Iran hatte keine Pläne, US-Streitkräfte ohne Provokation anzugreifen, berichtete CNN und widersprach damit der Begründung des Weißen Hauses für den Angriff auf den Iran.
Wann bläst du zum großen Befreiungskrieg gegen Israel oder die USA? Willst du dann auch dort die jubelnden Menschen tokenizen, die von den Angriffsschlägen verschont geblieben sind und sich über das Ableben ihres autoritären Herrschers freuen, während andere halt eben in Militärschlägen sterben oder ihre Angehörigen verlieren? Glaubst du allen Ernstes die Freiheit der iranische Bebölkerung juckt die auch nur im Ansatz oder würde zumindest nebenbei erkämpft werden - Regime Change durch Krieg hat ja bisher immer ganz grandios funktioniert. Vom Sofa aus argumentiert sich Krieg ja anscheinend recht angenehm, sicher treffen auch diesmal die USA und Israel nur böse Diktatoren und ihre Lakeien, vollständig ohne Kollateralschäden oder Eskalationsgefahr.
Also, ich weiß nicht. Hälst du diese Leute für dumm? Die Leben zum großen Teil schon ihr ganzes oder zumindest den Großteil ihres Leben in diesem Regime. Das wissen die alles. Warum sprichst du ihnen ab das zu entscheiden? Weißt du als Europäer wirklich so viel mehr als die Einwohner selber?
Ich habe heute erst noch ein Video von einer Frau gesehen, die ein Video von der zerstörten Basij-Basis gemacht hat. Sie hat den Ammis und Israelis gedankt und sinngemäß gesagt „es ist wahr, dass sie auch mein Haus zerstört haben, aber das macht nichts. Für das Ende unseres Martyriums.“ Es gibt auf instagram immer wieder Videos von Iranern, die Explosionen mit ihrem Handy aufzeichnen und dabei jubeln.
Dass du mir Tokenizing vorwirfst zeigt übrigens sehr deutlich, dass du den Menschen dort einfach nicht zuhörst. Es ist nicht meine Position, die ich hier vertrete, sondern ich versuche ihnen Gehör zu verschaffen.
Wenn die Menschen dort nicht ganz explizit sagen würden, dass sie die Angriffe begrüßen, dann wäre ich da ganz bei dir. Aber offensichtlich ist das Regime für sie schlimmer als der Krieg. „They made our lives like living in hell“ ist, was meine Bekannten immer wieder sagen.
Ich habe heute erst noch ein Video von einer Frau gesehen, die ein Video von der zerstörten Basij-Basis gemacht hat. Sie hat den Ammis und Israelis gedankt und sinngemäß gesagt „es ist wahr, dass sie auch mein Haus zerstört haben, aber das macht nichts. Für das Ende unseres Martyriums.“ Es gibt auf instagram immer wieder Videos von Iranern, die Explosionen mit ihrem Handy aufzeichnen und dabei jubeln.
Dass du mir Tokenizing vorwirfst zeigt übrigens sehr deutlich, dass du den Menschen dort einfach nicht zuhörst. Es ist nicht meine Position, die ich hier vertrete, sondern ich versuche ihnen Gehör zu verschaffen.
Instagram als US-gesteuerte Tech-Plattform ist da vielleicht nicht die beste repräsentative Quelle für Informationen, oder? Instagram zeigt dir in erster Linie was du sehen sollst; und in zweiter was du sehen willst.
Du scherst mit deiner Erzählung auch einfach die iranische Gesellschaft über einen Kamm: dass Aktivist:innen insbes. der Jina-Bewegung gleichzeitig Freude über den Tod von Chamenei empfinden und andererseits verstehen, dass der westliche Angriff keineswegs ihrer Befreiung dient (und auch de facto bisher keine Anzeichen existieren, dieser würde auch nur als Nebeneffekt die Situation der Leute verbessern) fällt unter den Tisch; oder dass monarchistische Reaktionäre jetzt die große Chance sehen, sich beim Westen anzubiedern, eine neue Gewaltherrschaft aufzubauen und dann erstmal mit den kurdischen Minderheiten und Linken blutig abzurechnen. Zahllose unschuldige Zivilisten sterben bei den Angriffen. Und am Ende instrumentalisiert das iranische Regime die israelischen/US-amerikanischen Todesopfer, um sich selbst wieder Legitimität zu geben und gegen Feinde im Inneren vorzugehen.
