Brettspiele, Bücher, Wanderungen: In einem “Offline Club” ist eigentlich alles erlaubt. Nur kein Smartphone. Auf der Suche nach einer echten Verbindung verzichten die Teilnehmer ein paar Stunden aufs Handy - und zahlen dafür. Von H. Rau.

  • comrade_twisty@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    20
    ·
    14 hours ago

    Ich find wir brauchen gesetze die ein offline Leben auch wiklich erlauben, ich kann hier in der Schweiz ohne Smartphone weder parken, noch problemlos ÖV fahren ohne dass ich mein Smartphone in der Tasche habe. Selbst zum digital detox Wandern in den Bergen muss man mittlerweile sein Telefon mitnehmen, da man in viele Hütten nur noch mit Twint zahlen kann.

    • creamfresh@lemmy.world
      link
      fedilink
      arrow-up
      18
      arrow-down
      2
      ·
      14 hours ago

      Wenn man sowas zu laut sagt, ist man plötzlich ein Ewiggestriger und Fortschritsverweigerer.

      • sp3ctre@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        9
        arrow-down
        1
        ·
        edit-2
        12 hours ago

        Siehe ePA, wo sich zeigt, für wie toll fortschrittlich sich manche halten, wenn sie voller Selbstbewusstsein eine digitale Akte fordern. Da ist dann auch jede leiseste Kritik ein Dorn im Auge. Das z.B. die fehlende Datensicherheit gar nicht unbedingt so sehr fortschrittlich ist, wird dann einfach gekonnt ignoriert.

        Für die breite Masse gilt vermutlich: Digital => Fortschritt. Egal wie.

      • comrade_twisty@feddit.org
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        12
        ·
        edit-2
        14 hours ago

        Ich bin selbst in der IT und war an vielen sogenannten Digitalisierungsprojekten beteiligt.

        Nicht selten werden dabei Prozesse weder verbessert, noch beschleunigt oder günstiger gemacht. Es gibt aber natürlich durch die Digitalisierung viel mehr Daten zum auswerten - dass das oft das Hauptziel ist gibt aber niemand offen zu.

        • kossa@feddit.org
          link
          fedilink
          arrow-up
          12
          ·
          14 hours ago

          Und als Cherry on Top wertet auch niemand die Daten aus 😅.

          Die werden einfach nur abgelegt, um dann in sechs Monaten von irgendwem da rausgetragen und im Darknet vertickt zu werden. Und dann bekommt man (bestenfalls) Spam Anrufe ¯\_(ツ)_/¯.

          Ehrlich, nicht mal Amazon bekommt es hin. Nachdem man eine Waschmaschine kauft, könnten sie Waschpulver anzeigen, aber nein, sie haben alle Daten der Welt und zeigen einfach 10 andere Waschmaschinen und Waschmaschinen im Abo an. Such data, much wow.

          • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
            link
            fedilink
            arrow-up
            3
            ·
            12 hours ago

            Am besten ist Aliexpress, die wenn die Suche nichts findet, einfach 500 Handyhüllen anzeigen. Vielleicht ist ja eine dabei, die man haben möchte.

      • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
        link
        fedilink
        arrow-up
        4
        arrow-down
        2
        ·
        edit-2
        12 hours ago

        Ich bin da zwiegespalten - wenn man für jeden Prozess in einer Gesellschaft ein analoges Pendant bereithält, nur weil manche Menschen sich der Digitalisierung verweigern, schafft man sich unnötigen Aufwand und hält u.U. auch den Fortschritt auf.

        Auf der anderen Seite finde ich es aber auch wichtig, dass solche Sachen wie Bargeld immer noch physisch existieren und nicht nur digital auf dem Konto einer Bank liegen sollten.

        Meine Mum ist ein gutes Beispiel: Sie füllt immer noch die klassischen Überweisungsträger aus, um Dinge zu bezahlen, die sie in einem Katalog bestellt hat. Mit diesen Überweisungsträgern geht sie dann immer zum Bankschalter und der Mitarbeiter dort tippt die Sachen dann in einen Computer ein (bzw. scannt die Träger und wird ggf. manuell aktiv wenn die Sauklaue wieder zu stark war).

