Was nützt eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren bei Social Media? Kaum etwas, belegen Studien aus Australien. Experten aus Schleswig-Holstein raten daher zu einem Stufenmodell ab 13. Von Ministerpräsident Günther kommt scharfe Kritik.
Ein “Stufenmodell” oder irgendwas, was vom Alter des Benutzers abhängt, bedeutet noch immer, dass jeder Benutzer nachweisen muss, dass er alt genug ist, nicht unter das “Stufenmodell” zu fallen.
Die eigentliche Lösung wäre hier so wie bei fast allem in der Informatik: freie Software, offene Standards, Interoperabilität. Dann könnte man nämlich auf alle Inhalte und Interaktionen zugreifen, auch ohne die angeblich so schädlichen, äh, Algorithmen, Push-Nachrichten, Endlosfeeds (hab ein bisschen den Überblick über die Talking Points verloren).
Ach, das Problem damit ist, dass “kostenlos und werbefrei” kein Geschäftsmodell ist?
Fediverse und z.B. auch Wikimedia-Projekte zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, kostenlose und werbefreie Plattformen (spendenfinanziert/gemeinnützig) zu betreiben. Aber durch zusätzliche staatliche Regulierung wird es definitiv schwieriger gemacht, das zu tun, also: Staaten der Welt, haltet euch verdammt noch einmal da raus. Das einzige vielleicht Sinnvolle, was ihr eventuell machen könntet, ist, selbst den Betrieb von Social Media für Kinder zu übernehmen, sonst nichts.
Ach, das Problem damit ist, dass “kostenlos und werbefrei” kein Geschäftsmodell ist?
Dass das kein sehr lukratives Geschäftsmodell ist, würde ich sogar unterstreichen. Es spricht aber trotzdem nicht dagegen, die Plattformen zu zwingen, ihre Inhalte über eine offene Schnittstelle zugänglich zu machen. Die Plattformen können ja weiterhin in ihrer eigenen, geschlossen Oberfläche ihre personalisierten Timelines mit gesponsorten und algorithmisch zusammengestellten Inhalten anbieten. Wenn die Nutzererfahrung dort so gut ist, wie die Plattformbetreiber behaupten, dann werden die Nutzer sich auch dafür entscheiden bzw. würde die Konkurrenz mit den offenen Oberflächen den Plattformbetreibern endlich einen Anreiz geben, die Nutzererfahrung positiv zu gestalten.
Dass das kein sehr lukratives Geschäftsmodell ist, würde ich sogar unterstreichen.
Korrekt; und als das Internet oder WWW erfunden wurde, war die Idee dahinter nie, dass jemals Unternehmen verlangen könnten, dass sie darauf ein (erst recht: ein sehr lukratives) Geschäftsmodell aufbauen können. Das schuldet die Gesellschaft keinem Unternehmen. :P
Es spricht aber trotzdem nicht dagegen, die Plattformen zu zwingen, ihre Inhalte über eine offene Schnittstelle zugänglich zu machen.
Man müsste sie nicht zwingen. Fediverse-Instanzen machen es schon freiwillig. :P Reddit früher auch, nicht sogar Twitter? Es gab eine Zeit, als klassische Webforen noch einigermaßen verbreitet waren, Smartphones aber auch schon; die App “Tapatalk” hat diese Welten damals zusammengeführt …
Aber durch zusätzliche staatliche Regulierung wird es definitiv schwieriger gemacht, das zu tun, also: Staaten der Welt, haltet euch verdammt noch einmal da raus. Das einzige vielleicht Sinnvolle, was ihr eventuell machen könntet, ist, selbst den Betrieb von Social Media für Kinder zu übernehmen, sonst nichts.
Was jetzt? Der Staat soll sich aus Social Media raushalten, außer vielleicht die kleine Ausnahme, den Betrieb vollständig selbst zu übernehmen?
