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    24 hours ago

    Also ich muss sagen mich überzeugt die Argumentation in dem Artikel nicht so ganz, bzw. deckt sich nicht mit meiner Wahrnehmung der Faktenlage. Sie sagt, dass die vereinbarten Maßnahmen im Pariser Abkommen nicht das vereinbarte Ziel erreichen können. Das war von Anfang an klar. Hier tut sie aber so, das sämtliche Maßnahmen wirkungslos sind. Das ist aber ja auch nicht der Fall. Wir produzieren global weniger CO2 als wie es vor dem Abkommen prognostiziert war. Das bringt das Kernargument zum wackeln, scheinbar bringt das Abkommen ja doch was, auch wenn es nicht reicht um die Pariser Ziele bzw §20a GG zu erfüllen.

    Auch die Gegenüberstellung von persönlichen Freiheiten mit den angeblichen wirkungslosen Klimamaßnahmen halte ich für fragwürdig. Die meisten Klimaschutzmaßnahmen sind marktregulatorischer Natur. Sich Dinge nicht leisten können ist keine Einschränkung der Freiheiten. Die wenigen tatsächlich Freiheitseinschränkungen sind bspw. das Heizungsgesetz, welches effektiv verbietet seine Abfälle in Form von Abgasen einfach so in der Nachbarschaft abzuladen. Das ist doch jetzt aber auch nichts neues.

    Ja mit einigen Sachen hat sie Recht. Persönliche Einschränkungen für den Klimaschutz sind weniger wirksam und mehr performativ. Hier zieht sie aber auch wieder mMn falsche Schlüsse oder lässt ihre subjektive Wahrnehmung mit einfließen idk. Es war schon immer ein Zeichen der obere Mittelschicht zu zeigen, dass sie sich die aktuellen gesellschaftlichen Ideale leisten können. Das erzeugt aber nicht plötzlich Grabenkämpfe. Die Grabenkämpfe entstehen, weil weite Teile der Bevölkerung mit alternativen Fakten gefüttert werden und der Diskurs dadurch flöten geht.

    • azolus@slrpnk.net
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      22 hours ago

      Sich Dinge nicht leisten können ist keine Einschränkung der Freiheiten.

      Merkwürdiger Freiheitsbegriff.

      Das erzeugt aber nicht plötzlich Grabenkämpfe.

      Doch schon. Wenn die einen Verzicht fürs große Ganze gepredigt bekommen und sich das kleine bisschen bescheidenen Luxus dank marktregulatorischer Mechanismen und neoliberaler Kackpolitik (die die Grünen ja auch mittragen, Stichwort Kündigungsschutz, Sanktionen für Arbeitslose) nicht mehr leisten können, man den Reichsten aber weiterhin erlaubt mit ihren Privatjets die Umwelt zu verpesten, dann erzeugt das ein vages Ungerechtigkeitsempfinden und Elitenhass, durch den dann erst die “alternativen Fakten” verfangen können.

      • int_not_found@feddit.org
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        20 hours ago

        Merkwürdiger Freiheitsbegriff.

        Sie wird als Rechtswissenschaftlerin eingeführt, die hauptsächlich eine Entscheidung des Bundesverfassungsgericht kritisiert. Da mein Kommentar sich auf ihre Argumentation bezieht, habe ich den in diesem Rahmen üblichen Freiheitsbegriff verwendet. Ist also nicht meiner, hätte man aber besser hervorheben können.

        Und während ich den Frust im zweiten Teil des Kommentars durchaus nachvollziehen kann, verpasst du glaube ich etwas den Punkt den ich machen wollte.

        Frau Rostalskis argumentiert, dass die Solaranlage auf dem Dach, das E-Auto in der Einfahrt und die Story, dass man dieses Jahr mit dem Zug statt dem Flieger nach Italien gefahren ist, die Gesellschaft trennt in Klimaheilige und Klimasünder und so den Diskurs unmöglich macht.

        Ich sage, dass sich hier eine Gesellschaftsklasse einfach nur verhält, wie sie es schon immer getan hat und die eigentlichen Probleme woanders liegen, die die Menschen in diese Lager unterteilt. Am Ende ist es das, was du ansprichst, wachsende Ungleichheit, Abstiegs- und Existenzängste, ein Gefühl das es schlechter wird. Das habe ich versucht mit dem Symptom “alternative Fakten” abzukürzen. Auch hier hätte man(ich) das klarer formulieren können.