Eine junge Krankenwagenfahrerin des DRK war auf einem Bahnübergang in Ahaus stehengeblieben. Ein Zug krachte in das Fahrzeug. Die Patientin im Wagen starb. Heute beginnt der Prozess gegen die damals 18-jährige Rettungshelferin und Fahrerin vor dem Amtsgericht Borken.
Die Älteren werden sich erinnern: https://feddit.org/post/19570154
Ihr wesentliches Vergehen ist offenbar, dass sie nicht Rentnerin und 70 Jahre alt war.
Nein, ihr Vergehen ist, dass sie ohne Not mitten auf einem Bahnübergang angehalten und damit jemanden umgebracht hat. Was auch noch das genaue Gegenteil ihrer Aufgabe zu dem Zeitpunkt war.
Was soll der Beitrag? Es gibt jetzt genau 0 neue Erkenntnisse und man liefert einfach nur Futter damit sich die Leute das Maul zerreißen. Anständige Menschen würden den Prozess und vorallem das Urteil abwarten. Das hier ist nur dummer Boulevard-Clickbait Journalismus.
Da braucht man nicht viel Urteil abzuwarten. Man hält nicht auf einem Bahnübergang an, egal, was passiert.
Du hast den Kritikpunkt nicht verstanden. Der Unfall ist nicht heute passiert. Man weiß das schon. Es gibt noch nix neues dazu. Warum ist das jetzt überhaupt in den Medien? Und wird hier gepostet? Das Thema Prozessauftakt hat keine deutschlandweite-Relevanz. Die einzig spannende Frage ist warum die Fahrerin diese Enstcheidung getroffen hat und ob man das in Zukunft verhindern kann. Wahrscheinlich spielte irgendwas eine Rolle, dass wir nicht kennen. Und dafür muss man den Prozess abwarten.
Die Frage ist, wer hat der Fahrerin den Führerschein gegeben und wer hat sie zu allem Überfluss auch noch ans Steuer von einem RTW gelassen.
Was machst du, wenn du über den Bahnübergang fährst, und sich plötzlich jemand vor dein Auto stellt? Du kannst nicht nach hinten wegen einem anderen Auto, und nicht nach vorne ohne die Person zu überfahren.
Würdest du echt sofort Vollgas geben? Würde mich überraschen.
StVO §19 (3)
(3) Kann der Bahnübergang wegen des Straßenverkehrs nicht zügig und ohne Aufenthalt überquert werden, ist vor dem Andreaskreuz zu warten.
Ja. Wenn absehbar ist, dass einem jemand vor die Karre läuft, oder man sonstwie nicht zügig drüberkommt, fährt man gar nicht erst nicht auf den Bahnübergang. Dass sich jemand “plötzlich” vor ein Auto stellt, das gerade einen Bahnübergang überquert, ist schon hart unrealistisch.
Ich habe die Situation ja explizit so konstruiert, dass es vor Überschreiten der ersten Schranke nicht ersichtlich war.
Wenn es nicht ersichtlich ist, wird nicht drüber gefahren. Ganz einfach. Ist das Gesetz auch ziemlich klar drüber
Dann kannst du niemals einen Bahnübergäng überqueren, solange du nicht in die Zukunft schauen kannst! Es kann sich bei quasi jedem Bahnübergang etwas verstecken, das den Weg erst blockt, wenn die Überquerung bereits im Gange ist. Ein bisschen Gras oder ein Stein reichen aus, damit sich ein Kind dahinter verstecken könnte, das du vorher nicht sehen kannst, und das plötzlich herausspringt, als “Prank”.
Ich vermute, dass du dich an der konkreten Situation aufhängen wirst, anstatt zu verstehen dass es unwahrscheinliche unvorhersehbare Situationen gibt, die bei hunderttausenden bis millionenfachen täglichen Bahnübergangs-Überquerungen tatsächlich passieren.
Immerhin weiß ich jetzt was für Leute zuständig sind für die ganzen Bahn Unfälle, danke
In dem Szenario gibt es zwischen “stehen bleiben” und “Vollgas” noch eine sehr, sehr breite Grauzone… wie wäre es z.B. mit langsam vorwärts fahren und diese Person einfach “wegzuschieben” bzw. dazu zu nötigen den Weg freizumachen.
