Ich selbst war 2006 bei der Bundeswehr und habe mich daher bereits 2003 mit dem Thema auseinander gesetzt.
Bei uns gab es 2003 bereits Leute im FSJ aber das kann ja von Ort zu Ort unterschiedlich sein oder es waren bestimmte Rahmenbedingungen die es dir unmöglich gemacht haben.
Bei der Bundeswehr hat man deutlich mehr beigebracht bekommen, unter anderem etwas, das in meinen Augen der heutigen Gesellschaft fehlt.
Dabei meine ich besonders den Respekt anderen Menschen gegenüber, Hilfsbereitschaft und dass man nur gemeinsam stark sein kann.
Wenn man allerdings vorher bereits eine Meinung hatte, kann man das natürlich leicht übersehen.
(und ja ich habe alles von dir genannte dort ebenfalls gelernt oder vertieft ;-))
Die Bundeswehr macht auch deutlich mehr als nur Gewalt gegen Menschen auszuüben.
Ich würde behaupten, dass “unsere” Armee sogar den Großteil der Zeit damit verbringt Menschen in Krisen zu helfen.
Und damit meine ich nicht nur im Ausland.
Natürlich zieht eine Bundeswehr, die die eigene Gesellschaft und unser Zuhause schützen soll, besonders Leute an, die bereit sind ihr Zuhause zu schützen. Also primär Leute, die ihre Heimat und ihre Familien lieben.
Die Bundeswehr hat sicherlich ein Problem mit Nazis und Rechtsradikalen aber in meinen Augen spiegelt das nur unsere aktuelle Bevölkerung wieder, schaut euch nur die Zahlen der AFD an.
Ich finde es unglaublich schade, dass viele nach der alten Geige " Bundeswehr = böse" tanzen und sich kein eigenes Bild machen.
Damit meine ich nicht, dass man gleich hingehen muss, aber man sollte neben den NATO-Einsätzen wo wir z.B. die USA unterstützen müssen, auch die Einsätze sehen, wo die Bundeswehr der eigenen und auch fremder Bevölkerung hilft. Oftmals hilft sie in Krisen Leben zu retten und das ganz ohne jegliche Gewalt (außer vielleicht gegen Wasser-, Schnee- oder Schlammmassen).
Ich möchte meine neun Monate bei der Bundeswehr nicht missen und meine etwas vergleichbares würden vielen gut tun.
Man war das erste Mal gezwungen seine Bubble wirklich zu verlassen und das war eine sehr gute Erfahrung, die heutzutage mit dem Internet nur noch wichtiger wäre.
Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute einfach mal zu einem Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr gehen und mit den Leuten reden, statt nur aus der Ferne über etwas unbekanntes zu richten.
Nur gehörtem oder gelesenem zu folgen ohne sich ein eigenes Bild gemacht zu haben, ist eine der größten Krankheiten unserer Generation. (ok das ist vermutlich nichts neues, gabs früher auch schon, siehe zweiter Weltkrieg)
Schon sachlich richtig aber es wird ganz gerne so getan (nicht von dir) als würde man gewisse Dinge quasi “nur” im Wehrdienst lernen.
Klar kann man “deutsche Tugenden” auch beim Bund lernen wie Pünktlichkeit, Verbindlichkeit, Ordnung, Teamwork usw. Allerdings kann man das auch in ziemich vielen anderen Bereichen lernen. Alles Bereiche die nicht militaristisch organisiert sind bzw. dem Staat untergeben sind.
Das Argument mit der Krisenhilfe zieht für mich auch nicht wirklich. Ich finde das eh grundsätzlich kritisch das die Bundeswehr Katastrophenhilfe leistet. Nicht weil sie es tut, weil da jede Hand hilfreich ist, sondern das wir keine anderen besseren Institutionen haben die im Ansatz ähnlich finanziert sind. Das THW besteht z.B. zu 99% aus ehrenamtlichen Helfern. Dafür muss niemand an der Waffe ausgebildet werden und letztendlich Befehle befolgen die “dem Staat” dienen und oft nicht den Menschen.
Ich habe im Freundeskreis recht viele Leute die Soldaten waren und auch aktiv in Kampfeinsätzen waren. Dazu gehören auch Leute die beim Bund waren. Teilweise wie gesagt in Kampfeinsätzen, aber auch bei Schreibtischjobs. Nur ein Kollege der dort in der IT gearbeitet hat blickt da nicht mit Verbitterung zurück. Das übrigens alles im Kontext einer Karriere und keiner potentiellen Verteidigung der BRD. Ich bin in meinem Sozialleben grundsäzlich Pazifist, aber halt auch nur dort. Gewalt ist manchmal leider nötig um z.B. Gewalt durch Dritte zu verhindern oder zu stoppen. Deswegen muss man sich aber meiner Meinung nach halt nicht einer Staatsorganisation wie der Bundeswehr anschließen.