Ich werfe dir deshalb Tokenization vor, weil du anekdotische Evidenz und ein bisschen Social Media Content zu einer eindimensionalen Erzählung über
die iranische Bevölkerung plättest, die deinen Standpunkt stützt. Es ist halt wirklich nicht schwer Quellen zu finden, die deine Position absolut nicht unterstützen. Nur für dich hab ich auch mal ein paar Instagram-Posts rausgesucht:
Krieg ist beschissen und die Ernüchterung wird für die, die glücklicherweise noch von der Gewalt verschont geblieben sind, kommen, wenn die Eskalation sich weiter zuspitzt, denn die USA/Israel sind keine Befreier. Das was danach kommt - und mit viel Blut bezahlt wird - muss nicht besser sein als das was ist, auch wenn sich das natürlich alle wünschen.
Also, ich weiß nicht. Hälst du diese Leute für dumm? Die Leben zum großen Teil schon ihr ganzes oder zumindest den Großteil ihres Leben in diesem Regime. Das wissen die alles. Warum sprichst du ihnen ab das zu entscheiden? Weißt du als Europäer wirklich so viel mehr als die Einwohner selber?
Abgesehen davon, dass ich bereits Posts verlinkt habe, die zeigen, dass die iranische Bevölkerung alles andere als ein homogener Block ist, der den imperialistischen Angriff unkritisch befürwortet? Ich als arroganter Europäer bin gemeinsam mit anderen linken, insbesondere solchen mit iranischen Wurzeln und Familie vor Ort auf die Straße gegangen und habe entsprechende Perspektiven gesammelt. Ich maße mir nicht an, für eine ganze Gruppe zu sprechen. Das was ich mitbekommen habe deckt sich aber einfach nicht mit deiner Erzählung und deshalb kritisiere ich das.
Instagram als US-gesteuerte Tech-Plattform ist da vielleicht nicht die beste repräsentative Quelle für Informationen, oder? Instagram zeigt dir in erster Linie was du sehen sollst; und in zweiter was du sehen willst.
Ach komm schon. Wir sind hier im Fediverse. Habe ich irgendwo gesagt, dass ich Instagram als repräsentative Quelle für Informationen sehe? Meinst du nicht, dass mir das nicht bewusst ist? Ich hatte es als eines der Beispiele genannt.
Du scherst mit deiner Erzählung auch einfach die iranische Gesellschaft über einen Kamm:
Ja, ich sehe, warum du das denkst. Tut mir leid, dass habe ich überhaupt nicht so gemeint.
Mein Anliegen ist im wesentlichen, dass wir hier im Westen vielleicht einfach mal zuhören sollten. Die Iraner, die ich so kenne, fühlen sich im Moment von der westlichen Linken nicht ernst genommen. Sie haben das Gefühl, dass man ihnen ihre Stimme nimmt, und dass ihnen von uns Westlern ihre Lebenssituation erklärt wird. Ich versuche hier, etwas daran zu ändern.
Natürlich sind Iraner keine homogene Masse, offensichtlich nicht: es gibt ja auch immer noch Regime-Unterstützer. Und es tut mir leid, dass meine Formulierung das impliziert hat. Das ist mir so nicht aufgefallen, als ich das geschrieben habe. Was ich letztlich meinte war, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung das so zu sehen scheint.
dass Aktivist:innen insbes. der Jina-Bewegung gleichzeitig Freude über den Tod von Chamenei empfinden und andererseits verstehen, dass der westliche Angriff keineswegs ihrer Befreiung dient (und auch de facto bisher keine Anzeichen existieren, dieser würde auch nur als Nebeneffekt die Situation der Leute verbessern) fällt unter den Tisch; oder dass monarchistische Reaktionäre jetzt die große Chance sehen, sich beim Westen anzubiedern, eine neue Gewaltherrschaft aufzubauen und dann erstmal mit den kurdischen Minderheiten und Linken blutig abzurechnen.
Nein, so tief bin ich gar nicht eingestiegen. Diese Befürchtungen teilen meine Bekannten. Dass der westliche Angriff der Befreiung dient glaubt übrigens keiner, und das habe ich auch mehrfach so formuliert. Es ist unredlich von dir, mir das hier unterzuschieben.
Zahllose unschuldige Zivilisten sterben bei den Angriffen. Und am Ende instrumentalisiert das iranische Regime die israelischen/US-amerikanischen Todesopfer, um sich selbst wieder Legitimität zu geben und gegen Feinde im Inneren vorzugehen.
Ja, das haben sie auch als Angst formuliert.
