Ich benutze es sehr gerne, aber habe keine Illusionen darüber, dass es primär eine gewinnorientierte Platform ist, bei der jeden Moment die Enshittification losgehen kann. Der Nachhaltigkeitsaspekt ist mehr Branding als irgendwas anderes.
Aber aktuell ist es halt wirklich super um im Homeoffice ein warmes+kaltes Frühstück vom Buffet beim Hotel um die Ecke für einen guten Preis zu bekommen, oder die Reste von der heißen Theke bei der Metzgerei nebenan. Etwas das klassisches Food-Sharing und Spenden an die Tafel schlicht nicht abdecken. Ansonsten finde ich sollten Supermärkte & Co. weiter die non-Profit und gemeinnützigen Gruppen bevorzugen. Was über Too Good To Go an Einnahmen reinkommt ist wahrscheinlich sowieso vernachlässigbar.
Und natürlich wäre es auch bei Too Good To Go schöner wenn es irgendeine offene, non-Profit Platform dafür gäbe, aber ich habe meine Zweifel ob sich das durchsetzen würde bevor wir da nicht gesellschaftlich mehr digitale Mündigkeit erreicht haben.
Es wäre relativ einfach für die Supermärkte Angedatschtes oder Abgelaufenes mit mind 50% Reduzierung zu verkaufen. Da würden die Mülltonnen wesentlich weniger befüllt. Aber das kann bedeuten dass Leute dann nicht zum vollen Preis kaufen, oder das als unschön empfinden - Kaufverhalten und so.
Abgeben an Dritte bedeutet dass der Verkäufer (also der Supermarkt) eine gewisse Verantwortung übernimmt, das ist auch oft unerwünscht im Vergleich zu einfach wegschmeissen. Und die App-Betreiber können nicht sehr viel dafür bezahlen wenn sie nicht selber auch noch profitieren wollen.
Containern wäre immer noch eine ziemlich gute Alternative, auch wenn’s streng genommen Diebstahl ist - wenn die meisten nicht hinter Schloss und Riegel wären heutzutage. Sinnlos. Ich persönlich habe noch nie einen Containerer getroffen der einen Saustall hinterlässt.
Gibt es mittlerweile nicht Gesetze die Läden verpflichten noch Brauchbares nicht wegzuschmeissen? Es geht also nicht um Profit sondern um Gesetzestreue?
Tipp/Anekdote: wir haben früher bei kleinen Bäckern angefragt. Wenn du sagst es ist für dich, bekommst du nichts. Wenn du sagst es ist für deine Tiere (Pferde etc.), bekommst du tonnenweise.
Warum Supermärkte Abgelaufenes nicht verkaufen: Haftung.
Ja das ist schon klar.
Ich weiß nicht wie verbreitet das ist, aber es gibt auch Vereine die Lebensmittelrettung betreiben. Die haben Vereinbarungen mit den Supermärkten und müssen die Lebensmittel, die rausgestellt werden und teilweise noch gut sind, abholen. (Meine Nachbarn machen sowas.) Funktioniert mal mehr mal weniger gut. Teilweise ist sehr viel vergammeltes Zeug bei, manchmal aber auch richtig gute Sachen.
Wenn du es verbrauchst, macht der Bäcker entsprechend weniger Umsatz. Das merkt er in seiner Kasse.
Mmmmjein.
Das impliziert dass wir ohne Umsonstgebäck auf jeden Fall beim Bäcker eingekauft hätten, und dass wir mit Umsonstgebäck auf keinen Fall beim Bäcker eingekauft hätten. Das ist oft nicht wahr.
Wir waren damals (tatsächlich mit Pferden) auf der Durchreise.
Und allgemein geht es hier oft um Leute die gerade keinen Cent haben. Statt Haferflocken bis zum Monatsende auch mal was halbwegs Frisches.
Die Frage, die sich daraus eigentlich ergeben sollte, ist auch: warum lohnt sich wegschmeißen für Handelsketten mehr als retten?
Das, was du aus dem Foodsharing holst, machst du in dem Laden weniger Umsatz. Wenn die Entsorgung weniger kostet, als seine Gewinnspanne, wirft der BWLer die Lebensmittel lieber weg.
Das Wegschmeißen der Ware ist aber auch bereits in den Kosten eingepreist, darf man auch nicht denken, dass das nicht so wäre. Ich finde es gut, wenn vor Ablauf des MHD bereits runtergesetzt wird. Das Essen retten ist eine gute Sache, löst aber die ursächliche Problematik nicht: die Verteilungsgerechtigkeit von Lebensmitteln auf unserem gesamten Globus. Wir leben als Europäer immer noch stark auf Kosten der Menschen im globalen Süden. Das ist aber ein anderes Problem. Wir sollten wirklich unsere Lebensmittel mehr schätzen.
Wir haben vor Ort eine ziemlich aktive Foodsharing community. Das lohnt sich auf jeden Fall. Kostenlose Lebensmittel die man vor der Tonne rettet haben mir den ein oder anderen Monat meines Studiums die Einkaufskosten halbiert.
Too good to go und Foodsharing sind für mich eine super Ergänzung zur Standard Versorgung. 100% drauf verlassen tu ich mich nicht, aber nach ein bisschen Reinfuchsen habe ich die besten Spots rausgefunden und finde regelmäßig lecker Zeug für sehr günstig bis umsonst.
Wie kommen denn die 74,5kg pro Person zustande? Was zählt da rein?
Ich denke ich werfe jedes Jahr ein paar hundert Kilo Äpfel weg, die halt am Baum wachsen, und auch nach Verteilung unter Nachbarn, Freunden, Paketboten, Kollegen, usw. einfach übrig bleiben.
(keine Ahnung wer dachte, dass man hier so viele Apfelbäume pflanzen muss)
Wird das geschätzt und mitgerechnet? Sollte es? Laut Artikel sind 74,5kg „der Großteil“? Was ist denn die Gesamtmenge? Der Artikel hält sich mit konkreten Angaben doch sehr zurück.
Wenn man ländlich wohnt muss man halt die fahrkosten mit rechnen… Ich machs ab und zu bei nem richtige dorfbäcker





