Eine junge Krankenwagenfahrerin des DRK war auf einem Bahnübergang in Ahaus stehengeblieben. Ein Zug krachte in das Fahrzeug. Die Patientin im Wagen starb. Heute beginnt der Prozess gegen die damals 18-jährige Rettungshelferin und Fahrerin vor dem Amtsgericht Borken.
Die Älteren werden sich erinnern: https://feddit.org/post/19570154



„Heute transportier ich eine ältere Dame, eigentlich spiel ich nur Taxi. Jetzt klopfen meine Kollegen hinten gehen die Trennwand, dass aus der Taxifahrt ein Einsatz geworden ist; der Zustand der Person ist auf einmal schlechter geworden. Okay, Auto abstellen und ihnen helfen die Dame zu stabilisieren.“
Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat, wo das Stabilisieren der Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod. Ein paar Jahre mehr Erfahrung und sie hätte sicher etwas mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe gehabt, um das Fahrzeug zuerst an einem sichereren Ort abzustellen.
Wenn man IN der Situation ist, denkt man oft nicht an offensichtliche Dinge. Aufregung, Panik, Stress, fehlende Erfahrung usw.
Und genau das ist der Fehler. Eigentlich ist es kriminell, Leute, die mit einer so einfachen Situation so überfordert sind, überhaupt erst in diese Situation zu bringen. Das hat schon bei der Führerscheinprüfung angefangen, denn wenn man einen Führerschein hat, sollte man eigentlich vorher kapiert haben, dass man, wenn man mitten auf dem Bahnübergang parkt, sehr wahrscheinlich kurze Zeit später tot ist.
Ja, gebe ich dir absolut Recht. Die Schuld sollte dann aber auch bei den Verantwortlichen gesucht werden, die eine unerfahrene 18 Jährige ans Steuer lässt.
Wie an anderer Stelle schon gesagt, das hat System.
Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt “Selbsterhaltungstrieb”. Denn wenn man auf dem Bahnübergang stehenbleibt, kann man auch gleich beim nächsten Bestatter anrufen und sich nen schönen Sarg und Grabstein aussuchen, wenn man die Geistesgegenwart hat, sich auf die sehr wahrscheinlich baldige ewige Seelenruhe gebührend vorzubereiten.
Stimmt, das Wort passt sehr gut. Sollte man vielleicht an jedem ebenerdigen Bahnübergang auf ein Schild schreiben, mit einem Fragezeichen dahinter 😉
Hat die Dame sicherlich ich nicht mit Absicht getan.
Absicht oder nicht ist egal. Wer auf die Idee kommt, mit einem Straßenfahrzeug auf einem Bahnübergang stehenzubleiben, sollte nie einen Führerschein bekommen haben.
Du solltest irgendwann lernen, das Menschen Fehler machen. Und das Akzeptieren. Es ist nicht möglich eine Welt ohne Fehler zu schaffen und der einzige Weg den Schaden zu begrenzen ist Systeme sicherer und besser zu machen.
Hast du in deinem Leben noch nie eine Situation erlebt die deine Leistungsfähigkeit mindert? Oder in der es erwartbar ist, dass du elementares gefährlich falsch machst, da nicht alles gleichzeitig zu schaffen ist?
Ein Klassenkamerad von mir hat eingegriffen als sein Kumpel niedergestochen worden ist und ihm erging es ebenso. Der Täter wurde dann von einem Polizisten in Zivil auf der Flucht angehalten. Beide haben glücklicherweise überlebt. Was hättest du getan? Es gibt nunmal Situationen in denen man unter Druck handeln muss. Die Stakes sind oft leider Leben.
Um solche tödlichen Fehler zu vermeiden, gibt es so Dinge wie z.B. die Führerscheinpflicht für Kraftfahrzeuge. Und dass man nicht auf einem Bahnübergang stehenbleibt, egal, warum, weil man sonst sehr wahrscheinlich tot ist und dabei auch noch einem Lokführer das Leben versaut, lernt man, wenn man Führerschein macht.
In einem Beruf, der etwas stressiger ist, als ein chilliger Bürojob, sollte man auch die Leute, die das machen, vielleicht etwas sorgfältiger auswählen. Denn dass es Patienten unerwartet schlechter geht und man dann vor einer Situation steht, wo es um Leben und Tod geht, ist im Rettungsdienst Routine. Unter Druck handeln ist da Normalität. Davon sollte niemand in einer so verantwortungsvollen Position, wie der des Fahrers, so überfordert sein.
Hm, ja. Und wenn da ein Zug angerauscht kommt, geht es um…? 🙃
Zwuzel, ich komme nicht darum zu bemerken, dass du häufig eine konträren Standpunkt zu Dingen einnimmst, die die Leute so nicht formulieren.
Bist halt ein hoffnungsloser Politiker. Bei normalen Menschen gibt es auch manchmal Gedanken, die nicht gleich “Standpunkt” sein müssen.
Tja, Prioritäten.
Die kommen halt mal durcheinander, wenn man nicht die nötige Stressresistenz für eine solche Aufgabe hat. Dass man die Stressresistenz vielleicht gar nicht erst entwickeln konnte, weil man ohne viel Erfahrung einfach so ins kalte Wasser geschmissen wurde, steht in einem anderen Buch.
Es geht auch um Leben und Tod, aber nicht so akut wie bei „mein Patient stirbt gerade“.
Deine ganzen Kommentare lassen aber darauf schließen, dass du mit solchen Nuancen hoffnungslos überfordert bist.
O je, und von wo hast du “Nuancen” jetzt abgetippt?
10 Meter weiter geht es dem Patienten nicht viel anders, außer, dass er jetzt tatsächlich eine Chance hat, zu überleben, weil eben kein Zug in den RTW reindonnert.