Der US-Präsident räumte zwar ein, dass die Verhandlungen in Pakistan „gut“ verlaufen seien, erklärte jedoch, Teheran habe sich geweigert, in der Frage seines Atomprogramms Zugeständnisse zu machen.

  • luciferofastora@feddit.org
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    6 hours ago

    Zumindest den Punkt des militärischen Konters können wir wohl begraben.

    Ja, das war eher der Theorie halber. Dass das praktisch nur in Katastrophe enden würde ist uns allen klar.

    jede dieser größeren Mächte nutzt seine wirtschaftlichen Hebel ganz bewusst, um die jeweiligen Konkurrenten zu behindern.

    Ist auch ein schwieriges Spiel, den anderen mehr zu behindern als man sich selbst dafür wirtschaftlich ins eigene Fleisch schneidet. Wir könnten glaube ich alle so viel besser dran sein, wenn nicht dauernd irgendwelche Astlöcher einander ausstechen wollten.

    es ist eben auch wie mit einer Schrotflinte in eine Menschenmenge zu feuern. Klar kannst du dein Ziel dabei treffen, aber primär eben auch die anderen.

    Wenn die anderen einen Aggressionskrieg dulden oder gar unterstützen sind sie aus Sicht des Verteidigers ebenfalls Ziele. Sonst sind sie Kollateralschäden der Notwehr, die das den USA anlasten sollten. Und wenn du nicht nah genug an das Ziel rankommst, um dich präziser zu verteidigen… Bei Ukraine sind wir alle eingesprungen und haben geholfen, aber Palästina schreit seit Jahren vergeblich um Hilfe.

    Ja, ist beschissen, aber nicht ihre Schuld.

    Sicher verdienen sie nicht so viel wie bspw ein Saudi-Arabien, dennoch sind die Einnahmen aus dem Rohstoffexport ein erheblicher Stützpfeiler der iranischen Wirtschaft.

    Laut https://www.worldstopexports.com/worlds-top-oil-exports-country/ waren das in 2024 21k USD. Klingt für mich danach dass der Stützpfeiler schon weggebrochen ist, wodurch wir wieder bei “haben nicht viel zu verlieren” wären.

    So oder so funktioniert der Ansatz der Iraner jedoch nur, wenn ihn nur die Iraner verfolgen.

    Ich glaube, der Ansatz ist nicht primär das feine Kontrollieren sondern erstmal überhaupt das Stören. Das auf Dauer im Detail zu kontrollieren wäre erheblicher Aufwand bei der Menge an Schiffen, die normal durchfährt. Das geht, wenn man es als “begrenzte Ausnahme” einer Sperre macht, aber langfristig ist ja auch für Iran das Ziel, das wieder zu öffnen (nur halt nicht auf Kosten ihrer Souveränität).

    Deswegen glaube ich nicht, dass das der Plan ist. Es reicht, wenn klar ist, dass sie zumachen können. In der Schrotflintenanalogie: “Solange auf mein Haus geschossen wird, ist die Straße nicht sicher.” Und das funktioniert auch wenn andere mitmachen.

    Nur noch mal zur Sicherheit: die Vorzeichen “Iran” und “USA” sind für dieses Ergebnis im Übrigen vollkommen unerheblich, es wäre ebenso logisch, wenn stattdessen der Iran so auf eine Blockade + “Maut” der Amerikaner reagieren würde.

    Das sehe ich anders.

    Die USA haben an der Region hauptsächlich das Interesse, dass Öl und Gas fließen. Das zu blockieren oder zu hemmen würde ihren eigenen Zielen schaden. Klar könnten sie eine Maut verlangen - das wird dann halt auf den Preis aufgeschlagen.

    Iran hat hauptsächlich das Interesse, weiterhin zu existieren. Einen Krieg mit den USA zu riskieren würde das gefährden. Sie könnten sich die Blockade nicht leisten, wenn sie nicht eh schon im Kampf um ihr Überleben wären.

