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  • Ich bin wirklich schockiert wie schnell das gerade geht. Es scheint mir, als wollte man “einmal das ganze Überwachungsprogramm”.

    Man darf sich da keine Illusionen machen. Die Kameras werden grundsätzliche Probleme nicht lösen.

    Wer jemandem etwas auf die Nuss geben will, der macht das weiterhin. Das haben die gewöhnlichen Kameras bisher auch nicht geschafft zu vermeiden.

    Strafverfolgung ist das, worüber man hier höchstens reden könnte.

    Aber auch da:

    Bei Gesichtserkennungskameras gibt es “false positives” (Unschuldige Person als Täter erkannt) und “false negatives” (Schuldige Person nicht als Täter erkannt). Gibts zuviele false positives, kommt das nicht gut an. Gibts zu viele false negatives ist das System praktisch wirkungslos. Bin mal sehr gespannt auf die Balance dazwischen.

    Und bei Verhaltenserkennung: Am Ende muss jeder sich beobachtet fühlen, weil eine Kamera ja theoretisch erkannt haben könnte, dass du eine Waffe aus dem Rucksack ziehst, obwohl es nur dein kleiner schwarzer Regenschirm war. Und wie eingangs erwähnt, die Polizei kann hier höchstens schneller den Rettungswagen rufen, wenn jemand bereits am Boden liegt. Strafverfolgung gibts dann, wenn der Täter nicht schnell genug das Weite sucht.

    Am Ende läufts für mich klar auf Chilling Effects hinaus. Das sollte gefürchtet werden…












  • Ob das jetzt ein Hauptgrund ist, dass Netzaktivisten sich gegenseitig ihre Standpunkte kaputtmachen, weiß ich nicht. Konnte ich zumindest noch nicht so häufig beobachten. Aber passiert sicherlich auch hier und da.

    Und interessieren tun sich auch viele. Könnte definitiv schlimmer sein. Aber offensichtlich ist es nicht genug, dass eine Bundesregierung denkt “Oh, das ist zu heiß, das fasse ich nicht mit der Kneifzange an”. Die denken eher: “Ja, da sind so n’ paar Bedenkenträger-Nerds, die Online-Kommentare verfassen, aber wenn’s darauf ankommt wehren die sich eh nicht”. Die bekommen nicht das richtige und zahlreiche Feedback. Die handeln erst, wenn sie Angst haben, Wähler zu verlieren.

    Am wichtigsten ist meiner Meinung nach Sichtbarkeit. Und das erreicht man eher durch Demonstrationen/Petitionen/Spenden an NGOs/politischem Engagement o.Ä…

    Mit einem Online-Kommentar ist es i.d.R. nicht getan (auch wenn es besser ist als nichts).


  • Nun haben die Überwachungsfreunde kürzlich auch Rückenwind vom EuGH bekommen, was besagt, dass es in der EU erlaubt sein kann bei einfachen Urheberrechtsverletzungen Vorratsdaten zu speichern.

    Wäre aber jetzt erstmal ein nationaler Schnellschuss, daher wird man sich wohl noch 1x vorm Verfassungsgericht treffen und die geplante Regelungen kippen oder für “teilweise verfassungswidrig” aburteilen. Der Rest der dann evtl. kleben bleibt, ist dann das Gesetz. Oder Plan B) - man wartet ab, bis es EU-weit einheitlich geregelt wird und da verweise ich auf den ersten Absatz.

    Es ist einfach so abgefuckt. Mich regt es einfach alles so auf. Solange sich die Menschen nicht noch viel mehr für sowas interessieren und engagieren, wird sich überhaupt nichts ändern. Die Gier nach unverhältnismäßigen Befugnissen ist VIEL ZU GROß.

    Und währenddessen erklärt man der Bevölkerung immer noch, was überhaupt eine IP-Adresse ist:

    Die IP-Adresse ist eine Art Anschrift eines Computers im Internet, mit der er identifiziert werden kann.