• RoflmasterBigPimp@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    6
    ·
    14 hours ago

    Ausländische Frauen ziehen den Durchschnitt also nach oben – und sie leben ganz überwiegend im Westen. Wenn man diesen Effekt herausrechnet, liegt der Unterschied zwischen West und Ost nicht mehr bei 0,12 – sondern schätzungsweise nur noch bei rund 0,02. Fünf Sechstel des Abstandes beruhen also auf diesem Zusammensetzungseffekt.

    Warum sollte man das raus rechnen? Ist das nicht auch Teil der demographischen Entwicklung das Zuzug ausbleibt?

    Wenn man bewusst Personen vergrault, dann darf man sich nicht wundern wenn keiner mehr dahin will.

    Zudem werden ja nicht nur Personen vergrault die die Ansässigen “nicht haben” wollen sondern halt auch andersdenkende.

    Bspw. junge Frauen.

  • baleanar@discuss.tchncs.de
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    2
    arrow-down
    1
    ·
    17 hours ago

    Tja, hätte vielleicht weniger Naziosten sein sollen 🤷

    Aber ganz ernsthaft, ich bin noch immer fedr überzeugt vom Hauptgrund der heutigen Lage: Überwohlhabende die uns und unseren Staat ausbeuten womit weniger Geld für Bildung, Infrastruktur und andere Grunddienste übrig bleibt.

    • Melchior@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      1
      ·
      13 hours ago

      Wenn es weniger Arbeitskräfte pro Kapital gibt, dann hilft das den Arbeitnehmer. Das ist ein ganz wichtiger Grund, warum die Regierung momentan die Arbeitsrechte aufweichen will. Das geht auch International in die richtige Richtung.

  • JensSpahnpasta@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    11
    ·
    1 day ago

    Der Artikel ist übrigens wirklich toll geschrieben, erklärt, ordnet ein und das auf Basis konkreter Statistiken. Wirklich ein richtig guter Text!

    (Und das wird echt interessant. Wenn du Landkreise hast, in denen über 40% über 60 Jahre alt sind, dann weißt du, dass da in 10 oder 15 Jahren wirklich die Lichter ausgehen)

  • DrunkenPirate@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    14
    arrow-down
    1
    ·
    edit-2
    2 days ago

    Die Grafik mit dem Anteil der über 60jährigen in deutschen Landkreisen, hat frappierende Korrelation mit der Wahlkarte Stimmen für die AfD.

    https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Fakultaeten/WiSo/Rechtsextremismusforschung/Grafiken/Abb1_BT21_AfD_Zweitstimme_DE_GEM_ZP_5er_RDY.jpg

    Und das Resümee des Artikels: Der Osten überaltert, viele junge Frauen sind weg und es werden deswegen weniger Kinder geboren.

    Dazu kommt, dass ausländische Frauen, die mehr Kinder bekommen als deutsche, nicht in den Osten gehen (was ich echt verstehe).

    Jetzt mal die provokante Frage an „die Ossi‘s“: Warum bekommt ihr es nicht hin, dass „eure“ Frauen wieder zurück kommen in die Heimat?

    (Mir ist sehr häufig in den Osten-Diskussionen die Tendenz von „Ostlern“ aufgefallen, die Schuld bei anderen Wessis/Ausländer/Chefs/whoever zu suchen. Nie bei sich selbst oder sich zu hinterfragen)

    • baleanar@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      2
      ·
      17 hours ago

      Jetzt mal die provokante Frage an „die Ossi‘s“: Warum bekommt ihr es nicht hin, dass „eure“ Frauen wieder zurück kommen in die Heimat?

      Ohne Schmach oder so: die sind eben ungebildet. Zudem hatten viele da Eltern die in Zeiten aufgewachsen sind wo es keine Demokratie gab. Die Demokratie wurde ihnen aufgezwungen. Sie lebten schlichtweg in ganz anderen Zeiten. Das gibt man dann an die folgenden Generationen weiter.

      Es hilft zudem nicht dass sie in einem Land sind, das seit dem Mauerfall sich gegen Entwicklung strebt und vom Internet überrumpelt wurde. Die Sehnsucht nach den “guten alten Zeiten” verbunden mit Unbildung und Technologieverdrossenheit führt schlichtweg zur Vorgestrigkeit. Das passt natürlich nicht in eine Welt wo Menschen sich gleichwertig fühlen, verhalten, und natürlich auch sind.

      Wenn es weiterhin der Elite zugute kommt wenn sich das Proletariat bekeift und nur an sich denken kann / muss, tja, dann kriegt man eben solche wie Ossis.

    • nachtigall@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      13
      ·
      1 day ago

      Warum bekommt ihr es nicht hin, dass “eure” Frauen wieder zurück kommen in die Heimat?

      Das Fehlen von Perspektiven?

