Ende vergangenen Jahres kamen bei den unter-18-Jährigen rechnerisch 947 weibliche Jugendliche auf 1.000 männliche. Am stärksten war der Männerüberschuss mit einem Verhältnis von 912 Frauen zu 1.000 Männern in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.



Abwanderung also. Ich hab da vor kurzem mit einer Frau drüber geredet die selbt die selbst vom Land kam. Es ging um eine komplett andere Region, aber das Phänomen ist dasselbe.
Sexismus, Frauenfeindlichkeit, traditionelle Rollenverteilung (versuch mal deinem Landjungen zu erklären dass auch er das Baby wickeln und füttern muss bzw. später am WE auf die Kinder aufpassen wenn Frau ausgeht). Da würde ich auch wegwollen.
Wo liegt das Problem dann also eigentlich? Das ist ja nu alles auch nichts Neues mehr.
Ich weiß, Sexismus, Frauenfeindlichkeit fehlende Perspektiven führen einfach zu einer Verödung des ländlichen Raumes. Das ist auch nicht nur ein ostdeutsches Problem, sondern das gibt es auch in den westdeutschen Dörfern und Kleinstädten. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, was aus meinem Abi Jahrgang geworden ist, dann ist nur noch ein Bruchteil von denen in der Heimatstadt. Die meisten sind zum Studieren irgendwo hingegangen und nie wieder zurückgekommen. Und das in einer eigentlich wirtschaftlich starken westdeutschen Kleinstadt. Ich will gar nicht wissen, wie das in ostdeutschen Dörfern ist, in denen es dann auch nicht mal Jobs für Akademiker gibt.
Grundsätzlich könntest du jetzt natürlich auch einfach die Marktkräfte walten lassen und wenn keiner in einem Dorf wohnen will, ist einfach aussterben lassen. Wenn sich ein Supermarkt dort nicht betreiben lässt, gibt es halt einfach keinen Supermarkt dort. Das Problem ist halt diese gewaltige Sprengkraft, die solche abgehängten Regionen dann auch auf die Gesamtgesellschaft haben. Das sieht man, glaube ich, am besten in den USA, wo die abgehängten, ländlichen Staaten besonders gerne Trump wählen und aufgrund des politischen Systems in der Lage sind, eine Mehrheit zu bilden. Dann ziehst du aus deinem Pupskaff in Iowa nach Kalifornien, weil dir die Leute dort auf den Sack gehen und dann sorgen die Leute zuhause dafür, dass Trump dein Leben schlecht macht. Das droht uns im schlimmsten Fall auch in Deutschland.
Mein letzter Satz war keine retorische Frage:
Thatcherismus, Schröderismus, Neoliberalismus, die Mär vom Gürtel enger schnallen etc. all so Sachen die man nicht genau auf links oder rechts der Mitte festlegen kann.
Alle haben sich vom Sozialen in der Sozialen Markwirtschaft abgewendet.
Man hätte ländliche/strukturschwache Gebiete auch stärken können. Könnte es immer noch, würde halt 1-2 Generationen dauern bis das zieht.
Das war’s was Parteien wie die AfD befruchtet hat, und noch tut.
Bitte was? Das ist alles eindeutig rechts der Mitte, sofern Mitte noch irgendwas anderes außer “Durchschnitt” bedeuten soll.
Wo ist die Mitte? Schröder war SPD. Aus Sicht eines potentiellen AfD-Wählers sieht es wirklich so aus dass alle großen Parteien kein Interesse am Volk haben.
Die Mitte ist definitiv links von Neoliberalismus. Es hatte schon einen Grund, warum sich die SPD nach Hartz IV gespalten hat - sehr viele Parteimitglieder waren der Meinung, dass das mit Sozialdemokratie nichts mehr zu tun hat.
Stimmt halt auch (die AfD natürlich erst recht nicht).