[…] die deinen Standpunkt stützt.
That really rubs me the wrong way. Ich habe da gar keinen soliden Standpunkt. Ich will mir nicht anmaßen das zu beurteilen. Ich hatte explizit geschrieben, dass ich hier versuche anderen eine Stimme zu geben. Ich hätte es viel lieber, wenn sie selber hier posten würden, aber leider möchten sie das nicht.
der den imperialistischen Angriff unkritisch befürwortet?
Ich denke, ich habe mehrfach ziemlich klar formuliert, dass niemand glaubt, dass die US oder Isral das aus altruistischen Motiven tun. Niemand befürwortet den Angriff unkritisch. Das ist wirklich nicht besonders redlich. Ich verstehe, dass du dich an mir reibst, und das ist auch OK. Ich erwarte nicht, dass jeder meine Sichtweise teilt. Allerdings erwarte ich schon, dass die Diskussion fair bleibt. Den „arroganten Europärer“ hast du genau so dazu gedichtet. Ich habe sehr genau darauf geachtet das nicht zu schreiben.
Ansonsten habe ich meine Eindrücke halt auch von Iranern gesammelt. Was meinst du, warum ich das hier vertrete? ;-)
Wann bläst du zum großen Befreiungskrieg gegen Israel oder die USA? Willst du dann auch dort die jubelnden Menschen tokenizen, die von den Angriffsschlägen verschont geblieben sind und sich über das Ableben ihres autoritären Herrschers freuen, während andere halt eben in Militärschlägen sterben oder ihre Angehörigen verlieren? Glaubst du allen Ernstes die Freiheit der iranische Bebölkerung juckt die auch nur im Ansatz oder würde zumindest nebenbei erkämpft werden - Regime Change durch Krieg hat ja bisher immer ganz grandios funktioniert. Vom Sofa aus argumentiert sich Krieg ja anscheinend recht angenehm, sicher treffen auch diesmal die USA und Israel nur böse Diktatoren und ihre Lakeien, vollständig ohne Kollateralschäden oder Eskalationsgefahr.
Also, ich weiß nicht. Hälst du diese Leute für dumm? Die Leben zum großen Teil schon ihr ganzes oder zumindest den Großteil ihres Leben in diesem Regime. Das wissen die alles. Warum sprichst du ihnen ab das zu entscheiden? Weißt du als Europäer wirklich so viel mehr als die Einwohner selber?
Ich habe heute erst noch ein Video von einer Frau gesehen, die ein Video von der zerstörten Basij-Basis gemacht hat. Sie hat den Ammis und Israelis gedankt und sinngemäß gesagt „es ist wahr, dass sie auch mein Haus zerstört haben, aber das macht nichts. Für das Ende unseres Martyriums.“ Es gibt auf instagram immer wieder Videos von Iranern, die Explosionen mit ihrem Handy aufzeichnen und dabei jubeln.
Dass du mir Tokenizing vorwirfst zeigt übrigens sehr deutlich, dass du den Menschen dort einfach nicht zuhörst. Es ist nicht meine Position, die ich hier vertrete, sondern ich versuche ihnen Gehör zu verschaffen.
Wenn die Menschen dort nicht ganz explizit sagen würden, dass sie die Angriffe begrüßen, dann wäre ich da ganz bei dir. Aber offensichtlich ist das Regime für sie schlimmer als der Krieg. „They made our lives like living in hell“ ist, was meine Bekannten immer wieder sagen.
Instagram als US-gesteuerte Tech-Plattform ist da vielleicht nicht die beste repräsentative Quelle für Informationen, oder? Instagram zeigt dir in erster Linie was du sehen sollst; und in zweiter was du sehen willst.
Du scherst mit deiner Erzählung auch einfach die iranische Gesellschaft über einen Kamm: dass Aktivist:innen insbes. der Jina-Bewegung gleichzeitig Freude über den Tod von Chamenei empfinden und andererseits verstehen, dass der westliche Angriff keineswegs ihrer Befreiung dient (und auch de facto bisher keine Anzeichen existieren, dieser würde auch nur als Nebeneffekt die Situation der Leute verbessern) fällt unter den Tisch; oder dass monarchistische Reaktionäre jetzt die große Chance sehen, sich beim Westen anzubiedern, eine neue Gewaltherrschaft aufzubauen und dann erstmal mit den kurdischen Minderheiten und Linken blutig abzurechnen. Zahllose unschuldige Zivilisten sterben bei den Angriffen. Und am Ende instrumentalisiert das iranische Regime die israelischen/US-amerikanischen Todesopfer, um sich selbst wieder Legitimität zu geben und gegen Feinde im Inneren vorzugehen.
