In vertraulichen Verhandlungen zwischen Union und SPD kursieren laut Berichten der Bild Pläne, die das Entgeltfortzahlungsgesetz radikal umkrempeln würden. Karenztag, verkürzte Lohnfortzahlung, einmalige Zahlungspflicht pro Jahr – was nach Wirtschaftspolitik klingt, ist ein Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.



Aktie hat Wert1. Aktie wird plötzlich von jemanden zu Wert2 > Wert1 gekauft. Alle Aktien des Unternehmens haben plötzllich Wert2, das Wachstum wird mit Champagnerknallen gefeiert.
Wachstum ist eine Zahl in einer Excel Tabelle, das kann völlig entkoppelt von realen Gütern stattfinden.
Die Überanspruchung von knappen Ressourcen ist ein eigenständiges Problem. Lassen wir doch die BWLer ihre großen und größeren Zahlen in Excel Tabellen, aber zwingen wir sie dazu, dass Externalitäten Geld kosten.
Warum würde er das tun? Und mit welchem Geld? Klar, rein theoretisch könnte man die Zahlen bis ins Unendliche hochschaukeln, indem man fiktive Werte hin- und herhandelt und jedes Mal so tut, als hätten sie dabei noch mehr an Wert gewonnen, aber das Problem ist doch das Risiko, dass dir irgendwer deinen fiktiven Wert nicht mehr abnimmt und du auf einem ganzen Haufen Nichts sitzenbleibst ohne je tatsächlich Geld dafür bekommen zu haben mit dem du tatsächlich was zu Essen kaufen kannst.
Deshalb muss die Erwartung, dass die Aktie an Wert gewinnt, zumindest entfernt an die Möglichkeit gebunden sein, dass sie auch mehr Geld ausschüttet. Wenn ich sie schon nicht mehr loswerde, will ich wenigstens Dividende, damit sich der Kauf irgendwann rentiert. Und ich zahl doch nicht mehr, wenn ich erwarte, dass das nur länger zum rentieren braucht.
Wachstum kann entkoppelt von realen Gütern stattfinden, aber menschliches Verhalten ist letztlich doch von menschlichen Bedürfnissen geprägt.
BWLer zur Kasse bitten ist so oder so eine gute Idee. Bin voll dabei.
Deiner These, dass Wachstum unabhängig von realen Gütern Stattfinden kann, stimme ich nicht zu. Wachstum geht leider immer mit steigenden Ressourcenverbrauch einher, das suggeriert jedenfalls die Wissenschaft.
(Achtung! Gefährliches Angelsächsisch!)
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988323004401
Ich habe keine Umfassende Literaturrecherche gemacht, aber klar, Produktion braucht immer mehr Ressourcen (Energie, Werkzeug, Wohnung, Rohe Ressourcen). Auch Dienstleistungen brauchen Ressourcen, wenn auch weniger. Ohne Ressourcen keine Energie und ohne Energie keine Arbeit, Produktion, etc.
Das scheint beim Kapitalismus so ein Ding zu sein, dass das immer von einem “externen” System mehr und mehr genommen wird, sonst gibt’s kein profitables Wachstum.
Für mehr zu diesem Thema empfehle ich dieses sehr interessante Buch zum Thema “degrowth”, das infrage stellt, warum eigentlich alles immer wachsen muss: “Less is More” von Jason Hickel.
Ich versuche ja nur die Dialektik auf die Reihe zu bekommen, Wachstum und Nachhaltigkeit zu verbinden. Bin auch intuitiv im Camp “Wachstum ist Böse”. Aber erstens finde ich das mittlerweile einen Kampf gegen Windmühlen im aktuellen Klima und zweitens bauen halt tatsächlich unfassbar viele Systeme unserer Gesellschaft darauf auf. Die Utopie, das über Nacht abzuschaffen, ist, glaube ich, gar nicht so rosig-utopisch.
Gerade bei Dienstleistungen ist das aber sehr interessant als Beispiel. Wenn ich zu einem Friseuer gehe, der mir einfach eine schönere Frisur macht, dafür aber mehr Geld verlangt, dann ist Wachstum entstanden, das nicht mehr Ressourcen verbraucht. Witzigerweise entsteht ja auch genau dann (volkswirtschaftliches, nicht betriebswirtschaftliches) Wachstum, wenn wir Ressourcenverbrauch mit Kosten versehen, der heute kostenlos ist.
Da wird aber auch ein Gebäude, Werkzeuge, Shampoo etc benutzt. Das ist deswegen natürlich nicht “böse”, aber es gibt eine gewisse Obergrenze an globalen Ressourcen/Materialverbrauch, nachdem es nicht mehr nachhaltig ist.