Sollte mensch sich durchlesen, da auch relativ viel auf die Urteilsbegründung eingegangen wird. Mein Take: Bei jedem Job würdest du für sowas sofort gefeuert werden, nur bei Cops scheint das laut Richterin noch voll im Rahmen zu sein.
Sollte mensch sich durchlesen, da auch relativ viel auf die Urteilsbegründung eingegangen wird. Mein Take: Bei jedem Job würdest du für sowas sofort gefeuert werden, nur bei Cops scheint das laut Richterin noch voll im Rahmen zu sein.
Die Polizei ist nie dein Freund und Helfer. Die Polizei ist die Polizei. Sie ist im Idealfall neutral, aber in der Praxis immer auf seitens des Staates und ihrer Kollegen. Egal was passiert ist, Polizisten decken immer ihre Kollegen mit sehr wenigen Ausnahmen. Es sollte Grundsätzlich verboten sein, dass Polizisten als Zeugen für andere Polizisten hinzugezogen werden können. Das würde sehr vieles verbessern.
Schwierig, denn es ist schon einige (zugegeben wenige) Male vorgekommen, dass Kolleg*innen übergriffige Polizeieinsätze haben auffliegen lassen.
Die Pflicht, wirklich jeden Einsatz per Körperkamera zu dokumentieren und eine Kennzeichnung der Beamt*innen wären wünschenswert.
Und es braucht endlich eine unabhängige Stelle, die über Vorwürfe gegen Polizisten ermittelt. Keine andere Abteilung oder andere Dienststelle. Das hat ein bisschen was von der Aufklärung von Straftaten innerhalb der katholischen Kirche.
Eine unabhängige Stelle alleine löst das Problem aber immer noch nicht, auch wenn es natürlich eine sinnige Reform wäre.
Dinge wie Gesetzgebung die Polizeikräfte bevorzugt, Korpsgeist, pro polizei Rechtssprechung, gesellschaftlicher Bias, Polizeipropaganda auf offiziellen Kanälen, Konsequenzlosigkeit bei Rechtsbruch durch Polizeientscheidungen usw hören damit ja nicht einfach auf
Wollte ich damit auch nicht sagen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Konsequenzlosigkeit bei Rechtsbruch bezieht sich bei weitem ja auch nur nur auf Polizeientscheidungen.
Korrupte und teilweise stramm nach rechts driftende Gewerkschafter nicht vergessen.
Ich weiß nicht, ob du schon mal in anderen Ländern unterwegs warst. Denn dann würdest du diesen Satz anders verstehen.
Mir scheint, du verwechselst da etwas mit „Freund“ und Kumpel mit denen ich durch die Disco ziehe oder Kniffel spiele.
“woanders ist es noch schlimmer, also hör auf dich zu beschweren”
War klar das so ein Schnellschuss kommt.
Du warst also auch noch nie in Ländern ausserhalb Europas unterwegs.
Dass die Polizei neutral und auf Seiten des Staates ist, DAS IST das Gute an der deutschen Polizei, meine Güte.
Was habt ihr denn für ein Erwartungshaltung an Amtsträger? Die gehen mit euch einen Trinken? Helfen euch beim Reifenwechsel?
Und der Spruch „dein Freund und Helfer“ bedeutet eben nicht „dein Feind und Problem“, wie in vielen Drittweltländern und Diktaturen. Da wird um Polizisten ein großer Bogen gemacht.
Was Ich will? In einer Welt leben, in der Polizei nicht nötig ist. Solange wir aber eben in der Gesellschaft leben die gerade da ist, will ich zumindest:
Es passiert soooo viel Scheiße mit der Polizei und fast immer kommen sie ungeschoren vorbei. Auch auf höherer Ebene, wenn zwei Jahre später ein Gericht entscheidet, dass eine Maßnahme unverhältnismäßig war, nützt das denn Betroffenen überhaupt nichts und hat meistens einfach null Konsequenzen. Also werden sie es wieder tun.
