Es ist schon irgendwie merkwürdig: Plötzlich, innerhalb kürzester Zeit, kommen Politiker in diversen Ländern von Australien über die USA über UK über Deutschland, Spanien, überall auf die Idee, dass man ja dringend die Jugend vor dem bösen Social Media schützen muss und daher dringend ein Social Media-Verbot für alle unter 16 oder 13 benötigt. Innerhalb weniger Monate kommen Politiker weltweit auf die Idee, dass man das unbedingt braucht und schaffen sogar Gesetze in einer Geschwindigkeit, die andere Gesetze sonst nicht schaffen.

Das … macht mich misstrauisch. Also: Weiß jemand, wer da hinter dieser Kampagne steckt?

  • schnurrito@discuss.tchncs.de
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    1 day ago

    Ich habe im Internet jedenfalls glaubhafte Gerüchte gelesen, dass vieles davon auf Lobbying von Meta zurückgeht.

    Was genau Meta davon hat, ist mir noch nicht ganz schlüssig erklärt worden. Konkurrenz ausschalten?

    • Aniki@feddit.org
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      18 hours ago

      konkurrenz (fediverse) ausschalten weil diese sicher keine altersverifikation einführen wird.

      • schnurrito@discuss.tchncs.de
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        13 hours ago

        Das ergibt zu einem gewissen Grad Sinn, kann aber nicht alles erklären. Zum Beispiel las ich, dass das malaysische Gesetz zu Altersverifizierung nur für Websites gilt, die eine bestimmte Mindestanzahl dortiger Benutzer haben, d.h. großteils nicht für das Fediverse (und auch nicht für klassische Foren), sehr wohl aber für Facebook.

        • hendrik@palaver.p3x.de
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          11 hours ago

          Was ich gelesen habe ist, die wollen einfach nicht die Verantwortung und aufwändige Arbeit übernehmen, Kinder- und Jugendschutz auf ihren Plattformen umzusetzen. Deswegen sollen einfach Google etc das machen. Etwas in ihre Smartphones und Computer einbauen, da trägt dann jede:r ein falsches Geburtsdatum ein, aber Meta ist aus der Verantwortung. Ist sicherlich die kostengünstige Lösung für die, wenn einfach anderen Unternehmen vorgeschrieben wird sich darum zu kümmern.

          Das gilt zumindest für diese (vorerst) amerikanischen Gesetzesvorschläge, Alters-Schnittstellen in Betriebssysteme einzubauen… Wer hinter dem Social-Media-Verbot steckt (und warum), weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist das einfach ein Sebstläufer, weil es nach einer so einfachen Lösung klingt. Und nachdem Australien damit angefangen hat, war es auch international in den Medien. Und Aktionismus kommt immer gut an. Dann müssen wir uns nicht anstrengen und die lästigen, wirklichen gesellschaftlichen Probleme mit Social-Media anpacken. Außerdem eröffnet es neue Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten. Darauf warten einige Leute sowieso. Beispielsweise Vorratsdatenspeicherung hat sich ja auch binnen kurzer Zeit um den Globus ausgebreitet, nachdem die Idee einmal draußen war. Vllt mit Ausnahme der USA, die das eh schon immer machen und auch direkt für alle Bewohner der Erde.

    • Elchi@feddit.org
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      18 hours ago

      Weniger Haftbarkeit. Wenn kinder vorher die kontrolle umgangen haben ist es schwerer meta für deren suizid oder amoklauf verantwortlich zu machen.

      • schnurrito@discuss.tchncs.de
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        14 hours ago

        Dafür sollte Meta bzw. Plattformbetreiber allgemein ohnehin so oder so nicht verantwortlich gemacht werden können, das ließe sich also durch Gesetze, in denen genau das eindeutig steht, einfacher erreichen.

        • int_not_found@feddit.org
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          13 hours ago

          Wenn ich einer Person, von der ich weiß, dass sie suizidal ist, gezielt immer wieder Bilder, Artikel und andere Inhalte zusende, die sie in ihren Gedanken bestärken, wird nach ihrem Suizid selbstverständlich geprüft, ob und inwieweit ich dafür mitverantwortlich bin.

          Warum sollte Meta, wenn das Unternehmen genau das tut, nicht ebenfalls verantwortlich gemacht werden?

          • schnurrito@discuss.tchncs.de
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            13 hours ago

            Beleg fehlt und es ergäbe ja auch keinen wirtschaftlichen Sinn, was hat Meta wirtschaftlich davon, wenn einer seiner Benutzer (= Empfänger seiner Werbung) Suizid begeht?

            Warum sollten sie nicht: weil dann auch jeder kleine Forenbetreiber oder Fediverse-Instanzenbetreiber sich Sorgen machen muss, dafür verantwortlich gemacht zu werden, dass der eine oder andere Benutzer sich auf seiner Website über “schädliche” (wie immer das definiert ist) Dinge ausgetauscht hat. Das stellt ein Problem für das Funktionieren des Internets dar.

            • int_not_found@feddit.org
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              13 hours ago

              Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Fediverse-Instanzen und kleine Foren kurieren keine Inhalte für individuelle Nutzer. Es wird also nicht maßgeschneidert Content ausgeliefert, der suizidale Gedanken verstärkt, ohne das der Nutzer etwas dafür tun müsste.

              Aus dem Meta Konzern hingegen leaken regelmäßig Mails, in denen jemand fragt: "Heyo wir können die Gemütszustände unserer Nutzer relativ genau tracken. Sollten wir bei psychisch kranken Menschen die Inhalte nicht etwas runterfahren? " und die Antwort ist basically das Lindner “Hahaha, Nein” - Meme