Klimafreundlicheres Kältemittel, Verbesserungen beim Kondensat, Matter-Support – 2027 erscheint eine neue Version der mobilen Klimaanlage Midea PortaSplit.
“Midea ersetzt das bisherige klimaschädliche Gas R32 durch R290 (Propan). Der Wechsel ist wegen der EU-F-Gase-Verordnung notwendig, damit Midea die PortaSplit 2027 weiter nach Europa einführen darf.
R32 hat ein Global Warming Potential (GWP) von 675. Das bedeutet, dass ein Kilogramm des Kältemittels in der Atmosphäre in 100 Jahren so viel Klimaerwärmungspotenzial entfaltet wie 675 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Für Propan hingegen wird in der EU-Verordnung der GWP 0,02 angegeben.”
Das klingt insgesamt nach einer positiven Änderung durch eine funktionierende EU-Regel.
Naiv hätte ich mit einem Wert um 3 gerechnet, weil langfristig 1 mol Propan zu 3 mol CO2 (beide 44 g/mol) oxidiert wird.
Die Zahl kommt wohl aus einem IPCC-Bericht, der die Quelle leider nicht referenziert. Von dem Autor, von dem der Bericht die atmosphärischen Lebensdauern nimmt, existiert ein Paper, das sich u.a. mit dem GWP von Propan beschäftigt. Dort findet sich die 0,02 als direkter Effekt, der aber die Abbauprodukte komplett vernachlässigt. Propan wird aber binnen Tagen abgebaut, begünstigt dabei wohl Ozonbildung und ein Abbauprodukt ist Methan, beides gute Treibhausgase. Das Paper kommt auf ein GWP von 9,5. Allerdings mit sehr großen Unsicherheiten, weil man bei der kurzen Lebensdauer nicht davon ausgehen kann, dass das Gas gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt ist. Und die Annahmen über diese Verteilung machen einen großen Unterschied.
Und nach einer der Fußnoten zu urteilen, enthält das GWP nicht den CO2-Effekt selbst.
Damit ist Propan immer noch viel besser als irgendwelche F-Gase, aber halt nur noch um einen Faktor 100 statt 10 000. Wir sollten also nicht anfangen, das Kältemittel einfach so in die Atmosphäre zu pusten.
Nochn bisschen Kontext: Propan ist tatsächlich einer der besten Kompromisse zwischen Leistungsfähigkeit und Klimafreundlichkeit. Es ist allerdings stark brennbar, weshalb es quasi nur in fest stehenden Klimaanlagen eingesetzt werden kann. Nicht also in Autos. Auch in Zügen bislang quasi nicht, bis auf einen erfolgreichen Modellversuch 2024–2025.
Durch diese Erprobung steht mit Propan nun neben CO2 und Luft ein drittes natürliches Kältemittel für Klimaanlagen in Schienenfahrzeugen zur Auswahl.
Sowohl Bosch als auch ZF haben ein Propan basiertes Thermalsystem im Angebot.
Da wird es sicher noch weitere geben, aber das waren die ersten beiden Treffer.
“Midea ersetzt das bisherige klimaschädliche Gas R32 durch R290 (Propan). Der Wechsel ist wegen der EU-F-Gase-Verordnung notwendig, damit Midea die PortaSplit 2027 weiter nach Europa einführen darf. R32 hat ein Global Warming Potential (GWP) von 675. Das bedeutet, dass ein Kilogramm des Kältemittels in der Atmosphäre in 100 Jahren so viel Klimaerwärmungspotenzial entfaltet wie 675 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Für Propan hingegen wird in der EU-Verordnung der GWP 0,02 angegeben.”
Das klingt insgesamt nach einer positiven Änderung durch eine funktionierende EU-Regel.
Echt nice
[X] Doubt
Naiv hätte ich mit einem Wert um 3 gerechnet, weil langfristig 1 mol Propan zu 3 mol CO2 (beide 44 g/mol) oxidiert wird.
Die Zahl kommt wohl aus einem IPCC-Bericht, der die Quelle leider nicht referenziert. Von dem Autor, von dem der Bericht die atmosphärischen Lebensdauern nimmt, existiert ein Paper, das sich u.a. mit dem GWP von Propan beschäftigt. Dort findet sich die 0,02 als direkter Effekt, der aber die Abbauprodukte komplett vernachlässigt. Propan wird aber binnen Tagen abgebaut, begünstigt dabei wohl Ozonbildung und ein Abbauprodukt ist Methan, beides gute Treibhausgase. Das Paper kommt auf ein GWP von 9,5. Allerdings mit sehr großen Unsicherheiten, weil man bei der kurzen Lebensdauer nicht davon ausgehen kann, dass das Gas gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt ist. Und die Annahmen über diese Verteilung machen einen großen Unterschied.
Und nach einer der Fußnoten zu urteilen, enthält das GWP nicht den CO2-Effekt selbst.
Damit ist Propan immer noch viel besser als irgendwelche F-Gase, aber halt nur noch um einen Faktor 100 statt 10 000. Wir sollten also nicht anfangen, das Kältemittel einfach so in die Atmosphäre zu pusten.
Nochn bisschen Kontext: Propan ist tatsächlich einer der besten Kompromisse zwischen Leistungsfähigkeit und Klimafreundlichkeit. Es ist allerdings stark brennbar, weshalb es quasi nur in fest stehenden Klimaanlagen eingesetzt werden kann.
Nicht also in Autos.Auch in Zügen bislang quasi nicht, bis auf einen erfolgreichen Modellversuch 2024–2025.Sowohl Bosch als auch ZF haben ein Propan basiertes Thermalsystem im Angebot. Da wird es sicher noch weitere geben, aber das waren die ersten beiden Treffer.
Danke für die Aufklärung!