Sollte mensch sich durchlesen, da auch relativ viel auf die Urteilsbegründung eingegangen wird. Mein Take: Bei jedem Job würdest du für sowas sofort gefeuert werden, nur bei Cops scheint das laut Richterin noch voll im Rahmen zu sein.
Der Fall ist ja komplett wild. Die beiden Polizisten begehen da gefährliche Körperverletzung im Amt (gefährlich, da mit Reizgas und Schlagstock bewaffnet sowie gemeinschaftlich) an einem stark betrunkenem und damit hilflosen Mann. Der Staatsanwalt betont noch mal, dass der Geschädigte Glück gehabt hat, da die Tat gefilmt wurde. Sonst hätte er sich vermutlich auch noch selbst vor Gericht verteidigen müssen, da die Polizisten versucht haben die Tat zu verschleiern.
Grade von Polizisten sollte man erwarten, dass sie sich im Griff haben, wie auch der Staatsanwalt sagt. Stattdessen wird aber Rücksicht darauf genommen, dass ein Strafmaß von mindestens 12 Monaten automatisch ein Ausscheiden aus dem Polizeidienst bedeuten würde und das Strafmaß wird bewusst darunter angesetzt. Zudem kritisiert der Richter noch, dass das Video geteilt wurde das überhaupt notwendig war, damit es zum Verfahren kommen konnte.
Der freie Journalist Marvin Oppong braucht übrigens noch Geld für seine Klage gegen die Bundespolizei. Die überzieht ihn für einen Bericht über Racial Profiling mit einer Schmutzkampagne, hat erstinstanzlich schon verloren, aber belässt es nicht dabei, da sie ja auf Steuerkosten eine Nobelkanzlei anheuern kann.
Gefühlt habe ich das erste Mal vor 2 Jahren davin gehört. Das läuft immer noch?
Ansonsten, das Crowdfunding läuft nur noch 3 Tage mit mehreren hundert Euro die fehlen, das kriegen wir(also jetzt nicht nur wir hier Thread) doch noch hin!
Ich habe mal 10€ zugesagt, aber ob das noch was wird …
Bei jedem Job würdest du für sowas sofort gefeuert werden, nur bei Cops scheint das laut Richterin noch voll im Rahmen zu sein.
Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass bei Polizisten sogar strengere Maßstäbe gelten müssten als in den meisten 0-8-15-Berufen. Eben weil das Potential von Machtmissbrauch gegeben ist.
ganz meine meinung “with great power comes great responsibility”
Obligatorisches:
Ja, alle Cops.
Ja, denn wenn es eine nennenswerte Zahl anständiger Cops gäbe, würden wir nach solchen Fällen irgendwas von ihnen hören.
Der Staatsanwalt betonte die Bedeutung des Videos, das jemand aus der Nachbarschaft aufgenommen hatte. Er sagte in seinem Plädoyer, dass es ohne dieses Video nicht zum Verfahren gekommen wäre. “Wenn ich die Anzeige der Beamten mit ihren Aussagen auf den Tisch bekommen hätte, hätte ich den Geschädigten angeklagt.”
Ich denke, dass das so schon unzählige mal passiert ist. Deshalb Leute, wenn ihr einen kritischen Polizeieinsatz seht, haltet drauf. Die Polizei ist im Zweifel nicht dein Freund und Helfer.
Er erwarte, dass sich Polizisten im Griff hätten, so der Staatsanwalt.
Erwarten kann man das ja, aber wenn er das deswegen als gegeben annimmt, dann macht er seine Arbeit scheiße.
Die Polizei ist nie dein Freund und Helfer. Die Polizei ist die Polizei. Sie ist im Idealfall neutral, aber in der Praxis immer auf seitens des Staates und ihrer Kollegen. Egal was passiert ist, Polizisten decken immer ihre Kollegen mit sehr wenigen Ausnahmen. Es sollte Grundsätzlich verboten sein, dass Polizisten als Zeugen für andere Polizisten hinzugezogen werden können. Das würde sehr vieles verbessern.
Schwierig, denn es ist schon einige (zugegeben wenige) Male vorgekommen, dass Kolleg*innen übergriffige Polizeieinsätze haben auffliegen lassen.
Die Pflicht, wirklich jeden Einsatz per Körperkamera zu dokumentieren und eine Kennzeichnung der Beamt*innen wären wünschenswert.
Und es braucht endlich eine unabhängige Stelle, die über Vorwürfe gegen Polizisten ermittelt. Keine andere Abteilung oder andere Dienststelle. Das hat ein bisschen was von der Aufklärung von Straftaten innerhalb der katholischen Kirche.
Eine unabhängige Stelle alleine löst das Problem aber immer noch nicht, auch wenn es natürlich eine sinnige Reform wäre.
Dinge wie Gesetzgebung die Polizeikräfte bevorzugt, Korpsgeist, pro polizei Rechtssprechung, gesellschaftlicher Bias, Polizeipropaganda auf offiziellen Kanälen, Konsequenzlosigkeit bei Rechtsbruch durch Polizeientscheidungen usw hören damit ja nicht einfach auf
Wollte ich damit auch nicht sagen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Konsequenzlosigkeit bei Rechtsbruch bezieht sich bei weitem ja auch nur nur auf Polizeientscheidungen.
Korrupte und teilweise stramm nach rechts driftende Gewerkschafter nicht vergessen.
Die Polizei ist nie dein Freund und Helfer. Die Polizei ist die Polizei. Sie ist im Idealfall neutral, aber in der Praxis immer auf seitens des Staates und ihrer Kollegen.
Ich weiß nicht, ob du schon mal in anderen Ländern unterwegs warst. Denn dann würdest du diesen Satz anders verstehen.
