Die Linke liefert sich in Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU. Ihre Spitzenkandidatin kämpft vor allem gegen hohe Mieten und polarisiert im Wahlkampf stark. Von Boris Hermel und Mirja Fiedler.
Und ja, ein Mietendeckel kann helfen, zu hohe Mieten zu senken, die für viele Menschen ein ernsthaftes und akutes Problem sind. Aber er behebt halt keinen strukturellen Wohnungsmangel.
Der Mietendeckel hat auch gar nicht den Anspruch, etwas gegen den Wohnungsmangel zu tun. Ich versteh gar nicht, warum das immer als Argument gebracht wird. Das sind zwei ganz unterschiedliche Probleme.
Die hohen Bestandsmieten werden durch Neubau nicht niedriger. Da müsste man schon Millionen Wohnungen bauen und sich einen erheblichen Leerstand leisten, damit der Markt das regelt. Solange sich jemand findet, der sich 20 Euro pro Quadratmeter gerade so eben leisten kann, gibt es keinen Grund, günstigere Wohnungen anzubieten. Und in Berlin ist die Nachfrage nunmal sehr groß.
Durch den Mietendeckel hat man praktisch zwei Wohnungsmärkte. Einen für Neubauten der richtig teuer ist, da viele nach Berlin ziehen wollen. Gleichzeitig hat man auch den gedeckelten Markt, wo die Mieten tatsächlich relativ niedrig sind. Damit lohnt es sich aber oft nicht von einer größeren in eine kleinere Wohnung zu ziehen, da dann die Miete steigt.
Es baut halt keine Wohnungen, aber es sorgt für eine schlechtere Nutzung des Bestands.
Das liegt aber an der Umsetzung des Mietendeckels. Man könnte zum Beispiel sagen, dass der Mietendeckel auch bei Neubauten gilt, oder dass bei einem Umzug innerhalb der Stadt die Miete nur um wenige Prozent pro Quadratmeter steigen darf.
Aber letztendlich wird es keine Lösung geben, solange Vermietung widersprüchliche Ziele hat: Einerseits will man billigen Wohnraum, andererseits will man, dass Vermieter ordentlich Profit machen können. Das wird man nie wirklich unter einen Hut kriegen können.
Das Problem dabei ist halt, dass sich Bauen auch lohnen muss, wenn Wohnraum fehlt. Bauzins ist momentan zwischen 3,5% und 4,5%. Ein Quadratmeter sind etwa 3.362 - 3.604 €/m² im Bau. Da ist man schon bei etwa 10€/m² pro Monat alleine für 3,5% Zinsen. Wenn ich mir den momentanen Mietspiegel anschaue wird das schwer, wenn man da irgendetwas an Gewinn dran machen will.
Also muss Berlin eigentlich die Baukosten senken und massiv kommunalen Wohnungsbau betreiben. Das ist aber halt auch nicht beliebt, da NIMBY.
Ja, wie gesagt, wenn sich Bauen lohnen muss kann man nicht gleichzeitig billige Mieten haben. Wenn der Profit aus Wohnraum mit dem Profit aus Öl, KI, Weltraum, usw. verglichen wird, dann muss entweder der Quadratmeterpreis steigen oder es wird eben nicht in Wohnraum investiert, weil Öl, KI, Weltraum, usw. höhere Renditen abwerfen.
Man kann natürlich alle möglichen Anreize für private Investoren setzen, damit die Renditechance steigen. Aber das kostet dann halt entweder Geld oder man muss Qualitätseinbußen hinnehmen. Oder man fördert gemeinwohlorientiertes Bauen, dann kann man die Rendite selbstbestimmt auf sozialverträgliche Werte setzen und 100 % davon in Neubau investieren.
Deshalb gibts ja auch den Vorschlag der Wohnungsbaugenossenschaften in Hand der Stadt. Dadurch muss man dann keinen Gewinn machen, sondern nur ±0 rauskommen nach einer Nutzungszeit von 15-25 Jahren (also bis etwa das erste mal saniert werden muss).
Das würde dann ähnlich laufen wie in Wien oder in kleineren Projekten in Deutschland die über das Mietshäusersyndikatmodell gebaut werden.
Die kommen bei neusten Dämmstandards und Öko-Baustoffen häufig auf 6-8€ pro Quadratmeter Miete. Weil eben kein Profit aus dem System gezogen werden muss.
Die kommen bei neusten Dämmstandards und Öko-Baustoffen häufig auf 6-8€ pro Quadratmeter Miete
[Ich kann für Berlin spontan nur den Artikel find und der ist schon 10Jahre alt](Die kommen bei neusten Dämmstandards und Öko-Baustoffen häufig auf 6-8€ pro Quadratmeter Miete). Schon da waren die Projekte im Durchschnitt etwa 8,50€/m².
Das mit 10€/m² ist schon sehr auf Kante gerechnet. Bauen ist halt wirklich teuer und die Inflation in den letzten Jahren war halt auch stark. Ohne Förderung wird das nichts.
