Ich habe das Interview mit Sönke Neitzel bei Streitkräfte und Strategien gehört und den Tagesschau-Artikel im Anschluss hier auf DACH gesehen. Ich war ebenfalls etwas verwundert über die Schlagzeile “Putin eskaliert”, mit Anführungszeichen zwar, aber es wird dem Leser erst nach und nach klar, dass hier Neitzels Aussage zitiert wird.
Die Sprache ist ganz klar Neitzels Stil - er hat ja vor 2 Jahren schon vor dem “letzten Sommer in Frieden” gewarnt. Ich habe auch sein Buch “Die Bundeswehr” gelesen, auch hier stellt er Politik und Bundeswehr ein katastrophales Zeugnis aus. Das ist sein Stil, auf diese Art und Weise versucht er sich Gehör zu verschaffen in der verteidigungspolitisch absolut überforderten Regierung.
Kann man gut finden, kann man schlecht finden. Ich stimme zu, die Tagesschau hat etwas falsch geframed. Trotzdem halte ich die Bewertung von Ratcliffs Besuch in Moskau für tragbar. Das letzte Mal, dass ein CIA-Direktor Moskau besucht hat, war im Winter 2021. Der hat dort im Kreml vor einer Invasion der Ukraine gewarnt. Deutschland inklusive seiner Geheimdienste haben die Lage massiv falsch eingeschätzt. Unter diesem Gesichtspunkt, kann man meiner Meinung nach eigentlich fast nicht zu schwach reagieren. Ob diese Reaktion im Aufgabenbereich der Tagesschau liegt, lass ich jetzt mal offen.
Deutschland inklusive seiner Geheimdienste haben die Lage massiv falsch eingeschätzt.
Nicht nur Deutschland, sondern insbesondere auch die Medien, wie eben auch Telepolis. Dort hat man, wie heute die Tagesschau, am 15. Februar 22, auch ein Interview abgedruckt:
Frau Vollmer, glaubten Sie zu Beginn dieser Woche daran – wovor die US-Regierung gewarnt hat –, dass eine russische Invasion in der Ukraine bevorsteht und ein neuer Krieg in Europa beginnt? […]
[…] Die Russen hätten bei einem Einmarsch in die Ukraine viel zu verlieren und wenig zu gewinnen. Jeder weiß doch, dass sie eigentlich Verhandlungen erreichen wollen, die auch auf ihre eigenen Sicherheitsbedürfnisse Rücksicht nehmen. Solche Verhandlungen würden durch eine Intervention in weite Ferne rücken. Wesentliche Vertreter der russischen Führung haben deswegen auch erklärt, dass es keinen Einmarsch geben wird und dass es sich um eine hysterische Berichterstattung westlicher Geheimdienste in propagandistischer Absicht handelt
Wir lernen: 7 Tage vor der offenen Vollinvasion, die dort schon seit Wochen vorbereitet wurde, wie Geheimdienste nicht müde wurden zu berichten, ist das Problem die “hysterische Berichterstattung westlicher Geheimdienste in propagandistischer Absicht”. Und Putin ist doch rational und man müsse doch nur auf “die russischen Sicherheitsbedürfnisse” Rücksicht nehmen.
Das ist letztlich genau das, was ein Neitzel kritisiert: weite Teile der Öffentlichkeit haben es sich sehr gemütlich gemacht in ihrer Wunschwelt-Blase und blenden diese “störenden” Dinge einfach aus. Sie träumen vom “Frieden”, machen aber eigentlich nur die Augen zu.
Ich habe das Interview mit Sönke Neitzel bei Streitkräfte und Strategien gehört und den Tagesschau-Artikel im Anschluss hier auf DACH gesehen. Ich war ebenfalls etwas verwundert über die Schlagzeile “Putin eskaliert”, mit Anführungszeichen zwar, aber es wird dem Leser erst nach und nach klar, dass hier Neitzels Aussage zitiert wird.
Die Sprache ist ganz klar Neitzels Stil - er hat ja vor 2 Jahren schon vor dem “letzten Sommer in Frieden” gewarnt. Ich habe auch sein Buch “Die Bundeswehr” gelesen, auch hier stellt er Politik und Bundeswehr ein katastrophales Zeugnis aus. Das ist sein Stil, auf diese Art und Weise versucht er sich Gehör zu verschaffen in der verteidigungspolitisch absolut überforderten Regierung.
Kann man gut finden, kann man schlecht finden. Ich stimme zu, die Tagesschau hat etwas falsch geframed. Trotzdem halte ich die Bewertung von Ratcliffs Besuch in Moskau für tragbar. Das letzte Mal, dass ein CIA-Direktor Moskau besucht hat, war im Winter 2021. Der hat dort im Kreml vor einer Invasion der Ukraine gewarnt. Deutschland inklusive seiner Geheimdienste haben die Lage massiv falsch eingeschätzt. Unter diesem Gesichtspunkt, kann man meiner Meinung nach eigentlich fast nicht zu schwach reagieren. Ob diese Reaktion im Aufgabenbereich der Tagesschau liegt, lass ich jetzt mal offen.
Nicht nur Deutschland, sondern insbesondere auch die Medien, wie eben auch Telepolis. Dort hat man, wie heute die Tagesschau, am 15. Februar 22, auch ein Interview abgedruckt:
Wir lernen: 7 Tage vor der offenen Vollinvasion, die dort schon seit Wochen vorbereitet wurde, wie Geheimdienste nicht müde wurden zu berichten, ist das Problem die “hysterische Berichterstattung westlicher Geheimdienste in propagandistischer Absicht”. Und Putin ist doch rational und man müsse doch nur auf “die russischen Sicherheitsbedürfnisse” Rücksicht nehmen.
Das ist letztlich genau das, was ein Neitzel kritisiert: weite Teile der Öffentlichkeit haben es sich sehr gemütlich gemacht in ihrer Wunschwelt-Blase und blenden diese “störenden” Dinge einfach aus. Sie träumen vom “Frieden”, machen aber eigentlich nur die Augen zu.
Gut zu wissen, danke für den Zusatz. Telepolis war mir kein Begriff bisher.