Ich zitiere:

Es ist ein wahrlich ungewöhnlicher Ort, um Entspannung zu suchen. In der Kläranlage Bülach ist über zwanzig Jahre lang ein nicht öffentlicher Wellnessbereich für einen «exklusiven Teil» der Mitarbeiter betrieben worden – mit Sauna, Dusche, Badewanne, Fitnessgeräten, Liegestühlen und Deko-Palmen. Pikant daran ist: Das Mini-Spa im Untergeschoss des Aufenthaltsgebäudes für Mitarbeitende war quasi geheim. Wer es eingebaut, bezahlt und unterhalten hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen.

Laut dem Bericht wurde die Sauna in der Kläranlage um das Jahr 2000 herum eingebaut – durch «Eigenpersonal» und ausserhalb der Arbeitszeiten. Das dafür benötigte Material sowie allfällige Einrichtungen und Reparaturen sollen privat beschafft und bezahlt worden sein. Die Sauna sei als Sponsoringbeitrag durch externe Firmen bereitgestellt worden. Bauprotokolle dazu wurden keine gefunden, jedoch ein Elektroanschluss «Sauna» auf einem Plan. Laut der GPK wusste die damalige Baukommission von der Anlage.

Die Geschäftsprüfungskommission kritisiert in ihrem Bericht, wie Verwaltung und Stadtrat mit der Wellnessanlage umgingen: Sie ist der Meinung, dass die Öffentlichkeit zumindest über die Sauna zu informieren gewesen wäre. Für die Kommission ist es unverständlich, dass die Mitarbeitenden, die von der Sauna wussten, diese als «praktisch integrierten Lohnbestandteil» betrachtet hätten. […] «Dass es offensichtlich selbstverständlich scheint, dass eine Sauna existiert und dass diese – zu welchen Zeiten auch immer – benutzt werden kann auf Kosten der Steuerzahler und der Anschlussgemeinden, zeugt heutzutage von einem absolut verzerrten Bild über Rechtmässigkeit und von fehlendem Anstand.»

  • kossa@feddit.org
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    5 hours ago

    Hab’ mal für die ESA gearbeitet, am holländischen Standort.

    Da gab es ganz offiziell ein Gym und eine Sauna, alles bezahlt von Weltraum-Steuergeld. Fand ich eigentlich ganz nice, konnten wir auch in der Arbeitszeit nutzen. War der beste Arbeitgeber bisher ¯\_(ツ)_/¯.

  • Ravi@feddit.org
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    6 hours ago

    Wie viel kommunale Wellness-Tempel kann man eigentlich mit dem Fotografen und PR-Budget der bayrischen Landesregierung eröffnen. Oder mit dem Madken Skandal und den Cum-Ex Beträgen. Alles runtergebrochen auf die Leute, die es am Ende “bezahlen”. Im gesamten DACH-Raum gibt es genug Beispiele die man analog ausrechnen kann.

  • dfyx@lemmy.helios42.de
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    8 hours ago

    Wäre es gut gewesen, die Gemeinden, die die Strom- und Wasserkosten für den Spabereich übernehmen, darüber zu informieren? Bestimmt.

    Aber daraus jetzt so ein Theater zu machen, finde ich dann doch ziemlich unangebracht. Die Leute, die da arbeiten, machen wortwörtlich einen der beschissensten Jobs der Welt und haben es sich mehr als verdient, im Anschluss sauber und entspannt nach Hause zu gehen. So wie die Kommission damit umgeht, muss man nicht lange überlegen, warum das geheim gehalten wurde.

    • regenwetter@piefed.social
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      2 hours ago

      Ja. Dass die Mitarbeitys das nutzen ist doch OK, das Problem ist eher die Frage wie das bezahlt wurde - ist da irgendwie Korruption passiert, oder haben die Mitarbeitys einfach zusammengelegt und in einem ungenutzten Raum in Eigenregie ein Spa gebaut?

    • Zentral ist eher, dass es geheim gehalten wurde, wohl seit Jahren von der Stadträtin, dann wohl auch vom Bürgermeister der zu erst die GPK einberufen hat, statt die Bürger direkt zu informieren. Oder genauer zu sein, dass Beide jetzt als Bürgermeister antreten und dass jetzt gerne nicht diskutieren wollen.

      Natürlich, es gibt noch einen rechtlichen Rattenschwanz der daran hängt, aber dass ist für uns beide hoffentlich nur sinnloses Gelaber.

  • da_cow (she/her)@feddit.org
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    9 hours ago

    Finde ich sympathisch. Sowas ist auf jeden Fall ein Grund da zu arbeiten und ist mit Sicherheit auch Motivationssteigernd.

    • Leider ist noch immer Willis Rezept für den “Montagsaufguss” unbekannt …

      Aber ja, solange alle Mitarbeiter sich duschen nachdem sie ins Klärbecken gefallen sind, ist es sicherlich schön mit den Kollegen sich alle Giftstoffe auszuschwitzen die der “Sponsor” der Saunakabine in die Klärbecken ableitet.

  • shifting9810@lemmy.mrpostman.ch
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    8 hours ago

    Gab es das schon einmal in einer anderen Gemeinde? Ich mag mich erinnern schon einmal was in der Art gelesen zu haben. Speziell den Teil mit den Deko-Palmen.

    • Im Zitierten Artikel wird auf einen anderen verwiesen, zwar ohne Dekopalme, dafür mit:

      … einen Kleinzoo mit Emus: Auf einem stillgelegten Klärwerk ausserhalb der Stadt siedelt ERZ (Entsorgung und Recycling Zürich) die straussenähnliche Laufvogelart an, auf Geheiss des Direktors. Ab 2012 kümmern sich dort Mitarbeiter nicht nur ums Abwasser, sondern auch um eine korrekte Tierhaltung.

      Und das war nur ein Grund, warum plötzlich Abrechnungen für 15M Franken fehlten! Wenn es jetzt noch einen Fall (in der Schweiz) gäbe, würde ich vorschlagen, Klärspiralen einfach als “Wasserkarusell” umzulabeln.