IMO | Autofahrer die zu schnell fahren und geblitzt werden sind keine Opfer!
Sie wurden geblitzt weil sie aus Rücksichtslosigkeit gegen die Regeln die zum Wohle der Allgemeinheit geschaffen wurden verstoßen haben und haben ihre Strafe vollauf verdient. Angesichts der Massen an Strafen in diesem Bereich, scheint die Höhe der Strafen sogar noch viel zu gering zu sein, da offenbar bei vielen Betroffenen kein Lerneffekt einsetzt.


Das gibt es sicher auch, aber es werden auch oft genug Leute aus Unaufmerksamkeit geblitzt. Meine persönliche Anekdote: aus einer Seitenstraße auf eine Bundesstraße eingebogen, beim beschleunigen leicht über die erlaubten 50 geraten und kurz hinter der Kreuzung in den Blitzer gefahren. Ich sehe mich da keineswegs als Opfer, aber auch nicht als ‘rücksichtslos’, denn das impliziert für mich ein bewusstes Brechen der Regeln.
Ob du keine Rücksicht nimmst oder einfach nicht aufmerksam bist ist am Ende egal wenn du einen Unfall baust.
Das ist richtig. Ich sage deshalb ja auch ganz klar, dass man auch aus Unaufmerksamkeit nicht das Opfer ist, wenn man geblitzt wird, sondern letztlich selbst schuld.
Ich sehe aber schon einen Unterschied zwischen Fahrern, die sich grundsätzlich bemühen, den Regeln entsprechend zu fahren, aber eben nicht unfehlbar sind, und solchen, die mit 70 vor dem Kindergarten entlangbrausen oder mit 140 durch die Autobahnbaustelle. Das ist für mich Rücksichtslosigkeit.
Wenn eine Mutti in ihrem vollbeladenen Lastenrad gerade mit den Kindern zankt und mich als Fußgänger dabei auf dem Zebrastreifen fast umnietet, statt sich den Regeln entsprechend diesem langsam zu nähern und mir das überqueren zu ermöglichen, schreie ich jedenfalls sie nicht an, dass sie gefälligst nicht so rücksichtslos zu sein hat. Beim Hoppla-hier-komm-ich-Radfahrer, für den jeder Millimeter Lücke im Verkehr zum durchschlüpfen in voller Geschwindigkeit reicht und für den Ampeln, Verkehrsschilder und Umsicht nur für die anderen gelten, schon eher.
Das Problem ist die grundlegende Gesetzeslage. Da gilt halt in der Stadt grundsätzlich 50 und jede Ausnahme muss dann extra begründet werden und es klagt immer ein Anwohner. Daher hast du dann einen Flickenteppich an Tempolimits, was das Fahren so doof macht. Wenn man einfach überall in der Stadt 30 fahren dürfte und nirgends 50, dann wäre das alles überhaupt kein Problem. Dann stellst du deinen Geschwindigkeitslimiter gemütlich auf 30, rollst durch die Gegend und musst nicht auf sich ständig ändernde Tempolimits achten. Das merkst du auch im Ausland auf der Autobahn: Wenn eh 120 ist, hast du halt nicht ständig die 120er Schilder, die du übersehen kannst.
Das hätte mir in meiner Geschichte nichts gebracht. Ich fahre fast durchgehend mit Tempomat, nur stelle ich das erst nach dem beschleunigen an. Und genau bei diesem abbiegen+ beschleunigen war ich drüber und dann kam bereits der Blitzer, bevor ich das Ding angestellt hatte.
Aber genau das meine ich ja: So ein Limiter sagt dem Auto ja, dass es max T30 oder T50 fahren soll und dann machst du das am Ortsschild an und es ist total egal, ob du aus der Seitenstraße auf die Bundesstraße fährst, weil eh überall das gleiche Limit ist.
Ich hab jetzt sechs verschiedene autos von mehreren Herstellern gefahren und könnte nicht sagen, dass irgend ein Limiter sich nützlich angefühlt hätte.
Man muss sich quasie immer zwischen Tempomat oder Limiter entscheiden, beides ging nie (warum eigentlich?). Gleichzeitig konnte man jeden Limiter übersteuern, indem man länger als ein paar Sekunden auf dem Gas geblieben ist. Dadurch muss man dann trotz Limiter wieder permanent mit dem Gas Pedal spielen um das Tempo zu halten anstatt komfortabel mit Tempat zu fahren. Das ist bei engen Seitengassen egal, aber bei Hauptverkehrsstraße in der Stadt einfach nur nervig.
Ach einen richtigen Limiter meinst du. Ja, das ist natürlich richtig.
Wer unaufmerksam fährt, fährt rücksichtslos. Stell dir das Szenario des Unfalls vor, der erklärt wird mit: Ich war nur unaufmerksam!