    Wenn wie statt Iran China einsetzen, würde das schon mehr Sinn machen, von dem Risiko militärischer Eskalation abgesehen.

    Die Wette, dass die Weltgemeinschaft in diesem Konflikt nun die USA als die “weichere” Position auffassen werden und diese zu beeinflussen versuchen, ist mindestens gewagt.

    Selbst wenn die Weltgemeinschaft hinter Trump stünde, würde ein weiterer Golfkrieg massive Kosten fordern und signifikanten Schaden in der Region anrichten. Die Blockade ist ja nicht das einzige militärische Ziel. Bedenke, wie schwer es die Koalition schon in Irak hatte. Dann bedenke, dass Iran doppelt so viele Bürger hat, dreimal so groß ist und viel unwegsames Gelände hat, was eine Offensive auf dem Boden schwierig und teuer machen würde, selbst wenn sie keine Unterstützung von anderen Mächten bekämen, die dem US-Bündnis eine auswischen wollen.

    Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die politische Frage: Wie viele tausende Leben wollen wir diesmal opfern, um hoffentlich den Status Quo Ante wieder herzustellen?

    (Abgesehen davon: Was hat Iran bei der Wette zu verlieren? Ihre Existenz steht ja schon auf dem Spiel.)

    Das Regime in Teheran steht der “negativen Beliebtheit” eines Trumps nicht unbedingt nach. Es wird sich die Frage stellen, auf welcher Seite man die schnellste/günstigste Lösung vermutet.

    Das Regime in Teheran hat zumindest strategisch weniger den Ruf, unberechenbar und willkürlich wortbrüchig zu sein. Der Deal “Sanktionen gegen Atomwaffen” war für sie vorteilhaft, keine Frage, aber es bestanden vermutlich auch gerade deswegen laut der IAEA keine Indizien, dass sie sich nicht daran gehalten hätten (und verzeih mir, wenn ich den Behauptungen der USA, wer jetzt schon wieder vermeintlich Atomwaffen hätte, nicht mehr uneingeschränkt glaube).

    Wenn ich überlege, wen ich aus sicherheitspolitischer Sicht eher beschwichtigen will, rechne ich mir doch bessere Chancen mit “Ich will vor allem überleben” als mit “Ich will alles haben - Kanada, Grönland, eigentlich soll mir die ganze EU zu Füßen liegen, Venezuella hab ich eh schon unterworfen und wer als nächstes dran ist muss ich mir noch einreden lassen - und mir sind alle Zusagen und Bündnisse egal.”

    Iran wird die Blockade vermutlich im Gegenzug für Konzessionen aufheben. Bei den USA weiß ich nicht, ob die nicht nachher beschließen “Ach weißt du was, so ein Erpressungsschema ist doch eigentlich ganz nett. Fühlt sich nach Macht an. Ich mag Macht.”

    Ja, Iran ist ein Problem und das Regime ist grausam zu seinen Bürgern. Die USA sitzen da leider gerade im Glashaus. Wir leiden auch drunter, wenn auch bisher weniger. Der ganze Scheiß geht so oder so auf den Nacken der Armen, und in diesem Fall sind die USA der Aggressor. Alle strategischen Überlegungen beiseite wäre das Grund genug, sie genauso zu verurteilen wie Russland.

    • Quittenbrot@feddit.org
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      5 hours ago

      Wir könnten glaube ich alle so viel besser dran sein, wenn nicht dauernd irgendwelche Astlöcher einander ausstechen wollten.

      Das stimmt. Tun sie aber, und offenbar werden es erst mal nicht weniger.

