Mit 1,32 Kindern je Frau war die Geburtenrate 2025 in Deutschland so niedrig wie seit 1997 nicht, und ganz hinten steht Sachsen mit 1,16 Kindern je Frau. Der Reflex sagt: typisch Osten. Doch die ostdeutsche Kurve ist eine Achterbahn – nach der Wende steil bergab, später leicht über den West-Werten, nun wieder Schlusslicht. Dahinter stecken ein demografisches Echo, abgewanderte Frauen und "ergraute" Landkreise. Und ein Zusammensetzungseffekt, der zeigt: Ein großer Teil des heutigen "Rückstandes" ist gar kein ostdeutsches Verhalten, sondern Statistik.
Ich kenne die Antwort auch nicht. Möchte nur folgenden Punkt hinzufügen:
Gerade die Frauen in Ostdeutschland sind wirtschaftlich besser aufgestellt und emanzipierter als die im Westen. Frauen haben dort ganz selbstverständlich gearbeitet, tun das auch weiterhin und geben diese Unabhängigkeit an ihrer Töchter weiter. Das sieht man unter anderem in der Rentenstatistik mit höheren Bezügen bei ostdeutschen Frauen.
Ich würde sagen Frauen sind dort mehr auf Augenhöhe mit den Männern. (Zumindest habe ich es so kennengelernt) Daher würde ich das „nach oben heiraten“ als nicht so gewichtig sehen. Deinen zweiten Punkt schon viel mehr. Das ist ja auch ein Phänomen in ländlichen Gebieten der USA
Hessen ist aber auch eine zutiefst braune Region (Koch, Lübckes Mord, etc.) und trotzdem ziehen die Frauen dort nicht weg. Gibt also definitiv mehr Faktoren als nur den.
Und der Wegzug war vor allem in den 90ern und frühen 2000ern, da wurden diese Strukturen im Osten erst aufgebaut und gefestigt (danke hier nochmal an den Verfassungsschutz für die tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der rechten Netzwerke ihr scheiß Faschisten). Rechtes Gedankengut war da, keine Frage, aber so in der Mitte der Gesellschaft war es damals noch nicht.