War zwei Wochen mit den Kiddies auf dem BdP (Pfadfinder) Bundeslager. War geil, aber auch anstrengend mit Kleinkindern. Aber auch die fanden zwei Wochen draußen, mit vielen anderen Kindern und im Zelt großartig.
Schon auf der Rückfahrt dann jähes Erwachen aus der progressiven, woken, hilfsbereiten Pfadfinderbubble: Typ fährt vom Beschleunigungsstreifen halb in unser Auto, zeigt mir noch den Mittelfinger. Paar Kilometer weiter steht ein AfD Auto auf einer Autobahnbrücke, daneben wedeln Leute mit riesigen Deutschlandfahnen zu den Autos runter (bestes Nachmittagsprogramm bei 35 Grad, denken Faschos).
Boah hab’ ich wieder Bock auf diese Gesellschaft und meinen Alltag, wo man irgendwie ständig solche Sprallos trifft 👍. Ich will zurück in meine Realitätsflucht auf dem Bundeslager 😭.
Südeuropa im Sommer: Das Feuer ist in den letzten drei Tagen knapp an meinem Haus und dem vom Liebsten vorbeigerauscht und hat fünf Dörfer bedroht, zwischen denen unsere Farm liegt. Ein paar Mal dachte ich mein Haus sei weg, ein paar Mal dachte ich mein Liebster sei weg. Der Wind hat zwei Tage lang dauernd gedreht und hat alles immer wieder in eine neue Richtung getrieben. Ganz großes Kino mit Feuerwehrautos, Hubschraubern, Flugzeugen. Jetzt steht kein Hälmchen mehr, drumherum ist alles schwarz und wir erholen uns vom Schrecken.
Der Garten hat es überstanden und meinen abgebrannten Schlauch habe ich schon ersetzt. Bin froh, dass meine Bewässerung so simpel ist. Die Esel und das Pferd habe ich rechtzeitig zu den Schafen in die Bachsenke gebracht und es geht allen gut. Nur ein einziges Huhn ging verloren, weil der Hund bei der Rettungsaktion nach dem Brand etwas zu enthusiastisch vorgegangen ist. Heu wird heute geliefert, denn das stehende Heu für Herbst und Winter ist auf mehreren Hektar abgebrannt. Im Allgemeinen ging alles relativ glimpflich aus weil die ausgetrocknete Weide von den Tieren kurz gehalten wird und das Feuer dort keine Kraft gewinnen konnte. Wir hatten aber auch einige echt schlimm zugewachsene Ecken in der Nähe der Häuser und das wäre ohne die Hilfe der Feuerwehr nicht gutgegangen.
Nach dem ersten Schock habe ich gestern einen Hilferuf an die Community gesendet und heute morgen haben 5 Leute mit mir den verbrannten Zaun wieder gerichtet - Herz ist erwärmt und Glaube an die Menschheit gründlich wiederhergestellt.
Jetzt habe ich eine neue Studienlandschaft vor der Nase und werde dokumentieren, was nach dem Brand wie nachwächst - viele Eichen und selbst kleinere Pinien werden wohl überleben, Ginster und Brombeeren werden wieder wachsen. Ein zugewucherter Ex-Garten ist jetzt wieder bepflanzbar (wenn das Leben Zitronen verteilt …)
Ich lebe seit über zwanzig Jahren im Süden, irgendwann musste es auch mich mal treffen, und ich bin froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist.
Heute erfahre ich hoffentlich bei einem Termin mit meinem Prof, ob ich meine Dissertation anmelden darf. Das ist wohl alles ziemlich kompliziert, weil mein akademischer Weg etwas unüblich ist. Ich habe einen Bachelor und Master in Informatik und jetzt noch einen zweiten Bachelor in Philosophie und möchte in Philosophie promovieren, was jetzt aber laut Promotionsordnung ein “Sonderfall” ist und mein Prof deswegen die letzten Wochen eine Einzelfall-Begründung an die Kommission schreiben wollte. Hoffe mal, dass das klappt, weil mir die Philosophenarbeit einfach wesentlich mehr Spaß macht als die in der IT-Industrie.
sehr interessante kombination von IT + philosophie! kenne mehrere menschen (mich mit eingeschlossen) die mathematik + philosophie machen. in gewisser weise war die ursprüngliche philosophie auch eine sehr breite thematik die das was wir heute in die IT geben würden auch mit einschließen würde. das gab’s damals natürlich noch nicht aber so dinge wie bagua gab’s schon.
