Gerade erst gelernt, dass die 116 117 eine Website zur Terminsuche hat. Meine Hausärztin hat mir in weiser Voraussicht einen Vermittlungscode zur Überweisung (und den Hinweis auf die Website) gegeben, sowohl in dem Wissen um meine Abneigung gegenüber Anrufen als auch um das ganze zu beschleunigen.
Wir reden hier übrigens nicht über Hintertupfingen, sondern eine Großstadt mit mehr als einer halben Million Einwohner.
Das ist das Ergebnis einer konservativen, mit selbstauferlegten Austeritätsbeschränkungen arbeitenden Gesundheitspolitik der SPD/Unionskoalition. Fick die Armen, sollen sie halt nicht krank sein.
10 km? Versuch mal 100 für einen Psychiater/Neurologen. War so meine Erfahrung letztes Jahr. Inzwischen bin ich über Leute die Leute kennen untergekommen. Aber kann doch nicht sein, dass man selbst mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt überall nur ein Schulterzucken und eventuell eine Entschuldigung bekommt. Mir ist klar, dass die Ursache der Probleme nicht bei den Praxen selbst liegt.
Aber kann doch nicht sein, dass man selbst mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt überall nur ein Schulterzucken und eventuell eine Entschuldigung bekommt.
Wir werden weiter amerikanisiert. Erst mit kaputtem Gesundheitssystem entsteht die Abhängigkeit zur Versicherung des Arbeitgebers. Nur so kann amerikanische Arbeitskultur eingeführt werden.
Verdeckt werden z.B. die Krankenkassen zerstört. Der Staat zahlt für die Hilfsempfänger nur einen Mindestsatz an Krankenkassengebüren. Dadurch entstehen Deckungslücken und die Arztdichte kann nicht durch weitere Zulassungen erhöht werden.
Arbeitgeber
Eigentlich ist der sogenannte Arbeitgeber der Arbeitnehmer und der sogenannte Arbeitnehmer der Arbeitgeber.
Hat man mir am Telefon auch schon mal gesagt, „keine Termine bei Psychotherapeuten im Umkreis von 100 Kilometern”.
Für diese Fachrichtung hätte ich einen Arzt ca. 50 Kilometer von hier, aber die Distanz ist halt irgendwo auch egal, ich bin Bürgergeldempfänger, hab kein Auto und kann mir kein Ticket aus der Stadt raus leisten.
Meine Krankenkasse meint 150km ist okay. Hab jetzt mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt (eigentlich wollte ich vom Hausarzt eine direkte HAFA-Überweisung, aber sie kannte keinen einzigen Psychiater der die annimmt) einen Termin Mitte September, 2 Stunden Fahrzeit. So viel Bullshit dafür dass ich 1x im Quartal mal vorbeikommen und ein Rezept abholen will, weil ich von meinem alten Arzt schon stabil eingestellt bin.
Hab mit 150km Radius gesucht. Nach 8 Monaten und 3 Dringlichkeitscodes hat’s dann geklappt. Ich muss ne Stunde quer durch die Stadt, aber immerhin nicht außerhalb.
Was gut hilft, ist sich einen Doktortitel zuzulegen, das Fach ist egal. Als Professor kann man fast schon unangemeldet reinmarschieren.
Kann ich nicht bestätigen.
Geht mir auch so, hat mir bisher nicht geholfen. Höchstens vielleicht wird man freundlicher begrüßt wenn man irgendwie einen Termin ergattert hat.
Als Professor ist man dann aber auch wahrscheinlich privatversichert.
Nein, das ist heute nicht mehr wirklich automatisch gegeben. Ich persönlich kenne zwei Professoren die gesetzlich versichert sind. Beide sind nicht verbeamtet, der ein verdient nicht sonderlich viel und der andre ist freiwillig versichert. Aber die meisten Arzthelferinnen werden das auch erstmal standardmäßig annehmen.
Was hast du davon, dann bekommste doch die Rechnung zugeschickt. Kannst auch einfach “Selbstzahler” sagen und dir den Doktor sparen
Es geht hier doch nur darum einen Termin zu bekommen. Wenn man den hat und da ist, dann muss man natürlich seine Karte vorlegen. Warum sollte man das auch nicht tun?
Was hast du davon
Worauf beziehst du dich?