      Bei Ukraine sind wir alle eingesprungen und haben geholfen

      Naja… alle? Es gibt genügend Länder, die sich vornehm mit der Kritik zurückhalten. Von China, das das mit Rücksicht auf seinen Partner Russland bis heute nicht als “Angriffskrieg” bzw überhaupt “Krieg” bezeichnen will und stattdessen unter der Hand fröhlich dran verdient, bis zum besagten Iran, der auch keinerlei Probleme damit hat, Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ein für sie vollkommen unbeschriebenes Land vor unserer Haustür zu unterstützen. Und selbst in Europa haben wir Länder, die erstaunlich viel Verständnis dafür haben, dass Russland einfach mal mit Krieg seine Grenzen verschieben will, wie als wären wir wieder in den 40ern. Und den weitaus meisten Ländern auf der Welt ist es vollkommen egal. Vielleicht allenfalls mahnende Worte vor der UN. Das ist doch die Welt, in der wir längst leben: am Ende interessiert es keinen, gehandelt wird nur unter Zwang oder wenn es opportun ist

      Laut https://www.worldstopexports.com/worlds-top-oil-exports-country/ waren das in 2024 21k USD.

      Ich hatte von ~1.3 Mio Barrel pro Tag 2025 gelesen.

      Ich glaube, der Ansatz ist nicht primär das feine Kontrollieren sondern erstmal überhaupt das Stören.

      In der Schrotflintenanalogie: “Solange auf mein Haus geschossen wird, ist die Straße nicht sicher.”

      So wie ich die Äußerungen des Iran verstehe, möchte man das als dauerhaftes System etablieren, um sich eine ständige Einnahmequelle zu eröffnen. Und das wird wohl wenig Anklang bei den anderen Ländern finden. Denn es würde nicht zuletzt ein System normalisieren, nach dem Länder plötzlich nach Gutdünken in das Gemeingut freier Schiffsverkehr eingreifen, um sich zu bereichern. Das ist in niemandes Interesse.

      Das sehe ich anders. Die USA haben an der Region hauptsächlich das Interesse, dass Öl und Gas fließen. Das zu blockieren oder zu hemmen würde ihren eigenen Zielen schaden. Klar könnten sie eine Maut verlangen - das wird dann halt auf den Preis aufgeschlagen.

      Dann missverstehst du mich vielleicht: es geht mir darum, dass es bei dieser spieltheoretischen Betrachtung egal ist, welche Seite (aus welchen Gründen auch immer) zuerst den Schritt der Blockade + “Maut” geht. In beiden Fällen hat die jeweils andere Seite einen immensen Anreiz, ebenfalls zu blockieren und damit das System des ersten zu zerstören. Vergleich es vielleicht mit Atomwaffen: wenn die eine Seite es nutzen will, muss die andere Seite glaubhaft machen, dass sie es ebenfalls tut. Nur dann entsteht die Situation, dass sich keine Seite mehr einen Nutzen daraus erhoffen kann und darin eine gangbare Option sieht.

      Selbst wenn die Weltgemeinschaft hinter Trump stünde, würde ein weiterer Golfkrieg massive Kosten fordern und signifikanten Schaden in der Region anrichten.

      Hat er doch schon. Die Amerikaner und Israelis haben den Iran massiv bombardiert, der Iran dafür die Rohstoff-Infrastruktur der anderen Golfstaaten angegriffen. Die Schäden und Kosten, die Eskalation sind längst da, das “Eis” also längst gebrochen.

      Das Regime in Teheran hat zumindest strategisch weniger den Ruf, unberechenbar und willkürlich wortbrüchig zu sein.

      Wohl niemand ist so willkürlich wortbrüchig wie Trump. Aber ein Iran, der mit Raketen eine 4000km entfernte Militärbasis angreift, obwohl er jahrelang beteuert hat, gar kein Raketenprogramm dieser Reichweite zu besitzen oder anzustreben und deswegen die Sanktionen unberechtigt wären, der sich mit seinem Nuklearprogramm zumindest “sehr intransparent” verhalten hat, steht jetzt in der internationalen Liste des Vertrauens auch nicht wirklich weit oben. Dazu kommt, dass die USA wirtschaftlich erheblich mächtiger sind und sich die wenigsten Länder eine offene Feindschaft mit ihnen leisten können, während der Iran international bereits weitestgehend isoliert ist.