Ich lese gerade einen Artikel über die beliebtesten Länder zum auswandern. Früher war ich immer der Meinung, sowas tun nur Idioten, aber bei den aktuellen Entwicklungen hinsichtlich Rechtsextremismus, Sozialabbau und anhaltender Wirtschaftskrise sprechen wir jetzt auch innerhalb der Familie ganz real darüber. Gruselig.
Ich hoffe, sollte es soweit kommen, dass man uns nicht so behandelt wie man Migranten in Deutschland behandelt bzw. viele es gern würden.
bei den aktuellen Entwicklungen hinsichtlich Rechtsextremismus, Sozialabbau und anhaltender Wirtschaftskrise
und Klima?
Ist D-land denn wirklich in einer wirtschaftlichen Krise? Ich dachte immer das wäre ein reines Politikum. Mir erscheinen (von außen gesehen) der Sozialabbau und das Füttern der Grosskonzerne das eigentliche Problem.
Also aus meiner eigenen Warte gesehen und erlebt sind wir definitiv in einer tiefen Krise, ja. Aber auch ja, dass das an korrupter Politik und Großkonzernen liegt.
definitiv in einer tiefen Krise
Akzeptiert. Ich fragte aber konkret nach der von dir eingebrachten Wirtschaftskrise.
Du meinst, wo sich diese manifestiert? Wo soll ich da anfangen?
Stellenabbau oder “Restrukturierung” bei allen unseren Kunden, Veräußerung an ausländische Konzerne wegen Konkurrenzdruck, Absage von Projekten wegen Wankelmut wahlweise aufgrund von KI oder Rezession, Insolvenzen langjähriger Partner, Gehaltscrash wegen inflationär geflutetem Arbeitsmarkt in unserem Sektor…such dir was davon aus und melde dich gern, wenn es nicht gereicht hat.
Aber wo auf der Welt ist es nicht auch so oder noch schlimmer? Ich weiß, bin selbst ausgewandert und habe gut reden. Heute würde ich aber eher versuchen, es dort schön zu machen wo ich nunmal bin. Man kann vielen Problemen davonlaufen, bekommt aber immer neue Probleme. Die Grundursache der gegenwärtigen Krise ist ja nicht in Deutschland selbst, die ist global.
Die Zukunft für mich ist: an der lokalen Robustheit und Resilienz arbeiten wo mensch gerade steht.
Dazu kommt auch: das Auswandern macht man nicht so nebenbei - eine neue Kultur und Sprache lernen, sich mit den Verhältnissen ganz neu zurechtfinden, ein neues Zuhause schaffen, neu Anschluss finden - das kostet nicht nur Geld, das wird auch physisch und mental schnell zuviel, vor allem wenn mensch nicht mehr 20 ist. Ich habe vor einem Jahr das Zurückwandern nach Nordeuropa versucht und es hat mich eigentlich nur Nerven, Kraft und Geld gekostet, ich habe es dann aufgegeben. Wenn mich das nächste Mal die Finanzkrise schüttelt gehe ich nicht nach DE oder CH sondern versuche es mit Arbeit in der Bäckerei oder im Altersheim.
OK, danke. Ich akzeptiere das, muss aber dazu sagen dass mein selbständiger Vater jahrzehntelang genau so über seine Branche geredet hat. Scheint also irgendwie nix neues zu sein.
Du bist selbständig?
Ja, bin ich. In den letzten 20 Jahren etwa 16 Jahre lang. Klar gab es immer schwierige Zeiten, aber gerade sehe ich aus meiner Warte da einen Problemkomplex, den ich so vorher nie erlebt habe.
