Leistung muss sich lohnen: Superreiche müssen mehr Steuern zahlen. Und das hat nichts mit einer Neiddebatte zu tun, sondern mit ökonomischer Vernunft und Gerechtigkeit.
Ich bin schon zufrieden wenn wenigstens das Einkommen aus Vermögen ordentlich besteuert wird. Wenn ich 40h im Büro hocke darf ich mit allen Sozialabgaben mal safe 50% abdrücken. Und da sind “Arbeitgeberranteile” noch nicht eingerechnet, obwohl ich die natürlich auch mit meiner Arbeit erwirtschaften muss. Wenn ich Dividenden bekomme zahle ich nur 25% Abgeltungssteuer von denen ich noch so 3-4% mit der Steuererklärung zurück bekomme.
Warum bitte ist die Lohnsklaverei mehr als doppelt so hoch belastet wie die komplett leistungslosen Kapitalerträge? Wer leider Pech hatte und nicht reich geboren wurde sondern für den Lebensunterhalt noch arbeiten muss, der wird halt für seine Niete in der Geburtslotterie nochmal schön mit doppelter Abgabenlast bestraft. Herzlichen Dank liebes deutsches Wahlvolk!
Stiftung ist out. Stiftung macht man erst um Erbschaftssteuer zu umgehen.
Hier ist der Trick, wie du sogar die mageren 25% Abgeltungssteuer umgehst: du hast eine Holding. Wenn die Unternehmen, die zur Holding gehören, Gewinn ausschütten, fallen darauf <1% Steuern an.
Aber wie bekommst du jetzt Geld für dein Bier am Kiosk? Wenn du aus der Holding ausschüttest, dann müsstest du ja Steuern zahlen. Doof.
Du gehst zur Bank und beleihst deine Holding, die ist ja viel wert, da liegt ja dein ganzes Geld drin. Jetzt hast du Geld für Bierchen. Privat bist du auch noch verschuldet, da kann man noch mal Steuern sparen.
Aber du musst den Kredit ja irgendwie bedienen…nächstes Jahr ist deine Holding aber praktischerweise wieder mehr wert, es kam ja neues unversteuertes Geld und die Firmenanteile die sie hält sind auch mehr wert. Also nimmst du einen neuen Kredit auf, bezahlst den alten und hast wieder Geld für Bierchen.
Aber das meiste zahlst du eh einfach als Firmenausgabe aus der Holding. Der gehören dann halt auch deine drei Villen, alles Büros. Der Wirtschaftsprüfer kommt statistisch ja eh nur alle 10.000 Jahre vorbei und du kannst aus dem Firmengeld ja auch gute Anwälte bezahlen.
Und wenn das Schneeballsystem mal irgendwann kaputt geht? Dann werden deine faulen Kredite zwischen den Banken im Kreis getauscht, bis keiner mehr durchblickt, und dann irgendwann zahlt die Zeche die Gesellschaft.
Stiftung macht man erst um Erbschaftssteuer zu umgehen.
Das denken zwar viele, und windige Typen werden nicht müde, es so zu bewerben, ist aber käse. Statt einer Erbschaftssteuer nimmt der Staat hier einfach eine Erbersatzsteuer alle 30 Jahre vor. De facto kommt es also genauso, wie als würdest du das Vermögen alle 30 Jahre vererben und zahlst genauso Steuern dafür.
Wenn die Unternehmen, die zur Holding gehören, Gewinn ausschütten, fallen darauf <1% Steuern an.
Nur bei richtigen Beteiligungen > 10% und auch eher 1,5%. Warum? Weil der Gewinn von den Tochtergesellschaften bereits voll versteuert wurde mit 30% und man so eine Mehrfachbesteuerung verhindert.
Wird dann ins Privatvermögen ausgeschüttet, landet man bei ~48% Steuerlast. Der Clou an dem Konstrukt ist also weniger, dass du weniger Steuern bezahlst, sondern dass du sie schieben kannst bis zur Ausschüttung.
Du gehst zur Bank und beleihst deine Holding, die ist ja viel wert, da liegt ja dein ganzes Geld drin. Jetzt hast du Geld für Bierchen. Privat bist du auch noch verschuldet, da kann man noch mal Steuern sparen.
