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    2 hours ago

    Gucken ist halt einfach eine Ausnahme. Unregelmäßigkeiten und Variationen sind schlicht Teil jeder Sprache, die man nicht unbedingt glattbügeln muss oder sollte.

    V wird manchmal wie f und manchmal wie w ausgesprochen, ch hat drei mögliche Aussprachen, den Landesnamen Libyen sprechen die meisten “Lübijen” aus usw.

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      48 minutes ago

      V ist ein gutes Beispiel. Das wird nämlich nur bei Fremdwörtern als [v] ausgesprochen. Bei Worten germanischen Ursprungs wird es hingegen immer als [f] gesprochen. Und auch bei den Fremdwörtern setzt sich die Aussprache [f], die der deutschen Phonetik entspricht nach und nach durch, so dass wir z.B. [fɛʁs] und nicht [vɛʁs] sagen, obwohl es aus dem Lateinischen stammt. Schon die Grimms haben festgestellt, dass einer von beiden Buchstaben (f und v) eigentlich überflüssig ist. Vielleicht schaffen wir das V ja mit der nächsten Rechtschreibreform endlich ab, und schreiben dann Fogel und Wase. Ich wäre dafür. Ob man ch [χ], [​ç​] oder [k] ausspricht folgt einer festen Regel, abhängig vom vorigen Vokal und einem ggf. folgenden s. Libyen ist ja nun eindeutig ein Fremdwort, daher auch die Verwirrung.

      Was Unregelmäßigkeiten und Variationen hast Du natürlich Recht. Ich bin ein großer Freund des Dialekts und der Umgangssprache. Und jede soll sprechen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Und wenn jemand auf Sächsisch [​​ɡʉ​ɡn] sagt, kann sie auch gerne guggn schreiben.​ Aber die Standardsprache, sollten wir uns schon an gewisse Regeln halten und die Ausnahmen auf das nötigste beschränken, das macht es für Fremdsprachlerinnen deutlich einfacher unsere, ohnehin schon ziemlich komplizierte, Sprache zu lernen.