Bei zweiterem würde ich tatsächlich zumindest überlegen, dafür zu argumentieren. Natürlich hat staatliche Kontrolle immer ihre eigenen Schwierigkeiten, gerade bei potenziellen Regierungswechseln. Andererseits wäre es von der Idee vielleicht erstmal doch sinnvoll, Social Media als Infrastruktur zu betrachten und genauso unter staatlicher Verwaltung zu stellen wie Straßen und Gehwege. Das setzt natürlich ein vernünftiges rechtliches Rahmenwerk voraus, welches die Befugnisse und Richtlinien genau definiert, um eine beliebige Umgestaltung zu verhindern. Aber dieser utopische Cyber-Libertarismus hat ja offensichtlich auch nicht funktioniert.
Ein “Stufenmodell” oder irgendwas, was vom Alter des Benutzers abhängt, bedeutet noch immer, dass jeder Benutzer nachweisen muss, dass er alt genug ist, nicht unter das “Stufenmodell” zu fallen.
Die eigentliche Lösung wäre hier so wie bei fast allem in der Informatik: freie Software, offene Standards, Interoperabilität. Dann könnte man nämlich auf alle Inhalte und Interaktionen zugreifen, auch ohne die angeblich so schädlichen, äh, Algorithmen, Push-Nachrichten, Endlosfeeds (hab ein bisschen den Überblick über die Talking Points verloren).
Ach, das Problem damit ist, dass “kostenlos und werbefrei” kein Geschäftsmodell ist?
Fediverse und z.B. auch Wikimedia-Projekte zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, kostenlose und werbefreie Plattformen (spendenfinanziert/gemeinnützig) zu betreiben. Aber durch zusätzliche staatliche Regulierung wird es definitiv schwieriger gemacht, das zu tun, also: Staaten der Welt, haltet euch verdammt noch einmal da raus. Das einzige vielleicht Sinnvolle, was ihr eventuell machen könntet, ist, selbst den Betrieb von Social Media für Kinder zu übernehmen, sonst nichts.
Dass das kein sehr lukratives Geschäftsmodell ist, würde ich sogar unterstreichen. Es spricht aber trotzdem nicht dagegen, die Plattformen zu zwingen, ihre Inhalte über eine offene Schnittstelle zugänglich zu machen. Die Plattformen können ja weiterhin in ihrer eigenen, geschlossen Oberfläche ihre personalisierten Timelines mit gesponsorten und algorithmisch zusammengestellten Inhalten anbieten. Wenn die Nutzererfahrung dort so gut ist, wie die Plattformbetreiber behaupten, dann werden die Nutzer sich auch dafür entscheiden bzw. würde die Konkurrenz mit den offenen Oberflächen den Plattformbetreibern endlich einen Anreiz geben, die Nutzererfahrung positiv zu gestalten.
Korrekt; und als das Internet oder WWW erfunden wurde, war die Idee dahinter nie, dass jemals Unternehmen verlangen könnten, dass sie darauf ein (erst recht: ein sehr lukratives) Geschäftsmodell aufbauen können. Das schuldet die Gesellschaft keinem Unternehmen. :P
Man müsste sie nicht zwingen. Fediverse-Instanzen machen es schon freiwillig. :P Reddit früher auch, nicht sogar Twitter? Es gab eine Zeit, als klassische Webforen noch einigermaßen verbreitet waren, Smartphones aber auch schon; die App “Tapatalk” hat diese Welten damals zusammengeführt …
Ansonsten stimme ich dir natürlich zu.
Was jetzt? Der Staat soll sich aus Social Media raushalten, außer vielleicht die kleine Ausnahme, den Betrieb vollständig selbst zu übernehmen?
Bei zweiterem würde ich tatsächlich zumindest überlegen, dafür zu argumentieren. Natürlich hat staatliche Kontrolle immer ihre eigenen Schwierigkeiten, gerade bei potenziellen Regierungswechseln. Andererseits wäre es von der Idee vielleicht erstmal doch sinnvoll, Social Media als Infrastruktur zu betrachten und genauso unter staatlicher Verwaltung zu stellen wie Straßen und Gehwege. Das setzt natürlich ein vernünftiges rechtliches Rahmenwerk voraus, welches die Befugnisse und Richtlinien genau definiert, um eine beliebige Umgestaltung zu verhindern. Aber dieser utopische Cyber-Libertarismus hat ja offensichtlich auch nicht funktioniert.
Nein, nicht vollständig, sondern als zusätzliches Angebot zu dem, was ansonsten existiert. Ich hab es hinter dem Link eh skizziert.