Bei einer Holding, die einen Privatkredit besichert, bist du ruckzuck in der verdeckten Gewinnausschüttung, da stürzt sich das Finanzamt mit Feuereifer drauf. Das löst direkt die Steuern aus, die man mit diesem Spitzenplan vermeiden wollte. Dazu kann man konsumptive Kredite nicht anrechnen, also nützt dir die Verschuldung zum Steuernsparen nichts.
Aber das meiste zahlst du eh einfach als Firmenausgabe aus der Holding. Der gehören dann halt auch deine drei Villen, alles Büros.
Das kannst du gerne probieren, ist aber einfach nur illegale Steuerhinterziehung und wird entsprechend geahndet.
Der Wirtschaftsprüfer kommt statistisch ja eh nur alle 10.000 Jahre vorbei und du kannst aus dem Firmengeld ja auch gute Anwälte bezahlen.
Was du meinst, ist der Betriebsprüfer. Und der kommt ab einer gewissen Größe lückenlos. Diese großen Lücken hast du nur als Kleinstbetrieb.
Oh no, Mehrfachbesteuerung 🫣😱🤯. Sag mal jemand dem Klingbeil, dass alle Konsumsteuern auch von meinem bereits versteuerten Einkommen bezahlt werden. Diese Mehrfachbesteuerung, so ungerecht, sie muss endlich ein Ende haben.
Und der kommt ab einer gewissen Größe lückenlos
Aha. Deshalb gibt es keine Wirtschaftskriminalität mehr. Fälle wie Wirecard werden direkt entdeckt, weil der Betriebsprüfer da ständig nachschaut.
bist du ruckzuck in der verdeckten Gewinnausschüttung, da stürzt sich das Finanzamt mit Feuereifer drauf
Naja, die sind mit Feuereifer vor allem überlastet. Und unser Steuerberater hat uns das halt damals auch so erklärt, bei der Firmengründung. Wahrscheinlich muss man noch drei andere Sachen machen. Kredit aufnehmen für ein Haus, das kauft und verkauft man, zack, Geld. Irgendwie so wird es schon gehen, weil so machen das die ganzen Neureichen.
Jo, genau so Schlauberger meinte ich. Was der Typ da vorschlägt, kollidiert direkt mit §42 AO. Genau so Konstrukte landen vorm BFH und werden kassiert. Die Leute dürfen dann alles nachzahlen und stehen dümmer da als vorher. Das weiß auch der Typ und bietet deshalb als entgeltliche Leistung unten auf der Seite, wie man den §42 ausdribbeln soll.
Dabei verschweigt er aber, dass a) das Vermögen für immer in den Stiftungen verschwindet und damit dem privaten Zugriff, auch seiner Nachkommen, entzogen ist, b) die Übertragung der Vermögen zwischen den Stiftungen löst bspw bei Immobilien Grunderwerbsteuer aus, dann freigebige Zuwendung (§7 ErbStG) in Steuerklasse 3 (30-50%). Alle 30 Jahre. Und wie gesagt: für den privaten Konsum kommt da überhaupt nichts raus.
Oh no, Mehrfachbesteuerung 🫣😱🤯. Sag mal jemand dem Klingbeil, dass alle Konsumsteuern auch von meinem bereits versteuerten Einkommen bezahlt werden.
Das hat mit Klingbeil oder Konsumsteuern nichts zu tun, sondern mit der Grundidee, dass eine Steuerart (hier Steuern auf Einkommen und Ertrag) nur einmal zu entrichten sind. Das ganze ist bewusst so ausgelegt, dass die endgültige Steuerbelastung mit ~48% auf dem Niveau des Spitzensteuersatzes liegt. Ohne diese Regel würden in Konzernen ja mit jeder Ebene erneut die gleichen 30% fällig, was natürlich Quatsch ist.
Aha. Deshalb gibt es keine Wirtschaftskriminalität mehr. Fälle wie Wirecard werden direkt entdeckt, weil der Betriebsprüfer da ständig nachschaut.
