Zu Wochenbeginn verstärkte die teilweise Blockade der Straße von Hormus durch die USA die Sorgen wegen möglicher Versorgungsengpässe. Der Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Forties, das vor der britischen Küste gefördert wird, sprang bis auf knapp 149 Dollar je Fass - und übertraf damit das alte Rekordhoch aus der Zeit der Finanzkrise 2008.

Der Preis für physisches, sofort verfügbares Rohöl lag damit zugleich deutlich über den Preisen an den Terminmärkten, wo für Rohöl mit Lieferung im Juni aktuell um die 100 Dollar aufgerufen werden. Die physischen Märkte sind damit ein Spiegelbild der akuten Versorgungskrise - während an den Terminmärkten noch die Hoffnung auf eine gewisse Entspannung in der Zukunft eingepreist sind.

Man beachte, dass in Presseberichten derzeit oft Terminmarkt- bzw Futures-Preise genannt werden.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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    14 days ago

    Für das zweite Quartal erwartet die IEA sogar einen Rückgang der Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag - den schärfsten Einbruch seit der Corona-Epidemie. Diese “Nachfragezerstörung” werde sich ausbreiten, wenn Knappheit und hohe Preise anhalten.

    Diese “Nachfragezerstörung” bzw “Demand Destruction” dürfte auch weit in die Zukunft reichende, und im Grunde positive, Folgen haben: Sie signalisiert nämlich, dass sich trotz der hohen aktuellen Preise eine Neuerschließung von Reserven in langfristigen Investitionszyklen oft nicht lohnen wird. Auch weil Erneuerbare Energien für Heizen und Stromerzeugung Öl weltweit rasant ablösen.

    Das heisst unter Umständen auch: Öl wird in Zukunft nicht mehr sehr viel billiger werden - eine Rückkehr in den alten Zustand ist zweifelhaft.

    • Weingeist@feddit.org
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      14 days ago

      Das heisst unter Umständen auch: Öl wird in Zukunft nicht mehr sehr viel billiger werden - eine Rückkehr in den alten Zustand ist zweifelhaft.

      Ich weiß ja nicht. Es gibt hier schon große Akteure, die sich leisten können soviel zu produzieren, dass sie die Preise wieder drücken können um andere Wettbewerber aus dem Geschäft zu drängen. SA hat mal einen derartigen Feldzug gegen die Fracking Firmen in den USA geführt

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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        14 days ago

        Saudi hat aber eben auch alte, grosse, und billige Ölfelder. Und auch die sind endlich.

        Öl aus der Nordsee dagegen liefert nur noch einen Bruchteil der Menge von 1999.

  • cron@feddit.org
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    14 days ago

    Ich persönlich bin ja der Meinung, dass 2025 das Jahr von “peak oil” war. Spätestens heuer werden eine Vielzahl von Staaten und Organisationen versuchen, ihren Verbrauch und ihre Abhängigkeit zu reduzieren.

    Edit:

    Für das zweite Quartal erwartet die IEA sogar einen Rückgang der Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag - den schärfsten Einbruch seit der Corona-Epidemie.

    Die Förderung bzw. Transportkapazität bricht um zweistellige Prozentpunkte ein, eine globale Knappheit wird erwartet - und die IEA rechnet mit nicht einmal 1,5% Rückgang des Verbrauchs (bei 105 Mio Barrel)? Das kann sich doch nicht ausgehen.

    • Melchior@feddit.org
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      14 days ago

      Es gab vorher eine Ölüberproduktion und noch einiges an Kapazität um Öl auf den Markt zu bringen. Vorallem Venezuela und die USA können da einiges liefern. Dann reden wir hier über 1,5% innerhalb eines Quartals. Gerade so Sachen wie E-Autos brauchen einiges an Zeit um zu wirken.

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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        12 days ago

        Dann reden wir hier über 1,5% innerhalb eines Quartals.

        Es geht nicht um die Minderung der preislastischen Nachfrage durch temporär hohe Preise, sondern um die Zerstörung der Nachfrage.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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      14 days ago

      Gemeint ist, denke ich, der inelastische Teil der Nachfrage, der nicht wieder kommt, wenn die Preise sinken. Klar wird bei hohen Preisen so viel weniger Öl gekauft, dass angebotene und nachgefragte Menge sich entsprechen.