Der Vorteil ist das die Mieten langfristig kaum steigen, da das Gebäude halt abbezahlt wird und die Instandhaltungskosten niedriger sind als der Neubau. Also Bestand wird bei den schon günstig sein, aber das muss man erstmal haben.
Und ja, ein Mietendeckel kann helfen, zu hohe Mieten zu senken, die für viele Menschen ein ernsthaftes und akutes Problem sind. Aber er behebt halt keinen strukturellen Wohnungsmangel.
Der Mietendeckel hat auch gar nicht den Anspruch, etwas gegen den Wohnungsmangel zu tun. Ich versteh gar nicht, warum das immer als Argument gebracht wird. Das sind zwei ganz unterschiedliche Probleme.
Die hohen Bestandsmieten werden durch Neubau nicht niedriger. Da müsste man schon Millionen Wohnungen bauen und sich einen erheblichen Leerstand leisten, damit der Markt das regelt. Solange sich jemand findet, der sich 20 Euro pro Quadratmeter gerade so eben leisten kann, gibt es keinen Grund, günstigere Wohnungen anzubieten. Und in Berlin ist die Nachfrage nunmal sehr groß.
Durch den Mietendeckel hat man praktisch zwei Wohnungsmärkte. Einen für Neubauten der richtig teuer ist, da viele nach Berlin ziehen wollen. Gleichzeitig hat man auch den gedeckelten Markt, wo die Mieten tatsächlich relativ niedrig sind. Damit lohnt es sich aber oft nicht von einer größeren in eine kleinere Wohnung zu ziehen, da dann die Miete steigt.
Es baut halt keine Wohnungen, aber es sorgt für eine schlechtere Nutzung des Bestands.
Das liegt aber an der Umsetzung des Mietendeckels. Man könnte zum Beispiel sagen, dass der Mietendeckel auch bei Neubauten gilt, oder dass bei einem Umzug innerhalb der Stadt die Miete nur um wenige Prozent pro Quadratmeter steigen darf.
Aber letztendlich wird es keine Lösung geben, solange Vermietung widersprüchliche Ziele hat: Einerseits will man billigen Wohnraum, andererseits will man, dass Vermieter ordentlich Profit machen können. Das wird man nie wirklich unter einen Hut kriegen können.
Das Problem dabei ist halt, dass sich Bauen auch lohnen muss, wenn Wohnraum fehlt. Bauzins ist momentan zwischen 3,5% und 4,5%. Ein Quadratmeter sind etwa 3.362 - 3.604 €/m² im Bau. Da ist man schon bei etwa 10€/m² pro Monat alleine für 3,5% Zinsen. Wenn ich mir den momentanen Mietspiegel anschaue wird das schwer, wenn man da irgendetwas an Gewinn dran machen will.
Also muss Berlin eigentlich die Baukosten senken und massiv kommunalen Wohnungsbau betreiben. Das ist aber halt auch nicht beliebt, da NIMBY.
Ja, wie gesagt, wenn sich Bauen lohnen muss kann man nicht gleichzeitig billige Mieten haben. Wenn der Profit aus Wohnraum mit dem Profit aus Öl, KI, Weltraum, usw. verglichen wird, dann muss entweder der Quadratmeterpreis steigen oder es wird eben nicht in Wohnraum investiert, weil Öl, KI, Weltraum, usw. höhere Renditen abwerfen.
Man kann natürlich alle möglichen Anreize für private Investoren setzen, damit die Renditechance steigen. Aber das kostet dann halt entweder Geld oder man muss Qualitätseinbußen hinnehmen. Oder man fördert gemeinwohlorientiertes Bauen, dann kann man die Rendite selbstbestimmt auf sozialverträgliche Werte setzen und 100 % davon in Neubau investieren.
Deshalb gibts ja auch den Vorschlag der Wohnungsbaugenossenschaften in Hand der Stadt. Dadurch muss man dann keinen Gewinn machen, sondern nur ±0 rauskommen nach einer Nutzungszeit von 15-25 Jahren (also bis etwa das erste mal saniert werden muss).
Das würde dann ähnlich laufen wie in Wien oder in kleineren Projekten in Deutschland die über das Mietshäusersyndikatmodell gebaut werden. Die kommen bei neusten Dämmstandards und Öko-Baustoffen häufig auf 6-8€ pro Quadratmeter Miete. Weil eben kein Profit aus dem System gezogen werden muss.
[Ich kann für Berlin spontan nur den Artikel find und der ist schon 10Jahre alt](Die kommen bei neusten Dämmstandards und Öko-Baustoffen häufig auf 6-8€ pro Quadratmeter Miete). Schon da waren die Projekte im Durchschnitt etwa 8,50€/m².
Das mit 10€/m² ist schon sehr auf Kante gerechnet. Bauen ist halt wirklich teuer und die Inflation in den letzten Jahren war halt auch stark. Ohne Förderung wird das nichts.
Der Vorteil ist das die Mieten langfristig kaum steigen, da das Gebäude halt abbezahlt wird und die Instandhaltungskosten niedriger sind als der Neubau. Also Bestand wird bei den schon günstig sein, aber das muss man erstmal haben.