In welcher Branche, wenn ich fragen darf?
Hier in PT ist es im Winter zu nass und im Sommer zu brenzlig. Und die Wirtschaftskrise ist glaube ich in der Verfassung verankert. Aber sonst ist schön.
Ein Wirtschaftsflüchtling O:
Psst. Ich bin nur zu faul zum arbeiten.
Ich sehs an deinem überteuerten Mobiltelefon. Und Klamotten hast du auch?!
Neuseeland ist schön weit weg, man braucht nur den Job für das Arbeitsvisum und muss den dann 5 Jahre halten, dann ist alles gut.
Aber du hast schon Recht.
wir brauchen bessere mastodon-föderation. sowas wie https://feddit.org/c/[email protected]
weil ich habe den eindruck, wir verlieren hier immer mehr nutzer. gefühlt ist der “blutdruck des (insb. deutschsprachigen) lemmy-versums zu niedrig”. so fühlt es sich zumindest für mich an. ich schreibe gute texte zu themen aber sie werden kaum gelesen.
Am Wochenende war hier in Rostock HanseSail. Ich bin zwar nicht hingegangen, wurde jedoch trotzdem gestresst, da die Stadt brechend voll mit Menschen aus aller Welt war und sie mehrere Tage lang das traditionelle Kanonenkugelschießen gemacht haben. Immer wenn eine Kanone abgefeuert wird, hört und spürt man das unweigerlich - an Erholung war dieses Wochenende daher nicht wirklich zu denken.
Ich muss den verpassten Schlaf daher leider im Verlauf der Woche nachholen und bin dementsprechend ganz schön grummelig.
Dass mein aktuelles Projekt am besten gestern fertig sein soll und mir alle in den Nacken atmen, hilft auch nicht gerade dabei, meine Stimmung zu heben. Das ist auch wieder mal typisch, wenn man Programmierer in einer kleinen Agentur ist. Ich soll eine sehr fancy Landingpage für einen Kunden bauen (mit vielen Animationen, Übergängen, Videos, Audio, “KI” und so ein Scheiß). Dass die Page gebaut werden soll, ist seit mindestens vier Wochen bekannt, ich hätte also eigentlich frühzeitig anfangen können.
Aus irgendeinem Grund hat man sich jedoch entschieden, auf sinnlose finale Absprachen zu warten und Däumchen gedreht, weil der Kunde zwischenzeitlich im Urlaub war. Jetzt soll alles natürlich sofort fertig sein, weil die Seite eine Veranstaltung anteasert.
Ich habe dann meinen Unmut kundgetan und allen mitgeteilt, dass ich das Projekt hasse. Alle waren ganz verwundert, es wäre doch ein mega Aushängeschild und würde total cool aussehen. Ja, cool sieht es aus, geil wäre auch wenn ich genug Zeit hätte das alles vernünftig fertigzubauen.
Am besten war noch, dass der Chef im Meeting meinte “Stress’ dich selbst nicht so sehr” - also von mir geht der Stress grad nicht aus…
Ich habe dann meinen Unmut kundgetan und allen mitgeteilt, dass ich das Projekt hasse. Alle waren ganz verwundert, es wäre doch ein mega Aushängeschild und würde total cool aussehen. Ja, cool sieht es aus, geil wäre auch wenn ich genug Zeit hätte das alles vernünftig fertigzubauen.
ugh ich hasse seiten mit vielen animationen. die laden immer so extrem langsam am mobilgerät.
Psst, darf ich mal fragen: ist das Frontend-Webdesign was du da beruflich machst? Mit welchen Tools/Sprachen arbeitest du da? Ich fange gerade wieder mit dem Webseiten-Basteln an und poliere mein altes HTML und CSS, und überlege ob ich da noch was dazu lerne oder nicht, um außer für mich selbst vielleicht irgendwann mal der Webseiten-Ersteller für Freunde und Bekannte zu werden. Wenn ich eine Landingpage mit irgendeinem Killefitt sehe, der kein Text oder Foto ist, suche ich übrigens schnell das Weite. Und bei Kanonenlärm sowieso. Obwohl, wenn ich mal Innovatives vorschlagen darf: Kanonenlärm als Audioeffekt auf einer Landingpage sorgt bestimmt für viel Aufmerksamkeit!
ist das Frontend-Webdesign was du da beruflich machst?