Allerdings kann man das auch in ziemich vielen anderen Bereichen lernen
Dies. Ich kann voll verstehen, dass bspw. die Kameradschaft beim Bund für viele ein krass positives Erlebnis war, von dem ja auch immer viele schwärmen.
Ich hatte aber halt vor meinem Wehrdienst schon viel geilere Kameradschaft erlebt, bei den Pfadfindern. Die basierte dort auf Freiwilligkeit, auf “wir teilen die gleichen Werte” etc.
Beim Bund wird Kameradschaft halt verordnet. Deshalb habe ich die Kameradschaft beim Bund auch versagen sehen, in Situationen, wo sie bei den Pfadfindern niemals versagt hätte.
Ich bin privilegiert, das erlebt zu haben. Und deswegen verstehe ich auch, dass die Leute, die das Privileg nicht hatten, eben die “unechte Kameradschaft” bei der Bundeswehr als was ganz tolles wahrnehmen.
Aber irgendwie ist das nicht genug Grund junge Menschen da hin zu zwingen und sie nebenbei noch zum Töten auszubilden. Sondern irgendwie anders zu enablen das, sogar in besser, zu erleben.
Also primär Leute, die ihre Heimat und ihre Familien lieben.
Ah ja, die Familie.
Erstmal eine spannende Aussage, zu behaupten, Soldaten wurden ihre Familien mehr lieben als Zivilisten.
Der Text nimmt darauf ja auch Bezug. Würdest du es wie Reinhard Mey handhaben und deinen eigenen Sohn nicht in den Krieg schicken? Ganz familienfreundlich, finde ich.
Oder gilt es, den Staat zu verteidigen und dafür notfalls auch die Familie zu opfern? Du brauchst mir nicht zu sagen, dass das natürlich keiner bei der Bundeswehr möchte. Ändert natürlich nichts daran, dass der Staat im Notfall auf deinen Sohn als Ressource zugreift, um sich oder seine Einflusssphäre zu verteidigen.
Die Bundeswehr hat sicherlich ein Problem mit Nazis und Rechtsradikalen aber in meinen Augen spiegelt das nur unsere aktuelle Bevölkerung wieder, schaut euch nur die Zahlen der AFD an.
Also, wenn ich meinen eigenen Wehrdienst von 2007 dagegen halte, muss ich davon ausgehen, dass der Anteil problematischer Soldaten weit über dem Anteil in der Gesellschaft liegt.
Weil, wie du ja schreibst, natürlich ein spezielles Klientel von großen Waffen und autoritären Strukturen angesprochen wird.
Und dann…ist das ja keine Entschuldigung und auch kein “halb so wild”?! Im Gegensatz zur “aktuellen Bevölkerung” hat die Bundeswehr halt Kriegswaffen. Das sind genau die Leute, die die komischen “Merkel aufknüpfen” Forderungen einer AfD Regierung dann irgendwann durchsetzen, weil sie die Mittel (Waffen) und den Willen (größtenteils AfD Anhänger oder zumindest Sympathisanten) haben.
Natürlich zieht eine Bundeswehr, die die eigene Gesellschaft und unser Zuhause schützen soll, besonders Leute an, die bereit sind ihr Zuhause zu schützen.
Oder halt eine, die in naher bis mittlerer Zukunft im Ausland koloniale Interessen sichern soll und an den EU-Grenzen Klimaflüchtlinge erschießen soll. Also die zieht wie man sieht auch diese naive Fraktion an, die den Politikern glaubt das Vaterland müsse vor irgendeinem fiktiven Feind geschützt werden. Die werden dann zunächst mal angewidert sein zu was sie instrumentalisiert werden (und wurden, um im Vorfeld das Narrativ glatt zu ziehen, siehe hier), aber daran gewöhnt sich die Bevölkerung dann auch.
Man war das erste Mal gezwungen seine Bubble wirklich zu verlassen und das war eine sehr gute Erfahrung
Meiner Erfahrung nach kamen die Wehrdienstler in meinem Bekanntenkreis alle vollkommen gehirngewaschen zurück, vor allem in Bezug auf die Bundeswehr selbst, ihre Wichtigkeit, toxische Männlichkeitsbilder und die Wichtigkeit der Bundeswehr für die Erfüllung dieser Männlichkeitsbilder, einer abschätzigen Haltung gegenüber Zivildienstleistenden/Kriegsdienstverweigerern, und so weiter. Und wenn sie dann erzählen was sie so gemacht haben, naja durch den Schlamm gerobbt und gesoffen, danach irgendeine Schranke bewacht und gesoffen oder einen Lastwagen gefahren und gesoffen.