      Gefühlt gibt es (insbesondere im ländlichen) Ostdeutschland kaum Berufe außerhalb des Handwerks, vielleicht teilweise noch etwas Industrie, aber sehr wenig im Handels- oder Dienstleistungssektor.

      Und familienfreundlich ist es nicht gerade, wenn die Kultur hier aus rechtsextremen Ronnys und rückwärtsgewandter (N)Ostalgie besteht. Mit den lokalen Betonköpfe würde ich auch nur ungern eine Familie aufbauen wollen.

      Bin zwar keine Frau, aber kann das an der eigenen Vita durchaus nachvollziehen. Beim Aufwachsen in ST hatte ich keine Wahl, Studieren in der offeneren Landeshauptstadt ging noch, aber dann keinen Grund gefunden, hierzu bleiben, weil zukunftssichere Jobs fehlen, Infrastruktur mäßig ist und die Leute komisch sind.

    • Wrufieotnak@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      9
      ·
      1 day ago

      Warum sollten sie denn zurückkommen?

      Man zieht dahin wo man sich Perspektive erhofft. Das passiert häufig während der formenden Jahre zwischen 16-30. Während dieser Zeit lernen die meisten auch ihre Partner kennen und bauen sich einen Freundeskreis auf, meist um den Studienort. In ihrer alten Heimat haben sie wesentlich weniger Perspektiven und ihr Freundeskreis ist weit weg. Da sind ideologische Unterschiede noch gar nicht dabei, aber selbst daraus ist es nicht sehr reizvoll, zurückzuziehen.

      Was soll sich daran jetzt durch die Bevölkerung im Osten ändern? Das sind strukturelle Probleme, die von der dummen rückwärtsgewandten Einstellung die du ansprichst noch nicht mal betroffen ist. Die kommt dann eher noch oben drauf.

      • DrunkenPirate@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        3
        ·
        1 day ago

        Verstehe ich und kenne es aus meiner Region auch so. Nur: Warum ziehen viel mehr Frauen weg, als Männer?

        Das ist schon ein augenfälliger Unterschied zu anderen Bundesländern.

        Und nur mal kurz am Rande: ich finde ostdeutsche Frauen viel cooler als westdeutsche. Aus verschiedenen Gründen, aber das ist eher OT.

        • Wrufieotnak@feddit.org
          link
          fedilink
          arrow-up
          2
          ·
          edit-2
          1 day ago

          Warum ziehen viel mehr Frauen weg, als Männer?

          Berechtigte Frage, zu der ich aber keine fundierte Antwort kenne, nur Mutmaßungen meinerseits.

          Im Durchschnitt heiraten Frauen wirtschaftlich stärker nach oben als anders herum, was zum Beispiel bei Ärzten gut erkennbar ist. Wirtschaftlich besser gestellte Männer als studierte Frauen gibt es häufiger in Westdeutschland als Ostdeutschland.

          Edit: und nur um klar zustellen, damit ist keine Wertung meinerseits verbunden. Es gibt sehr viele Gründe warum das so ist, unter anderem das Frauen in unserer Gesellschaft häufiger allein und sitzen gelassen wurden von ihren Männern als anders herum. In so einer Situation bietet es sich dann an ein Polster zu haben.

          Und das Frauen, gerade studierte, damn auch stärker linke Politik vertreten macht ihnen es dann natürlich auch nicht schmackhafter in gewisse Gebiete im Osten zurückzugehen. Aber wenn wir gegen die braune Scheiße nicht gegen steuern als Gesellschaft haben wir sowieso ein Riesenproblem, ganz unabhängig von der Demographie.

          • DrunkenPirate@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            2
            ·
            11 hours ago

            Ich kenne die Antwort auch nicht. Möchte nur folgenden Punkt hinzufügen:

            Gerade die Frauen in Ostdeutschland sind wirtschaftlich besser aufgestellt und emanzipierter als die im Westen. Frauen haben dort ganz selbstverständlich gearbeitet, tun das auch weiterhin und geben diese Unabhängigkeit an ihrer Töchter weiter. Das sieht man unter anderem in der Rentenstatistik mit höheren Bezügen bei ostdeutschen Frauen.

            Ich würde sagen Frauen sind dort mehr auf Augenhöhe mit den Männern. (Zumindest habe ich es so kennengelernt) Daher würde ich das „nach oben heiraten“ als nicht so gewichtig sehen. Deinen zweiten Punkt schon viel mehr. Das ist ja auch ein Phänomen in ländlichen Gebieten der USA

            • Wrufieotnak@feddit.org
              link
              fedilink
              arrow-up
              1
              ·
              edit-2
              10 hours ago

              Hessen ist aber auch eine zutiefst braune Region (Koch, Lübckes Mord, etc.) und trotzdem ziehen die Frauen dort nicht weg. Gibt also definitiv mehr Faktoren als nur den.

