Actimel Classic wäre sogar von B auf E gefallen, weil Trinkjoghurts nun nicht mehr als Mahlzeiten, sondern als Getränke gelten.
Das beschreibt für mich das Hauptproblem: Man weiß nie womit eigentlich verglichen wird. Deswegen weiß ich ja dann auch nicht ob ein grünes A nun toll ist oder nur “relativ gut aber eigentlich ist in der Produktkategorie alles Mist”.
Daher folgt dann, dass der Nutri-Score ein schwaches Kriterium ist und erstmal nach Anderen gefiltert wird (Preis, Marke, etc). In den meisten Fällen ist die Entscheidung also schon klar bevor der Nutri-Score relevant ist und das macht ihn irrelevant.
Ne, innerhalb einer Produktkategorie (NICHT innerhalb der Nutriscore Kategorisierung) macht der Sinn.
Ich weiß schon, dass ich eher Karotten statt Cornflakes essen sollte, dafür brauche ich keinen Score. Aber wenn ich vor 28 Cornflakespackungen stehe, und mich entscheiden muss, und dann eine Packung C, die andere E hat, aber mir tendenziell beide gut schmecken? Dann greife ich zur C Packung. Dann ist was gewonnen.
Es muss halt nicht mal ne wirkliche Kategorie sein. Er macht immer dann Sinn, wenn für dich in Frage kommt, die beiden Lebensmittel gegeneinander auszutauschen. Pommes mit Nutella vergleichen macht meistens keinen Sinn, weil die völlig unterschiedlich gegessen werden. Aber wenn du statt der Pommes vielleicht eine Gemüsemischung oder ein Fertiggericht, eine Pizza o.ä. essen würdest, dann macht es absolut Sinn, diese Lebensmittel miteinander zu vergleichen, auch wenn es wie verschiedene “Kategorien” wirkt.
Dann klassifiziert ein Hersteller sein Müsli als Kekse und bekommt ein A, obwohl es als Müsli eigentlich ein E wäre. Mindestens müsste über dem Score die Vergleichskategorie angegeben werden. Noch besser wäre wahrscheinlich ein Doppelscore: Einmal wird das Produkt absolut bewertet, wie (un)gesund es insgesamt ist. Und einmal relativ im Vergleich zu ähnlichen Produkten.
Gibt aber keine Kategorie Kekse. Gibt nur Fette, Käsee, Getränke und alles andere.
Ich habe vor ein paar Tagen mal gesucht und nirgends eine offizielle Liste dieser Kategorien gefunden. Woher hast du die Info?
https://de.wikipedia.org/wiki/Nutri-Score
Unter “Allgemeine Berechnung” steht das.
Danke, das war mir nicht klar. Das wirkt aber sehr willkürlich, dass man Käse eine eigene Kategorie zugestanden hat.
Weißt du, wie Halbfertig-Produkte bewertet werden? Also zum Beispiel Puddingpulver. Würde da der Nutriscore des Pulvers oder des fertig zubereiteten Lebensmittels zugrundegelegt?
Ah, hier https://de.wikipedia.org/wiki/Nutri-Score steht, dass bei Halbfertigprodukten das fertig erzeugte Lebensmittel herangezogen wird.
Einer der Kritikpunkte am Score ist, dass Hersteller eine Zubereitungsart vorschreiben dürfen (z.B. mit Magermilch statt Vollmilch anrühren) und den Score auf das fertige Produkt beziehen.
Das weiß ich nicht.
Aber Käse und Fette haben eine eigene Kategorie, damit überhaupt innerhalb der Kategorie eine Abstufung entsteht. Würde man da die allgemeine Kategorie anlegen, hätten die halt alle wegen der Energie- und Fettdichte ein E. Weil man ja aber gleiche Produkte vergleichen soll haben die eigene Kriterien, damit ich bei der Auswahl meines Bratöls eben feststellen kann, dass bspw. Walnussöl ggf. besser ist als Rapsöl. Oder Margarine besser als Schweineschmalz. Ich werde ja eben nicht denken “oh, ich brauche eigentlich Bratöl, naja, brate ich halt alles in Haferflocken an, weil die haben ein A, das Öl hat ja nur E”.
Es gibt ja auch komplett fettfreie Käsesorten wie Harzer Roller oder manche Frischkäsesorten. Finde, das Argument mit der Abstufung könnte man halt auch fast überall anwenden. Zumindest bei mir kommt da gleich ein gewisser Verdacht auf, dass da vielleicht eine Lobby mitkonzipiert hat. Aber werden wir wohl nie erfahren.