        Sie verwehrt sich da den sehr einfach zu bedienenden Terminals, die es in jedem Bankgebäude gibt und auch dem Onlinebanking - und das kann ich nicht nachvollziehen. Diese analoge Methode könnte zu Gunsten der Effizienz abgeschafft werden, es gibt ja eine entsprechende Alternative ohne Smartphone.

        Grundsätzlich ist das Problem auch nicht das Smartphone als solches, sondern dass wir gezwungen werden die Datenkraken von US-Anbietern in unserer Tasche zu haben, die uns mit dark patterns und AI konstant auf den Sack gehen. So ein Telefon will ich auch nicht ständig dabei haben. In einer besseren Welt hätten wir alle Linux-Telefone mit den entsprechenden Apps und das würde mir auch weniger Bauchschmerzen bereiten. Doch alles noch mit Papier, Fax und Telefon zu machen weil Oma Erna keinen Bock auf Technik hat? Auf gar keinen Fall. Hier muss sich ein Mittelweg finden lassen und dieser Mittelweg kann nicht bedeuten, dass sich ein Großteil der Gesellschaft zu Gunsten weniger auf veraltete Prozesse einlassen muss.

        • creamfresh@lemmy.world
          link
          fedilink
          arrow-up
          5
          ·
          12 hours ago

          “Drauf geschissen” würde ich jetzt nicht sagen. Oma Erna hat vielleicht nicht mehr die mentalen Kapazitäten dafür, und das kann nicht nur der Oma so gehen, sondern auch einer lernbehinderten Teenagerin oder einem Nicht-Muttersprachler. Die Lösung dafür wiederum sind nicht analoge Pedants, sondern soziale Arbeit. Aber das passiert ja auch nicht von allein.

  • lokalhorst@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    23
    ·
    15 hours ago

    Warum muss man eigentlich alles kommerzialisieren? Ein Buch im Park lesen soll Geld kosten? Verstehe schon, die Leute bezahlen um sich zu motivieren, aber meine Güte…

    • derAbsender@piefed.social
      link
      fedilink
      English
      arrow-up
      4
      ·
      11 hours ago

      Weil Profit über allem steht.

      250 Jahre Kapitalismus, der Planet kocht, die Leute sind atomisiert, quasi jede Prognose die Marx im Kapital aufgestellt hat, ist eingetroffen. Wobei eine blieb erstaunlicherweise aus, nämlich dachte er, dass der Fakt, dass sich die Leute ihre Grundbedürfnisse nicht leisten können, ihre Arbeitszeit nicht reduzieren können, ihre Orientierungslosigkeit und gefühlte Sinnlosigkeit zur Rebellion anstacheln würde, die den Kapitalismus schlussendlich stürzen würde.

      Im Grunde hat er nur nicht damit gerechnet dass die Menschen sich selbst so entmenschlichen lassen und zu Wahl- bzw Konsumvieh verkommen würden.

    • Aniki@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      5
      ·
      edit-2
      14 hours ago

      “das eigentliche ziel des neoliberalismus war die kommerzialisierung sämtlicher lebensbereiche. früher hat man sich auf dorffest getroffen, im elternheim kinder gezeugt die dann die frau großgezogen hat. heute geht man ins kino, kauft sich ein haus und zahlt für die kita” oderso. (aus dem gedächtnis zitiert)

      was das mit dem liberalismus zu tun hat ist dass dieser die person “befreit”, d.h. aus der gemeinschaft entbindet damit sich diese als selbständiges wesen sieht. wenn du jetzt jede deiner entscheidungen sorgfältig abwägst und einen wert zuweist, dann entsteht ein nennwert der am markt verhandelt werden kann. während das nicht so ist wenn du dinge in einer gemeinnützigen organisation tust (wie es früher der fall war).

  • brewbart@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    6
    ·
    12 hours ago

    Also das klingt für mich nach einem klassischen Verein. Wirft jede:r einen Zehner in die Kasse, irgendwer setzt ne Chatgruppe auf und ab dafür

      • brewbart@feddit.org
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        1
        ·
        2 hours ago

        Jaaa, syntaktischer Zucker 😉 aber vermutlich hapert es daran und kommerzielle Angebote florieren: hat keiner Lust auf die Rituale