Wirecard hat Umsätze erfunden, also sogar freiwillig zu viel Steuern gezahlt. Und gerade ein Betriebsprüfer ist da wohl auch drüber gestolpert, hat Meldung gemacht, aber die Staatsanwaltschaft hat nichts unternommen.
Und unser Steuerberater hat uns das halt damals auch so erklärt, bei der Firmengründung.
Ob er das mit den 3 Villen = Büros so gesagt hat möchte ich mal nicht hoffen…
Ich bin schon zufrieden wenn wenigstens das Einkommen aus Vermögen ordentlich besteuert wird. Wenn ich 40h im Büro hocke darf ich mit allen Sozialabgaben mal safe 50% abdrücken. Und da sind “Arbeitgeberranteile” noch nicht eingerechnet, obwohl ich die natürlich auch mit meiner Arbeit erwirtschaften muss. Wenn ich Dividenden bekomme zahle ich nur 25% Abgeltungssteuer von denen ich noch so 3-4% mit der Steuererklärung zurück bekomme.
Warum bitte ist die Lohnsklaverei mehr als doppelt so hoch belastet wie die komplett leistungslosen Kapitalerträge? Wer leider Pech hatte und nicht reich geboren wurde sondern für den Lebensunterhalt noch arbeiten muss, der wird halt für seine Niete in der Geburtslotterie nochmal schön mit doppelter Abgabenlast bestraft. Herzlichen Dank liebes deutsches Wahlvolk!
Arm sein ist teuer. Das kann sich nicht jeder leisten.
Warte mal ab bis du rausfindest wie viel Steuern eine Familienstiftung aus Kapitalerträge zahlt.
Stimmt zwar, aber wie bekommst du dein Geld dann wieder aus der Stiftung raus, ohne dass das Finanzamt doch noch zuschlägt?
Stiftung ist out. Stiftung macht man erst um Erbschaftssteuer zu umgehen.
Hier ist der Trick, wie du sogar die mageren 25% Abgeltungssteuer umgehst: du hast eine Holding. Wenn die Unternehmen, die zur Holding gehören, Gewinn ausschütten, fallen darauf <1% Steuern an.
Aber wie bekommst du jetzt Geld für dein Bier am Kiosk? Wenn du aus der Holding ausschüttest, dann müsstest du ja Steuern zahlen. Doof.
Du gehst zur Bank und beleihst deine Holding, die ist ja viel wert, da liegt ja dein ganzes Geld drin. Jetzt hast du Geld für Bierchen. Privat bist du auch noch verschuldet, da kann man noch mal Steuern sparen.
Aber du musst den Kredit ja irgendwie bedienen…nächstes Jahr ist deine Holding aber praktischerweise wieder mehr wert, es kam ja neues unversteuertes Geld und die Firmenanteile die sie hält sind auch mehr wert. Also nimmst du einen neuen Kredit auf, bezahlst den alten und hast wieder Geld für Bierchen.
Aber das meiste zahlst du eh einfach als Firmenausgabe aus der Holding. Der gehören dann halt auch deine drei Villen, alles Büros. Der Wirtschaftsprüfer kommt statistisch ja eh nur alle 10.000 Jahre vorbei und du kannst aus dem Firmengeld ja auch gute Anwälte bezahlen.
Und wenn das Schneeballsystem mal irgendwann kaputt geht? Dann werden deine faulen Kredite zwischen den Banken im Kreis getauscht, bis keiner mehr durchblickt, und dann irgendwann zahlt die Zeche die Gesellschaft.
Das denken zwar viele, und windige Typen werden nicht müde, es so zu bewerben, ist aber käse. Statt einer Erbschaftssteuer nimmt der Staat hier einfach eine Erbersatzsteuer alle 30 Jahre vor. De facto kommt es also genauso, wie als würdest du das Vermögen alle 30 Jahre vererben und zahlst genauso Steuern dafür.
Nur bei richtigen Beteiligungen > 10% und auch eher 1,5%. Warum? Weil der Gewinn von den Tochtergesellschaften bereits voll versteuert wurde mit 30% und man so eine Mehrfachbesteuerung verhindert.
