In Kirchwerder im Bezirk Bergedorf lagen die Metallsplitter am Morgen auf der Straße. Viele Teilnehmer des Jedermann-Rennens mussten mit platten Reifen das Rennen daraufhin unterbrechen oder sogar abbrechen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um millimetergroße Kleinstteile.
Es gab auch Verletzte. Mindestens ein Teilnehmer musste nach NDR 90,3 Informationen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ist vor Ort und ermittelt.
Hintergrund der Aktion könnte sein, dass es im Bezirk Bergedorf viele Diskussionen um den Verlauf der Radstrecke gibt. Anwohner fühlen sich durch die Sperrungen eingeschränkt. Es stehen auch Protestschilder an der Strecke “Ihr raubt uns unsere Freiheit”.
Die Polizei wollte sich zu möglichen Hintergründen jedoch nicht äußern. Mutmaßungen, es handele sich um einen Anschlag, nannte ein Polizei-Mitarbeiter “Spekulation”.
Komplett asozial. Ich kann ja verstehen, dass es nerven kann, wenn sowas vor der Haustür stattfindet, aber auch mal für andere zurückzustecken gehört halt dazu, wenn man in einer Gesellschaft lebt.
In Köln ist jedes Jahr für mehrere Tage Ausnahmezustand, weil sich Leute besaufen wollen. Finde ich auch extrem nervig, aber es muss auch mal erlaubt sein anderen auf den Sack zu gehen und so muss ich das halt aushalten.
Es gibt solche, die mögen keine Musik und solche, die mögen keine Musik und schneiden anderen die Boxenkabel kaputt. Widerlich.
Und von Freiheitsberaubung zu reden, weil die Straße mal ein oder zwei Tage gesperrt wird, einfach nur hängengeblieben.
Das tri-mag hat ein paar Fotos.
Finde ich ziemlich scheiße, auch wenn man mal nen halben Tag nicht Auto fahren kann. Zumal es da für Age-Grouper auch um eine Qualifikation für die WM auf Kona gehen kann, auf sowas bereitet man sich teilweise Jahre vor.
Wobei, die Schnittmenge von solchen Leuten, Impfgegnern und die Basis wählern dürfte ein Kreis sein.
Der Anwohnerprotest ist völlig gerechtfertigt. Kritikpunkt war ja die Streckenführung letztes Jahr und die sah so aus:

Dort wurden dann also ganze Dörfer und tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Was halt richtig kacke ist an einem Fronleichnamssonntag, wenn du dann nach dem Kurzurlaub nicht mehr nach Hause kommst, wenn du keine Verwandten oder Freunde besuchen kannst oder oder. Da geht es nicht darum, dass man mal eine Nachbarstraße weiter parken muss oder etwas Musik von einer Bühne hören muss.
Fronleichnamssonntag
Gibt es nicht in Hamburg, Donnerstag war ein ganz normaler Arbeitstag. Und man informiert sich gefälligst vorher ob da was ist, oder ist das zu viel verlangt?
Ich kopiere mal einen Kommentar von Reddit:
Zum Rennen: Das scheint auf der zweiten Runde durch Kirchwerder irgendwo zwischen den Kilometern 137-150 (es werden zwei Runden dort auf der Strecke gefahren, erste Runde waren die Kilometer ca. 48-62) passiert zu sein. Im Livestream (Aufzeichnung / Hinweis: die Kilometerangaben im Stream (unten) sind REST-Kilometer, die 2. Runde durch Kirchwerder sind dabei die REST-Kilometer ca. 39-26), der die Pros/Leaderinnen begleitet, sieht man einen der (wenn nicht sogar den) Ersten mit einem Platten beim Timestamp 4:53:45. Ab dort sieht man in den nächsten 20 Minuten über 10-15 vermutlich betroffene Teilnehmer mit einem (oder zwei) Platten am Strassenrand. Zu den Sperrungen: Ein ganzer Stadtteil wurde dort wohl für 9h “eingeschlossen”, weil die Radstrecke da im weiten Kreis (Strecken-Teil von ca. 14km, der in 2 Runden – also 2x – befahren wird) drumrum führt und es auch keine Querungsstelle – welche man in einem anderen Stadtteil (Moorfleet) aber dann für einen einzelnen(!) Golfplatz eingerichtet hat – gab, um wenigstens irgendwie – allenfalls halt mit kleiner Wartezeit – rauszukommen. Zynisch gesagt: Ein paar Golfer scheinen dem millionenschweren, profitorientierten Veranstalter-Konzern (2020: 730 Mio. USD Wert, Quelle) verkehrstechnisch wichtiger zu sein, als die Anwohner eines ganzen Stadtteils.
Es geht dort (also bezüglich der Gegner-Plakate, die ich aber im Livestream nirgends gesehen habe) so wie ich es verstehe, spezifisch nicht um “nur eine einzelne Strasse”, sondern um den ganzen(!) Stadtteil Kirchwerder und Umgebung. Also wer da wohnt, einen Betrieb oder ein Restaurant (das wegen der Komplett-Sperre und der relativen “Abgelegenheit” und Nicht-Erreichbarkeit während 9h wohl durchaus relevante Umsatzeinbussen hat), oder auch als Bauer eine Landwirtschaftsfläche in der Gegend hat, ist von der Streckenführung halt durchaus relativ lange relativ stark (man kann da eben NICHT “einfach ne Strasse oder zwei weiter parken”) eingeschränkt. Die 9h lange Sperrung betrifft eben halt eine Fläche von rund 11 Quadrat-Kilometern.
Kurzum: Richtig beschissene Planung der Veranstalter. Ich wäre halt auch hart angefressen, wenn ich an einem Sonntag von der Veranstaltung einer kommerziellen Firma in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wäre und das halt regelmäßig jedes Jahr passiert.
Ja gut, aber ist nicht fast jede Sportveranstaltung kommerziell getragen? Und wenn man etwas dagegen hat, dann kann man sich auch an den Senat wenden und muss nicht gefährlich die Strecke mit Metalsplittern eindecken.
Protest ist ok, aber Nägel auf den Boden werfen ist scheiße. Und normalerweise gibt es immer Schleusen, durch die du kommst
Was halt richtig kacke ist an einem Fronleichnamssonntag
Macht den irgendwas besonders? Ist ein normaler Sonntag. Die Strecke war dieses Jahr auch wieder die alte Strecke mit der die Athleten nicht so zufrieden sind, da es dadurch 2023 einen Toten gab.
In Bundesländern wie NRW war Donnerstag Feiertag. Dadurch gibt es heute viele Rückkehrer aus dem Kurzurlaub.
Wenn man als nordrheinwandale in Hamburg für die Zeit Urlaub macht, dann informiert man sich doch gefälligst was in der Stadt abgeht, und der Ironman Wettbewerb war nicht erst seit Freitag beworben.
Fronleichnam ist aber halt kein Feiertag in Hamburg. Die Kurzurlaubbegründung fällt also weg, ist kein langes WE.
Was ist ein Agegrouper?
Quasi ein nicht-profi, der da mitmacht. Die können sich für die Ironman WM in Kona, Hawaii, qualifizieren, müssen dazu aber einen der vorderen Plätze in ihrer Altersgruppe erreichen.
Ah. Danke. :)
Wenn wir hier einen Tag nicht Auto fahren dürfen, dann kann hier eben wochenlang niemand gefahrlos Auto fahren!!!