Noch dazu ist es sehr unwahrscheinlich, dass wirklich nirgends nach hinten Platz ist, um rückwärts aus dem Weg zu fahren, denn die meisten Bahnübergänge sind so breit, dass man auch rückwärts neben ein Auto, das sich hinter einem befindet, fahren könnte. Wenn der Verkehr so langsam fließt, dass das nachfolgende Auto so wenig Abstand hat, dass man das nicht kann, ist eh schon gewaltig was schiefgelaufen, wenn man meint, dann noch auf den Bahnübergang fahren zu müssen, denn eine zügige Überquerung sieht anders aus.
Das ganze Beispiel sieht schon sehr an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch aus, da hat jemand offensichtlich wenig Ahnung von Straßenverkehr.
Da fühlt sich offensichtlich jemand ganz schlau und versteht nicht, dass es im echten Leben unglückliche Zufälle gibt. Aber gut, leb weiter in deiner magischen Welt, in der sich die Physik an die StVO hält.
Warum sollte jemand überhaupt so blöd sein und das tun?
Vergleichbare Konstellationen (man kann nicht nach hinten/vorne) kommen im echten Leben leider allein aufgrund von Statistik immer wieder vor. Es kann ja dutzende Gründe geben, wieso etwas den Weg nach vorne versperrt, und dass von hinten dicht aufgefahren wird ist alles andere als selten.
Es ist sinnlos über konkrete Situationen zu diskutieren. Bahnübergänge sind keine magischen Zonen mit negativer Entropie, in denen kein Hindernis erscheinen kann. Herunterfallende Ladung kann dir z. B. überall unglücklich den Weg nach vorne versperren.
Für die doch sehr unwahrscheinliche Möglichkeit, dass man tatsächlich physisch die Karre nicht mehr vom Bahnübergang runterbekommt, (also wenn sie nicht mehr fahrbar kaputt ist oder es sich um Hindernisse handelt, die sich auch unter Verlust der Stoßstange nicht wegschieben lassen) steigt man halt aus und rennt um sein Leben. Und setzt einen verdammten Notruf ab, dass der Zugverkehr hoffentlich noch angehalten wird, bevor es kracht. Andere Insassen in der Karre müssen natürlich auch raus. Wenn jemand im Auto nicht mobil ist, nicht verkünsteln, denn da geht es um akute Lebensgefahr, also unter den Armen schnappen und rausziehen, auch wenn das vielleicht aua macht.
Ach, jetzt ist es in unwahrscheinlichen Momenten doch möglich, dass man auf einem Bahnübergang anhalten muss?
Unter sehr unwahrscheinlichen Umständen kann das passieren. Im eigentlich diskutierten Fall mit dem sinnlos auf den Gleisen geparkten RTW ist das aber nicht passiert, denn es lag keinerlei physisches Hindernis vor, das die Weiterfahrt verhindert hätte. Also frage ich mich, was das hier soll. Du willst doch eh nur trollen.
Das DRK in Borken reagiert auf die Frage, warum so junge Menschen einen Rettungswagen fahren dürfen […]
Ist doch egal! Wer gerade seinen Führerschein erlangt hat sollte sich doch besser an die Regeln erinnern. Da liegt also eher persönliches Versagen vor, kein systemisches Problem.
Ist doch egal! Wer gerade seinen Führerschein erlangt hat sollte sich doch besser an die Regeln erinnern. Da liegt also eher persönliches Versagen vor, kein systemisches Problem.
Beides. Denn eigentlich sollte es auffallen, wenn jemand so wenig belastbar ist, dass eine so einfache Situation schon zu einer tödlichen Überforderung führt, bevor diese Person im Einsatz ein Auto fährt.
Und dass Leute, die, oft aus Unerfahrenheit, schon mit dem Straßenverkehr überfordert sind, Rettungsdienstfahrzeuge fahren, hat leider System, siehe mein anderer Kommentar hier.
Ich bin wichtig und der Zug soll gefälligst warten, odawas?
Mit der Situation überfordert und ungeeignet für die Aufgabe. Kommt in dem Bereich leider oft vor. Das ist ein strukturelles Problem.
