Unpopular take:
Die gesetzliche KK in Deutschland funktionieren genau so wie sie sollen, und sind quasi ein Paradebeispiel für guten Kapitalismus.
Die Leistungen der KK sind alle reglementiert, Ma kriegt bei jeder quasi das gleiche (plus minus ein paar bonusprogramme); die KK können aber untereinander konkurrieren indem sie effizienter werden. Wenn eine KK nur 80% der Mitarbeiter von einer anderen braucht, weil sie zb ein besseres IT System hat, dann ist sie halt billiger.
Der Kunde kann die günstigste wählen und hat quasi keine Nachteile.
Leute meinen oft, wenn wir KK zusammenlegen, werden die billiger, aber das is Quatsch. Wer in nem Großkonzern gearbeitet hat, weiß, dass dort alles unglaublich bürokratisch und unflexibel ist; und mit weniger Konkurrenz gibt’s auch keinen Grund mehr sich zu verbessern. Und wenn’s am Ende nur noch riesige KK gibt, haben die quasi Monopolstellung (too big to fail) und können dann der Politik noch härter die Preise diktieren.
Also: falsche Baustelle, lieber die privaten abschaffen, das macht 1000x mehr Sinn.
Das Problem ist afaik, dass die Kosten der KK stark von ihrer Kundenstruktur abhängen.
Die können sie nur minimal beeinflussen. Die AOKs haben viele alte und tendenziell ärmere und kränkere Kunden, das können sie mit einem effizienteren IT System auch nicht groß ausgleichen.Gegenargument:
10 Krankenkassen sind genug um einen Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Von den bisherigen 93 haben ja bereits jetzt manche mehrere Millionen, andere weit weniger als 100,000 Mitglieder.
Das ist halt einfach nur ineffizient. Wie soll denn bspw. die BKK Groz-Beckert mit ihren 7.128 Versicherten eine Konkurrenz für die AOKs darstellen? Und das ist halt nicht mal die kleinste.
Allgemein würde ich zunächst alle geschlossenen BKKs abschaffen. Die sind halt einfach keine Konkurrenz für die Massen und gibts trotzdem noch zu hauf.
Alles am thema vorbei: Eine staatliche Krankenkasse für alle. keine ausnahmen, Private krankenversicherung nur zusätzlich.
Eine stelle verhandelt medikamenten preise mit den herstellern, und wenn die nicht mitspielen, zieht man eine Generika Produktion dafür hoch.
Kosten fürs gesundheitssystem halbiert.
Ich sehe auch eine Bürgerversicherung als den richtigen Weg.
Verstehe dennoch nicht weshalb wir nicht selbst mitwirken. Jeder gesetzlich Versichterte kann seine Krankenkasse sehr einfach wechseln. Trotzdem machen es nur ca. 5% (Quelle: t-online). Mit mehr Bewegung der Mitglieder zwischen den Kassen, würde sich auch die Anzahl der Kassen reduzieren. Es wird nicht nur eine übrig bleiben. Dennoch wäre es ein Schritt in die richtige Richtung.
Wir sollten auch die Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen und nicht nur von anderen erwarten es für uns zu bestimmen.
Für alle, die es interessiert: Wechsel zwischen Krankenkassen
Gegengegenargument: Wenn weniger Krankenkassen effizienter wäre, dann würden die doch alle miteinander fusionieren oder aufkaufen
Es ist schräg…
Seit Beginn dieser Regierung ist dies der erste Vorschlag der CDU, bei dem ich denke „haben die sich vielleicht beraten lassen?“
Klar. Sie haben sich von den 10 Kassen, die üblich bleiben, in Form von Geld und zukünftigen Stellenangeboten “beraten” lassen.
Ich versuche seit ich das gelesen habe rauszufinden wie uns das schaden soll
Oligopole sind die kleinen Brüder des Monopols.
Es gibt formell noch Wettbewerb, aber tatsächlich stecken alle ihre Marktanteile ab und machen es sich bequem.
Das ist wie Tütensuppe von Maggi oder von Knorr. In Wahrheit ist alles Nestlé.
Nutzt du Nestlé als Platzhalter für alle seelenlosen Megakonzerne? Wenn ja, dann passts, anderenfalls gehört Knorr zu Unilever und nicht zu Nestlé. Macht das Bild aber nicht schlechter, weil das direkt dein Oligopolargument unterstreicht. Ist eben beides Dreck.
Der Vorschlag an sich muss keine direkte negative Auswirkung haben. Wenn er mit in die angesprochene Reform kommt und alles zu einem Maßnahmenpaket zusammengefasst wird, läuft es darauf hinaus, dass Merz’ Vorschläge wie Leistungskürzungen als weniger diskutierter Unterpunkt auf der Liste der Änderungen landen und potenziell positive Vorschläge hervorgehoben werden. Oder er könnte benutzt werden um andere Parteien zu überzeugen für die Reform zu stimmen
Wenn Ärzte kurzer treten sollen, werden die weniger Kassen- und mehr Privatpatienten aufnehmen, sprich man wird länger auf einen Arzttermin warten dürfen oder gar keinen bekommen.
Klingt realistisch. Außerdem kann man dann sagen “wir haben doch X reformiert”, ohne was reformiert zu haben und kann dann wieder ein paar Jahre bei der Stagnation und dem langsamen Verfall zusehen.
Linnemann und Merz entscheiden persönlich welche Klassen bleiben.
Warum nicht auf eine reduzieren?
Die 10, die übrig bleiben, haben an die CDU “gespendet” oder haben einen Politiker im Aufsichtsrat.
Der vorgeschobene Grund: Wahlfreiheit
Der echte Grund: die neoliberale “Logik” des Konkurrenz macht Sachen billiger
Und wie üblich für Neoliberalismus, komplett an den empirischen Daten vorbei. Die Realität zeigt je privater ein Gesundheitssystem, desto teurer für die gleiche Leistung. Würden wir nach Effizienz gehen, müssten wir das gesamte System bis ins letzte verstaatlichen. Das wissen die eigentlich auch.
Der wahre Grund ist wohl doch eher bei der “Wahlfreiheit”, nämlich dass die privaten Versicherungen nicht so auffallen wenn sie nur eine weitere Alternative zwischen den gesetzlichen Kassen sind. Gäbe es nur eine staatliche Versicherung und Privatversicherungen würde eher die Frage aufkommen, warum wir dulden, dass man sich mittels Privatversicherungen komplett asozial aus der Solidargemeinschaft herausnimmt.