              Und der Wegzug war vor allem in den 90ern und frühen 2000ern, da wurden diese Strukturen im Osten erst aufgebaut und gefestigt (danke hier nochmal an den Verfassungsschutz für die tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der rechten Netzwerke ihr scheiß Faschisten). Rechtes Gedankengut war da, keine Frage, aber so in der Mitte der Gesellschaft war es damals noch nicht.

    • spamspeicher@feddit.org
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      6
      arrow-down
      1
      ·
      1 day ago

      Und, wieviele Millionen-/ Milliardenschwere Unternehmen hast du aufgebaut, die am Ende mit gut bezahlten Arbeitsplätzen locken bzw. weitere kleinere Unternehmen als Support/ Zulieferer anziehen? Also was tust du, dass die Menschen in deiner Region bleiben, oder ruhst du dich auch auf dem aus was einfach schon da ist?

      Der Osten hat mehrfach geblutet. Nach dem zweiten Weltkrieg sind extrem viele Unternehmen (verständlicherweise) in die Bundesrepublik umgesiedelt. Das was noch da war wurde dann durch die sowjetische Besatzung (mit Unterstützung ostdeutscher Politker) zerstört oder enteignet. Das wenige was dann in der DDR aufgebaut wurde, wurde nach der Wende zum großen Teil auch noch zerstört. Nach der Wende waren die meisten ostdeutschen Unternehmen sicherlich so marode, dass eine Abwicklung sinvoll war. Gleichzeitig wurden aber auch Unternehmen geschlossen, die vielleicht mit etwas Unterstützung erfolgreich gewesen wären, aber für einen Teil der westdeutschen Unternehmen war das ungewollte Konkurenz, also: zumachen. Das sind alles Themen die Ich und alle die hier wohnen nicht (mehr) beeinflussen können.

      Das hat nichts mit “Schuld bei anderen suchen” zu tun. Hier fehlen einfach gewachsene Strukturen/ Unternehmen/ Kapital, genau das was aber benötigt wird um Menschen in der Region zu halten bzw. etwas neues aufzubauen um sie wieder herzuholen. Die ganzen gut bezahlten Jobs in F/E, Unternehmensleitung, ja selbst einfach in der Industrie gibt es hier nicht oder nur sehr wenig. Der Osten ist immernoch die verlängerte Werkbank. Es wird schlechter bezahlt, ist schlechter ausgestattet, hat gleichzeitig aber nicht die Freiheiten oder Förderung um daraus zu lernen und etwas eigenständiges aufzubauen wie es z.B. in China der Fall ist.

      Und doch wird auch im Osten einiges neu aufgebaut, das ist im Vergleich nichts zu dem im Westen was einfach schon da ist. Da gehen noch viele Jahre (oder Jahrzente) ins Land bis das einen spürbaren Einfluss hat.

      • JensSpahnpasta@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        6
        ·
        1 day ago

        Der Osten hat mehrfach geblutet. Nach dem zweiten Weltkrieg sind extrem viele Unternehmen (verständlicherweise) in die Bundesrepublik umgesiedelt. Das was noch da war wurde dann durch die sowjetische Besatzung (mit Unterstützung ostdeutscher Politker) zerstört oder enteignet. Das wenige was dann in der DDR aufgebaut wurde, wurde nach der Wende zum großen Teil auch noch zerstört

        Was man nicht vergessen sollte: Diverse Gegenden im Osten waren noch nie wirklich reich und prosperierend. Klar, Sachsen und Berlin. Aber irgendwo im Sand in Vorpommern oder in den Tiefen des Thüringer Waldes war auch schon im Kaiserreich nie wirklich viel los.

        • spamspeicher@feddit.org
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          5
          ·
          1 day ago

          Zustimmung mit Einschränkung. Was wäre passiert, wenn man diese Regionen nach dem Krieg massiv gefördert hätte? Dabei schiele Ich mal Richtung Bayern.

      • DrunkenPirate@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        3
        arrow-down
        2
        ·
        edit-2
        1 day ago

        Wenn du es auf die persönliche magst: Selbstständigkeit mit 19, Internet-Startup mit 24 (in Dotcomkrise weggerasselt), angestellt, jetzt Vorbereitung zum neuen Unternehmen. Und du?

        Was ist denn die Erwartungshaltung? Die DDR war runtergerockt. Materiell wie ideologisch. Das war nicht im Ansatz in dem Zustand, wie irgendein westeuropäischer Staat.

        Dann Wende und bitte schön direkt das Niveau wie im Westen?

        • Melchior@feddit.org
          link
          fedilink
          arrow-up
          2
          arrow-down
          1
          ·
          13 hours ago

          Es haben ja Strukturen überlebt. So in etwa das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt, die Stromnetze, Braunkohleindustrie und so weiter. Da wäre es in viele Stellen schlauer gewesen die Unternehmen an die Börse zu bringen, als sie an westdeutsche oder ausländische Konzerne zu verkaufen.