Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Schaue gerade Dunkelstadt in der ZDF-Mediathek, geht um eine weibliche Privatdetektivin und hat viele Film Noir-Anleihen. Echt gut gemacht!
Ich bin nun endlich dazu genommen, bei Hunter: The Parenting die neuesten Videos zu sehen. Und jetzt bin ich traurig für die Charaktere die nicht mehr dabei sind, aber will unbedingt mehr über die neuen Charaktere erfahren. Also kurz gesagt: das Studio macht eine wunderwolle Arbeit, spannende Geschichten zu erzählen. Ich kann nur empfehlen, da mal rein zu gucken, ob das einem zusagt.
Ich habe den Film Pressure gesehen und fand ihn ganz unterhaltsam. Die beiden Hauptschauspieler Andrew Scott und Brendan Fraser spielen ihre Rollen sehr gut und die Dynamiken der Charaktere wirkte auf mich glaubwürdig. Etwas absurd ist, dass in der Realität ein norwegischer Meteorologe maßgeblich für die korrekte Vorhersage am D-Day verantwortlich war und dieser Charakter wurde einfach in Andrew Scott’s Charakter integriert. Bei dem Film lohnt es sich, den Wikipediaartikel durchzulesen um zu erfahren, wie es wirklich war und was erfunden wurde. Da frage ich mich dann immer, warum man ein reales Ereignis nimmt und so tut als ob es die Wahrheit wäre, anstatt einfach gleich eine fiktionale Geschichte zu erzählen.
Hunter: The Parenting ist echt der Wahnsinn, ich bin sogar ein paar Folgen im Rückstand weil es tatsächlich wirklich viel Content gibt (und da es etwas speziell ist, bin ich nicht so oft in der richtigen Stimmung dafür). Wer es noch nicht gesehen hat und sich auch nur ansatzweise für Warhammer interessiert, sollte sich auch die Warhammer-Serie der Leute ansehen (Name ist mir gerade entfallen). Allein schon, weil einige der HTP-Charaktere ihren Ursprung in der Warhammer-Serie haben.
Ich lese gerade am zweiten Band von Anselm von Feuerbachs “Actenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen” (1829) und habe mittlerweile mein Urteil über den Autor revidiert. Ich habe ihn zuvor für einen für seine Zeit fortschrittlichen Denker gehalten, aber eigentlich ist er ein ordentlicher Heuchler und seine langen Analysen der Psyche und Beweggründe “seiner” Mörder sind nicht einmal oberflächlich objektiv. Zwar zeigt er in vielen Fällen Verständnis und Sympathie für Menschen die in einer Zwangslage getötet haben, aber manchmal lässt er sich auch nur Seitenweise über Verbrecher aus, nur weil sie ihm anscheinend im Prozess zu oft Kontra gegeben haben.
Zuletzt habe ich Ursula K. Le Guins “Changing Planes” ausgelesen. Ein hervorragendes Buch, dafür, dass es fast ohne Handlung und Charactere auskommt. Es ist einfach nur eine Sammlung von Reiseberichten über verschiedene touristisch erschlossene Paralleluniversen. Viele davon hätten ebensogut als Hintergrund für einen ganzen Roman dienen können, andere sind relativ handfeste Satiren - wie etwa eine Welt, in welcher fast alle Bewohner dem hohen Adel angehören, während die wenigen gemeinen Familien wie Popstars aneghimmelt werden. Jetzt fällt mir gerade auf, dass ich von Le Guin zwar schon einiges gelesen habe, aber nichts was man als ihr Hauptwerk bezeichnen könnte.
Habe am Donnerstag Digger im Kino angeschaut. Ich fand ihn überraschend gut. Tom Cruise hat mal wieder bewiesen, dass er nicht nur Action Rollen kann und John Goodman wie immer stark. Am meisten umgehauen hat mich aber die Farbgebung. Inarito hat hier sehr schön mit Farben gearbeitet, immer sehr passend zu den jeweiligen Szenen. Set Design insgesamt war fantastisch, ein Set war schöner als das andere.
Hat mich sehr an Birdman erinnert, der Film. Wenn euch Birdman gefallen hat, dann ist der Film auf jeden Fall etwas für euch, falls nicht, dann gefällt er euch vielleicht trotzdem, aber ich denke das ist dann eher unwahrscheinlicher.
Wir waren insgesamt vier Personen im Kino, das hat mich schon etwas schockiert. Ich wusste dass der Film nicht gut dasteht in den box office Vorhersagen, aber vier Personen am Release Tag war dann schon wenig.
Wir haben die Woche The Odyssey geschaut und waren irgendwie unterwältigt.
Die Story trägt gut, hat schon seinen Grund, warum das Ding seit, wasweißich, 2.000 Jahren gelesen und interpretiert wird, aber die filmerische Umsetzung war irgendwie…billig. Es gab einfach gefühlt nie Szenebild. Die hatten offenbar keine Möbel in der Antike. Der Palast war gefühlt immer leer, außer, was man gerade akut für die Szene brauchte. CGI wird glaube auch nicht den Test der Zeit bestehen, das wirkte auch irgendwie 08/15.
Immerhin als positiven Aspekt, war das mal eine Inszenierung, die den moralischen Struggle, den Odysseus mit seiner Pferdidee hatte, bisschen als zentrales Element gerückt, aber filmerisch hatte ich da jetzt mehr erwartet.
Und, obwohl der Teil eben mal neu erzählt wurde, finde ich diese “Genfer Kriegskonvention” Moral immer so unbefriedigend. Ja, ist schon besser, dass Giftgas geächtet wird, aber ich denke mir dann immer “ob ich da jetzt an Giftgas krepiere, oder mir die Gedärme raushängen, ist ja auch irgendwie wurscht”. Genauso für die Trojaner im Film. Wäre es für die jetzt besser gewesen, wenn die Griechen “ehrenhaft” die Mauern überwunden hätten und dann die ganze Stadt massakriert hätten, statt mit einer List? Finde halt “ehrenvolles Krieg führen” ein widersprüchliches Konzept ¯\_(ツ)_/¯
Ich stimme dir zu, dass ehrenvoller Krieg nicht existiert, aber bei Odysseus’ Trick ist es eben gerade die List hinter dem angeblichen Aufgeben, was es schlecht macht. Denn wie mit einer Täuschung bei Benutzen der weißen Fahne ist das Problem dabei, dass es beim nächsten Mal niemand mehr akzeptieren wird.
Damit ist eine Möglichkeit genommen, den Konflikt ohne weiteres Blut vergießen zu beenden. Denn nochmal will keiner darauf hereinfallen, also wird lieber der Feind komplett abgeschlachtet.Während der Heimreise wird dann die Gastfreundschaft verschiedener Personen ausgenutzt bzw. nicht beachtet, was auch einen wichtigen Pfeiler der maritim geprägten griechischen Gesellschaft untergräbt und verhindert, dass eine friedliche Gesellschaft existieren kann.