Und die Einzigen, die das hinterher aufgearbeitet und hinterfragt haben waren die, die vom Ausbilder oder den anderen Soldaten hart gemobbt wurden.
Also wenn dir die Bundeswehr deinen Horizont erweitert hat, dann möchte ich die Bubble nicht sehen in der du vorher gesteckt hast.
Ich selbst war 2006 bei der Bundeswehr und habe mich daher bereits 2003 mit dem Thema auseinander gesetzt.
Bei uns gab es 2003 bereits Leute im FSJ aber das kann ja von Ort zu Ort unterschiedlich sein oder es waren bestimmte Rahmenbedingungen die es dir unmöglich gemacht haben.
Bei der Bundeswehr hat man deutlich mehr beigebracht bekommen, unter anderem etwas, das in meinen Augen der heutigen Gesellschaft fehlt.
Dabei meine ich besonders den Respekt anderen Menschen gegenüber, Hilfsbereitschaft und dass man nur gemeinsam stark sein kann.
Wenn man allerdings vorher bereits eine Meinung hatte, kann man das natürlich leicht übersehen.
(und ja ich habe alles von dir genannte dort ebenfalls gelernt oder vertieft ;-))
Die Bundeswehr macht auch deutlich mehr als nur Gewalt gegen Menschen auszuüben.
Ich würde behaupten, dass “unsere” Armee sogar den Großteil der Zeit damit verbringt Menschen in Krisen zu helfen.
Und damit meine ich nicht nur im Ausland.
Natürlich zieht eine Bundeswehr, die die eigene Gesellschaft und unser Zuhause schützen soll, besonders Leute an, die bereit sind ihr Zuhause zu schützen. Also primär Leute, die ihre Heimat und ihre Familien lieben.
Die Bundeswehr hat sicherlich ein Problem mit Nazis und Rechtsradikalen aber in meinen Augen spiegelt das nur unsere aktuelle Bevölkerung wieder, schaut euch nur die Zahlen der AFD an.
Ich finde es unglaublich schade, dass viele nach der alten Geige " Bundeswehr = böse" tanzen und sich kein eigenes Bild machen.
Damit meine ich nicht, dass man gleich hingehen muss, aber man sollte neben den NATO-Einsätzen wo wir z.B. die USA unterstützen müssen, auch die Einsätze sehen, wo die Bundeswehr der eigenen und auch fremder Bevölkerung hilft. Oftmals hilft sie in Krisen Leben zu retten und das ganz ohne jegliche Gewalt (außer vielleicht gegen Wasser-, Schnee- oder Schlammmassen).
Ich möchte meine neun Monate bei der Bundeswehr nicht missen und meine etwas vergleichbares würden vielen gut tun.
Man war das erste Mal gezwungen seine Bubble wirklich zu verlassen und das war eine sehr gute Erfahrung, die heutzutage mit dem Internet nur noch wichtiger wäre.
Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute einfach mal zu einem Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr gehen und mit den Leuten reden, statt nur aus der Ferne über etwas unbekanntes zu richten.
Nur gehörtem oder gelesenem zu folgen ohne sich ein eigenes Bild gemacht zu haben, ist eine der größten Krankheiten unserer Generation. (ok das ist vermutlich nichts neues, gabs früher auch schon, siehe zweiter Weltkrieg)
Schon sachlich richtig aber es wird ganz gerne so getan (nicht von dir) als würde man gewisse Dinge quasi “nur” im Wehrdienst lernen.
Klar kann man “deutsche Tugenden” auch beim Bund lernen wie Pünktlichkeit, Verbindlichkeit, Ordnung, Teamwork usw. Allerdings kann man das auch in ziemich vielen anderen Bereichen lernen. Alles Bereiche die nicht militaristisch organisiert sind bzw. dem Staat untergeben sind.
Das Argument mit der Krisenhilfe zieht für mich auch nicht wirklich. Ich finde das eh grundsätzlich kritisch das die Bundeswehr Katastrophenhilfe leistet. Nicht weil sie es tut, weil da jede Hand hilfreich ist, sondern das wir keine anderen besseren Institutionen haben die im Ansatz ähnlich finanziert sind. Das THW besteht z.B. zu 99% aus ehrenamtlichen Helfern. Dafür muss niemand an der Waffe ausgebildet werden und letztendlich Befehle befolgen die “dem Staat” dienen und oft nicht den Menschen.
