit legal. Ich rede hier von mehreren Jahrhunderten.

      Doomscrolling z.B. ist im Vergleich jetzt alles andere als alt, ich kann mich sogar noch genau daran erinnern wie ich Google Feedback gesendet habe, dass ich das bei den Suchergebnissen scheiße finde, als die es dort neu eingeführt hatten. Weil es immer passieren kann dass beim Klick aufs Mausrad um einen neuen Tab zu öffnen dieser als “rollen” registriert wird und man dann das Suchergebnis das man wollte nicht mehr wiederfindet. Ein Problem was ich so nie hatte als man halt nur seine 10-20 Suchergebnisse pro Seite hatte.

      Edit: Tippfehler

    • plyth@feddit.org
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      6
      ·
      2 days ago

      auf welcher rechtlichen Grundlage

      Mit Gesetzen schafft man die Grundlage. Es wäre moralisch zweifelhaft aber als Gesellschaft können wir alles verbieten, solange es im Bundestag die nötigen Mehrheiten hat. Es darf nur nicht gegen das Grundgesetz verstossen.