Dass es nur ein paar schlechte Cops sind, ist selbst wenn es stimmt auch scheißegal, solange sie von den anderen gedeckt werden, wie fast immer. Der einzelne Polizist ist mir dabei relativ egal, ob der in die Kneipe geht oder in der Freizeit in der Nachbarschaft Reifen wechselt. Das ist ein systemisches Problem.
Das ist eine schöne Welt in der du leben möchtest. Die wird es nie geben. Es gibt immer Arschlöcher, die andere unterdrücken, schlagen, töten. Ohne Polizei als Gewaltmonopol würden sich die Arsxglöcher durchsetzen und alle tyrannisieren.
Da ich mal vor einiger Zeit die Gelegenheit hatte „die Polizei“ zu begleiten, möchte ich dir kurz sagen, wie „die Polizei“ von Leuten behandelt wird.
Das sind dann auch nicht alle Leute, nur ein paar schlechte. Und die kommen oft ungeschoren davon. Aber diese paar Leute prägen das Bild der Polizisten, genauso wie deines pauschalisiert ist.
Ich kannte einen Polizisten, der hatte aufgehört, weil es ihm zu viel war. Der war nur Streife, nicht Bereitschaft. Der war froh, wenn Menschen mal ganz normal mit ihm geredet haben. IdR ist die Kacke am Dampfen, wenn er kam. Immer Ausnahmesituation.
Auffahrunfall mit leichtem Blechschaden war für ihn wie Urlaub.
Die Polizei hat ein strukturelles Problem mit Rassismus, Gewalt, Kumpanei und so. Das will ich nicht schönreden. Es sind aber nicht alle Polizisten. Meist nur die, die in Problembezirken oder in der Bereitschaftspolizei arbeiten.
Ist an allem was dran was du schreibst. Aber ändert das irgendwas an der ursprünglichen Aussage, dass sie eben nicht Freund und Helfer sind? Ändert das was daran, dass es in anderen Ländern schlimmer ist?
Die Behandlungen, die du beschreibst, kommen ja auch nicht von ungefähr. Das schaukelt sich auch hoch. Das bringt mir nur überhaupt nichts, wenn ich bei jedem Polizeikontakt aufpassen muss, was ich sage, ob ich nicht “an die falschen” gerate, ob die vorher eine Scheißsituation hatten und geladen sind, etc etc. In den allermeisten Fällen ist man einfach gut beraten, sich von denen fern zu halten.
In den Satz „Freund und Helfer“ würde ich nicht so viel reininterpretieren, wie du es scheinbar machst. Das Gegenteil Feind und Gegner ist ja auch nicht der Fall.
Es hängt eben, wie in jeder zwischenmenschlichen Begegnung, auf den Kontext und das Umfeld ab.
In der Banhofszeile spät nachts, im dichten Fasching und bei einer Demo kannst du nicht darauf zählen, dass die Polizisten sich die Zeit und Ruhe nehmen können, um auf deine Persönlichkeit einzugehen. Da wirst du dann nach Schublade behandelt.
Die Fälle von Machtmissbrauch und Bestechlichkeit sind glücklicherweise in Deutschland sehr niedrig und werden idR in der Presse auch thematisiert. Kann schon sein, dass du da einen Bias hast.
Kann auch sein, dass du von Polizisten schnell in eine Schublade „Problemgruppe xyz“ gesteckt wirst wegen Äusserlichkeiten und deshalb öfters Probleme mit Polizisten hast. Das würde ich auch Scheisse finden, wenn es mir passiert. Lässt aber keinen Schluss darauf zu, dass alle Polizisten pauschal Scheisse sind.
Schau mal 30 Jahre zurück in Richtung Osten, wie da unsere Polizei mit den Menschen umgegangen ist. Gerade mit jugendlichen „Querulanten“. Da hat sich schon einiges getan in den letzten Jahren.