Brettspiele, Bücher, Wanderungen: In einem “Offline Club” ist eigentlich alles erlaubt. Nur kein Smartphone. Auf der Suche nach einer echten Verbindung verzichten die Teilnehmer ein paar Stunden aufs Handy - und zahlen dafür. Von H. Rau.

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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    13 hours ago

    Ich bin da zwiegespalten - wenn man für jeden Prozess in einer Gesellschaft ein analoges Pendant bereithält, nur weil manche Menschen sich der Digitalisierung verweigern, schafft man sich unnötigen Aufwand und hält u.U. auch den Fortschritt auf.

    Auf der anderen Seite finde ich es aber auch wichtig, dass solche Sachen wie Bargeld immer noch physisch existieren und nicht nur digital auf dem Konto einer Bank liegen sollten.

    Meine Mum ist ein gutes Beispiel: Sie füllt immer noch die klassischen Überweisungsträger aus, um Dinge zu bezahlen, die sie in einem Katalog bestellt hat. Mit diesen Überweisungsträgern geht sie dann immer zum Bankschalter und der Mitarbeiter dort tippt die Sachen dann in einen Computer ein (bzw. scannt die Träger und wird ggf. manuell aktiv wenn die Sauklaue wieder zu stark war).

    Sie verwehrt sich da den sehr einfach zu bedienenden Terminals, die es in jedem Bankgebäude gibt und auch dem Onlinebanking - und das kann ich nicht nachvollziehen. Diese analoge Methode könnte zu Gunsten der Effizienz abgeschafft werden, es gibt ja eine entsprechende Alternative ohne Smartphone.

    Grundsätzlich ist das Problem auch nicht das Smartphone als solches, sondern dass wir gezwungen werden die Datenkraken von US-Anbietern in unserer Tasche zu haben, die uns mit dark patterns und AI konstant auf den Sack gehen. So ein Telefon will ich auch nicht ständig dabei haben. In einer besseren Welt hätten wir alle Linux-Telefone mit den entsprechenden Apps und das würde mir auch weniger Bauchschmerzen bereiten. Doch alles noch mit Papier, Fax und Telefon zu machen weil Oma Erna keinen Bock auf Technik hat? Auf gar keinen Fall. Hier muss sich ein Mittelweg finden lassen und dieser Mittelweg kann nicht bedeuten, dass sich ein Großteil der Gesellschaft zu Gunsten weniger auf veraltete Prozesse einlassen muss.

    • creamfresh@lemmy.world
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      13 hours ago

      “Drauf geschissen” würde ich jetzt nicht sagen. Oma Erna hat vielleicht nicht mehr die mentalen Kapazitäten dafür, und das kann nicht nur der Oma so gehen, sondern auch einer lernbehinderten Teenagerin oder einem Nicht-Muttersprachler. Die Lösung dafür wiederum sind nicht analoge Pedants, sondern soziale Arbeit. Aber das passiert ja auch nicht von allein.