Organisatorisch ist es so, dass von den 2 Leuten auf einem Rettungswagen, derjenige mit der höheren Ausbildung und mehr Erfahrung beim Patienten bleibt, der Andere fährt. Deshalb fahren dort regelmäßig Leute, die frisch Führerschein und keinerlei Fahr- und Lebenserfahrung haben, unter Stress und extremem Zeitdruck mit Autos, die ein schönes Stück größer und schwerer sind, als ein PKW, in der Gegend rum. (Inzwischen kann man Rettungswagen nicht mehr auf 3,5t-Fahrgestellen bauen, weil die Hersteller keine leichten Fahrgestelle mit ausreichend großer Zuladung mehr hinkriegen. Das sind also in der Regel 5,5-Tonner)
Inzwischen kann man Rettungswagen nicht mehr auf 3,5t-Fahrgestellen bauen, weil die Hersteller keine leichten Fahrgestelle mit ausreichend großer Zuladung mehr hinkriegen. Das sind also in der Regel 5,5-Tonner.
Das ist der Punkt über den ich mich gewundert habe. Einer meiner Brüder ist Notfallsanitäter, also eine Stufe über einer Rettungshelferin und darf keinen Rettungswagen fahren, da dazu ein spezieller C Klasse Führerschein notwendig ist.
Ist das auf dem Bild also vermutlich noch so ein 3,5 Tonner?
Ist das auf dem Bild also vermutlich noch so ein 3,5 Tonner?
Sieht man tatsächlich auf dem Bild, dass das noch ein 3,5-Tonner ist, denn der hat auf der Hinterachse keine Zwillingsreifen. (Bei Straßenfahrgestellen haben Fahrzeuge über 3,5t Gesamtgewicht in der Regel Zwillingsbereifung auf der Hinterachse)
Aber es ist auch nicht unüblich, dass die Leute gleich Führerschein Klasse C1 machen und dann damit auf die Menschheit losgelassen werden. Und ein Führerschein alleine ersetzt keine Erfahrung. Gerade, weil die in dem Bereich üblichen Fahrzeuge immer weniger LKW-ähnlich werden, (schwerere Kleintransporter) denn wenn man sich nicht bewusst ist, was man da eigentlich fährt, unterschätzt man gerne das Gewicht und seine Auswirkungen auf das Fahrverhalten.
Einer meiner Brüder ist Notfallsanitäter, also eine Stufe über einer Rettungshelferin und darf keinen Rettungswagen fahren, da dazu ein spezieller C Klasse Führerschein notwendig ist.
Übrigens ist Notfallsanitäter gut 2 Stufen über Rettungshelfer. Rettungshelfer ist die niedrigste Qualifikation, die es im Rettungsdienst überhaupt gibt.
Dass ein fertiger Notfallsanitäter nicht mehr für teuer Geld in die Fahrschule geschickt wird, C1 machen, ist wegen der Regelung, dass der Höchstausgebildete eh nicht fährt, dann eigentlich auch fast wieder logisch.
Übrigens ist Notfallsanitäter gut 2 Stufen über Rettungshelfer.
Sicher? Ich dachte der Ablauf ist Rettungshelfer -> Notfallsanitäter -> Notfallhelfer?
Nein. Notfallsanitäter ist die höchste Qualifikation. Rettungshelfer ist nur wenig mehr, als ein Erste-Hilfe-Kurs. Dann kommt Rettungssanitäter, den macht man in ein paar Wochen, und Notfallsanitäter ist eine 3-jährige Ausbildung. In der Vergangenheit gab es statt Notfallsanitäter den Rettungsassistenten, der ähnlich qualifiziert war.
„Heute transportier ich eine ältere Dame, eigentlich spiel ich nur Taxi. Jetzt klopfen meine Kollegen hinten gehen die Trennwand, dass aus der Taxifahrt ein Einsatz geworden ist; der Zustand der Person ist auf einmal schlechter geworden. Okay, Auto abstellen und ihnen helfen die Dame zu stabilisieren.“
Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat, wo das Stabilisieren der Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod. Ein paar Jahre mehr Erfahrung und sie hätte sicher etwas mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe gehabt, um das Fahrzeug zuerst an einem sichereren Ort abzustellen.
Wenn man IN der Situation ist, denkt man oft nicht an offensichtliche Dinge. Aufregung, Panik, Stress, fehlende Erfahrung usw.
Und genau das ist der Fehler. Eigentlich ist es kriminell, Leute, die mit einer so einfachen Situation so überfordert sind, überhaupt erst in diese Situation zu bringen. Das hat schon bei der Führerscheinprüfung angefangen, denn wenn man einen Führerschein hat, sollte man eigentlich vorher kapiert haben, dass man, wenn man mitten auf dem Bahnübergang parkt, sehr wahrscheinlich kurze Zeit später tot ist.
