Etwa 12 bis 20 Prozent der mit dem Deutschlandabo gemachten Fahrten wären demnach ohne das Ticket mit dem Auto zurückgelegt worden, haben die Institute ermittelt. Das entspricht etwa 2,5 Millionen Tonnen CO₂ beziehungsweise drei Prozent der durch den privaten Pkw-Verkehr entstandenen Gesamtemissionen in jenem Jahr, die auf diese Weise eingespart worden seien.
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Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zufolge gab es Anfang dieses Jahres rund 14,6 Millionen Abonnentinenn und Abonnenten. Dem Zwischenbericht zufolge nutzt rund jeder fünfte Einwohner in Deutschland das Deutschlandticket. Das waren demnach knapp eine Million mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Um spürbarer zur Verkehrsverlagerung beizutragen, sind aus Sicht des Verbands aber rund 20 Millionen Nutzerinnen und Nutzer nötig.
„Das Deutschlandticket verbessert die Mobilität verschiedenerNutzergruppen, vor allem für Menschen mit geringerem Einkommen“, heißt es in dem Zwischenbericht.



Ist ja nett für die Städter mit ihrem ÖPNV.
Also es hilft nur 78% der Bevölkerung… Gut selbst dann gibt es Dörfer mit wirklich gutem ÖPNV.
Ich verstehe, warum man das runterwählt. Ich bin auch aus der Großstadt und habe das lange genauso gesehen. Die Liebe hat mich aber vor zwei Jahren aufs Land verschlagen und seitdem musste ich lernen, was es bedeutet, wirklich aufs Auto angewiesen zu sein.
Ich hatte auch ein D-Ticket, bin (schonmal hier und da erwähnt, sorry für die Wiederholung) damit letztes Jahr über 15000 Kilometer gefahren. Ich hab es jetzt nicht mehr, nicht, weil ich es nicht will, sondern, weil ich es hier einfach nicht verwenden kann. Für lange Strecken (wir pendeln einmal monatlich zwischen hier und der Stadt, sind etwa 600km) ist es der blanke Nerventerror, mit den Regionalbahnen zu fahren und es ist mir relativ egal, wie das jemand anders sieht, der diese Erfahrung nicht selbst gemacht hat, denn es war wirklich einfach nur furchtbar.
Jetzt sind wir wieder beim Auto. Doof. Aber wenigstens konnte ich ein E-Auto kaufen. Bahn wäre mir lieber gewesen, aber man muss bitte auch realisieren: das funktioniert einfach für große Teile der Bevölkerung nicht und das hat nichts mit denen zu tun, sondern mit einem Staat, der auf flächendeckende Infrastruktur scheißt.
Ist ja auch nett von den Städtern dir deine gesamte Infrastruktur wie Gas, Strom, fließend Wasser, Abwasser und Straßen zu bezahlen.
Ach, und während gerade für die Städter mit ihrem ÖPNV beschlossen wurde, dass das Ticket de facto immer teurer wird, bezahlen sie dir auch deine stetig erhöhte Pendlerpauschale, damit du armes Tuckktuckk ja nicht zu viel bezahlen musst um auf der für dich finanzierten Infrastruktur Auto fahren zu können.
Regionalverkehr ist ein Ding. Wenn du in einem Dorf mit 300 Seelen wohnst und eine halbe Stunde zum nächsten Bahnhof brauchst, dann ist das Ticket vielleicht nichts für dich. Man kann aber durchaus für eine Sache sein, von der der Großteil der Gesellschaft profitiert auch wenn man das selbst nicht tut. Ich würde sogar soweit gehen, dann man seine politische Einstellung nach der Gesellschaft und nicht nach sich selbst ausrichten sollte.
Ich glaube, dass gerade das Deutschlandticket gut dazu geeignet wäre, das bestehende Henne-Ei-Problem Alle fahren Auto, weil kein Bus kommt; es kommt kein Bus, weil alle Auto fahren zu lösen. Die Einnahmen werden ja im Gegensatz zu Verbundtickets deutschlandweit verteilt. Es wäre also gut denkbar, dass die Tickets der Städter am Ende ländliche Regionen subventionieren und dadurch im ganzen Land eine bessere Versorgung gewährleistet wird.
Das bedingt natürlich einen entsprechenden Verteilungsschlüssel und politischen Willen. An letzterem mangelt es momentan leider besonders, aber vielleicht bekommen wir ja irgendwann mal wieder eine Regierung, die lieber öffentliche Verkehrsmittel als Autos fördert. Und dann ist mit dem Deutschlandticket schon mal eine gute Grundlage vorhanden.