Mir neulich passiert: Zweispurige Autobahn um 3 Uhr nachts, ich überhole einen Schwerlasttransport mit 5 Begleitfahrzeugen der 10 unter dem Tempolimit fährt. Während ich also gemütlich dran vorbeiziehe wird die Fahrbahn immer mehr zu einer Kurve, da es in eine andere Autobahn übergeht. Der Transporter kommt zunehmend auf meine Fahrbahn als ich neben ihm bin und ich gebe Gas um da wegzukommen.
Bin gerade an dem Ding vorbei und will ausrollen lassen - Blitz. War 15 drüber. Das war das erste mal bei dem ich die Situation nicht fair fand lol. Hab trotzdem gezahlt, da die solche Ausreden wahrscheinlich täglich hören.
Also das musst du mal bitte genauer erklären.
Weil ich kenne es wirklich nur so, dass man wegen Schnellfahren geblitzt wird. Noch nicht einmal wegen Handy am Steuer. Und wie hat der Automat deine Unaufmerksamkeit überhaupt festgestellt?
Damit meine ich, dass ich einen Unterschied darin sehe, ob jemand die Straße entlangfährt, das 30er-Schild sieht und mit dem Gedanken “das gilt nicht für mich!” einfach bewusst weiter 65 fährt, oder ob jemand aus Unaufmerksamkeit leicht drüber geblitzt wird. Siehe meine persönliche Anekdote in obigem Kommentar.
Aha. OK. Verstehe. Der zweite überfährt also das Kind in der 30 Zone mit höherer Wahrscheinlichkeit, weil er ja unaufmerksam ist. Den muss man härter bestrafen, damit er’s hoffentlich lernt.
Nein das tut er nicht. Zwei entscheidende Denkfehler: maßgeblich bestimmt sich der Anhalteweg aus der Geschwindigkeit.
Grundsätzlich: Reaktionsweg = Geschwindigkeit/10×3; Bremsweg = (Geschwindigkeit/10)^2
65 Kmh: 19,5m Reaktionsweg + 42,25m Bremsweg = 61,75m Anhalteweg.
35 kmh: 10,5m Reaktionsweg + 12,25m Bremsweg = 22,75m Anhalteweg.
Der langsame könnte also dreimal so lahm reagieren und wäre trotzdem noch vor dem schnellen zum Stillstand gekommen. Nicht umsonst fließt die Geschwindigkeit in das Bußgeld ein.
Weiterhin basiert deine Aussage auf der unbegründeten Annahme, dass jmd, der bewusst ignorierend an einem Geschwindigkeitsbegrenzungsschild vorbeifährt insgesamt aufmerksamer Auto fährt als jemand, der aus Unaufmerksamkeit diese Begrenzung leicht übertritt/das Schild nicht mitbekommt.
Wieso vergleichst du jetzt auf einmal einen langsamen mit einem schnellen? Thema verfehlt. Die interessieren mich nicht. Wir hatten zwei Zuschnellfahrer: einen notorischen und einen unaufmerksamen, und du wolltest letzteren rechtfertigen.
Mein Ursprungskommentar:
Ich rede die ganze Zeit von Leuten, die, wie auch in meinem Fall, aus Unaufmerksamkeit leicht drüber geblitzt werden.
Achso, du suchst bloß Absolution für dich selber.
Damit für mich EOD.
Ach du je. Du hättest auch einfach die Größe haben können, zuzugeben, dass du meinen Ursprungskommentar einfach nur falsch gelesen hast, wir hätten das Missverständnis ruckzuck abgehakt und gut ist.
Denn ich suche nicht nach 'Absolution für mich selber ', sondern schließe einfach nur bei einem leichten Versehen nicht direkt auf Mutwilligkeit. Egal, ob nun einer den Tacho kurz aus den Augen verliert oder ein paar Worte in einem Kommentar übersieht. Fehler passieren.
Aber wenn das deine Form des Umgangs ist, verzichte ich da herzlich gerne drauf.
Tempo 30 Zone vor einer Schule. Am Sonntag. Und es stand das „Schule“-Schild unter dem 30er Schild. War mit allerdings zu doof, da zu klagen.
Entscheidung 2Z Ss (OWi) 174/19
Na super. Dann hätten die mal „Schule“ weglassen sollen. Dann wäre ich auch strikt 30 gezockelt.
Hättest auch keinen Erfolg mit, wenn keine Zeiten dran stehen, zu Recht. Auf Schulfhöfen wird gerne auch außerhalb der Öffnungszeiten gespielt, es gibt AGs, etc.
Ja, LeFrog hat‘s ausführlich geschrieben. TIL: „Schule“ unter 30 Schild hat dekorativen Effekt.