In vertraulichen Verhandlungen zwischen Union und SPD kursieren laut Berichten der Bild Pläne, die das Entgeltfortzahlungsgesetz radikal umkrempeln würden. Karenztag, verkürzte Lohnfortzahlung, einmalige Zahlungspflicht pro Jahr – was nach Wirtschaftspolitik klingt, ist ein Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.



Deiner These, dass Wachstum unabhängig von realen Gütern Stattfinden kann, stimme ich nicht zu. Wachstum geht leider immer mit steigenden Ressourcenverbrauch einher, das suggeriert jedenfalls die Wissenschaft.
(Achtung! Gefährliches Angelsächsisch!)
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988323004401
Ich habe keine Umfassende Literaturrecherche gemacht, aber klar, Produktion braucht immer mehr Ressourcen (Energie, Werkzeug, Wohnung, Rohe Ressourcen). Auch Dienstleistungen brauchen Ressourcen, wenn auch weniger. Ohne Ressourcen keine Energie und ohne Energie keine Arbeit, Produktion, etc.
Das scheint beim Kapitalismus so ein Ding zu sein, dass das immer von einem “externen” System mehr und mehr genommen wird, sonst gibt’s kein profitables Wachstum.
Für mehr zu diesem Thema empfehle ich dieses sehr interessante Buch zum Thema “degrowth”, das infrage stellt, warum eigentlich alles immer wachsen muss: “Less is More” von Jason Hickel.
Ich versuche ja nur die Dialektik auf die Reihe zu bekommen, Wachstum und Nachhaltigkeit zu verbinden. Bin auch intuitiv im Camp “Wachstum ist Böse”. Aber erstens finde ich das mittlerweile einen Kampf gegen Windmühlen im aktuellen Klima und zweitens bauen halt tatsächlich unfassbar viele Systeme unserer Gesellschaft darauf auf. Die Utopie, das über Nacht abzuschaffen, ist, glaube ich, gar nicht so rosig-utopisch.
Gerade bei Dienstleistungen ist das aber sehr interessant als Beispiel. Wenn ich zu einem Friseuer gehe, der mir einfach eine schönere Frisur macht, dafür aber mehr Geld verlangt, dann ist Wachstum entstanden, das nicht mehr Ressourcen verbraucht. Witzigerweise entsteht ja auch genau dann (volkswirtschaftliches, nicht betriebswirtschaftliches) Wachstum, wenn wir Ressourcenverbrauch mit Kosten versehen, der heute kostenlos ist.
Da wird aber auch ein Gebäude, Werkzeuge, Shampoo etc benutzt. Das ist deswegen natürlich nicht “böse”, aber es gibt eine gewisse Obergrenze an globalen Ressourcen/Materialverbrauch, nachdem es nicht mehr nachhaltig ist.