Mir scheint, du verwechselst da etwas mit „Freund“ und Kumpel mit denen ich durch die Disco ziehe oder Kniffel spiele.
“woanders ist es noch schlimmer, also hör auf dich zu beschweren”
War klar das so ein Schnellschuss kommt.
Du warst also auch noch nie in Ländern ausserhalb Europas unterwegs.
Dass die Polizei neutral und auf Seiten des Staates ist, DAS IST das Gute an der deutschen Polizei, meine Güte.
Was habt ihr denn für ein Erwartungshaltung an Amtsträger? Die gehen mit euch einen Trinken? Helfen euch beim Reifenwechsel?
Und der Spruch „dein Freund und Helfer“ bedeutet eben nicht „dein Feind und Problem“, wie in vielen Drittweltländern und Diktaturen. Da wird um Polizisten ein großer Bogen gemacht.
Was Ich will? In einer Welt leben, in der Polizei nicht nötig ist. Solange wir aber eben in der Gesellschaft leben die gerade da ist, will ich zumindest:
- Dass die Polizei sich an die Gesetze hält
- Dass Fehlverhalten Konsequenzen über ein paar Monate Auszeit hinaus hat, ganz spezifisch auch Falschaussagen um die Kolleg*innen zu decken
- Dass die Polizei keine Menschen die sie für Ausländer oder sonst wie “anders” hält schikaniert
- Dass die Polizei auf Demos und generell nicht die Leute zusammenknüppelt
- Dass die Polizei Leuten in Gewahrsam nicht zusätzliche Gewalt antut
- Dass sie die Aufgaben der Polizei eingeschränkt werden und ich wenn ich versehentlich ein Auto beschädige und die Besitzerin kontaktieren will nicht gleich gleich die Kavallerie kommen muss
- Dass die Staatsanwaltschaft nicht grundsätzlich denkt, sie müsse alle Menschen die größtmögliche Strafe aufdrücken
- Dass Aussagen der Polizei vor Gericht nicht grundsätzlich ernster genommen werden
- Dass die Presse nicht unkritisch Polizeimeldungen abdruckt
- Dass du realisierst, dass auch in Deutschland viele Menschen aus Angst einen Bogen um die Polizei machen, und das scheinbare Unwissen darüber Teil des Problems ist - auch wenn die Gefahr, direkt erschossen zu werden, deutlich geringer ist als in vielen anderen Ländern, macht es das nicht besser
Es passiert soooo viel Scheiße mit der Polizei und fast immer kommen sie ungeschoren vorbei. Auch auf höherer Ebene, wenn zwei Jahre später ein Gericht entscheidet, dass eine Maßnahme unverhältnismäßig war, nützt das denn Betroffenen überhaupt nichts und hat meistens einfach null Konsequenzen. Also werden sie es wieder tun.
Dass es nur ein paar schlechte Cops sind, ist selbst wenn es stimmt auch scheißegal, solange sie von den anderen gedeckt werden, wie fast immer. Der einzelne Polizist ist mir dabei relativ egal, ob der in die Kneipe geht oder in der Freizeit in der Nachbarschaft Reifen wechselt. Das ist ein systemisches Problem.
Das ist eine schöne Welt in der du leben möchtest. Die wird es nie geben. Es gibt immer Arschlöcher, die andere unterdrücken, schlagen, töten. Ohne Polizei als Gewaltmonopol würden sich die Arsxglöcher durchsetzen und alle tyrannisieren.
Da ich mal vor einiger Zeit die Gelegenheit hatte „die Polizei“ zu begleiten, möchte ich dir kurz sagen, wie „die Polizei“ von Leuten behandelt wird.
Das sind dann auch nicht alle Leute, nur ein paar schlechte. Und die kommen oft ungeschoren davon. Aber diese paar Leute prägen das Bild der Polizisten, genauso wie deines pauschalisiert ist.
- Bei einem Fussballspiel werden von den Ultras Centstücke auf die Polizisten geworfen. Das macht dann Klack, Klack, Klack auf dem Visier
- Es werden Pyros in die Polizisten geworfen
- Es werden mit Messern Polizisten im Menschengedränge gestochen. (Die Polizei trägt Metallwesten wie Ritter bei Fasching unter der Uniform)
- Es wird hysterisch eingeredet, bei Verkehrsunfällen oder Schlägereien
- Es wird geschubst, getreten, geschlagen, bedroht, je nachdem unter welcher Drogen manche Gewalttäter gerade stehen
Ich kannte einen Polizisten, der hatte aufgehört, weil es ihm zu viel war. Der war nur Streife, nicht Bereitschaft. Der war froh, wenn Menschen mal ganz normal mit ihm geredet haben. IdR ist die Kacke am Dampfen, wenn er kam. Immer Ausnahmesituation.
Auffahrunfall mit leichtem Blechschaden war für ihn wie Urlaub.
Die Polizei hat ein strukturelles Problem mit Rassismus, Gewalt, Kumpanei und so. Das will ich nicht schönreden. Es sind aber nicht alle Polizisten. Meist nur die, die in Problembezirken oder in der Bereitschaftspolizei arbeiten.
Ist an allem was dran was du schreibst. Aber ändert das irgendwas an der ursprünglichen Aussage, dass sie eben nicht Freund und Helfer sind? Ändert das was daran, dass es in anderen Ländern schlimmer ist?
Die Behandlungen, die du beschreibst, kommen ja auch nicht von ungefähr. Das schaukelt sich auch hoch. Das bringt mir nur überhaupt nichts, wenn ich bei jedem Polizeikontakt aufpassen muss, was ich sage, ob ich nicht “an die falschen” gerate, ob die vorher eine Scheißsituation hatten und geladen sind, etc etc. In den allermeisten Fällen ist man einfach gut beraten, sich von denen fern zu halten.