Ja, gebe ich dir absolut Recht. Die Schuld sollte dann aber auch bei den Verantwortlichen gesucht werden, die eine unerfahrene 18 Jährige ans Steuer lässt.
Wie an anderer Stelle schon gesagt, das hat System.
mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe
Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt “Selbsterhaltungstrieb”. Denn wenn man auf dem Bahnübergang stehenbleibt, kann man auch gleich beim nächsten Bestatter anrufen und sich nen schönen Sarg und Grabstein aussuchen, wenn man die Geistesgegenwart hat, sich auf die sehr wahrscheinlich baldige ewige Seelenruhe gebührend vorzubereiten.
Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt “Selbsterhaltungstrieb”.
Stimmt, das Wort passt sehr gut. Sollte man vielleicht an jedem ebenerdigen Bahnübergang auf ein Schild schreiben, mit einem Fragezeichen dahinter 😉
Hat die Dame sicherlich ich nicht mit Absicht getan.
Absicht oder nicht ist egal. Wer auf die Idee kommt, mit einem Straßenfahrzeug auf einem Bahnübergang stehenzubleiben, sollte nie einen Führerschein bekommen haben.
Du solltest irgendwann lernen, das Menschen Fehler machen. Und das Akzeptieren. Es ist nicht möglich eine Welt ohne Fehler zu schaffen und der einzige Weg den Schaden zu begrenzen ist Systeme sicherer und besser zu machen.
Hast du in deinem Leben noch nie eine Situation erlebt die deine Leistungsfähigkeit mindert? Oder in der es erwartbar ist, dass du elementares gefährlich falsch machst, da nicht alles gleichzeitig zu schaffen ist?
Ein Klassenkamerad von mir hat eingegriffen als sein Kumpel niedergestochen worden ist und ihm erging es ebenso. Der Täter wurde dann von einem Polizisten in Zivil auf der Flucht angehalten. Beide haben glücklicherweise überlebt. Was hättest du getan? Es gibt nunmal Situationen in denen man unter Druck handeln muss. Die Stakes sind oft leider Leben.
Um solche tödlichen Fehler zu vermeiden, gibt es so Dinge wie z.B. die Führerscheinpflicht für Kraftfahrzeuge. Und dass man nicht auf einem Bahnübergang stehenbleibt, egal, warum, weil man sonst sehr wahrscheinlich tot ist und dabei auch noch einem Lokführer das Leben versaut, lernt man, wenn man Führerschein macht.
In einem Beruf, der etwas stressiger ist, als ein chilliger Bürojob, sollte man auch die Leute, die das machen, vielleicht etwas sorgfältiger auswählen. Denn dass es Patienten unerwartet schlechter geht und man dann vor einer Situation steht, wo es um Leben und Tod geht, ist im Rettungsdienst Routine. Unter Druck handeln ist da Normalität. Davon sollte niemand in einer so verantwortungsvollen Position, wie der des Fahrers, so überfordert sein.
Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod.
Hm, ja. Und wenn da ein Zug angerauscht kommt, geht es um…? 🙃
Es geht auch um Leben und Tod, aber nicht so akut wie bei „mein Patient stirbt gerade“.
Deine ganzen Kommentare lassen aber darauf schließen, dass du mit solchen Nuancen hoffnungslos überfordert bist.
O je, und von wo hast du “Nuancen” jetzt abgetippt?
10 Meter weiter geht es dem Patienten nicht viel anders, außer, dass er jetzt tatsächlich eine Chance hat, zu überleben, weil eben kein Zug in den RTW reindonnert.
Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat.
Zwuzel, ich komme nicht darum zu bemerken, dass du häufig eine konträren Standpunkt zu Dingen einnimmst, die die Leute so nicht formulieren.
Bist halt ein hoffnungsloser Politiker. Bei normalen Menschen gibt es auch manchmal Gedanken, die nicht gleich “Standpunkt” sein müssen.
Tja, Prioritäten.
Die kommen halt mal durcheinander, wenn man nicht die nötige Stressresistenz für eine solche Aufgabe hat. Dass man die Stressresistenz vielleicht gar nicht erst entwickeln konnte, weil man ohne viel Erfahrung einfach so ins kalte Wasser geschmissen wurde, steht in einem anderen Buch.