Ich habe im Freundeskreis recht viele Leute die Soldaten waren und auch aktiv in Kampfeinsätzen waren. Dazu gehören auch Leute die beim Bund waren. Teilweise wie gesagt in Kampfeinsätzen, aber auch bei Schreibtischjobs. Nur ein Kollege der dort in der IT gearbeitet hat blickt da nicht mit Verbitterung zurück. Das übrigens alles im Kontext einer Karriere und keiner potentiellen Verteidigung der BRD. Ich bin in meinem Sozialleben grundsäzlich Pazifist, aber halt auch nur dort. Gewalt ist manchmal leider nötig um z.B. Gewalt durch Dritte zu verhindern oder zu stoppen. Deswegen muss man sich aber meiner Meinung nach halt nicht einer Staatsorganisation wie der Bundeswehr anschließen.
Dies. Ich kann voll verstehen, dass bspw. die Kameradschaft beim Bund für viele ein krass positives Erlebnis war, von dem ja auch immer viele schwärmen.
Ich hatte aber halt vor meinem Wehrdienst schon viel geilere Kameradschaft erlebt, bei den Pfadfindern. Die basierte dort auf Freiwilligkeit, auf “wir teilen die gleichen Werte” etc.
Beim Bund wird Kameradschaft halt verordnet. Deshalb habe ich die Kameradschaft beim Bund auch versagen sehen, in Situationen, wo sie bei den Pfadfindern niemals versagt hätte.
Ich bin privilegiert, das erlebt zu haben. Und deswegen verstehe ich auch, dass die Leute, die das Privileg nicht hatten, eben die “unechte Kameradschaft” bei der Bundeswehr als was ganz tolles wahrnehmen.
Aber irgendwie ist das nicht genug Grund junge Menschen da hin zu zwingen und sie nebenbei noch zum Töten auszubilden. Sondern irgendwie anders zu enablen das, sogar in besser, zu erleben.
Ah ja, die Familie.
Erstmal eine spannende Aussage, zu behaupten, Soldaten wurden ihre Familien mehr lieben als Zivilisten.
Der Text nimmt darauf ja auch Bezug. Würdest du es wie Reinhard Mey handhaben und deinen eigenen Sohn nicht in den Krieg schicken? Ganz familienfreundlich, finde ich.
Oder gilt es, den Staat zu verteidigen und dafür notfalls auch die Familie zu opfern? Du brauchst mir nicht zu sagen, dass das natürlich keiner bei der Bundeswehr möchte. Ändert natürlich nichts daran, dass der Staat im Notfall auf deinen Sohn als Ressource zugreift, um sich oder seine Einflusssphäre zu verteidigen.
Also, wenn ich meinen eigenen Wehrdienst von 2007 dagegen halte, muss ich davon ausgehen, dass der Anteil problematischer Soldaten weit über dem Anteil in der Gesellschaft liegt.
Weil, wie du ja schreibst, natürlich ein spezielles Klientel von großen Waffen und autoritären Strukturen angesprochen wird.
Und dann…ist das ja keine Entschuldigung und auch kein “halb so wild”?! Im Gegensatz zur “aktuellen Bevölkerung” hat die Bundeswehr halt Kriegswaffen. Das sind genau die Leute, die die komischen “Merkel aufknüpfen” Forderungen einer AfD Regierung dann irgendwann durchsetzen, weil sie die Mittel (Waffen) und den Willen (größtenteils AfD Anhänger oder zumindest Sympathisanten) haben.
Oder halt eine, die in naher bis mittlerer Zukunft im Ausland koloniale Interessen sichern soll und an den EU-Grenzen Klimaflüchtlinge erschießen soll. Also die zieht wie man sieht auch diese naive Fraktion an, die den Politikern glaubt das Vaterland müsse vor irgendeinem fiktiven Feind geschützt werden. Die werden dann zunächst mal angewidert sein zu was sie instrumentalisiert werden (und wurden, um im Vorfeld das Narrativ glatt zu ziehen, siehe hier), aber daran gewöhnt sich die Bevölkerung dann auch.
Meiner Erfahrung nach kamen die Wehrdienstler in meinem Bekanntenkreis alle vollkommen gehirngewaschen zurück, vor allem in Bezug auf die Bundeswehr selbst, ihre Wichtigkeit, toxische Männlichkeitsbilder und die Wichtigkeit der Bundeswehr für die Erfüllung dieser Männlichkeitsbilder, einer abschätzigen Haltung gegenüber Zivildienstleistenden/Kriegsdienstverweigerern, und so weiter. Und wenn sie dann erzählen was sie so gemacht haben, naja durch den Schlamm gerobbt und gesoffen, danach irgendeine Schranke bewacht und gesoffen oder einen Lastwagen gefahren und gesoffen.
Und die Einzigen, die das hinterher aufgearbeitet und hinterfragt haben waren die, die vom Ausbilder oder den anderen Soldaten hart gemobbt wurden.
Also wenn dir die Bundeswehr deinen Horizont erweitert hat, dann möchte ich die Bubble nicht sehen in der du vorher gesteckt hast.