Ich mache sowohl Frontend als auch Backend. Beruflich arbeite ich viel mit WordPress und React, das kann ich allerdings nicht empfehlen, da WordPress sehr viele fragwürdige Entscheidungen getroffen hat und ich mit React nicht wirklich warm werde. Ich kann das alles sehr gut, aber es ist manchmal echt ätzend.
Die Landingpage baue ich mit Sveltekit, das macht tatsächlich sehr viel Spaß (wenn man nicht unter Zeitdruck steht). Es baut auf bestehenden Technologien wie Javascript, TypeScript und SCSS auf, man wird also in all diesen Sachen immer besser je öfter man mit Sveltekit arbeitet. Während der Umsetzung mache ich einen Sveltekit-Kurs bei dem man lernt, sein eigenes Spotify nachzubauen, von einfachen Landingpages bis hin zu Mobile Apps ist damit also alles möglich.
je länger ich über die philosophie des programmierens nachdenke, desto eher komme ich zu dem entschluss, dass die besten webseiten ganz einfach die einfachsten sind. so etwas
Etwas mehr Design darf es schon sein, aber grundsätzlich stimme ich dir zu. :)
Normalerweise baue ich auch eher sinnvolle Websites und -apps, zuletzt zum Beispiel eine Übersichtsseite für Behinderteneinrichtungen, mit Standortkarten und Leistungsübersicht. Ich hab auch schonmal eine Routensuche für ein lokales Busunternehmen gebaut. Sowas ist gut für die Gesellschaft und das mache ich auch mit Leidenschaft.
Ich muss allerdings umsetzen, was ich an Projekten von meinem Arbeitgeber bekomme, und da ist dann manchmal auch einfach (in meinen Augen) nutzloser Scheiß dabei. :D
Ich stelle mir manchmal ein Paralleluniversum vor, in dem das gedruckte Buch ständig so neu erfunden wird wie heutzutage Webseiten.
Habe ich heute schon woanders geschrieben: wir leben gerade in einer Welt, in der glänzende Oberflächen mehr geschätzt werden als die Substanz dahinter.
Es wird nicht wirklich kühler.
Die Woche geht unsere Kleine in einen “Kreativworkshop” im Rahmen des Ferienprogramms. “Jetzt hat man schon mal Ferien, dann muss man wieder so früh aufstehen, Menno”
Ansonsten ist morgen mein erster Arbeitstag in der neuen Firma. Ich bin gespannt.
Hab am Freitag versucht eine neue Nabe in mein Laufrad einzuspeichen und bin etwas gescheitert. Heute versuche ich es nochmal. Felge austauschen geht einfach, aber Nabe austauschen nervt.
Komme aua meinem Urlaub… Rechner geht immer weil passwort falsch und Account gesperrt. Darf nun das MacBook neu aufsetzen und ausrollen…
Toller Start in die Arbeit.
Fühle ich! Ging mir vor gar nicht so langer Zeit auch so. Musste dann extra eine Stunde zum Büro fahren, weil die Passwortänderung sonst nicht auf meinem Gerät ankommt…
Ich war das Wochenende über schon antriebslos aber heute ist meine Motivation komplett verraucht. Das liegt sicher auch mit daran, dass mein neuer Chef zwar freundlich bemüht aber für mich leider sehr unpassend ist…

Auch diese Woche geht vorbei und wenn ich mich bis Freitag nicht wieder kaputt mache, steht zumindest ein schönes Wochenende an :)
Hat eigentlich schon jemand erwähnt, dass es zu heiß ist?