Wie auch schon die male vorher… Solange die Kategorie nicht drauf steht ist es mist. Woher soll ich den wissen, dass der Joghurt-quetschi ne andre Kategorie hat als der im Becher?
Es gibt für fast alles nur eine Nutriscore-Kategorie. Dieser weitverbreitete Glaube, es gäbe für jede Kategorie eine eigene Skala, ist Unsinn. Ausnahmen sind nur Getränke, Käse und Öle. Alles andere wird komplett gleich gewichtet, es macht nur halt meistens inhaltlich nicht viel Sinn, Nutella mit Pommes zu vergleichen, weil man völlig andere Mengen davon isst. Nutella mit so ungefähr allem anderen zu vergleichen, was du stattdessen essen könntest, macht aber Sinn.
Hat er erstens wahrscheinlich nicht, weil es ja nur Getränke, Fette, Käse und “alles andere” als Kategorie gibt.
Aber darum geht es ja nicht. Er soll dich leiten, ob du diesen oder jenen Joghurt eher nimmst. Persönlich würde ich halt, auch wenn er ein A hat, keinen Trinkjoghurt kaufen, wenn ich einen zum Löffeln will. Aber anyway, ich scheine auch der einzige Mensch auf der Welt zu sein, der dem Nutriscore was abgewinnen kann 😂.
Sagen wir mal so: der alte NutriScore hatte zu massiven Fehleinschätzungen geführt. Ein hochverarbeitetes Lebensmittel wie Weizentoast als “A” einzustufen ist einfach falsch, egal wie viel Ackerbohne sie in das “Brot” reinmischen, um es schön zu rechnen.
Der neue Score fixt nur die Fehler und Lücken, die der Industrie weitreichenden Missbrauch ermöglicht hat. Nun kommt er der Funktion, schlechte Lebensmittel als solche zu brandmarken, näher.
Solange die Industrie den NutriScore freiwillig eingesetzt hat, war das nur, weil sie damit Nahrungs-Schrott “gesund” rechnen konnten. Wo das jetzt nicht mehr geht, wäre es um so nötiger, den NutriScore gesetzlich verpflichtend zu machen.
Zusätzlich wäre es notwendig, für als schlecht bewertete Lebensmittel ein Werbeverbot auszusprechen: für alles mit “E” generell, und in Bereichen, wo Kinder angesprochen werden, auch für solche mit “D”.
Ich wünsche mir sogar ein komplettes Verbot für Werbung, die an Kinder gerichtet ist. Das sollte dann auch Verpackungsdesign beinhalten. Ein riesiges Problem ist etwa, dass Kinder (meine zumindest) in der Bewertung, ob sie ein Produkt gut oder schlecht finden, vor allem einfließen lassen, ob das bunt und mit ansprechenden Figuren ist. Wenn Nahrungsmittel, die sich primär an Kinder richten, vom Design her langweilig wären, ist die Steuerung durch Eltern besser umsetzbar.
Wie wärs nocht mit einer saftigen Zuckersteuer?
Gib sie uns, saftig, roh, zappelnd
Es gibt doch eh nur Rot bei Genussartikeln oder schöngerechnet Grün bei anderen Lebensmitteln. Wo ist das Problem? Abgesehen davon dass da vermutlich eh niemand ernsthaft drauf achtet.
Wer sich wirklich damit auseinandersetzt, guckt doch sowieso auf sie Zutatenliste und nicht auf irgendwelche Ampeln oder Logos.
Sehe ich anders. Achte wirklich sehr auf meine Ernährung, aber wenn ich zB vor 2 Pflanzenmilchen stehen und eine hat A und die andere C, nehme ich A ohne mir jetzt die Nährwerttabelle im Detail anzuschauen. Da würde ja auch nichts anderes bei rumkommen als “joa, die A is halt n bisschen besser, weil zB weniger Kalorien, mehr Protein, weniger gesättigte Fettsäuren, etc”. Der Nutriscore nimmt mir in dem Fall halt die Arbeit ab.
Die Lebensmittel Industrie machen jetzt nicht mehr mit. Da gucken die ganzen Mitarbeiter/Politiker, die die Veränderung erwirkt haben doof aus der Wäsche