Ich werfe dir deshalb Tokenization vor, weil du anekdotische Evidenz und ein bisschen Social Media Content zu einer eindimensionalen Erzählung über die iranische Bevölkerung plättest, die deinen Standpunkt stützt. Es ist halt wirklich nicht schwer Quellen zu finden, die deine Position absolut nicht unterstützen. Nur für dich hab ich auch mal ein paar Instagram-Posts rausgesucht:
Krieg ist beschissen und die Ernüchterung wird für die, die glücklicherweise noch von der Gewalt verschont geblieben sind, kommen, wenn die Eskalation sich weiter zuspitzt, denn die USA/Israel sind keine Befreier. Das was danach kommt - und mit viel Blut bezahlt wird - muss nicht besser sein als das was ist, auch wenn sich das natürlich alle wünschen.
Abgesehen davon, dass ich bereits Posts verlinkt habe, die zeigen, dass die iranische Bevölkerung alles andere als ein homogener Block ist, der den imperialistischen Angriff unkritisch befürwortet? Ich als arroganter Europäer bin gemeinsam mit anderen linken, insbesondere solchen mit iranischen Wurzeln und Familie vor Ort auf die Straße gegangen und habe entsprechende Perspektiven gesammelt. Ich maße mir nicht an, für eine ganze Gruppe zu sprechen. Das was ich mitbekommen habe deckt sich aber einfach nicht mit deiner Erzählung und deshalb kritisiere ich das.
Ach komm schon. Wir sind hier im Fediverse. Habe ich irgendwo gesagt, dass ich Instagram als repräsentative Quelle für Informationen sehe? Meinst du nicht, dass mir das nicht bewusst ist? Ich hatte es als eines der Beispiele genannt.
Ja, ich sehe, warum du das denkst. Tut mir leid, dass habe ich überhaupt nicht so gemeint.
Mein Anliegen ist im wesentlichen, dass wir hier im Westen vielleicht einfach mal zuhören sollten. Die Iraner, die ich so kenne, fühlen sich im Moment von der westlichen Linken nicht ernst genommen. Sie haben das Gefühl, dass man ihnen ihre Stimme nimmt, und dass ihnen von uns Westlern ihre Lebenssituation erklärt wird. Ich versuche hier, etwas daran zu ändern.
Natürlich sind Iraner keine homogene Masse, offensichtlich nicht: es gibt ja auch immer noch Regime-Unterstützer. Und es tut mir leid, dass meine Formulierung das impliziert hat. Das ist mir so nicht aufgefallen, als ich das geschrieben habe. Was ich letztlich meinte war, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung das so zu sehen scheint.
Nein, so tief bin ich gar nicht eingestiegen. Diese Befürchtungen teilen meine Bekannten. Dass der westliche Angriff der Befreiung dient glaubt übrigens keiner, und das habe ich auch mehrfach so formuliert. Es ist unredlich von dir, mir das hier unterzuschieben.
Ja, das haben sie auch als Angst formuliert.
That really rubs me the wrong way. Ich habe da gar keinen soliden Standpunkt. Ich will mir nicht anmaßen das zu beurteilen. Ich hatte explizit geschrieben, dass ich hier versuche anderen eine Stimme zu geben. Ich hätte es viel lieber, wenn sie selber hier posten würden, aber leider möchten sie das nicht.
Ich denke, ich habe mehrfach ziemlich klar formuliert, dass niemand glaubt, dass die US oder Isral das aus altruistischen Motiven tun. Niemand befürwortet den Angriff unkritisch. Das ist wirklich nicht besonders redlich. Ich verstehe, dass du dich an mir reibst, und das ist auch OK. Ich erwarte nicht, dass jeder meine Sichtweise teilt. Allerdings erwarte ich schon, dass die Diskussion fair bleibt. Den „arroganten Europärer“ hast du genau so dazu gedichtet. Ich habe sehr genau darauf geachtet das nicht zu schreiben.
Ansonsten habe ich meine Eindrücke halt auch von Iranern gesammelt. Was meinst du, warum ich das hier vertrete? ;-)
Wie groß ist der Anteil von denen, die es befürworten?
Keine Ahnung. Das möchte ich sie nicht fragen, das wäre sehr respektlos.
Woher können wir dann wissen, ob eine Mehrheit den Regime Change will?