Der seit einer Woche in der Ostsee umherirrende Buckelwal wird wohl vor der Insel Poel sterben, wie Prof. Dr. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, bei einer Pressekonferenz in Wismar am Mittwochmittag verkündet hat. „Wir geben den Kampf gerade alle eigentlich auf“, fand ein Vertreter von Greenpeace dramatische Worte. Alle weiteren Versuche, das Tier zu retten, seien Tierquälerei.

Der Wal sei deutlich geschwächter, seine Atemfrequenz sei am Vormittag sehr unregelmäßig und zum Teil im Abstand von mehr als vier Minuten gewesen. Die Brustflossen seien nah am Körper angelegt. „Die Reaktion auf uns, auf unsere Präsenz, war quasi null“, sagte Baschek. Zudem seien die Bedingungen in der Bucht schlecht. Der Wasserstand werde weiter sinken, um rund 10 bis 15 Zentimeter. Das Tier liege jetzt deutlich freier.

„Wir müssten ihn so massiv animieren, was aussichtslos wäre, weil er die Kraft nicht mehr hat. Und die Erfolgschancen sind so gering, dass wir das als reine Tierquälerei empfinden würden“, sagte Baschek. „Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebietet es auch, irgendwann dann mal ihn gehen zu lassen.“ Realistisch gesehen habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt. „Die konnte er nicht nutzen.“

  • Matengor@lemmy.ml
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    1 month ago

    Es sei eine Sperrzone eingerichtet worden und der Wal solle zur Ruhe kommen, um am Ende das Zeitliche segnen zu können. „Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Backhaus.

    Das liest wie ein Vorwurf an den Wal. Inwiefern hat sich der Wal diese Situation selbst ausgesucht?

    • JensSpahnpasta@feddit.org
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      1 month ago

      So blöd es klingt: Wale sind ja normalerweise vollkommen in der Lage, nicht zu stranden und im tiefen Wasser zu bleiben. Wenn ein Wal das zweimal nicht schafft, dann liegt das wirklich am Wal.

      • tjoa@feddit.org
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        1 month ago

        Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass der Grund weshalb er zurückgeblieben ist der Mensch sein könnte :D

      • glazing@feddit.org
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        Deutsch
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        12 days ago

        Scheinbar war er total in Geisternetzen verheddert, hat es auch im Maul. Vermutlich hat er sich dadurch auch verirrt (abgelenkt, genervt, was auch immer), zumal er um die Jahreszeit in einer ganz anderen Ecke des Planeten sein sollte. Wenn man sich die Region mal von oben anschaut, ist das schon ein Labyrinth. Vor allem bei seiner Dimension.

    • Klingenrenner@feddit.org
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      1 month ago

      Naja er ist nochmal gestrandet. Ich würde einem gesunden, nicht beeinflussten (z.B. verschreckt durch Motorenlärm; panische Flucht) Tier unterstellen, dass ihm das nicht passiert.

        • Klingenrenner@feddit.org
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          1 month ago

          Einem kranken Wal fehlt vielleicht das Sinnesorgan, dass ihn vor Untiefen warnt. Oder grundsätzlich die Logik Ufer = doof.

          Ich schätze, es ist sprachliche Haarspalterei, ob hier eine vorsätzliche Tat des Wals vorliegt oder ein Unterlassen eines Verhaltens, dass ihn vor diesem Schicksal bewahrt hätte.

    • aaaaaaaaargh@feddit.org
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      1 month ago

      Der feige Wal hätte ja nicht vor den menschlichen Einflüssen und Krach aus der Ruhe gebracht werden müssen und wenn dann schonmal die edle Menschheit sich als Retter inszeniert, ist der so dreist, einfach sichtbar zu verrecken.