Wird dann ins Privatvermögen ausgeschüttet, landet man bei ~48% Steuerlast. Der Clou an dem Konstrukt ist also weniger, dass du weniger Steuern bezahlst, sondern dass du sie schieben kannst bis zur Ausschüttung.
Bei einer Holding, die einen Privatkredit besichert, bist du ruckzuck in der verdeckten Gewinnausschüttung, da stürzt sich das Finanzamt mit Feuereifer drauf. Das löst direkt die Steuern aus, die man mit diesem Spitzenplan vermeiden wollte. Dazu kann man konsumptive Kredite nicht anrechnen, also nützt dir die Verschuldung zum Steuernsparen nichts.
Das kannst du gerne probieren, ist aber einfach nur illegale Steuerhinterziehung und wird entsprechend geahndet.
Was du meinst, ist der Betriebsprüfer. Und der kommt ab einer gewissen Größe lückenlos. Diese großen Lücken hast du nur als Kleinstbetrieb.
🙄. Deswegen hast du ja eine zweite Stiftung, duh.
Hier ist das für Frau Klatten mal aufgedröselt. Sie zahlt für die Intra-Ausschüttungen etwa 1%
Oh no, Mehrfachbesteuerung 🫣😱🤯. Sag mal jemand dem Klingbeil, dass alle Konsumsteuern auch von meinem bereits versteuerten Einkommen bezahlt werden. Diese Mehrfachbesteuerung, so ungerecht, sie muss endlich ein Ende haben.
Aha. Deshalb gibt es keine Wirtschaftskriminalität mehr. Fälle wie Wirecard werden direkt entdeckt, weil der Betriebsprüfer da ständig nachschaut.
Naja, die sind mit Feuereifer vor allem überlastet. Und unser Steuerberater hat uns das halt damals auch so erklärt, bei der Firmengründung. Wahrscheinlich muss man noch drei andere Sachen machen. Kredit aufnehmen für ein Haus, das kauft und verkauft man, zack, Geld. Irgendwie so wird es schon gehen, weil so machen das die ganzen Neureichen.
Jo, genau so Schlauberger meinte ich. Was der Typ da vorschlägt, kollidiert direkt mit §42 AO. Genau so Konstrukte landen vorm BFH und werden kassiert. Die Leute dürfen dann alles nachzahlen und stehen dümmer da als vorher. Das weiß auch der Typ und bietet deshalb als entgeltliche Leistung unten auf der Seite, wie man den §42 ausdribbeln soll.
Dabei verschweigt er aber, dass a) das Vermögen für immer in den Stiftungen verschwindet und damit dem privaten Zugriff, auch seiner Nachkommen, entzogen ist, b) die Übertragung der Vermögen zwischen den Stiftungen löst bspw bei Immobilien Grunderwerbsteuer aus, dann freigebige Zuwendung (§7 ErbStG) in Steuerklasse 3 (30-50%). Alle 30 Jahre. Und wie gesagt: für den privaten Konsum kommt da überhaupt nichts raus.
Das hat mit Klingbeil oder Konsumsteuern nichts zu tun, sondern mit der Grundidee, dass eine Steuerart (hier Steuern auf Einkommen und Ertrag) nur einmal zu entrichten sind. Das ganze ist bewusst so ausgelegt, dass die endgültige Steuerbelastung mit ~48% auf dem Niveau des Spitzensteuersatzes liegt. Ohne diese Regel würden in Konzernen ja mit jeder Ebene erneut die gleichen 30% fällig, was natürlich Quatsch ist.
Wirecard hat Umsätze erfunden, also sogar freiwillig zu viel Steuern gezahlt. Und gerade ein Betriebsprüfer ist da wohl auch drüber gestolpert, hat Meldung gemacht, aber die Staatsanwaltschaft hat nichts unternommen.
Ob er das mit den 3 Villen = Büros so gesagt hat möchte ich mal nicht hoffen…
Das ist was uns wütend machen sollte. Kleinanleger stärker besteuern hilft nur im Kampf Mitte gegen Unten, Oben ist fein raus.